WWU-Statements

Warum haben wir uns für Open-Access entschieden?

Viele Wissenschaftler*innen der WWU haben bereits von einem unserer Angebote zum offenen Publizieren Gebrauch gemacht. Hier kommen einige von ihnen zu Wort.

Im Rahmen meiner interdisziplinär angelegten Abschlussarbeit "Die sprachliche Behandlung der Geschlechter in deutschen und französischen Wahlprogrammen zur Europawahl 2019. Eine gender- und politologische Untersuchung" konnte ich erforschen, welche Haltungen deutsche und französische Parteien in der Diskussion um eine vermeintlich geschlechtergerechte Sprache einnehmen und wie konsequent gendersensible Formulierungen in den jeweiligen Wahlprogrammen zur Europawahl 2019 zum Einsatz kamen. Nachdem mir mein Betreuer vorschlug, mich bei der Publikation der Arbeit zu unterstützen, erschien uns das Open-Access-Angebot auf dem Dokumentenserver miami als die optimale Lösung: Nicht nur war es auf diese Weise überhaupt möglich, eine philologische Bachelorarbeit zu veröffentlichen (andere Publikationsmodelle hätten dies womöglich nicht zugelassen), sondern zugleich ermöglichte das Konzept, die aktuellen Forschungsergebnisse aus dem Querschnitt von Genderlinguistik und Politikwissenschaft ohne großen Aufwand an die (nicht nur akademische) Öffentlichkeit weiterzugeben. Open Access kann somit eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema beschleunigen, gerade dann, wenn die Anzahl der Beiträge auf dem Forschungsfeld – wie in meinem Fall – noch sehr überschaubar ist. Ein großer Dank gilt dem Team der ULB Münster, das bei jedem Schritt der Open-Access-Publikation wertvolle Unterstützung geleistet hat.
Sebastian B. H. Vedder
Masterstudent, Romanisches Seminar der WWU

"Die sprachliche Behandlung der Geschlechter in deutschen und französischen Wahlprogrammen zur Europawahl 2019 : Eine gender- und politolinguistische Untersuchung"

Unser Publikationsprojekt "'So will ich dir Gruß aus weiter Ferne schicken.' Feldpost des westfälischen Landsturmmanns Heinrich Echtermeyer, 1916-1918" basiert auf den Forschungen und Analysen von Studierenden der Geschichtswissenschaft an der Universität Münster. Über die Open-Access-Publikation wollen wir nicht nur die Sichtbarkeit und Reichweite der Autorinnen und Autoren erhöhen, sondern ebenso die Relevanz studentischer Beiträge – sowohl online als auch gedruckt – unterstreichen.
Dr. Alexander Kraus, Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation Wolfsburg
Fabian Köster, M. A., Universität Münster

"'So will ich dir Gruß aus weiter Ferne schicken.' Feldpost des westfälischen Landsturmmanns Heinrich Echtermeyer, 1916-1918"

Ich wollte im Juli 2020 an der Universität Wien im Zuge eines Forschungsprojektes einen internationalen Kongress "Music and Synesthesia" durchführen, der leider wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Zumindest der Kongressbericht mit Abstracts der Referenten wurde veröffentlicht: gedruckt und Open Access. Besonders die Open Access-Variante war für diese Veröffentlichung bestens geeignet, da sich jeder Referent – zwischen Melbourne und San Francisco – die PDF problemlos und kostenfrei herunterladen und den Link an interessierte Personen weiterleiten konnte. Die von mir gewählte Form der hybriden Publikation innerhalb der Reihe der Wissenschaftlichen Schriften der WWU Münster war für diesen Kongressbericht die schnellste und unkomplizierteste Form von Wissensverbreitung. Wer lieber in einem Buch blättern möchte, kann es sich ja trotzdem kaufen. Auch für drei weitere Bücher, die aus dem Forschungsprojekt resultierten – "Synaesthesia: Opinions and Perspectives", "Gemalte Musik" und "Synesthesia: The Synthesis of Arts in World Art Culture" – habe ich diese Form der Veröffentlichung und auch die Wissenschaftlichen Schriften der WWU gewählt.
Dr. Jörg Jewanski,
Musikhochschule Münster

"Music and Synesthesia : Abstracts from a Conference in Vienna, scheduled for July 3–5, 2020"
"Synaesthesia: Opinions and Perspectives"
"Gemalte Musik"
"Synesthesia: The Synthesis of Arts in World Art Culture"

Da meine Dissertation zum Thema der E-Government-Kompetenzen und deren Vermittlung mittels eines Planspiels eine hohe Praxisrelevanz hat, war es mir wichtig, das, was ich erforscht habe, auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sodass auf diesem Wege Wissen aufgebaut und weitergeforscht werden kann. Genau das ist es nämlich, was Wissenschaft ausmacht: der gegenseitige Austausch und das Lernen voneinander. An die Aneignung von Wissen sollte kein Betrag geknüpft sein, sondern es sollte jeder/m zugänglich sein! Auch ich selbst habe von Open-Access-Publikationen während des Forschungsprozesses profitiert, indem ich mir viele der benötigten Veröffentlichungen ganz einfach über die ULB digital beschaffen konnte. War dies nicht der Fall, so war es häufig ein umständlicher und langwieriger Weg, an die benötigten Veröffentlichungen zu kommen. Ich kann nur jeder/m raten, die/der darüber nachdenkt, ihre/seine Forschungsergebnisse mittels Open Access zu veröffentlichen, dies auch zu tun! Die ULB bietet zudem eine großartige Unterstützung im gesamten Prozess!
Dr. Nadine Ogonek,
Westfälische Provinzial Versicherung AG Münster

"Imparting Electronic Government Competences : Requirements, Concepts, and Tools"

Der freie Zugang zu Forschungsarbeiten mit dem Thema Frühe Neuzeit ist sehr zu begrüßen, ist das multidisziplinäre Forschungsfeld doch kaum überschaubar und von vernetzter internationaler Qualität. Speziell für den Band "[...] damit sich der Leser, gleich wie ich itzt thue, entferne der Thorheit und lebe in Rhue" (2020) und sein Hauptthema Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen bedeutet Open Access die Möglichkeit des gezielten Informationszugriffs für die über den gesamten Erdball verstreute Barockforschung über die Grenzen von Ländern und Kontinenten hinaus. Die redaktionelle Endphase des Bandes fiel mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zusammen — ein Menetekel, wünscht man sich doch auch für andere neu erschienene Forschungsarbeiten zur Frühen Neuzeit freien Zugriff im Netz, unabhängig von verkürzten Öffnungszeiten und Nutzungsbeschränkungen derjenigen Institutionen, die Informationen bereitstellen.
Prof. Dr. Hans Joachim Jakob,
Universität Siegen

"[...] damit sich der Leser, gleich wie ich itzt thue, entferne der Thorheit und lebe in Rhue"

Die Zeitschrift "Textpraxis. Digitales Journal für Philologie" erscheint zweimal im Jahr online und kostenfrei, sowohl für LeserInnen als auch für AutorInnen.
Für uns war die Entscheidung, Open Access zu publizieren, eine wissenschaftspolitische, aber auch eine, die mit dem Design unserer Zeitschrift zusammenhängt. Wir verfolgen dabei ein demokratisches Wissens- und Wissenschaftsmodell, das Zugänge zu Bildung und Fachdiskursen ermöglicht, unabhängig von institutioneller Anbindung und den finanziellen Ressourcen unserer RezipientInnen. Gleichzeitig wollen wir gerade NachwuchswissenschaftlerInnen kostenfreie Publikationsmöglichkeiten bieten. Diese Möglichkeiten stellt das Internet als Medium prinzipiell zur Verfügung. Es ist hier möglich, einen einfachen, internationalen Wissenstransfer herzustellen und gleichzeitig eine Diskussionsplattform anzubieten, die AkteurInnen aus unterschiedlichen Hintergründen und akademischen Kulturen zusammenbringen kann. Dazu dienen auf unserer Seite vor allem die Kommentarfelder und die Option, mit Repliken auf Texte zu antworten. Auch inhaltlich ist der offene Zugang zu unseren Inhalten und Diskussionen von großer Bedeutung, da wir neben unseren thematischen Säulen "Theorie" und "Gesellschaft" auch "Praxis" als Themenfeld adressieren. Entsprechend müssen auch Menschen ohne Uni-Verbindungen, die dafür aber in der 'Praxis' tätig sind, unsere Inhalte erreichen können. Insgesamt steht Textpraxis also für eine offene, internationale Wissenschaftskultur, die auf den gleichberechtigten Austausch unterschiedlicher AkteurInnen setzt. Und dafür steht unserer Auffassung nach Open Access.
Redaktion der Zeitschrift
"Textpraxis. Digitales Journal für Philologie"

Textpraxis. Digitales Journal für Philologie

Das Open-Access-Angebot auf dem Dokumentenserver miami ist für uns eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Proceedings unserer alljährlichen Conference on Biomolecular Analysis zu veröffentlichen. Der Server wird fantastisch geführt, und die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen ist exzellent.
Prof. Simone König,
IZKF Core Unit Proteomics

"Münster Conference on Biomolecule Analysis : Proceedings"

Mit der Schriftenreihe "Wissenschaftliche Schriften der WWU" und dem miami-System bietet die ULB Münster sowohl analog als auch digital ausgezeichnete Voraussetzungen für Veröffentlichungen im Open-Access-Format. Der Leitfaden "Kunst und Recht" ist keine fachwissenschaftliche Abhandlung, vielmehr richtet er sich unmittelbar als praxisnahe Orientierungshilfe an Kunstschaffende, die über keine kunstrechtlichen Vorkenntnisse verfügen. Diesen Zweck kann die Publikation nur erfüllen, wenn möglichst viele Kunstschaffende von einem möglichst uneingeschränkten Zugang profitieren können. Open Access ist hier das ideale Format – kostenlos und einfach zugänglich für alle Interessierten und Ratsuchenden.
Open Access kann Wegbereiter sein hin zu einer Wissenschaft, die sich ganz in den Dienst der Gesellschaft stellt, über die sie und für die sie in vielen verschiedenen Bereichen forscht und publiziert. Das Internet bietet revolutionäre Möglichkeiten, um dem Traum vom gemeinnützigen und freien Wissen ein gutes Stück näher zu kommen. So wirke ich in meiner Kooperation mit Verlagen stets auf eine Veröffentlichung als Open Access hin und führe im Peter Lang Verlag eine eigene Open-Access-Schriftenreihe im IT-Recht. Außerdem publiziere ich wissenschaftliche Aufsätze und Abhandlungen frei zugänglich in meinem Publikationsverzeichnis auf der Internetseite des ITM.
Open Access ist für unsere Wissenschaftler durch eine höhere Reichweite und Zitierquote wie auch für Rezipienten durch einen einfachen Zugang zu Wissen, das nach wissenschaftlichen Maßstäben zusammengetragen wurde, sehr vorteilhaft. Open Access beschleunigt auch rechtswissenschaftliche Forschung – das Wissen, das ein Rechtswissenschaftler auf diesem Wege veröffentlicht, steht unmittelbar danach für Leser, insbesondere für andere Forschende auf der ganzen Welt zur Verfügung.
In einer freien Welt des Wissens sind nachhaltige und qualitätsorientierte Verlage unverzichtbar. Glücklicherweise besteht heutzutage eine von Verlagen wie auch von wissenschaftlichen Institutionen entwickelte und getragene digitale Infrastruktur und wir erleben eine zunehmende Bereitschaft von Verlagen, Open-Access-Geschäftsmodelle zu etablieren.
Für viele Publikationen, auch für unseren Leitfaden "Kunst und Recht", verfehlen herkömmliche Publikationsmodelle vorrangige Zwecke der Veröffentlichung: Im Gegensatz zu einer kostenpflichtigen Zugänglichmachung kann Wissen hier unabhängig von Standort und finanzieller Kapazität des Rezipienten abgerufen werden. Wissen wird damit unabhängig von der Frage, ob eine Institution oder der Einzelne sich den Zugang zu diesem Wissen leisten kann. Ein Druckwerk in einem Bibliotheksregal kann ohnehin nicht mit der Reichweite und der kontinuierlichen Abrufbarkeit eines Open-Access-Dokuments mithalten.
Prof. Dr. Thomas Hoeren,
Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht

"Kunst und Recht : Leitfaden für Künstlerinnen und Künstler"

Als Mitherausgeberin der Zeitschrift für Kulturwissenschaften halte ich die nicht-kommerziellen, öffentlichen Open-Access-‌Dienste der ULB Münster für eine wichtige und wertvolle Ergänzung der Print-Ausgabe der Zeitschrift.
Prof. Dr. Elisabeth Timm,
Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie der WWU

Zeitschrift für Kulturwissenschaften

Eine Veröffentlichung über Open Access ermöglicht es mir, einen größeren Personenkreis zu erreichen, als es über die alleinige Print-Veröffentlichung möglich wäre. Daher habe ich mich bei der Veröffentlichung meiner Dissertation "Die Schiedsperson nach § 73b Abs. 4a SGB V: Einsetzung, Verfahren, Schiedsspruch" für ein hybrides Publizieren entschieden und dabei das Angebot der WWU Münster zur Veröffentlichung in der Schriftenreihe genutzt. Durch die umfassende und professionelle Unterstützung des kompetenten Teams der Schriftenreihe hat das Veröffentlichen schnell und unkompliziert geklappt. Ich würde jedem die Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse in der Schriftenreihe unter Nutzung von OpenAccess weiterempfehlen!
Dr. Laura Eckerth,
Rechtsreferendarin

"Die Schiedsperson nach § 73b Abs. 4a SGB V: Einsetzung, Verfahren, Schiedsspruch"

Es hat mich sehr gefreut, meine jüngste Publikation als Open-Access-Quelle veröffentlichen zu können. Grundsätzlich halte ich es für wichtig, Forschungsergebnisse kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Inhalt der Geldbörse darf niemanden daran hindern, aktuelles Wissen zu erwerben. Diese soziale Komponente sollte bei der Debatte über den Nutzen von Open Access stets im Mittelpunkt stehen. Darüber hinaus ist es sehr praktisch, sich im Rahmen eines Forschungsprozesses mit ein paar Mausklicks essenzielle Quellen, die nicht immer in jeder (erreichbaren) Bibliothek vorrätig sind, beschaffen zu können. Letzteres gilt nicht zuletzt für ein junges Forschungsfeld – in meinem Fall die "Metal Studies": Open Access kommt demnach der Qualität der Wissenschaft zugute, da Austauschprozesse zwischen Forschenden enorm erleichtert werden.
Dr. André Krause,
Zentrum für Niederlande-Studien

Veröffentlichungen von Dr. André Krause auf dem Publikationsserver miami

Zum einen hat uns der sehr kurze Prozess von der Fertigstellung des Manuskripts bis zur Veröffentlichung dazu bewogen, den Band "SMS, WhatsApp & Co." in einer Open-Access-Lösung zu publizieren.
Zum anderen hat sich auch das Thema des Sammelbands hierfür angeboten: Unsere Kommunikationswege haben sich in den Zeiten des mobilen Internets grundlegend verändert und damit auch die Möglichkeiten der digitalen Publikation. In den vergangenen Monaten habe ich immer wieder die Rückmeldung bekommen, dass der Band von Studierenden schnell gefunden wird und dass die Open-Access-Publikation ihren Recherche- und Arbeitsweisen entspricht.
Dr. Katharina König,
Germanistisches Institut

"SMS, WhatsApp & Co. : Gattungsanalytische, kontrastive und variationslinguistische Perspektiven zur Analyse mobiler Kommunikation"

Open-Source-Publikationen bieten eine einzigartige Möglichkeit qualitativ hochwertige Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Als Herausgeber einer fachwissenschaftlichen Open-Source-Schriftenreihe SuN, schätzen wir vor allem die Flexibilität, den offenen Zugang und die große Reichweite von Open Source.
Durch Open Source werden Zugangsschranken zu qualitativ hochwertigem, wissenschaftlichem Wissen abgebaut. Auf diese Weise wird dieses Wissen nicht nur dauerhaft verfügbar gehalten, sondern auch demokratisiert.
Benjamin Görgen und Björn Wendt,
SuN-Herausgeber

Soziologie und Nachhaltigkeit – Beiträge zur sozial-ökologischen Transformationsforschung (SuN)

Der in der Wissenschaft zu beobachtende Trend hin zu Open-Access-Publikationen ermöglicht es, dass man leichter, schneller und kostengünstiger Einblicke in die Forschungsresultate anderer Autorinnen und Autoren erhält. Diese Entwicklung ist zweifelsohne überaus positiv zu bewerten, daher haben auch wir am Zentrum für Niederlande-Studien uns dafür entschieden, unsere Veröffentlichungen fortan direkt online zugänglich zu machen. Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv, auch durch die Unterstützung der ULB Münster.
Dr. Markus Wilp,
Zentrum für Niederlande-Studien

Veröffentlichungen des Zentrums für Niederlande-Studien auf dem Publikationsserver miami

Wissenschaft basiert wesentlich auf fachspezifischen wie interdisziplinären Diskursen. Open-Access-Publikationen leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag, da sie neueste Forschungsergebnisse mit großer Aktualität bereitstellen. Für die international orientierte Forschung stellen Open-Access-Angebote darüber hinaus sicher, dass die Publikationen weltweit zugänglich und auch an Orten gelesen werden können, die abseits der üblichen Wege der Buchdistribution liegen.
Ein weiterer bedeutender Vorteil einer Open-Access-Publikation ist, dass sie kostenfrei abgerufen werden kann. Für mich ist sie damit das geeignete Medium, um besonders auch die Resultate drittmittelfinanzierter Forschung, die in vielen Fällen bereits durch staatliche Mittel subventioniert ist, der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Davon profitieren national wie international auch solche Nutzer, die aufgrund ihrer ökonomischen Situation nicht in der Lage wären, eine konventionelle Buchpublikation zu erwerben. Für die ethnomusikologische Forschung ist das ein wichtiger Punkt.
Beide Aspekte wie auch die gute Auffindbarkeit von Open-Access-Publikationen im WWW sowie die in vielerlei Hinsicht komfortable Nutzung von PDF-Dokumenten haben wesentlich zur Entscheidung beigetragen, die traditionsreiche Publikationsreihe Schriften zur Musikwissenschaft aus Münster | Writings in Musicology from Münster als Reihe XXVI der "Wissenschaftlichen Schriften der WWU Münster" fortzusetzen. Der aktuell erschienene Band 25, Judith I. Haugs paradigmatischer Monographie zum Thema "Ottoman and European Music in ʿAlī Ufuḳī ’s Compendium, MS Turc 292: Analysis, Interpretation, Cultural Context", setzt die Möglichkeiten der Open-Access-Publikation konsequent um. Bibliophile Leser erfreut darüber hinaus die Möglichkeit, den Titel zusätzlich als Print-Ausgabe erwerben zu können.
Prof. Dr. Ralf M. Jäger,
Institut für Musikwissenschaft

"Schriften zur Musikwissenschaft aus Münster | Writings in Musicology from Münster"
"Ottoman and European Music in ʿAlī Ufuḳī ’s Compendium, MS Turc 292: Analysis, Interpretation, Cultural Context"

Publikationsserver wie miami ermöglichen es unter anderem, mithilfe von Arbeitspapieren, Kongressberichten und hausinternen Reihen zeitnah über Verlauf und Stand individueller Forschungsarbeiten zu informieren und darüber hinaus die Arbeitsschwerpunkte von Forschergruppen und Arbeitseinheiten zu dokumentieren. Diese Funktion kam in der Vergangenheit insbesondere der "grauen Literatur" zu, deren Print-Auflagen in der Regel jedoch meist klein waren und eine entsprechend geringe Reichweite besaßen.
Auch Kongressberichte sollten einen schnellen Umschlag aktueller Informationen ermöglichen, können dies als Print-Versionen jedoch zumeist nicht leisten (sehr häufig übersteigen die Druckauflagen von Kongressberichten die Anzahl der Tagungsteilnehmer nur unwesentlich). Publikationsserver können dies sehr wohl: Als wir 2004 erstmals einen Kongressbericht auf miami einstellten ("Berufsfelder der Rechtspsychologie"), lag die Zahl der Volltextzugriffe nach wenigen Jahren im hohen fünfstelligen Bereich. Auch einige später in miami eingestellte Texte hatten hohe bis sehr hohe Zugriffszahlen.
Die "Berichte aus der Arbeitseinheit Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie" sind letztmalig 2012 erschienen. Da in unregelmäßigen Abständen bis heute einzelne Berichte nachgefragt werden, haben sich die Digitalen Dienste der ULB Münster auf Anfrage freundlicherweise bereit erklärt, in Kooperation mit der Institutsbibliothek Psychologie die vorhandenen Präsenzexemplare zu digitalisieren und in miami einzustellen, so dass seit Juli 2019 der direkte Zugriff auf alle 35 Berichte dieser Reihe möglich ist.
Prof. a. D. Dr. Wolfgang Bilsky,
Institut für Psychologie

"Berufsfelder der Rechtspsychologie"
"Berichte aus der Arbeitseinheit Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie"

 

Seit einigen Jahren bietet das Studium im Alter seinen Studierenden mehrsemestrige Seminare Forschenden Lernens an. In diesen Seminaren erforschen die Studierenden als Citizen Scientists selbstgewählte Themen der Lokal- und Regionalgeschichte, etwa zum Umgang mit dem Nationalsozialismus in Westfalen nach 1945, zum Ersten Weltkrieg oder auch zu westfälischen Geschlechtergeschichte(n). Open Access, das Teilen und damit das Vermehren von Wissen, sind ein zentrales Prinzip von Citizen Science; allein schon aus diesem Grund lag für die Projekte eine Veröffentlichung über miami auf der Hand. Hinzu kamen weitere Vorteile: Die exzellente Betreuung durch das Team des ServicePunkts Digitale Dienste, die Schnelligkeit und vor allem die Reichweite der Veröffentlichung. Weltweit sind die Ergebnisse nun 24 Stunden am Tag für jedermann zugänglich. Die Klicks auf unsere Veröffentlichungen und Rückmeldungen, die uns erreichen, bestärken uns, dass wir auf diesem Weg mehr Leserinnen und Leser erreichen und Feedback erhalten als mit der alternativen Publikationsmöglichkeit, dem klassischen Sammelband. Die Studierenden schätzen zudem die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse zusätzlich an weiteren geeigneten Stellen, etwa in lokalen oder regionalen Geschichts-Zeitschriften, veröffentlichen zu können. Und natürlich ist da auch noch das Argument der Kosten. Denn die Kosten, die für die Publikation eines Sammelbandes anfallen würden, sprengen das Budget, das uns für solche Projekte zur Verfügung steht, und der Kaufpreis eines solchen Buches schließt viele Leserinnen und Leser aus oder schreckt sie ab.
Dr. Veronika Jüttemann,
Kontaktstelle Studium im Alter

Veröffentlichungen der Kontaktstelle Studium im Alter auf dem Publikationsserver miami

Open Access verbessert die Zugänglichkeit von Texten immens: Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet heute in den Geisteswissenschaften vor allem das Konsultieren zahlreicher Forschungsliteratur. Ob einem ein Beitrag, den man nur dem Titel nach recherchiert hat, für die eigene Arbeit tatsächlich etwas bringt, merkt man erst, wenn man den Weg in die Bibliothek auf sich genommen, dort das Buch gesucht, entliehen und an die Arbeitsstelle geschleppt hat (oft zusammen mit einer ganzen Herde von Artverwandten). Onlinezugriffe ermöglichen dagegen ein zeitnahes, schnelles und einfaches Arbeiten – und wenn man dann mit dem Titel etwas anfangen kann, kann man das Buch immer noch klassisch entleihen und damit arbeiten.
Unser Band "Bilder vom Mittelalter" hat verschiedenste Artikulationsformen des "Mittelalters" in der Breitenkultur zum Gegenstand und beleuchtet diese aus der Perspektive zahlreicher Fächer. Er richtet sich daher nicht nur an Mediävisten und Kulturwissenschaftler unterschiedlicher Richtungen, sondern auch an interessierte Laien und Berufspraktiker. Ein Buch, das an so vielen Diskursen zugleich teilhat und seinen Gegenstand einem neuen, teils ungewohnten Blick unterzieht, wäre bei einem etablierten Verlag nicht nur schwer zu platzieren gewesen, sondern dort auch für die außeruniversitären Kreise, die an seinen Ergebnissen interessiert sein könnten, mehr oder weniger unsichtbar und unerreichbar gewesen. Open Access will den Profis die Forschung nicht "wegnehmen", sondern ihre Deutungshoheit auf den Prüfstein einer mündigen Öffentlichkeit stellen – zum beiderseitigen Gewinn.
Dr. Christian Peters, Studienreferendar in Dortmund
Tobias Enseleit, Promovend der WWU

"Bilder vom Mittelalter : Vorstellungen von einer vergangenen Epoche und ihre Inszenierung in modernen Medien"

Öffentlich finanzierte Forschung gehört vom Grundsatz her der Öffentlichkeit, die sie finanziert, und sollte dieser ohne weitere Kosten oder Hürden zur Verfügung stehen. Menschen, die nur wenig Geld haben oder weit entfernt von einer gut ausgestatteten Unibibliothek leben, werden durch den derzeit üblichen geisteswissenschaftlichen Publikationsbetrieb strukturell benachteiligt. Wenn Open-Access-Angebote durch wissenschaftliche Einrichtungen betreut werden, kann auch der oft vorgebrachte Einwand, dass Verlage und Reihen unverzichtbare Bewertungs- und Filterinstanzen darstellen, entkräftet werden. Ich habe mich bei meiner Dissertation "Mythologie und Politik", die sich mit der politischen Instrumentalisierung fiktionaler lateinischer Literatur im 15. Jahrhundert befasst, bewusst für ein hybrides Publikationsformat mit freiem Zugang entschieden. In einem "Orchideenfach" wie der Mittel- und Neulateinischen Philologie, das sich an der Schnittstelle zahlreicher geisteswissenschaftlicher Disziplinen befindet, erschließt sich durch Open Access ein breiteres und vielfältigeres Publikum, als es mit klassischen Buchpublikationen in den einschlägigen Verlagen und Reihen möglich wäre.
Dr. Christian Peters,
Studienreferendar in Dortmund

"Mythologie und Politik : die panegyrische Funktionalisierung der paganen Götter im lateinischen Epos des 15. Jahrhunderts"

Open Access halte ich für sehr wichtig!
Open Access bietet einen einfachen und unkomplizierten Zugang zu Wissen: Man spart viel Zeit gegenüber der Beschaffung der Quellen auf anderen Wegen und auch Geld und trägt damit direkt zur Qualität von Forschungsprojekten bei, insbesondere, wenn sie ohne Stipendium durchgeführt werden.
Open Access trägt somit direkt dazu bei, Forschungsprojekte zu erleichtern und zum Ende zu bringen. Der niedrigschwellige Zugang transportiert Erkenntnisse von Wissenschaftlern, was die Rezipienten zu neuen Überlegungen und Erkenntnissen inspiriert und somit der gesamten Wissenschafts-Community nützt. In der Konsequenz wird so die Qualität der Praxis erweitert und verbessert.
Open Access ermöglicht die Fokussierung auf bestimmte Aspekte einer Forschungsarbeit: Nicht das gesamte Werk muss erworben werden, sondern einzelne Aspekte können je nach Interesse des Lesers eingesehen werden. Dies mag der Verbreitung von Erkenntnissen dienen, wenn die Veröffentlichungen komplex und vielschichtig sind.
Dr. Ruth Liesert,
Musiktherapeutin in Hamburg

"Vom Symptom zum Gefühl : Guided Imagery and Music für stationäre Psychosomatik"

Als Herausgeber von Neuausgaben sog. "alter" Musik (in meinem Fall Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert) hat man es mit zwei grundsätzlich verschiedenen, weltweit verstreuten Interessensgruppen zu tun: Zum einen ist da die wissenschaftliche Fachcommunity, deren Interesse vor allem einer textkritischen Quellenedition gilt, zum anderen sind dort viele praktisch ausübende Musiker, die aus dem bereitgestellten Notenmaterial musizieren möchten und damit der geschriebenen Musik zu ihrem eigentlichen Zweck verhelfen möchten: dass sie erklingt.
Beiden Interessen gleichzeitig wird man bei einer gedruckten Publikation nur selten gerecht werden können, denn kaum ein Musikverlag kann eine solche Publikation wirtschaftlich vertretbar in sein Programm aufnehmen, zumal, wenn es sich um Werke von weniger bekannten Komponisten handelt. Insofern ist für mich eine reine Open-Access-Publikation wie bei der "Edition Papier.Klänge" der ULB ebenso wie die hybride Publikationsweise der "Wissenschaftlichen Schriften der WWU" als Kombination von Open Access und kostengünstiger gedruckter Publikation on demand ideal: Die praktischen Musiker können aus den Open Access bereitgestellten Noten ohne rechtliche Probleme musizieren, während die Fachwissenschaftler sowohl auf die online verfügbare als auch die gedruckte Ausgabe zurückgreifen können. Und das Konzept geht auf: Bei meiner Edition von Johann Crügers Geistlichen Kirchen-Melodien erreichten wir einen sehr hohen Absatz der Druckausgabe, der durch die über 3.000 Downloads der elektronischen Version eher befördert als vermindert wurde. Eine solch erfreuliche, weltweite Resonanz ist nur durch Open Access zu erreichen!
Burkard Rosenberger,
Universitäts- und Landesbibliothek Münster

"Edition Papier.Klänge"
"Johann Crügers 'Geistliche Kirchen-Melodien' (1649) : textkritische Edition"

Für mich ist Open-Access-Publizieren eine Selbstverständlichkeit, und ich bin sehr froh, durch die Services der Schriftenreihe einen unkomplizierten Weg zu mehr Sichtbarkeit für meine Dissertation "Die Ordnungen der Literaturwissenschaft" gefunden zu haben. Meine Arbeit ist fächerübergreifend ausgerichtet und Open Access ist der beste Weg um sicherzustellen, dass Forschungsergebnisse auch außerhalb der engeren Fachkreise wahrgenommen werden.
Dr. Christina Riesenweber,
Alumna der WWU, jetzt FU Berlin

"Die Ordnungen der Literaturwissenschaft : Selbstbeschreibungen einer Disziplin 1990–2010"

Durch Open Access kann ich meine Forschung weltweit sichtbar und zugänglich machen. Das ist für mich besonders wichtig, da ich mit Wissenschaftlern aus Ländern zusammenarbeite, in denen Closed-Access-Literatur nicht umfassend verfügbar ist.
Open Access macht meine Forschung auch außerhalb der wissenschaftlichen Community sichtbar. So wird Bewusstsein und Akzeptanz der Gesellschaft für die Wissenschaft geschaffen.
Prof. Dr. Joachim Jose,
Pharmazeutische und Medizinische Chemie

Veröffentlichungen von Prof. Dr. Joachim Jose auf dem Publikationsserver miami