Autonomie und Menschenwürde

Neues Buch über die theologischen Wurzeln des modernen Freiheitsdenkens

Buchcover „Autonomie und Menschenwürde“

Buchcover

© Aschendorff Verlag

Mit den theologischen Wurzeln des modernen Freiheitsdenkens befasst sich der neue Sammelband „Autonomie und Menschenwürde“ aus dem Exzellenzcluster. „Autonomie und Menschenwürde sind zentrale Elemente des modernen, menschlichen Selbstverständnisses und Freiheitsdenkens. Sie bilden die Grundlage für ethische Diskurse und Theorien und das Fundament freiheitlicher, demokratischer Rechtssysteme“, erläutert der katholische Theologe und Kirchenhistoriker Prof. Dr. Alfons Fürst vom Exzellenzcluster, der den Band gemeinsam mit dem Theologen Christian Hengstermann herausgegeben hat. „Die Grundgedanken Autonomie und Menschenwürde entwickelten sich in der Neuzeit unter Rückgriff auf Traditionen, die in der abendländischen Geistesgeschichte tief verankert sind.“ Das Buch untersuche diese geistesgeschichtliche Entwicklung von Origenes bis hinein in das 20. Jahrhundert.

Zu den Autoren zählen der Freiburger Moraltheologe Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Mitglied des Deutschen Ethikrates, Mittelalter-Philosoph Prof. Dr. Theo Kobusch von der Universität Bonn und Theologe Prof. Dr. Klaus Müller vom Exzellenzcluster. Der Band beleuchtet, inwiefern führende Denker über Jahrhunderte hinweg von Humanisten wie Giovanni Pico della Mirandola (1463-1494) und Erasmus von Rotterdam (1469-1536) bis hin zu den Philosophen des deutschen Idealismus im 19. Jahrhundert an diesem Prozess beteiligt waren. Einen nachhaltigen, bislang kaum erforschten Einfluss auf das Freiheitsdenken der Neuzeit hatte der antike christliche Theologe Origenes (185-253/54), wie Herausgeber Prof. Fürst hervorhebt. „Seine Überlegungen zur moralischen Autonomie des Menschen und seiner unveräußerlichen Würde als Abbild Gottes wurden im europäischen Humanismus, im Platonismus der Schule von Cambridge und in der klassischen deutschen Philosophie rezipiert und weiter entfaltet.“

Prof. Dr. Alfons Fürst ist Leiter der „Forschungsstelle Origenes“ der Uni Münster und leitet am Exzellenzcluster das Projekt D4 „Bilder von den Anderen. Analysen zur Rhetorik der Gewalt in der Spätantike“. Christian Hengstermann ist Mitarbeiter des Cluster-Projektes A6 „Kantisch-nachkantische Normativität im interkulturellen Menschenrechtsdiskurs“. (han/vvm)


Hinweis: Alfons Fürst, Christian Hengstermann (Hgg.): Autonomie und Menschenwürde: Origenes in der Philosophie der Neuzeit (Adamantiana 2), Münster: Aschendorff-Verlag, 2012. ISBN: 978-3-402-13711-6, 307 Seiten, 42,00 Euro.