Gesucht: Exponate zur Chile-Solidaritätsbewegung

Ausstellung von Cluster und Stadtmuseum erinnert an Hilfen von Münsteranern während der chilenischen Militärdiktatur

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Spendensammelbüchse vom „Initiativkreis Solidarität mit Chile“

© Stadtmuseum Münster, Tomasz Samek

Eine Ausstellung zur Münsteraner Solidaritätsbewegung für Chile während der Militärdiktatur der 70er und 80er Jahre planen das Stadtmuseum und der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. Die Veranstalter suchen noch Originalgegenstände aus der Zeit, die das Engagement von Münsteranern für Chile verdeutlichen, vor allem aus dem Umfeld des damaligen „Initiativkreises Solidarität mit Chile“. Die Ausstellung „Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)“ wird vom 5. November 2011 bis 18. März 2012 im Stadtmuseum zu sehen sein.

Gesucht werden Fotos, Plakate, Flugblätter, „Soli“-Buttons, Postkarten oder andere Originale aus der Szene der Chile-Unterstützer, wie Lateinamerika-Historikerin Prof. Dr. Silke Hensel vom Exzellenzcluster erläutert. „Wir suchen Stücke, die einen konkreten Einblick in die Solidaritätsbewegung zur Zeit der Pinochet-Diktatur geben – sowohl aus Münster als auch überregional.“ Gefragt sind auch Gegenstände wie Sammelbüchsen, chilenische Wandbehänge aus Stoff oder Schmuckstücke und Kunsthandwerk, die Chilenen gefertigt haben und damals von der Initiative in Münster verkauft wurden.

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Prof. Dr. Silke Hensel

„Als das Militär unter General Pinochet im September 1973 putschte, ging die Nachricht über die Inhaftierung, Verschleppung und Ermordung tausender Anhänger der gestürzten Allende-Regierung um die Welt“, erläuterte Prof. Hensel. Dies habe eine Welle der Solidarität mit den Opfern ausgelöst, „auf ganz besondere Weise auch in Münster“.

Um Solidarität mit den Chilenen praktisch umzusetzen, schlossen sich im Jahr 1973 die Evangelische und Katholische Studentengemeinde, der Allgemeine Studentenausschuss der Universität, Parteien, Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Gruppen in Münster zum „Initiativkreis Solidarität mit Chile“ zusammen.  

„Die Initiative informierte damals die Bevölkerung über die Ereignisse in Chile und versuchte, auf die offizielle deutsche Politik einzuwirken. Eine weitere wichtige Aufgabe war das Einwerben von Spenden“, so Hensel. Mit mehr als 100.000 Mark pro Jahr unterstützte die Münsteraner Initiative laut der Historikerin das Solidaritätsvikariat in Chile zur Verteidigung der Menschenrechte, ebenso wie „Chile Democrático“, eine Exilorganisation von Chilenen in Rom.

Prof. Dr. Silke Hensel organisiert die Ausstellung gemeinsam mit der Leiterin des Stadtmuseums Münster, Dr. Barbara Rommé, und Cluster-Historikerin Barbara Rupflin. Hinweise auf Originale zur Chile-Solidaritätsbewegung nimmt Barbara Rupflin telefonisch unter 0251-83 23251 oder per Mail (rupflin@uni-muenster.de) entgegen. Die Historikerinnen Prof. Dr. Silke Hensel und Barbara Rupflin forschen im Cluster-Projekt D10 „Zwischen Unterstützung autoritärer Regime und Verteidigung der Menschenrechte. Die katholische Kirche in Chile und Argentinien während der Militärdiktaturen der 1970er und 1980er Jahre“. (han/vvm)