Zwischen Gewalt und Legitimation

Historiker Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer spricht über die Grundlagen der nationalsozialistischen Herrschaft

Ank _ndigung Rvl Thamer G

Adolf Hitler und Paul von Hindenburg am 21. Juli 1933, dem "Tag von Potsdam"

© Bundesarchiv/Wikipedia
Wie die Nationalsozialisten ihre Macht mit Gewalt durchsetzten und zugleich als legitim darstellten, schildert der Historiker Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer in seinem Beitrag zur Ringvorlesung „Rituale der Amtseinsetzung“. „Legitimation durch Inszenierung. Stufen der nationalsozialistischen Machtdurchsetzung und Selbstdarstellung“ ist der Vortrag überschrieben. Er beginnt am Dienstag, 5. Januar, um 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22.

Laut Thamer erlangen moderne Diktatoren durch Revolutionen oder gewaltsame Umstürze ihre Macht, nicht durch eine förmliche Amtseinsetzung. Das nationalsozialistische Regime sei aber nicht ohne den „Schein der Legitimation“ ausgekommen. Politische Inszenierungen hätten dazu gedient, die Einheit von Führer und Volksgemeinschaft zu behaupten; und der Reichspräsident Paul von Hindenburg habe Adolf Hitler am 30. Januar 1933 scheinbar verfassungskonform zum Reichskanzler berufen. „Doch das war nur das Signal für einen revolutionären Prozess der Machteroberung, der in einen dauernden Ausnahmezustand und in die Auflösung fast aller institutionalisierten Politikformen mündete“, betont Hans-Ulrich Thamer. Der Historiker wird in seinem Vortrag die Mechanismen der nationalsozialistischen Herrschaft beschreiben und auf den Zusammenhang von „Improvisation und totalitärem Machtanspruch, von Zustimmung und Verfolgung“ eingehen. (arn)