Tagung zur Beschneidungs-Debatte

Vorträge von Cluster-Wissenschaftlern an der Hochschule für Jüdische Studien

News-vortraege-zur-beschneigung

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

© Flo Hagena

Die Debatte um die Beschneidung von Jungen ist Thema einer kurzfristig anberaumten Tagung der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS), auf der auch  Wissenschaftler des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Uni Münster sprechen. Rechtswissenschaftler Dr. Bijan Fateh-Moghadam stellt unter dem Titel „Strafrecht und Religion im liberalen Rechtsstaat“ juristische Argumente gegen die Kriminalisierung der Beschneidung vor. Über die Legitimierung und Delegitimierung von Körperzeichen in der Gegenwartskultur spricht Theologe und Historiker Dr. Thomas Lentes in seinem Vortrag „Beschneidung und Tattoo“. Beide äußerten sich auch vielfach in Medien wie der Frankfurter Rundschau, dem ZDF heute journal und der Deutschen Welle zu dem Thema.

Bijan-fateh-moghadam

Dr. Bijan Fateh-Moghadam

© WWU/Grewer

Ein Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen hatte zuletzt eine breite Debatte ausgelöst. Islamische und jüdische Verbände sowie Kirchenvertreter sehen die Religionsfreiheit in Gefahr, nachdem die Richter entschieden hatten, die religiöse Beschneidung von Jungen sei rechtswidrig und strafbar.

News-gastbeitrag-lentes

Dr. Thomas Lentes

© bhe

Zu der Veranstaltung „Beschneidung – Das Zeichen des Bundes in der Kritik“ lädt die Hochschule für Jüdische Studien in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland am kommenden Sonntag, 22.06.2012, von 11 bis 18 Uhr ein. Es sprechen auch der Ägyptologe Prof. Dr. Joachim F. Quack der Universität Heidelberg, der Philosoph und Menschenrechtsexperte Prof. Dr. Heiner Bielefeldt der Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Urologin und Rabbinerin Antje Y. Deusel. Im Anschluss an die Kurzreferate diskutieren Experten aus Gesellschaft, Wissenschaft und Politik.

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg ist eine Einrichtung mit Universitätsrang. Sie wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragen und durch Bund und Länder finanziert. Nach eigenen Angaben ist es das Ziel der HfJS, die deutsche jüdische Gemeinschaft und die Gesellschaft insgesamt mitzugestalten. (ska)

Hinweis: Die Veranstalter bitten um Anmeldung unter ignatz-bubis-lehrstuhl@hfjs.eu.