Spiritualität und Ökologie

Vortrag über spirituelle Weltsichten und ihren Einfluss auf ökologisches Handeln

Buchcover
Plakat
© Vince Musi/The White House, wikipedia

Wie Formen von Spiritualität zu einem nachhaltigen Wandel beitragen können, erläutert die niederländische Soziologin Dr. Annick de Witt am 23. Januar in der öffentlichen Vortragreihe „Religion und Umwelt“ am Exzellenzcluster. Sie kommt auf Einladung der Religionssoziologen und Veranstalter Prof. Dr. Detlef Pollack vom Exzellenzcluster und Prof. Dr. Jens Köhrsen vom Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) an der Universität Basel, der im Wintersemester 2017/18 die Professur für Religionssoziologie an der WWU vertritt. Der englischsprachige Vortrag lautet “Feeling at home in the cosmos: Contemporary spirituality and the transformation towards sustainability” („Zuhause im Universum. Gegenwärtige Spiritualität und der Wandel zur Nachhaltigkeit“) und ist um 18.15 Uhr im Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters, Raum Jo 101, Johannisstraße 4 in Münster, zu hören.

„Spirituelle Weltsichten von Menschen haben Einfluss auf ihr ökologisches Handeln“, erläutert Prof. Köhrsen. Dies sei der Fall, wenn Naturliebhaber die Umwelt als Heiliges, etwa als „Mutter Natur“, verehrten und sich deshalb für ihren Schutz einsetzten. Annick de Witt nimmt in den Blick, dass große gesellschaftliche Transformationen erst dann möglich werden, wenn Menschen ihre Beziehung zur Natur verändern. Die Soziologin wurde an der Freien Universität Amsterdam promoviert und forscht zum Zusammenhang von Weltanschauung und nachhaltiger Entwicklung. Sie befasst sich in diesem Zusammenhang auch mit sozial-kulturellem Wandel, Umweltverhalten, Kommunikation und Politikgestaltung.

Reihe „Religion und Umwelt“

In der Reihe „Religion und Umwelt“ hat in der Vorwoche die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Katharina Glaab von der Norwegischen Universität für Umwelt- und Biowissenschaften (NMBU) über den wachsenden Einfluss religiöser Akteure in der internationalen Klimapolitik gesprochen. Vor dem Hintergrund von ökologischen Krisen, Ressourcenknappheit und Klimawandel engagieren sich zunehmend religiöse Institutionen im Bereich des Umweltschutzes, wie Jens Köhrsen ausführt. Als prominentes Beispiel hierfür nennt er die Enzyklika „Laudato Si: On Care for Our Common Home“ von Papst Franziskus („Über die Sorge für das gemeinsame Haus“), die in acht Sprachen veröffentlich worden ist und auf die Erschöpfung natürlicher Ressourcen hinweist. Der Vortrag trug den Titel „Religiöse Akteure in der globalen Klimapolitik. Verhandlung, Übersetzung und Grenzsetzungen“. (exc/maz/sca)

Vortrag Feeling at home in the cosmos: Contemporary spirituality and the transformation towards sustainability von Dr. Annick de Witt
23. Januar 2017, 18.15 Uhr
Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters | Seminarraum JO 101
Johannisstraße 4, 48143 Münster