„Ein nahezu revolutionärer Akt“

Zeithistoriker Prof. Großbölting zur Bedeutung des Papstrücktritts

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Prof. Dr. Thomas Großbölting

© Julia Holtkötter

Zum Rücktritt Papst Benedikts XVI. und der historischen Entwicklung des Papstamtes äußert sich Zeithistoriker Prof. Dr. Thomas Großbölting in einem Beitrag für die Webseite www.religion-und-politik.de des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

Der Beitrag

Anfuehrungszeichen

Der Papst tritt Ende Februar zurück. Aus Benedikt XVI. wird wieder Joseph Ratzinger, aus dem Kirchenoberhaupt der Theologe, Priester und Gottesmann. Die Kräfte reichten nicht mehr für die Ausübung des Amtes, so hat der 85-jährige Papst die Welt wissen lassen – und kann sich mit dieser Begründung sicher sein, bei vielen Beobachtern und Kommentatoren auf Verständnis zu stoßen. Nur allzu menschlich ist die Motivation für diesen Schritt: Die Gebrechen und Krankheiten des Alters lassen die Bürde des Amtes und die römischen Intrigen umso schwerer erscheinen. So viel Einsicht und Selbstbescheidung möchte man so manchem Konzernlenker oder Politiker wünschen!

Dieses spontane Verständnis aber rührt allzu sehr aus der Perspektive des Gefühligen, des Menschelnden und verfehlt damit den besonderen Charakter dieses Schrittes. Unabhängig von der Person Benedikts und seines Gesundheitszustandes ist die Abdankung des Papstes ein nahezu revolutionärer Akt in der katholischen Kirche. Dem Rücktritt kommt eine hohe symbolische Tragweite zu, stellt er doch einen Bruch mit dem Verständnis vom Papstamt dar, wie es sich spätestens seit dem 19. Jahrhundert entwickelt hat.

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