Wachstum interdisziplinär denken: Neuer gemeinsamer Beitrag von fünf ZIN-Mitgliedern erschienen

Ausgehend von der ZIN-Tagung zum Thema Wachstum im Jahr 2025 ist ein neuer Beitrag in Ökologisches Wirtschaften erschienen, in dem fünf Mitglieder des Zentrums für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung ihre Perspektiven auf Wachstum zusammenführen. Tobias Gumbert, Tillmann Buttschardt, Doris Fuchs, Sigrid Kannengießer und Bodo Philipp beleuchten das Themenfeld aus unterschiedlichen Disziplinen – von Landschaftsökologie und Biologie über Politik- und Nachhaltigkeitsforschung bis hin zu Kommunikations- und Medienwissenschaften.

Der Beitrag zeigt, dass Wachstum nicht allein als ökonomische Kennziffer verstanden werden kann, sondern immer auch an ökologische Grenzen, soziale Verteilungskonflikte, politische Institutionen und gesellschaftliche Deutungsmuster gebunden ist. Besonders produktiv wird der interdisziplinäre Austausch dort, wo Spannungsfelder sichtbar werden: etwa zwischen technologischer Innovation und struktureller Reduktion, zwischen grüner Modernisierung und Postwachstum oder zwischen der gesellschaftlichen Normalisierung von Wachstum und wissenschaftlichen Befunden zu planetaren Grenzen. Die Autor*innen betonen, dass Interdisziplinarität nicht auf Harmonisierung zielt, sondern dazu beiträgt, blinde Flecken offenzulegen, Dissens produktiv zu bearbeiten und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit unter Bedingungen ökologischer Begrenzung zu stärken.

Quelle: Gumbert, T.; Buttschard, T.; Fuchs, D.; Kannengießer, S.; Philipp, B. (2025): Von gemeinsamen Einsichten zu produktiven Spannungsfeldern
Wachstum interdisziplinär denken. IN: Ökologisches Wirtschaften 02-2026. Link.