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Oberbürgermeister Markus Lewe (Mitte) lud zum Treffen der Religionsgemeinschaften in den Friedenssaal ein.

„Schmerzhafte Verständigung“

Europäische Konflikte im Fokus der diesjährigen „Dialoge zum Frieden“

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Religionssoziologe Nils Friedrichs sprach beim Treffen der Religionsgemeinschaften über religiöse Vielfalt.

© han

Der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ beteiligt sich auch in diesem Jahr an der Veranstaltungsreihe „Dialoge zum Frieden“ der Stadt Münster. Historiker Prof. Dr. André Krischer diskutiert am Donnerstag, 17. Oktober, mit renommierten Gästen beim öffentlichen Podium „Schmerzhafte Verständigung – Bestandsaufnahme und Zukunftsentwürfe europäischer Konfliktgebiete“. Bereits am Donnerstag sprachen Mitglieder des Exzellenzclusters beim Treffen der Religionsgemeinschaften auf Einladung von Münsters Oberbürgermeister  Markus Lewe. Religionssoziologe Nils Friedrichs äußerte sich zur Wahrnehmung religiöser Vielfalt in Deutschland und Europa vor etwa 50 Vertretern christlicher, jüdischer und islamischer Gemeinden und anderer Religionsgemeinschaften aus Münster. Unter dem Titel „Wie denken wir über Menschen anderer Religionen?“ stand auch die anschließende Diskussion der Religionsvertreter mit dem Wissenschaftler und der Leiterin des Zentrums für Wissenschaftskommunikation, Viola van Melis.

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Diskussion beim Treffen der Religionsgemeinschaften

© han

Thema der diesjährigen „Dialoge zum Frieden 2013“ ist die schmerzhafte Verständigung in Krisengebieten „im Niemandsland zwischen Krieg und Frieden“, wie die Stadt ankündigt. Wie kann Frieden nach jahrelangen Kämpfen aussehen? Wie verarbeiten Menschen in Kriegsgebieten ihre Gewalt, Repression und Zerstörung? Wie groß ist die Bereitschaft von Konfliktparteien, Zugeständnisse zu machen und aufeinander zuzugehen und wie können internationale Friedensmissionen dabei helfen? Solche und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe.

Öffentliche Podiumsdiskussion

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Juniorprof. Dr. André Krischer

© WWU/privat

Zur öffentlichen Podiumsdiskussion am 17. Oktober um 20 Uhr im Rathausfestsaal werden renommierte Wissenschaftler erwartet: Der israelische Historiker und Direktor des Koebner-Instituts für Deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, Prof. Dr. Moshe Zimmermann, äußert sich zur Beziehung zwischen Israel und Palästina. Die Situation in Nordirland schildert Prof. Krischer vom Exzellenzcluster, der an der Westfälischen Wilhelms-Universität eine Juniorprofessur für die Geschichte Großbritanniens und des Commonwealth innehat. Die Spannungen auf dem Balkan beleuchtet Historiker Prof. Dr. Wolfgang Höpken von der Universität Leipzig. Der spanisch-baskische Konflikt ist Thema von Historiker Prof. Dr. Ludger Mees von der Universität des Baskenlandes in Bilbao. Perspektiven der Friedensforschung zeigt schließlich Politikwissenschaftlerin Dr. Martina Fischer von der Berghof Foundation in Berlin auf. Es moderiert WDR-Journalistin Gisela Steinhauer. Der Eintritt ist frei.

Zu den weiteren Höhepunkten gehörte eine Aufführung des „War Requiem“ im St.-Paulus-Dom von Benjamin Britten zum 70. Jahrestag des ersten Tages-Luftangriffs auf Münster, das am Samstag, 12. Oktober, um 20 Uhr in der Lambertikirche ein zweites Mal aufgeführt wird. Karten gibt es im Vorverkauf in der Münster-Information im Stadthaus 1. Speziell an Schüler richten sich ein Streitschlichtertag und eine Schülerakademie, in der es ebenfalls um Verständigung als mühevollen Prozess zwischen Konfliktparteien geht. Zur ökumenischen Friedensvesper lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen am 24. Oktober um 18 Uhr in die St. Lamberti-Kirche ein. (Stadt Münster/han)