Zirkuläre Wertschöpfung: MEET Akademie Online beleuchtet Handlungsfelder für Unternehmen

Mehr als 70 Teilnehmende aus Forschung und Industrie

Von der Rohstoffversorgung über umweltfreundliche Produktionsprozesse bis hin zum Recycling und der Zweitverwertung: Enormes ökologisches und ökonomischen Potenzial liegt in einer zirkulären Wertschöpfung von Batterien. Welche Handlungsfelder sich daraus für Unternehmen ergeben und wie sich Geschäftsmodelle entwickeln lassen, war Thema der 17. MEET Akademie Online am 27. Mai 2021. Mehr als 70 Teilnehmende diskutierten mit den Referenten Jun.-Prof. Dr. Stephan von Delft, Juniorprofessor am Institut für betriebswirtschaftliches Management im Fachbereich Chemie und Pharmazie der Westfälische Wilhelms-Universität Münster, und Dr.-Ing. Georg Timmel, Abteilung Anlagentechnik bei der REMONDIS Assets & Services GmbH, wie sich die Lücke zwischen dem steigenden Bedarf an Batterien und der im Vergleich dazu niedrigen Recyclingquote schließen lassen kann.

Recycling als Topthema in Wissenschaft und Praxis

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In seinem Vortrag „Zirkuläre Geschäftsmodelle für Elektrofahrzeugbatterien entdecken“ thematisierte Jun.-Prof. Dr. Stephan von Delft insbesondere, was profitable neue Geschäftsmodelle in der zirkulären Wertschöpfung mitbringen müssen. Zentrale Faktoren seien unter anderem eine hohe Kundenorientierung, starke Kooperationen und ein hohes Maß an Digitalisierung. Wichtig sei darüber hinaus, dass sich neue Geschäftsmodelle aus einer Masse an Ideen herausbilden: Es lohne sich, mit vielen Ideen zu starten, um am Ende das eine Geschäftsmodell zu finden, das in den Markt überführt werden kann.

Die Sicht aus der Praxis beleuchtete anschließend Dr.-Ing. Georg Timmel, Abteilung Anlagentechnik bei der REMONDIS Assets & Services GmbH. Er widmete sich den Potenzialen und Herausforderungen für die Recyclingindustrie. Timmel sprach sich für ein Pfandsystem aus, um die Sammelquote von Altbatterien zu erhöhen. Zudem thematisierte er die Herausforderungen bei der Demontage: Sowohl bei Traktionsbatterien als auch bei Batterien aus der Unterhaltungselektronik erfolge diese standardmäßig händisch. Eine Automatisierung der Prozesse sei dringend erforderlich, bisher aber nur in seltenen Fällen und an einen bestimmten Hersteller gekoppelt möglich.

In der Diskussionsrunde gingen Vortragende und Teilnehmende aus Wissenschaft und Praxis der Frage auf den Grund, ob Designvorgaben für Batterien möglich seien, um die Demontage zu vereinfachen. Die Notwendigkeit, eine Kreislaufwirtschaft in Europa anzusiedeln und Abhängigkeiten von anderen Märkten zu vermeiden, wurde ebenfalls intensiv diskutiert.

Nächste MEET Akademie im November 2021

Im November 2021 findet die 17. MEET Akademie statt – voraussichtlich als Onlineveranstaltung. Das Thema wird noch bekannt gegeben.