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Fortbildungen für Lehrkräfte und Oberstufenklassen

Wintersemester 2026/2027

Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1348 bietet im Wintersemester 2026/2027 wieder eine Fortbildungsreihe für interessierte Biologielehrer*innen und Oberstufenklassen aus dem Regierungsbezirk Münster an. Wissenschaftler des SFB 1348 sprechen einmal im Monat über aktuelle Themen und neue Erkenntnisse in der modernen Biologie. 
Alle Vorträge finden um 19:15 Uhr im Auditorium im Multiscale Imaging Center (MIC) in der Röntgenstraße 16 statt. Auf Anfrage stellen wir gerne eine Teilnahmebescheinigung nach der Veranstaltung aus.

Anmeldung über den jeweiligen Link oder per E-Mail unter sfb1348@uni-muenster.de

Vorträge WS 2026/2027

  • 14.09.2026 | Auf Wanderschaft: Wie Zellbewegungen unseren Körper formen und schützen

    Dr. Maik Bischoff
    © Maik Bischoff

    Zellen haben keine Füße – und trotzdem wandern sie. Diese Fähigkeit, die Biologen Zellmigration nennen, gibt es schon seit Milliarden von Jahren. Amöben und Schleimpilze wandern und benutzen dabei im Großen und Ganzen ähnliche Mechanismen wie Zellen in Menschen und Tieren. Warum eine einzellige Amöbe in der Lage sein muss zu wandern, wird für die meisten klar sein. Aber warum wandern Zellen im menschlichen Körper? Wozu ist das wichtig, und was hat das mit unserer Gesundheit zu tun? Warum ist es wichtig, Zellwanderung zu verstehen, um die Form unseres Körpers und unserer Organe erklären zu können? Wie kann Zellmigration erklären, dass Katzen zwar eine weiße Brust und einen schwarzen Rücken haben können, aber niemals umgekehrt? Und wie hilft uns die Arbeit mit Fruchtfliegen dabei, diese Naturphänomene besser zu verstehen? All diesen Fragen werden wir auf den Grund gehen – mit spannenden Beispielen aus der aktuellen Forschung in Münster.

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  • 12.10.2026 | Tierversuche in der Forschung: Was, warum und wie?

    Prof. Dr. Stefan Schulte-Merker & Dr. Roman Stilling
    © Raphael Schleutker
    © Uni Münster

    Tierversuche gehen uns alle an und sind daher ein zurecht viel diskutiertes Thema. Gleichzeitig fehlt häufig eine solide Wissensbasis für eine fruchtbare Diskussion. Warum werden eigentlich Tierversuche durchgeführt, was genau ist ein Tierversuch, und wem nützen Tierversuche? Der Diskurs um Tierversuche ist daher oft stark von Emotionen geprägt, vor allem weil sie mit Schmerzen, Leiden und Schäden für die Tiere verbunden sein können. Wichtig ist aber auch zu verstehen, dass Tierversuche oft unerlässlich sind, um wissenschaftliche und medizinische Fortschritte zu erzielen und Erkenntnisse über Krankheiten zu erlangen, die nicht direkt am Menschen gewonnen werden können. Wir wollen dieses komplexe Thema gerne mittels eines kurzen Vortrags vorstellen, und Fragen im Gespräch diskutieren.

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  • 09.11.2026 | Ich hab Grippe‘ - stimmt das wirklich? Die echte Influenza im Blick

    Prof. Dr. Ursula Rescher
    © Raphael Schleutker

    Grippe hat jeder schon einmal gehabt - oder? Tatsächlich verwechseln wir Influenza im Alltag häufig mit einer harmlosen Erkältung, obwohl sie medizinisch und biologisch eine ganz andere Größenordnung ist. Was also unterscheidet die „echte Grippe“ von anderen Atemwegsinfektionen und warum ist sie bis heute eine so große Herausforderung?

    Nach einem kurzen Einstieg zu Symptomen, Übertragung und Diagnostik gehen wir schnell in die Tiefe: Wie ist ein Influenzavirus aufgebaut? Wie infiziert es unsere Zellen? Warum macht Influenza so „heftig krank“? Und warum wird unser Immunsystem immer wieder ausgetrickst? Im Mittelpunkt steht dabei die beeindruckende Wandlungsfähigkeit des Virus: Konzepte wie „antigenic drift“ und „antigenic shift“ erklären wir anschaulich und ordnen sie in den Kontext von Tierreservoirs sowie dem Schwein als „Mixing Vessel“ ein.

    Mit einem Blick auf historische und aktuelle Pandemien von der Spanischen Grippe bis zur Vogelgrippe zeigen wir, wie eng molekulare Mechanismen und globale Dynamiken miteinander verknüpft sind. Zudem diskutieren wir, welche Virusvarianten aktuell zirkulieren und warum Impfstoffe kontinuierlich angepasst werden müssen.

    Der Vortrag bietet eine kompakte fachliche Einordnung zentraler Aspekte der Influenza und lädt dazu ein, Bezüge zu zentralen Themen der Oberstufe wie Molekularbiologie, Genetik, Evolution und Immunbiologie mitzudenken - mit vielen Anknüpfungspunkten für den Unterricht.

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  • 14.12.2026 | Gesunde neue Welt - mit Gentechnik gegen die Krankheiten unserer Zeit?

    Prof. Dr. Sabrina Büttner
    © Michael Kuhlmann

    Die Gentechnik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt: Gene können heute nicht nur gelesen und analysiert, sondern auch gezielt verändert werden. Neue Methoden wie CRISPR/Cas haben viele Anwendungen wesentlich einfacher und präziser gemacht. Doch was genau ist eigentlich Gentechnik und wie funktionieren solche „Genscheren“? Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für die Medizin? Der Vortrag führt von etablierten Anwendungen wie der gentechnischen Herstellung von Insulin über Gendiagnostik und Gentherapie bis hin zu gentechnisch veränderten Immunzellen im Kampf gegen Krebs und sogenannten Gene Drives als möglichem Ansatz zur Bekämpfung von Malaria. Doch wo liegen die Grenzen solcher Eingriffe? Welche Risiken müssen wir bedenken und was ist ethisch vertretbar? Der Vortrag gibt Einblicke in Chancen und Herausforderungen moderner Gentechnik und lädt zur gemeinsamen Diskussion ein.

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  • 18.01.2027 | Ordnung aus Chaos – ein Blick in die lebende Zelle

    Prof. Dr. Roland Wedlich-Söldner
    © Raphael Schleutker

    Kräne, Kipper, Bagger und jede Menge Arbeiter: Die straffe Organisation auf einer Großbaustelle erschließt sich meist nur dem geduldigen Beobachter. Einen ähnlich langen Atem braucht die Forschung, um zelluläre Prozesse zu entschlüsseln. In seinem Vortrag beschreibt Dr. Roland Wedlich Söldner wie er mit Hilfe hochmoderner Mikroskopie, die in Kombination mit sensitiven Kameras und computergestützen Verfahren zum Einsatz kommt, bislang unbekannte Strukturen und Prozesse sichtbar machen und mit fast mathematischer Präzision analysieren kann. Nach und nach etabliert sich ein neues Bild von der Zelle – als hochdynamisches und zugleich streng koordiniertes biologisches System.

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  • 15.02.2027 | Mitnichten süß und klebrig - Wie sich die Zuckerhülle (Glycocalix) von Zellen bildet, dynamisch restrukturiert, und welche Bedeutung sie für Infektionen hat

    Prof. Dr. Mario Schelhaas
    © Raphael Schleutker

    Zucker sind neben Eiweißen, Nukleinsäuren und Fetten einer der Hauptbausteine des Lebens. Ursprünglich dachte man, dass die Zuckerhülle von Zellen letztlich nur ein Schutzmantel z.B. gegen virale Infektionen ist. Es wird jedoch zunehmend klar, dass sie in vielfältiger Weise für die Funktion, Regulation, und dynamische Antwort auf Umwelteinflüsse von Zellen überlebenswichtig. Wie sie dies vollbringen, bleibt jedoch weitgehend unverstanden. Das liegt daran, dass Zucker nicht wie Eiweiße und Nukleinsäuren über Templat-Synthese entstehen: Sie sind sehr verschieden, heterogen, dynamisch, und bisher kaum experimentell zugänglich gewesen. Neue Technologien bringen nun langsam Licht ins Dunkel und lassen uns verstehen, wie sie ihre Funktionen ausüben. Diesem Thema werden wir uns in der Vorlesung nähern, illustriert unter anderem an neuesten Forschungen zu Virus-Infektionen an der Universität Münster.

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  • 08.03.2027 | Zellorganellen im Fokus: Genomweite Hochdurchsatz-Mikroskopie zur systematischen Analyse zellulärer Funktionen

    Dr. Maria Bohnert
    © Raphael Schleutker

    Unsere Zellen sind wahre Meisterwerke der Organisation: Eine Vielzahl unterschiedlicher Proteine arbeitet gleichzeitig und präzise zusammen, damit Mitochondrien, Zellkern, Endoplasmatisches Retikulum und andere Organellen ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen können. Doch was passiert, wenn eines dieser Proteine fehlt? Und woher wissen Forschende überhaupt, welches Protein für welche Funktion verantwortlich ist? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, verbinden moderne Forschungsansätze Genetik mit Hochdurchsatz-Mikroskopie. Dabei werden tausende Gene gleichzeitig systematisch verändert. Die Auswirkungen auf Zellen untersucht man anschließend mit automatisierten Mikroskopen – und es werden Zusammenhänge sichtbar, die mit klassischen Methoden nur schwer zu entdecken wären. Wir werden diskutieren, wie solche genomweiten Screens funktionieren, welche überraschenden Entdeckungen sie ermöglichen und warum sie die moderne Zellbiologie verändern. Ein Einblick in aktuelle Forschung und eine Einladung zur gemeinsamen Diskussion.

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