Was wird aus den christlichen Kirchen Deutschlands?

Symposium zum 70. Geburtstag von Sozialethiker Prof. Dr. Karl Gabriel

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Programm der Tagung

© CRM

Ein Symposium aus Anlass des 70. Geburtstages von Sozialethiker Prof. Dr. Karl Gabriel veranstaltet das Centrum für Religion und Moderne (CRM) in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der WWU. Im Mittelpunkt steht die Frage „Was wird aus den christlichen Kirchen Deutschlands?“. Die Kirchen in Deutschland befinden sich nach Einschätzung der Wissenschaftler seit den 1960er Jahren in einem Umbruchprozess. Quantitative Forschungen belegen einen bemerkenswerten Rückgang der Kirchenmitgliedschaft, des Kirchgangs und des kirchlichen Engagements insgesamt. Seit den 1990er Jahren schlägt sich der Mitgliederschwund nicht zuletzt auch in der finanziellen Ausstattung der Kirchen nieder. Die finanziellen Engpässe, die dadurch entstehen, machen Schwerpunktsetzungen in der kirchlichen Arbeit erforderlich.

Das Symposium soll Gelegenheit geben, über die Zukunft der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland nachzudenken. Dazu werden die beschriebenen Entwicklungen eingehender untersucht. Es wird nach den Faktoren gefragt, die diese Umbruchprozesse beeinflussen: Welche Rolle spielen Prozesse der Individualisierung und Pluralisierung? Welche Bedeutung kommt der Wohlstandsanhebung und dem mit ihr einhergehenden erweiterten Freizeitangebot zu? Welche Rolle spielen gewandelte Geschlechterrollen und Familienkonstellationen? Und wie können die Kirchen diesen Prozess beeinflussen und steuern?

Zum Auftakt der Veranstaltung spricht der katholische Theologe Prof. Dr. Michael Ebertz  aus Freiburg im Breisgau zum Thema  „Die religiöse Revolution oder: Das Finale der Priesterkirche“. Seinen Vortrag kommentiert der katholische Theologe PD Dr. Hermann-Josef Große Kracht aus Darmstadt. Im Anschluss spricht der evangelische Theologe Prof. Dr. Gerhard Wegner aus Hannover über „Religiöse Kreativität in der evangelischen Kirche – Phänomene, Faktoren, Funktionen“, gefolgt von einem Kommentar von Religionswissenschaftler Prof. Dr. Volkhard Krech aus Bochum. Das Symposium schließt mit einer Podiumsdiskussion mit Soziologe Prof. Dr. Franz-Xaver Kaufmann aus Bielefeld, Prof. Gabriel sowie den Referenten und Kommentatoren. Die Veranstaltung beginnt am 8. November 2013 um 14 Uhr im Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters, Raum JO 101, Johannisstraße 4. Um eine kurze Anmeldung zum Symposion bis zum 31. Oktober wird gebeten.

Prof. Gabriel leitet am Exzellenzcluster das Forschungsprojekt C2-6 „Die Dialektik von Differenzierungsprozessen: Der Katholizismus in sich ausdifferenzierenden Gesellschaften des 19. Jahrhunderts“ und ist Gründungsmitglied des CRM. Das CRM ist 2012 aus dem Exzellenzcluster hervorgegangen und soll die interdisziplinären Forschungen zum Verhältnis von Religion und Moderne weiter intensivieren, neue Forschungskooperationen anstoßen und öffentliche Debatten begleiten. Die Mitglieder erforschen Themen im Spannungsfeld von Religion und Politik, Recht, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sowie die Rolle von Religionen in Modernisierungsprozessen. (CRM/han)

Symposium „Was wird aus den christlichen Kirchen Deutschlands?“

Freitag, 8. November 2013, 14.00 bis 19.00 Uhr
Raum JO 101
Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters „Religion und Politik“
Johannisstraße 4
48143 Münster

Programm

14.00-14.15 Begrüßung Detlef Pollack (Münster)
14.15-15.00 Die religiöse Revolution oder: Das Finale der Priesterkirche Michael Ebertz (Freiburg)
15.00-15.45 Kommentar Hermann-Josef Große Kracht (Darmstadt)
Diskussion
16.15-17.00 Religiöse Kreativität in der evangelischen Kirche – Phänoneme, Faktoren, Funktionen Gerhard Wegner (Hannover)
17.00.-17.45 Kommentar Volkhard Krech (Bochum)
18.00-19.00 Podiumsdiskussion Franz-Xaver Kaufmann (Bielefeld), Karl Gabriel (Münster), Referenten und Kommentatoren