Religiöse Gewalt in der Frühen Neuzeit

Historiker Dr. Matthias Pohlig spricht über Religionskriege und ihre Rechtfertigung

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Die betrangte Stadt Augspurg“, Stich von 1632

© prometheus

Das 16. und 17. Jahrhundert gelten laut Historiker Dr. Matthias Pohlig als ein Zeitalter besonders häufiger und heftiger religiöser Konflikte. Ob das den Tatsachen entspricht, diskutiert der Münsteraner Juniorprofessor für die Geschichte der Frühen Neuzeit in seinem Beitrag „Religiöse Gewalt im konfessionellen Zeitalter?“ zur Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ am kommenden Dienstag, 31. Mai.

Nach grundsätzlichen Überlegungen zum Begriff der „religiösen Gewalt“ wird Pohlig den Gründen für religiöse Konflikte in der Frühen Neuzeit nachspüren, etwa denen des Dreißigjährigen Krieges. Außerdem stellt er verschiedene Typen von christlichen Argumentationsmustern vor, mit denen die Menschen im 16. und 17. Jahrhundert religiöse Gewalt rechtfertigten. „Biblische Texte, deren theologische Auslegung und das politische Handeln wurden vergleichsweise beliebig miteinander verknüpft“, erläutert Pohlig. Der Historiker wird auch darauf eingehen, welche unterschiedlichen biblischen Deutungsmuster die christlichen Konfessionen für die Legitimation von Gewalt heranzogen.

Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ beschäftigt sich im Sommersemester mit dem Thema „Religion und Gewalt – Erfahrungen aus drei Jahrtausenden Monotheismus“. Zu Wort kommen Vertreter unterschiedlicher Disziplinen wie Historiker, Germanisten, Theologen und Religionswissenschaftler. Die öffentlichen Vorträge mit anschließender Diskussion finden dienstags ab 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22 statt. (arn)