Rund 10.000 auf der MS Wissenschaft in Münster

Engagierte Diskussionen beim „Dialog an Deck“ des Exzellenzclusters

Religionssoziologe Nils Friedrichs diskutiert mit den zahlreichen Besuchern beim „Dialog an Deck“.

Religionssoziologe Nils Friedrichs diskutiert mit den zahlreichen Besuchern beim „Dialog an Deck“.

© bhe

Knapp 10.000 Besucher haben am Wochenende während des Hafenfestes in Münster das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft des Bundesforschungsministeriums besichtigt. Viele zeigten sich von den Mitmach-Exponaten zum Thema Bevölkerungswandel begeistert. Sie erkundeten interaktive Computerstationen zu Religionsvielfalt, Integration und Wanderungsbewegungen sowie neu in der Forschung entwickelte Hilfsmittel für das Leben im Alter. Beim „Dialog an Deck“ des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ am Sonntagvormittag waren fast alle Plätze im weißen Zelt oberhalb der Ausstellung besetzt. Rund 60 Münsteraner diskutierten engagiert über das Thema „Wie denken wir über Menschen anderer Religionen?“.

Ausstellungsschiff MS Wissenschaft in Münster

Ausstellungsschiff MS Wissenschaft in Münster

© bhe

Im Gespräch des Religionssoziologen Nils Friedrichs vom Exzellenzcluster und der Leiterin des Zentrums für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbundes, Viola van Melis, mit den Dialog-Teilnehmern kamen zahlreiche Fragen der aktuellen Religionspolitik zur Sprache, etwa die politische und rechtliche Gleichstellung von Muslimen, die Trennung von Kirche und Staat und die religiösen Hintergründe von gewaltsamen Konflikten.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Nils Friedrichs, der zum Forscherteam des Religionssoziologen Prof. Dr. Detlef Pollack gehört, zentrale Ergebnisse der größten repräsentativen Erhebung zum Thema Religionsvielfalt vorgestellt, die das Team mit TNS Emnid in fünf europäischen Ländern durchgeführt hat. Ausgewählte Fragen der Erhebung konnten die Besucher der MS Wissenschaft am interaktiven Exponat des Exzellenzclusters beantworten und per Touchscreen ihre Haltung zu Andersgläubigen mit der anderer Europäer vergleichen.

Das interaktive Exponat des Exzellenzclusters

Das interaktive Exponat des Exzellenzclusters

© han

Die MS Wissenschaft reist am Montag weiter nach Hamm in Westfalen, wo sie bis Freitag in der Hafenstraße, Höhe „Aktivita“, zu finden ist. Die schwimmende Ausstellung befasst sich in diesem Jahr unter dem Titel „Alle Generationen in einem Boot“ mit dem demografischen Wandel, darunter mit der wachsenden Religionsvielfalt. Sie ermöglicht es Jugendlichen und Erwachsenen, Wissenschaft auf unterhaltsame Weise zu erleben. Der Eintritt ist frei.

Die MS Wissenschaft präsentiert von Mai bis September in 40 deutschen und österreichischen Städten Exponate zum Wissenschaftsjahr 2013 mit dem Titel „Die demografische Chance“. Drei Handlungsfelder stehen im Mittelpunkt: „Wir leben länger, wir werden weniger, wir werden vielfältiger.“ Mit der Ausstellung fördert das Bundesforschungsministerium die Debatte über Herausforderungen und Chancen des Bevölkerungswandels. Auf dem Schiff bringen Wissenschaftler Vorschläge ein, wie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft den Wandel gestalten können. Das schwimmende Science Center ist ein umgebautes Binnenfrachtschiff mit einer Ausstellungsfläche von 600 Quadratmetern. Der Exzellenzcluster zeigt dort auch in einem Film, wie Soziologen eine quantitative Studie zu einem gesellschaftspolitisch sensiblen Thema wie der Haltung gegenüber Andersgläubigen entwickeln. Die MS Wissenschaft wird im Auftrag des Bundesforschungsministeriums von „Wissenschaft im Dialog“ (WiD) konzipiert und umgesetzt. (vvm)