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Die deutsche Sprache weist eine lange Geschichte auf und hat sich seit dem Beginn der schriftlichen Überlieferung erheblich verändert. Doch auch in unserem Alltag können wir Sprachwandel beobachten: heißt es etwa korrekt "er buk den Kuchen" oder "er backte den Kuchen", "sie schwomm" oder "sie schwamm", "wegen des" oder "wegen dem" und wie kommen derartige Varianten überhaupt zustande? Und wie können wir mit solchen "Fehlern" umgehen?
Im Seminar werden wir Sprachwandel und sprachliche Variation im Deutschen auf phonologischer, morphologischer, syntaktischer und semantische Ebene behandeln.
- Lehrende/r: Sophia Jana Oppermann
Dieses Seminar führt in die Vorgeschichte des Deutschen ein. Sie erschließen sich, in welche Sprachfamilie das Deutsche eingeordnet werden kann, wie sich das Deutsche auf verschiedenen sprachlichen Ebenen wie Phonologie, Morphologie und Syntax entwickelt hat und welche sprachlichen Merkmale und kulturellen Rahmenbedingungen für seine Sprachstufen Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch und Frühneuhochdeutsch charakteristisch sind. Kurz: Nach diesem Seminar haben Sie grundlegend Prozesse des Sprachwandels auf verschiedenen sprachlichen Ebenen kennengelernt und verstehen Eigenschaften des Gegenwartsdeutschen besser aus ihrer Entwicklung heraus.
Weil die Einführung in die älteren Sprachstufen eine große Herausforderung ist, bei der man auf wenig schulisches Vorwissen zurückgreifen kann, gibt es zu dem Seminar ein freiwilliges Booster-Tutorium. Nähere Informationen dazu folgen in der ersten Sitzung.
- Lehrende/r: Antje Dammel
Dieses Seminar führt in die Vorgeschichte des Deutschen ein. Sie erschließen sich, in welche Sprachfamilie das Deutsche eingeordnet werden kann, wie sich das Deutsche auf verschiedenen sprachlichen Ebenen wie Phonologie, Morphologie und Syntax entwickelt hat und welche sprachlichen Merkmale und kulturellen Rahmenbedingungen für seine Sprachstufen Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch und Frühneuhochdeutsch charakteristisch sind. Kurz: Nach diesem Seminar haben Sie grundlegend Prozesse des Sprachwandels auf verschiedenen sprachlichen Ebenen kennengelernt und verstehen Eigenschaften des Gegenwartsdeutschen besser aus ihrer Entwicklung heraus.
Weil die Einführung in die älteren Sprachstufen eine große Herausforderung ist, bei der man auf wenig schulisches Vorwissen zurückgreifen kann, gibt es zu dem Seminar ein freiwilliges Booster-Tutorium. Nähere Informationen dazu folgen in der ersten Sitzung.
- Lehrende/r: Antje Dammel
Das Seminar führt anhand exemplarischer Lektüren in die deutsche Literatur des Mittelalters ein und vermittelt neben einem literaturgeschichtlichen Überblick Grundlagen mittelalterlichen Erzählens aus einer kulturhistorischen Perspektive. Einen Schwerpunkt des Seminars bildet die gemeinsame Lektüre des Artusromans ‚Iwein‘ Hartmanns von Aue. Das Seminar wird durch einen Learnweb-Kurs begleitet, in dem weitere Textauszüge und Forschungstexte zur Vor- und Nachbereitung der Sitzungen zur Verfügung gestellt werden. Die Zugangsdaten zum Learnweb-Kurs werden in der ersten gemeinsamen Sitzung mitgeteilt.
Benötigt wird eine Ausgabe des mittelhochdeutschen Textes mit einer Übersetzung ins Neuhochdeutsche, welche zum Semesterbeginn (gebraucht) angeschafft werden sollte.
Empfohlene Textgrundlage:
Hartmann von Aue: Iwein. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch. Hrsg. u. übers. von Rüdiger Krohn. Komm. von Mireille Schnyder. Durchges. Ausg. Stuttgart: Reclam 2012 (= Reclams Universal-Bibliothek, 19011).
- Lehrende/r: Susanne Spreckelmeier
In diesem Seminar wird es darum gehen aus unterschiedlichen Perspektiven die Unterrichtssituation an deutschen Schulen zu diskutieren. Es wird darum gehen, die soziale Herstellung von schulischen Wirk-lichkeiten kritisch in den Blick zu nehmen. Dabei greifen auf das Angebot der soziologischen Bildungs-theorie zurück. Weitere Schwerpunkte des Seminars werden Themen um soziale Ungleichheit sein, sowie Aspekte von Familie und Bildung. Diese beiden zuletzt genannten Themen werden nur in diesem Seminar aufgegriffen werden.
- Lehrende/r: Roland Schindler
In diesem grammatischen Seminar werden wir uns mit der verbalen Flexionsmorphologie des Deutschen auseinandersetzen. Dazu beschäftigen wir uns zunächst einführend mit der diachronen Entwicklung im Verbalsystem, erarbeiten zentrale Prinzipien des flexionsmorphologischen Wandels und untersuchen im Anschluss empirisch gestützt aktuelle Sprachwandelphänomene, wie z.B. Flexionsklassenschwankungen starker und schwacher Verben.
- Lehrende/r: Ilka Lemke
In Gesprächen bilden Frage-Antwort-Sequenzen einen hochrelevanten sequenziellen Kontext für die Etablierung und Absicherung von geteiltem Wissen (Deppermann 2018). Mit der Formulierung von Fragen bringen wir spezifische Annahmen über den Fragegegenstand und unseren epistemischen Zugang zum Ausdruck; zugleich etablieren sie spezifische Fortsetzungserwartungen (De Ruiter 2012; Heritage 2012; Gubina et al. 2024). In ihren Antwortzüge positionieren sich Interagierende in Bezug auf die Wissenszuschreibung, die Eigenständigkeit ihres Wissenszugangs (agency) und die ‚Agenda‘ einer Frage (Bolden et al. 2023; Stivers 2019).
Das Seminar wendet sich aus einer interaktional-linguistischen Perspektive sprachlichen Strukturen von Frage-Antwort-Sequenzen im gesprochenen Deutsch zu. Dabei befassen wir uns mit unterschiedlichen Fragemustern (u.a. Bestätigungsfragen, Rückversicherungsfragen, Nachfragen, Alternativfragen) und der handlungsprägenden Funktion bestimmter sprachlicher Ressourcen (u.a. Verbstellung, Modalpartikeln, question tags, Prosodie). Ferner diskutieren wir aktuelle Zugänge zur Organisation des Paradigmas der Responsivpartikeln im Deutschen und fokussieren auf Mittel der epistemischen Heraufstufung (z.B. ‚genau‘, ‚eben‘, ‚natürlich‘) bzw. Herabstufung (z.B. ‚joa‘, ‚keine Ahnung‘).
In conversations, question-answer sequences form a highly relevant sequential context for the establishing shared knowledge (Deppermann 2018). By formulating questions, we express specific assumptions about a matter-at-hand; at the same time, questions project or make relevant a certain continuation (De Ruiter 2012; Heritage 2012; Gubina et al. 2024). In their answers, interactants position themselves in relation to the attribution of knowledge, the autonomy of their access to that knowledge (agency) and the 'agenda' of a question (Bolden et al. 2023; Stivers 2019).
The seminar focuses on linguistic structures of question-answer sequences in spoken German from an interactional-linguistic perspective. We deal with different question types (e.g. requests for confirmation or reconfirmation, follow-up questions, alternative questions) and the role of certain linguistic resources (e.g. verb position, modal particles, question tags, prosody) in forming a questioning action. Furthermore, we discuss current approaches to the paradigmatic organization of responsive particles in German and focus on resources for epistemic upgrading (e.g. 'genau', 'eben', 'natürlich') or downgrading (e.g. 'joa', 'keine Ahnung').
- Lehrende/r: Katharina König
Die Frankfurter Schule steht bis heute fast als Synonym für Kritische Theorie in den deutschen Sozialwissenschaften. In den 1960er und 70er Jahren erlebten die Vertreter – es waren alles Männer – des Instituts für Sozialforschung eine mediale Aufmerksamkeit, welche der Sozialwissenschaft bis heute kaum mehr zu Teil wird. Dies macht die Arbeiten der Frankfurter Schule einerseits zu einem bedeutenden Zeitdokument, anderseits sind viele der Texte bis heute hoch aktuell. Die studentischen Proteste ab Mitte der 1960er Jahre wandten sich auch gegen die Kommerzialisierung des Hochschulbetriebs. Aus Sicht des heutigen BA/MA- Systems wird die immense Bedeutung der Arbeiten der Frankfurter Schule für die Studierendenschaft umso deutlicher.
Entlang von drei bedeutenden Vertretern – Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse – soll die Bedeutung der Frankfurter Schule und deren Wirken für die heutige Sozialforschung rekonstruiert werden. Der Kurs richtet sich an Studierende in der Frühphase ihres Studiums, die Interesse an der Kritischen Theorie haben. Der Kurs wird sich der Theorie sowie der Textlektüre widmen. Dies schließt die Lektüre von Originaltexten mit ein.
Am Kurs kann aus Interesse teilgenommen werden, aber es können selbstverständlich auch Leistungspunkte erworben werden. Als Studienleistung muss neben der Anwesenheit ein Referat gehalten werden. Eine Prüfungsleistung erfordert zusätzlich eine Hausarbeit.
Hinweise: Die Teilnahme am Kurs setzt die Bereitschaft voraus, sich aktiv in die Veranstaltung einzubringen und auch in Lern- und Arbeitsgruppen mitzuarbeiten. Hierzu gehört auch die körperliche Anwesenheit. Die Referatsvergabe findet zu Beginn des Kurses statt und im LearnWeb wird die Möglichkeit geboten, vorab Interesse zu bekunden. Politikwissenschaft ist ein Lesestudium! Für die Teilnahme am Kurs wird die Bereitschaft zum Lesen der notwendigen Texte vorausgesetzt. Informationen, Materialien und der Ablauf der Veranstaltung werden über das LearnWeb bereitgestellt. Bitte schaut euch die Unterlagen in Ruhe an und informiert euch hier vorab, ob euch das Format und der Inhalt ansprechen.
- Lehrende/r: Ulrich Hamenstädt
Hans Magnus Enzensberger war einer der ersten, die Grimmelshausens Courasche positiv als Anarchistin bewerteten. Während die Courasche einerseits als allegorische Gestalt der Acedia, als „Frau Welt“ oder als Hexe gesehen und anagogisch mit der Hure von Babylon verglichen wird, zeichnet die in Gender-Kategorien denkende Literaturwissenschaft das Bild einer sich emanzipierenden Frau in misogyner Gesellschaft. So stehen aktuelle (!) moraltheologische Verurteilungen dieser Romanfigur neben Ansätzen, die von der ersten sich selbst thematisierenden starken Frau in der Geschichte der neueren deutschen Literatur sprechen. Wir werden Grimmelshausens Roman einer intensiven Lektüre unterziehen und ihn dabei in den Kontext seines simplicianischen 10-Bücher-Zyklus stellen, zudem einen Bogen schlagen zum „Rathstübl Plutonis“, in dem Grimmelshausen die Figur weitererzählt. So wird sich ein spannender Blick in die Literatur der frühen Neuzeit ergeben, der die Themen Religion, Gewalt, Geschlecht und Recht in den Mittelpunkt stellt.
Anzuschaffen und bis Semesterbeginn zu lesen ist: Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen: Courasche / Springinsfeld / Wunderbarliches Vogelnest I–II / Rathstübel Plutonis. Text und Kommentar, herausgegeben von Dieter Breuer. Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag 2007. [Taschenbuchausgabe, 10 €].
Buchvorschläge zur Einführung: Volker Meid: Grimmelshausen. Ditzingen: Reclam 2011. Dieter Breuer: Grimmelshausen-Handbuch. München: Fink 1999. [Beides antiquarisch].
- Lehrende/r: Ortwin Lämke
In der Übung geht es darum, sog. grammatisches ‚Schulwissen‘, u.a. in den Bereichen Wortarten, syntaktische Funktionen und Syntax (einfache und komplexe Sätze) zu vermitteln. Im Zentrum steht hierbei v.a. die Wiederholung und Festigung grammatischer Grundlagen durch Übungs- und Anwendungsaufgaben.
- Lehrende/r: Nele Brathe
- Lehrende/r: Ilka Lemke
Im Seminar beschäftigen wir uns einführend mit den Charakteristika sowie den Unterschieden gesprochen- und geschriebensprachlicher Strukturen in der Grammatik. Anschließend werden wir ausgewählte sprachliche Phänomene der deutschen Gegenwartssprache, die als stärker gesprochensprachlich gelten, wie z.B. nebensatzeinleitende Konjunktionen mit Hauptsatzstellung, Konstruktionen wie den am-Progressiv, Rektionsschwankungen nach Präpositionen etc., in den Blick nehmen und prüfen, inwiefern sie von Grammatiken des Standarddeutschen berücksichtigt werden.
- Lehrende/r: Ilka Lemke
„Chroniken der deutschen Städte“ – unter diesem Titel publizierte ab 1862 ein monumentales Editionsunternehmen insgesamt 37 Bände mit historiographischen Texten von 19 Städten aus dem Gebiet des mittelalterlichen römisch-deutschen Reichs. Diese Edition ist bis heute nicht nur deshalb maßgebend, weil sie das umfassendste Corpus städtischer Chronistik des deutschen Spätmittelalters und damit eine Quellengruppe höchsten Ranges für die spätmittelalterliche Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte darstellt. Wie die jüngere Forschung zunehmend problematisiert, hat der Kreis der Editoren mit diesem Werk überhaupt erst definiert, welche Texte wir unter den von ihnen geschaffenen Gattungsbegriff der mittelalterlichen „Stadtchroniken“ fassen – und wie eine mittelalterlicher Stadt politisch verfasst sein musste, um nach dem Verständnis der Reihe überhaupt „städtische Chronistik“ hervorbringen zu können.
Ziel des Hauptseminars ist es, gemeinsam einen Einblick in die aktuelle Forschungsdiskussion um städtische Historiographie und ihre Funktionen für die zeitgenössischen Menschen zu gewinnen. Zweitens werden wir ausgewählte Quellentexte gemeinsam lesen und interpretieren, die in der modernen Forschung als städtische „Identitätserzählungen“ gelten.
- Lehrende/r: Christopher Boes
- Lehrende/r: Alexia Ibrahim
- Lehrende/r: Theresa Krosse
- Lehrende/r: Carla Meyer-Schlenkrich
The basic course serves to deepen grammatical knowledge and introduces methods for the linguistic analysis of present-day German. The focus is on the grammatical structures of words and sentences, which are explored using various practical exercises.
Die Übung im Grundlagenmodul dient der Vertiefung grammatischer Kenntnisse und der Einführung in linguistische Analysemethoden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den grammatischen Kernbereichen Wort und Satz, die jeweils anhand verschiedener praktischer Übungen erschlossen werden.
- Lehrende/r: Katharina König
In diesem Seminar werden wir uns mit Grammatikalisierung beschäftigen, einem einflussreichen Forschungsansatz der historischen Linguistik, der sich seit den 1980er Jahren entwickelt hat. Dabei handelt es sich um den Prozess, bei dem lexikalische Einheiten "come in certain linguistic contexts to serve grammatical functions, and, once grammaticalized, continue to develop new grammatical functions" (Hopper and Traugott, 1993: XV). So entwickelten sich die Präteritumssuffixe der schwachen Verben aus Formen des Vollverbs tun, die mit der Zeit semantisch ausbleichten, an phonologischer Masse verloren und mit dem Stamm des Verbs verschmolzen (vereinfacht: machen tat > machte). Zentral ist dabei also die Frage, wie neue grammatische Einheiten entstehen und sich entwickeln. Unter anderem werden in der Grammatikalisierungsforschung typische Teilprozesse sowie Entwicklungspfade im Sprachvergleich beschrieben.
Zunächst werden wir uns dem Thema aus theoretischer Perspektive annähern, indem wir uns einschlägige Modelle gemeinsam erschließen und uns methodische Ansätze erarbeiten. Daraufhin wenden wir uns Fallbeispielen in der deutschen Grammatik zu. Wir werden uns unter anderem aktuelle Entwicklungen anschauen, z.B. die Klise von Präposition und Artikel (z.B. am, zum) und den am-Progressiv (Ich bin am arbeiten.). Gegen Ende des Semesters werden Sie solche Analysen in Gruppen selbst durchführen. Für die Prüfungsleistungen kann dies als Ausgangspunkt für eine Hausarbeit dienen.
- Lehrende/r: Laura Maria Duve
In dieser Übung werden schulgrammatische Grundlagen (v.a. Wortart- und Satzgliedbestimmung) wiederholt, gefestigt und vertieft. Die Übung schließt mit einem Test ab.
- Lehrende/r: Verena Wecker
In dieser Übung werden schulgrammatische Grundlagen (v.a. Wortart- und Satzgliedbestimmung) wiederholt, gefestigt und vertieft. Die Übung schließt mit einem Test ab.
- Lehrende/r: Verena Wecker
- Lehrende/r: Sabine Frilling
Die Migrations- und Integrationspolitik Deutschlands steht in den letzten Jahren im Zentrum intensiver politischer und gesellschaftlicher Debatten. Polarisierungspotenzial resultiert auch daraus, dass Themen wie die Aufnahme von Geflüchteten, die Benennung von sicheren Herkunftsstaaten, die Integration von Migrant*innen sowie die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland mit Identitätspolitik verbunden und zugleich anfällig für immer bedeutender werdende populistische Mobilisierung sind. Dabei Reformen – wie die GEAS-Reform, die Einführung des Chancenaufenthaltsrechts und Staatsangehörigkeitsreform – neue Weichen gestellt. Die Debatten sind dabei nicht nur liberale und progressive Positionen geprägt, sondern auch durch Rassismus und gesellschaftliche Spaltung.
In Rahmen des Seminars besuchen wir zu diesem Thema gemeinsam die vom Interdisziplinären Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen (InZentIM), vom Arbeitskreis „Migrationspolitik“ in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI), vom Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI), von der Akademie Franz-Hitze-Haus, von der Hochschule Fulda und vom IfPol ausgerichtete Tagung für junge Wissenschaftler*innen. Junge Expert*innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum stellen hier im Rahmen thematischer Panels an zwei Tagen ihre Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten vor und treten in Diskussion mit unserem Seminar. Insofern dient die Tagung nicht nur der Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen der Migrations- und Integrationspolitik, sondern kann auch Anregung und Orientierung für bevorstehende Abschlussarbeiten bieten.
Die Tagung wird aktuelle Entwicklungen und Reformen der deutschen Migrations- und Integrationspolitik wissenschaftlich beleuchten, hinterfragen und Perspektiven für die zukünftige praktische Gestaltung dieses zentralen Politikfeldes diskutieren. Insbesondere die unterschiedlichen Facetten der gegenwärtigen Einwanderung nach Deutschland und die damit verbundenen politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen sollen Berücksichtigung finden.
Für die Erbringung einer Studienleistung müssen Teilnehmende eine kurze Zusammenfassung eines Veranstaltungspanels (ca. 2 Seiten) anfertigen.
Für die Erbringung einer Prüfungsleistung ist zusätzlich eine Hausarbeit einzureichen. Erste Themenvorschläge werden durch die Seminarleitung in der Vorbesprechung gemacht, können aber auch noch im weiteren Verlauf gemeinsam entwickelt werde.
- Lehrende/r: Dirk Halm
Die Geschichte der Dialektik reicht bis in die Antike zurück und erfährt spätestens im „Deutschen Idealismus” des 19. Jahrhunderts eine Renaissance (Schelling, Hegel), die von der Gesellschaftstheorie in vielfältigen Formen rezipiert und in die eigene Theorieproduktion integriert wurde. Die klassische Soziologie partizipierte an dieser Rezeption allenfalls mittelbar, ihr positivistischer Ordnungsanspruch sowie ihre methodologischen Grundlagen, die die Differenz von Begriff und Realität nicht akzeptierten, schlossen eine dialektische Betrachtungsweise auf Gesellschaft eher aus. „Materialistisch” geprägte Gesellschaftstheorien hingegen spürten der Spannung nach, inwieweit sich eigentlich das, was die bürgerliche Gesellschaft mit ihrem eigenen Begriff versprach und verbürgte (Freiheit, Gleichheit, ein glückliches Leben) einlösen und zugleich nicht einlösen ließ. Das pflegten sie soziologisch zu verbinden mit dem Widerspruch von Individuum und Gesellschaft, dessen theoretische wie praktische Auflösung zum Ziel ausgegeben wurde. Dabei galt die bürgerliche Gesellschaft als genetische Voraussetzung der Dialektik, die, so die Hoffnung, mit dem Verschwinden der gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Existenz obsolet gemacht wird.
Wir wollen die Dialektik weniger formallogisch durchexerzieren, sondern als genuin gesellschaftliche verstehen und schauen, inwieweit sie sich an sozialen Erscheinungsformen auffinden und erfahrbar machen lässt. Exemplifiziert werden soll dies am Begriffspaar Herrschaft und Kritik, wo wir einzelne ‚Kritiken‘ aus der Soziologie und Philosophie an Gesellschaft und ihre herrschaftliche Ordnung hinsichtlich ihres dialektischen Gehalts gegenlesen. Einmünden soll unsere Diskussion in den Begriff der Utopie. Da Dialektik seit Hegel (und in der Folge bis Adorno) auf das sog. Nichtidentische zielt, führt sie, so ihr Versprechen, ein subversives Element mit, das sich für theoriegesättigte Gesellschaftskritik nutzbar machen lässt und gesellschaftliche Grundlagen als Ganze zu irritieren trachtet. Mit Ernst Bloch und Herbert Marcuse wollen wir dieser These nachgehen und auf aktuelle Problemlagen (z. B. Natur/Ökologie) projizieren. Auch klassische bürgerliche Utopien wie „Der Sonnenstaat” von Campanella sollen besprochen werden.
- Lehrende/r: Kevin Rick Doß
Der um 1200 entstandene ›Iwein‹, ein Spätwerk Hartmanns von Aue, gehört zu den zentralen Texten des deutschen Mittelalters. Erzählt wird die Geschichte des jungen Artusritters Iwein, der durch seine Tapferkeit die schöne Landesherrin Laudine zur Frau gewinnt, sie und seine Identität durch eigenes Fehlverhalten verliert und als „Löwenritter” in der Begleitung eines Löwen unerkannt umherzieht, bis er sich nach einer Reihe von Abenteuern, in denen er seine Eignung zum Landesherrn unter Beweis stellt, mit Laudine wieder versöhnen kann. Am Beispiel dieses Artusromans, der, wie die ›Iwein‹-Bilderzyklen des frühen 13. Jhs. in Schmalkalden und Rodenegg zeigen, schon bei den Zeitgenossen Hartmanns auf ein breites Interesse stieß, sollen grundlegende Fragestellungen der germanistischen Mediävistik behandelt werden. Die Kenntnis des Textes wird zu Semesterbeginn vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Heike Bismark
<p><cite>Vor dem Hintergrund der jüdischen Aufklärung (Haskala) kamen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts innerhalb der sich der Kultur des deutschen Bürgertums öffnenden jüdischen Minderheit neue Bildungs- und Erziehungsideale auf, die durch allgemeingesellschaftliche Reformdiskussionen zum Unterrichts- und Erziehungswesen beeinflusst waren und in den folgenden Jahrzehnten auch unter jüdischen Intellektuellen in Osteuropa zunehmend Anhänger fanden. Den ab 1778 gegründeten jüdischen Reformschulen kam eine zentrale Funktion bei der Entwicklung und Umsetzung moderner jüdischer Bildungsideale zu. In dem Seminar werden wir uns aus den Perspektiven der Jüdischen Studien und der Bildungsgeschichte mit Konzepten für jüdische Bildung und ihrer Umsetzungen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart in ihren jeweiligen soziokulturellen Kontexten befassen, wobei wir verschiedene Richtungen und Strömungen innerhalb des Judentums sowie verschiedene geographische und kulturelle Räume berücksichtigen werden.</cite></p>
- Lehrende/r: Regina Grundmann
- Lehrende/r: Jürgen Overhoff
Die Lehrveranstaltung setzt es sich zum Ziel, die Relevanz der Kontrastiven Linguistik für die Zweitspracherwerbsforschung aufzuzeigen. So bietet die Veranstaltung zum einen Einblicke in Methoden des Sprachvergleichs, zum anderen beschäftigt sie sich mit Zweitspracherwerbsstudien, die aufbauend auf kontrastiven Sprachanalysen crosslinguistische Einflüsse im Zweitspracherwerbsprozess untersuchen. Im Fokus stehen Arbeiten, die sich mit dem Zweitspracherwerb des Deutschen beschäftigen. Nach einer Einführungsphase werden im Seminar Projektgruppen gebildet, die selbständig eine sprachvergleichende Darstellung eines sprachlichen Phänomens erarbeiten und anhand von authentischen L2-Lernerdaten, die von der Seminarleitung zur Verfügung gestellt werden, die Rolle der Erstsprache beim Zweitspracherwerb untersuchen. Während dieser Gruppenarbeitsphase organisieren die Studierenden ihren Arbeitsprozess weitgehend selbständig. Zum Abschluss des Seminars werden die Projektergebnisse vorgestellt.
- Lehrende/r: Sophia Eing
- Lehrende/r: Verena Wecker
80 Jahre danach ist das Ende des Zweiten Weltkriegs nach wie vor ein zentraler Ankerpunkt für Erinnerungskulturen in ganz Europa, Deutschland und auch „vor Ort“, in Nordrhein-Westfalen. Im Seminar spüren wir dieser 80jährigen Erinnerungsgeschichte gemeinsam nach. Im Fokus steht eine Untersuchung politischer Debatten, von Ausstellungen und der Medienberichterstattung rund um den 8. Mai 1945, der als „Niederlage“, als „Katastrophe“, als „Zusammenbruch“ oder als „Befreiung“ bis heute immer wieder für Streit sorgt. Diese Erinnerungskulturen verfolgen wir erstens auf der europäischen Ebene und in vergleichender Perspektive, zweitens im bundesdeutschen Rahmen sowie drittens in regionalen und lokalen Zusammenhängen anhand von Fallbeispielen aus Nordrhein-Westfalen. Eine Teilnahme am Seminar setzt das Interesse und die Bereitschaft der Studierenden voraus, sich bereits ab Seminarbeginn mit eigenen kleinen Forschungsprojekten mit dem Thema auseinanderzusetzen und Zwischenergebnisse im Seminar zu präsentieren. So werden wir beispielsweise die Medienberichterstattung zum Kriegsende im April und Mai 2025 oder digitale Repräsentationen des Kriegsendes auf Instagram, X / Twitter, TikTok und anderen Plattformen „in Echtzeit“ verfolgen und im Seminar auswerten.
- Lehrende/r: Malte Thießen
Was sind die aktuellen Tendenzen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur? Das wollen wir in diesem Seminar auf zwei Wegen erkunden: Zum einen werden wir gemeinsam die Tage der deutschen Literatur in Klagenfurt als TV-Übertragung verfolgen und kommentieren, zum anderen werden wir uns anhand ausgewählter, z.T. preisgekrönter Romane und Kurztexte und einiger kritischer Texte ein Bild davon machen, in welchen Bereichen unsere Literatur derzeit besonders interessant erscheint. Teilnehmer:innen sollten bereit sein, sich mehrere Gegenwartsromane anzuschaffen. Bitte halten Sie sich die drei Tage der Kompaktphase frei! Die Termine für die beiden Vorbereitungssitzungen werden noch bekannt gegeben.
- Lehrende/r: Moritz Baßler
„Kölner Schreinskarten und -bücher“ – unter diesem sperrigen Titel verbirgt sich eine innerhalb der deutschen Städtelandschaft besondere, einzigartige Überlieferung: Seit dem frühen 12. Jahrhundert bis ins späte 18. Jahrhundert dokumentieren diese insgesamt 86 erhaltenen Schreinskarten und 514 Schreinsbücher kontinuierlich und in zunehmendem Umfang verschiedene Immobiliengeschäfte der Kölner Bevölkerung. Dazu gehören Hausverkäufe, Miet- oder Pachtverträge, Testamente, Vereinbarungen unter Eheleuten, aber auch nachbarschaftliche Abreden etwa über den Zugang zu und die Reinigung von Brunnen oder Aborten. Für die heutige Forschung handelt es sich bei dieser umfangreichen Serie um eine wertvolle Quelle, die in vielerlei Hinsicht ausgewertet wurde und noch wird – rechtshistorisch, prosopographisch, sozial- und alltagsgeschichtlich, kultur- oder sprachgeschichtlich, für die Verwaltungsgeschichte, die historische Topographie und Architektur der Stadt, um nur einige der Schwerpunkte und Perspektiven zu nennen.
Ziel des Seminars ist es, in die Entstehungsbedingungen und den Inhalt der Schreinsüberlieferung einzuführen, aber auch die heutigen Auswertungschancen dieses Bestands vor Augen zu führen. Dazu lesen und analysieren wir einerseits gemeinsam lateinische und deutsche Schreinseinträge und rezipieren andererseits exemplarisch die reiche Forschung zu diesem Überlieferungsbestand.
- Lehrende/r: Valerie Fuhrig
- Lehrende/r: Alexia Ibrahim
- Lehrende/r: Theresa Krosse
- Lehrende/r: Carla Meyer-Schlenkrich
In diesem Seminar liegt der Fokus auf dem Bewegungsfeld Laufen, Springen, Werfen, das insbesondere in der Grundschule vielfältige Bewegungserfahrungen abseits einer klassischen, normorientierten Leichtathletik ermöglicht. Konkret geht es neben der Erarbeitung ausgewählter Disziplinen vor allem um die erfahrungsorientierte Erprobung von verschiedenen Themen im Rahmen eines differenzierten und motivierenden Konzepts, basierend auf der sogenannten Kinderleichtathletik des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV).
Nähere Informationen folgen per Mail bzw. über den Learnwebkurs, zu dem das Passwort zu gegebener Zeit noch mitgeteilt wird.
- Lehrende/r: Meike Kolb
Am Beispiel des Minnesangs, der mittelhochdeutschen Liebeslyrik, werden grundlegende Fragen der mittelalterlichen Literatur besprochen.
- Lehrende/r: Heike Bismark