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Graduiertenkolleg Islamische Theologie
© Stiftung Mercator

Islamische Wirtschaftsethik und Geschlechtergerechtigkeit

Sechs neue Doktoranden im Graduiertenkolleg Islamische Theologie / Zwei Nachwuchsforscher kommen nach Münster

Münster (upm/ja)
Das an der Universität Münster koordinierte bundesweite Graduiertenkolleg Islamische Theologie der Stiftung Mercator geht in eine neue Doktoranden-Runde. Sechs neue Kollegiaten wurden ausgewählt, zwei von ihnen kommen nach Münster und werden vom islamischen Theologen und Religionspädagogen Prof. Dr. Mouhanad Khorchide betreut. Im ersten, 2011 gestarteten Jahrgang hatten bereits zwei der damals sieben ausgewählten Kollegiaten mit ihren Dissertationen in Münster begonnen.

Die in Essen beheimatete Stiftung hatte das Graduiertenkolleg im Dezember 2010 gemeinsam mit den Universitäten Münster, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt am Main, Hamburg, Osnabrück und Paderborn auf den Weg gebracht, um die wissenschaftliche Expertise der islamischen Theologie in Deutschland zu vereinen und den akademischen Nachwuchs auch für die Zentren für islamische Studien auszubilden. Später kam auch die Universität Tübingen dazu. Für die Laufzeit von sechs Jahren stellte die Stiftung Mercator 3,6 Millionen Euro bereit.

Ab dem Wintersemester 2012/13 widmen sich die Doktoranden nun unter anderem Themen und Fragen wie "Welche Richtlinien für ein ethisches Wirtschaftssystem können im Islam gezogen werden?" und "Wie verhält es sich mit der Geschlechtergerechtigkeit im islamischen Religionsunterricht?". Die beiden münsterschen Doktoranden, Zishan Ahmad Ghaffar (26) aus Kiel und Ali Ghandour (28) aus Leipzig, beschäftigen sich mit der Beurteilung des Propheten Muhammad durch islamische Quellen und mit der Rechtsmethodik des berühmten mittelalterlichen Mystikers Ibn Arabi.

Die Doktoranden forschen an den jeweiligen Standorten über einen Zeitraum von in der Regel drei Jahren. Neben Einblicken in den Wissenschaftsbetrieb vermittelt das standortübergreifende Graduiertenkolleg in seinem Studienprogramm den Doktoranden vor allem vertiefte Kenntnisse in den zentralen thematischen Schwerpunkten der islamischen Theologie.

Die weiteren neuen Kollegiaten sind Abdelaali El Maghraoui (31), der sich an der Universität Tübingen mit dem Potenzial islamkonformer Finanzprodukte in Deutschland auseinandersetzt, Melahat Kisi (31) aus Osnabrück, die an der Universität Osnabrück zur Geschlechtergerechtigkeit im islamischen Religionsunterricht forschen wird, Adris Nassery (26), der an der Universität Paderborn der Frage nach einer rational begründbaren islamischen Wirtschaftsethik nachgeht und Zeki Tuncel (24). Der ausgebildete Imam wird sich in seiner Dissertation an der Universität Frankfurt am Main mit Methoden der Überlieferungen der Aussprüche und Handlungen Muhammads auseinandersetzen.