Jonas Derichs, M.A. | M.Ed.

Seminar für Alte Geschichte
Jonas Derichs, M.A. | M.Ed.

Domplatz 20-22
48143 Münster

 
  • Forschungsschwerpunkte

    • Kulträume und -landschaften von Ephesos
    • Epigraphik
    • Papyrologie
  • Promotion

    Kulträume im hellenistisch-römischen Ephesos (3. Jh. v. Chr. – 4. Jh. n. Chr.): Eine Fallstudie zu städtischem Wachstum und religiösem Wandel

    Betreuer

    Als Lysimachos zu Beginn des 3. Jh.s v. Chr. das alte Siedlungsgebiet von Ephesos zugunsten eines neuen Stadtzentrums zwischen dem Panayır Dağı und dem Bülbül Dağı aufgab, hatte dies notwendigerweise auch Auswirkungen auf die über Jahrhunderte entstandenen religiösen Traditionen: Für das neue Ephesos bedurfte es neuer Gottheiten, Heiligtümer und nicht zuletzt sinnstiftender Erzählungen über die veränderte lokale Topographie und ihre (ferne) Geschichte. Darüber hinaus sorgte der Umstand, dass das an der Westküste Kleinasiens gelegene Ephesos im Laufe der hellenistischen Epoche zur Großstadt und spätestens seit der römischen Kaiserzeit zum administrativen Zentrum der reichen Provinz Asia anwuchs, notwendigerweise für weitere Anpassungen im Bereich der religiösen Infrastruktur und kultischen Praxis. Ebendiesem reziprok anzusetzenden Verhältnis zwischen „Urbanisierung“ und „Religion“ gilt unter Zugrundelegung des Modells der „urbanisierenden / urbanisierten Religion“ (Rüpke 2020) das zentrale Erkenntnisinteresse des Dissertationsprojektes. Für ein solches Vorhaben stellt das hellenistisch-römische Ephesos ein einzigartiges Untersuchungsfeld dar, weil es erstens als eine der wenigen Großstädte der griechisch-römischen Antike nicht modern überbaut worden ist und zweitens im Zuge der mittlerweile mehr als hundertjährigen Grabungsgeschichte durch das Österreichische Archäologische Institut besonders gut erschlossen wurde.
    Unter der Prämisse, dass Räume nicht nur die Produkte von individuellem oder gesellschaftlichem Handeln darstellen, sondern gleichzeitig auch jenes Handeln prägen, bietet es sich an, die verschiedenen für Ephesos archäologisch, epigraphisch, numismatisch und literarisch überlieferten topographisch oder sozial definierten Kulträume (Definitionen bei Wiemer 2017) als Indikatoren für urbanistische und religiöse Dynamiken zu fokussieren. Inwiefern waren diese von ihrem unmittelbaren Umfeld und von anderen Kulträumen architektonisch oder durch den Einsatz von Medien abgegrenzt? Oder lassen sich Verflechtungen erkennen, die auf die Entstehung von unter Umständen supra-lokalen Kultlandschaften hindeuten können. Mit welcher Intensität wurden sie sakralisiert und somit dem „profanen“ Handeln bisweilen dauerhaft entzogen? Und schließlich: Wie wurden sie von „privaten“ Individuen, Amtsträgern, Gruppen, und der Polis als Gemeinschaft kultisch oder aus anderen Motiven heraus genutzt? Durch die Erfassung und möglichst umfassende Interpretation der zu untersuchenden Kulträume soll besser nachvollzogen werden können, inwiefern Religion von Veränderungen unterliegenden städtischen Manifestationen, Netzwerken und Lebensstilen geprägt wurde sowie gleichzeitig selbst einen entscheidenden Faktor bei der Erschließung des Stadtgebietes und der Durchdringung des Hinterlandes darstellte. Letztendlich soll diese Fallstudie auch zu einem verbesserten Verständnis von griechischer Religion in der post-klassischen Polis führen.

  • Vita

    Akademische Ausbildung

    seit
    M.A. | M.Ed. "Überschattet von seiner großen Schwester. Die Integration Apollons innerhalb der Kultlandschaften von Ephesos"
    -
    Studium der Fächer Alte Geschichte, Klassische Philologie und Klassische Archäologie an der WWU Münster und der Università degli Studi di Palermo (European Master in Classical Cultures)
    -
    Studium der Fächer Geschichte, Latein und Bildungswissenschaften an der WWU Münster
    seit
    B.A. "Die Rezeption der galli. Diskursive Strategien zu einer Ausbildung römischer Identität"
    -
    Studium der Fächer Geschichte und Lateinische Philologie an der WWU Münster
    -
    Studium der Fächer Geschichte und Mathematik an der Universität Paderborn

    Beruflicher Werdegang

    -
    Studentische Hilfskraft am Seminar für Alte Geschichte / Institut für Epigraphik, WWU Münster
    -
    Studentische Hilfskraft am Seminar für Alte Geschichte / Institut für Epigraphik, WWU Münster