Judäische Königsideologie

Theologin Salo über Königsbilder im biblischen Israel und seinen Nachbarkulturen

Buchcover
© Mohr Siebeck

Mit der judäische Königsideologie im Kontext der Nachbarkulturen befasst sich die kürzlich erschienene Dissertation der evangelischen Dr. Theologin Reettakaisa Sofia Salo vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Die Autorin erläutert dazu: „Die judäische Königsideologie ist tief verwurzelt in der altorientalischen Kulturkoine und teilt ihre Hauptgedanken mit den benachbarten Königreichen. Weil der König in einem besonderen Verhältnis zur göttlichen Welt steht, kann er für seine Untertanen sorgen: Er zieht in den Kampf mit göttlicher Ausrüstung, kämpft für Recht und Gerechtigkeit und trägt verschiedene Insignien als Zeichen seiner Macht. Der König wird als Kultakteur, Segensmittler und Gottessohn dargestellt.“

Reettakaisa Sofia Salo untersucht in ihrer Studie die alttestamentlichen Königspsalmen 2, 18, 20, 21, 45 und 72 in religionsgeschichtlicher Perspektive. Im Licht der Nachbarkulturen erweist sich die vorexilische Königsideologie als integraler Bestandteil des Alten Orients, wie die Wissenschaftlerin erläutert. Die redaktionsgeschichtliche Analyse zeigt, dass die alttestamentlichen Spezifika dieser Psalmen sich erst in der königslosen Zeit ausgebildet haben. (Mohr Siebeck/maz)

Hinweis: Salo, Reettakaisa Sofia: Die judäische Königsideologie im Kontext der Nachbarkulturen. Untersuchungen zu den Königspsalmen 2, 18, 20, 21, 45 und 72 (Orientalische Religionen in der Antike, Bd. 25), Tübingen: Mohr Siebeck 2017, 389 Seiten, ISBN 978-3-16-155338-7, 129,00 Euro.