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Lehrkräfte sind in unserer medial-digitalisierten Welt aufgefordert, ihre Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, dass Raumdarstellungen über Sprache konstruiert werden und sich kulturelle Merkmale im Sprechen über Raum manifestieren. Die Bildungsstandards der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) weisen darüber hinaus Kommunikation als Kompetenzbereich explizit aus und umreißen diesen Kompetenzbereich mit der Fähigkeit, „geographische/geowissenschaftliche Sachverhalte zu verstehen, sich angemessen unter der Verwendung der Fachsprache auszudrücken und damit anderen verständlich zu machen”. Im Seminar sollen zunächst theoretische Grundlagen diskutiert werden, die dann anschließend in Handlungsmöglichkeiten im Rahmen einer sprachsensiblen Unterrichtsgestaltung umgesetzt werden.
- Lehrende/r: Sonja Schwarze
Die Sondersprachen gehören nach Systematiken der Varietäten des Deutschen zu den Soziolekten bzw. Gruppensprachen (u.a. Efing 2017). Sie teilen sich auf in Geheimsprachen, zu denen Rotwelsch-Dialekte wie die Masematte gehören, Kontro- oder Protestsprachen wie z.B. Jugendsprachen und "formale/spielerische Sondersprachen" wie die Kedelkloppersprache. Die Untergruppen der Sondersprachen lassen sich nach formalen und funktionalen Kriterien bestimmen. genau dies soll in Seminar anhand einiger konkreter Beispiele erfolgen.
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
Die Soziolinguistik gehört zu den bis heute einflussreichsten und am besten erforschten Teilgebieten der Linguistik. Spätestens seit den 1960er Jahren ist die Verbindung von Sprache und Gesellschaft, wie man Soziolinguistik übersetzen könnte, für das Verständnis, wie, aufwelche Weise, unter welchen Umständen mit welchen Zielen kommuniziert wird, von größter Bedeutung.
In der Vorlesung werden zentrale Theorien der Soziolinguistik diskutiert und wichtige Forschungsarbeiten vorgestellt. Beginnend mit Vorläufern soziolinguistischer Arbeiten (Hermann Paul u.a.) über die "Klassiker" (William Labov u.a.) bis hin zu neueren Forschungsprojekten zum Deutschen, wird ein Überblick über das Forschungsgebiet gegeben.
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
Erkenntnisse in der Wirtschaftsgeschichte werden häufig durch Theorien und Methoden der Volkswirtschaftslehre gewonnen, die nicht in den Grundlagenkursen des Geschichtsstudiums vermittelt werden. In der Übung werden ausgewählte Theorien und Methoden der Volkswirtschaftslehre als Grundlage für ein besseres Verständnis wirtschaftsgeschichtlicher Ereignisse und Entwicklungen behandelt. Die Übung ergänzt in diesem Semester das Hauptseminar „Wurzeln des modernen Wirtschaftswachstums“ und die Vorlesung „Geschichte der deutschen Wirtschaft seit dem 19. Jahrhundert“, indem sie die Grundlagen in folgenden Themenbereichen behandelt: Markt- und Preistheorie, Wachstumstheorie, Handelstheorie und Empirische Methoden. Voraussetzung für die Teilnahme sind gute Kenntnisse der Schulmathematik und die Lust, abstrakte, ökonomische Modelle und Argumente nachzuvollziehen und auf wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen anzuwenden.
- Lehrende/r: Matthias Hartermann
- Lehrende/r: Matthias Hartermann
Ein Tabu zeichnet sich gerade dadurch aus, dass es ein Begehren unterbinden soll und dieses doch in gleicher Weise auch markiert. In allen Kulturen gibt es Tabus und ethnologische Forschungen haben für diese ganz unterschiedliche Ausprägungen ausmachen können: so hinsichtlich des Sprechens, Sehens oder Handelns, wenn etwa ein Name nicht ausgesprochen, ein Mensch oder eine Sache nicht angesehen werden darf, wenn man etwa in bestimmten Situationen nicht essen oder auch sonst heilige Orte nicht betreten darf. Tabus leisten einen wesentlichen Beitrag für ein gelingendes Sozialwesen, aber sie zeigen doch immer auch die Grenzen auf, an denen dieses kollabiert – wird das Tabu gebrochen. Der Tabubruch ist ein Skandal und er ist ein Ereignis, über das grundlegende Vorstellungen und Mechanismen einer Kultur sich abzeichnen. Und so überrascht es nicht, dass nahezu alle Kulturen Erzählungen von Tabus und Tabubrüchen kennen.
Das Seminar möchte sich Tabuerzählungen aus der deutschen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit zuwenden und über deren Lektüre ein zweifaches Erkenntnisziel verfolgen: einen Einblick zu gewinnen in kulturelle Grundvorstellungen einerseits, in die narrativen Potenziale und Möglichkeiten im Erzählen vom Tabu andererseits. Gelesen werden eine Auswahl an mittelhochdeutschen und frühneuhochdeutschen Tabuerzählungen, in kleineren und umfangreicheren Ganzschriften sowie in Auszügen (u. a. „Partonopier und Meliur“, „Friedrich von Schwaben“, „Lohengrin“, „Melusine“).
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft, sich regelmäßig und aktiv am Seminar in gemeinsamer Arbeit in Gruppen zu beteiligen, sowie die Lektüre der meist einsprachigen Texte (ohne Übersetzung!). Bis Semesterbeginn zu lesen ist die „Melusine“ Thürings von Ringoltingen, Textgrundlage: Thüring von Ringoltingen: Melusine. In der Fassung des Buchs der Liebe (1587). Mit 22 Holzschnitten. Hrsg. von Hans-Gert Roloff. Stuttgart: Reclam 2000 (RUB 1484). ISBN: 978-3-15-001484-4
Ein Reader mit weiteren Texten zum Seminar wird bis Semesterbeginn vorliegen.
- Lehrende/r: Ulrich Hoffmann
Im Rahmen einer besonders komplexen Variante des Doppelwegs erzählt Wolframs von Eschenbach Artusroman ‚Parzival‘ die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Ritter. So handelt der mittelhochdeutsche Text einerseits von der Entwicklung des fernab vom Hof in der Wildnis aufgewachsenen Titelhelden Parzival zum Gralskönig, darüber hinaus aber auch von der Bewährung des Neffen von König Artus’, Gawein, als Minneritter.
Das Seminar soll unter Berücksichtigung verschiedener thematischer Schwerpunkte eine Einführung in Wolframs ‚Parzival‘, die Grundlinien der entsprechenden Forschungsdiskussion sowie die (moderne) Rezeptionsgeschichte geben. Es wird untergliedert sein in eine Lektürephase, in welcher der Roman zunächst blockweise gemeinsam gelesen und diskutiert wird, und eine anschließende Phase der intensiven Auseinandersetzung mit der einschlägigen Sekundärliteratur.
Benötigt wird folgende Ausgabe des mittelhochdeutschen Textes mit einer Übersetzung ins Neuhochdeutsche, die bereits vor Seminarbeginn angeschafft werden sollte:
Wolfram von Eschenbach: Parzival. 2. Auflage. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von Karl Lachmann. Übersetzung von Peter Knecht. Mit Einführungen zum Text der Lachmannschen Ausgabe und in Probleme der ‚Parzival‘-Interpretation von Bernd Schirok. Walter de Gruyter: Berlin/New York 2003 (oder eine neuere Auflage; ca. 35 Euro)
Das Seminar wird von einem eigenen Learnweb-Kurs begleitet, u. a. mit zusätzlichen Texten zur Vor- und Nachbereitung. Weitere Informationen zum Kurs folgen in der ersten Sitzung des Seminars.
- Lehrende/r: Maren Siemering
In der Vorlesung wird zunächst in die Disziplin Berufspädagogik eingeführt. Dabei wird u.a. auf die Genese, disziplinäre Verortung sowie auf Gegenstands- und Forschungsfelder dieser Disziplin eingegangen. Standards wissenschaftlichen Arbeitens werden ebenfalls bearbeitet. Hierauf folgt im Zusammenhang des Begriffspaares Disziplin - Profession eine thematische Einführung in das berufliche Handlungsfeld von Lehrerinnen und Lehrern. Kennzeichen professionellen Lehrerhandelns werden ebenso thematisiert wie bildungspolitische Standards und konkrete Aufgaben von Lehrkräften an Berufskollegs. Ebenfalls erfolgt eine Auseinandersetzung mit Aufgaben betrieblichen Bildungspersonals. Hieran schließt sich eine inhaltliche Auseinandersetzung mit begrifflichen und rechtlichen Grundlagen sowie strukturellen Merkmalen des deutschen Berufsbildungssystems an. Die Dualität des deutschen Berufsbildungssystems wird ebenso betrachtet wie die beruflichen Teilsysteme (Übergangsbereich, schulische Berufsausbildung) und es wird ein besonderer Blick auf die Zielgruppen beruflicher Bildung gerichtet. In diesem Kontext werden Fragen von Inklusion in der beruflichen Bildung thematisiert. Unter der Perspektive, Bildungsprozesse im Lebenslauf abzubilden, erfolgt des Weiteren eine inhaltliche Auseinandersetzung mit beruflichen Bildungsprozessen in der Perspektive des individuellen Lebenslaufes.
- Lehrende/r: Jeanne Lengersdorf
- Lehrende/r: Franziska Vervoorst
- Lehrende/r: Ulrike Weyland
- Lehrende/r: Larissa Wilczek
resse des Kölner Buchdruckers Johann Koelhoff des Jüngeren erhalten hat: Der großformatige, mit vielen Holzschnitten repräsentativ ausgestattete Druck aus dem Jahr 1499 gilt als erster Versuch, die Geschichte von Koelhoffs Heimatstadt Köln von ihren Ursprüngen bis in die Gegenwart zu schreiben. Dabei blieb der anonyme Urheber des Texts jedoch keinesfalls bei lokalen Ereignissen und Begebenheiten stehen. Eingebettet ist seine Historie der rheinischen Metropole vielmehr in eine Geschichte des römisch-deutschen Reichs wie auch in die Läufe der Weltgeschichte, die der Autor – der mittelalterlichen Universalchronistik folgend – mit dem alttestamentarischen Schöpfungsbericht der Erde nach Genesis beginnen ließ. Ihrer Leserschaft erschloss die Koelhoffsche Chronik damit über Kölner Horizonte hinaus eine Fülle an informativen, unterhaltenden, aber auch moralisch belehrenden Erzählungen, die zuvor – wie der Prolog explizit erklärt – oft nur der lateinischen Gelehrtenwelt zugänglich gewesen waren, nun aber in der Volkssprache auch ein breites stadtbürgerliches Laienpublikum erreichen sollten.
Ziel der Vorlesung ist es, am Beispiel dieses konkreten Werks ein vertieftes Verständnis von der Genese, den Inhalten, Intentionen und Reichweiten spätmittelalterlicher Stadtchronistik zu gewinnen: Einerseits wird uns dazu die turbulente und in der Forschung teilweise auch hoch umstrittene Entstehungs- und Druckgeschichte der Chronik beschäftigten ebenso wie die bislang nur unsystematisch verfolgten Spuren ihrer Rezeption. Intensiver hineinschauen wollen wir andererseits aber auch in verschiedene der in der Chronik erzählten Episoden: Welche Geschehnisse und Themen aus der fernen Vergangenheit wie auch der eigenen Gegenwart hielt der Autor für berichtenswert? Woher bezog er sein Wissen? Wie bewertete er die von ihm zusammengetragenen Informationen? Und welche Ziele verfolgte er mit seinen Darstellungen?
- Lehrende/r: Alexia Ibrahim
- Lehrende/r: Carla Meyer-Schlenkrich
- Lehrende/r: Daniel te Vrugt
- Lehrende/r: Pia Jasmin Wontorra
Die einführende Vorlesung erschließt den Gegenstandsbereich der spanischen Kulturwissenschaft nicht über einen historisch-chronologischen Ansatz und auch nicht über eine landeskundliche/landeswissenschaftliche Systematik, sondern über eine Reihe kulturwissenschaftlicher Basiskonzepte, die sich in den letzten Jahren in der deutschen Forschungslandschaft und universitären Ausbildung als zentral erwiesen haben. Behandelt werden in den einzelnen Vorlesungen unter anderem die folgenden Themen- und Fragenkomplexe: „Was ist spanische Kulturwissenschaft?“, „Der Raum als Zeichen: Territoriale Identitäten“, „Die zeitliche Dimension der Kultur“, „Die Entwicklung der nationalen und kulturellen Identität(en)“, „Spanische Fremd- und Selbstbilder“, „Kulturkontakte: (Post-) Kolonialismus und Migration“, „Geschlechterordnungen und Körperdiskurse“, „Erinnerungskultur(en) und Gedächtnisorte“, „Kulturspezifische Besonderheiten des spanischen Mediensystems“ etc. Der Schwerpunkt der Einführung liegt vor allem darauf, das Problembewusstsein für die unterschiedlichen Dimensionen der spanischen Kultur zu fördern und die Relevanz zentraler Begriffe herauszuarbeiten. Kulturelle Daten und Fakten stehen daher nie für sich, sondern immer im Fokus eines Ansatzes, der die Symbolik kultureller Sachverhalte und Gegebenheiten zur Richtschnur der Darstellung macht. Das vollständige Programm der Vorlesung steht im Learnweb ab Ende März zur Verfügung.
Teilnahmevoraussetzungen: Regelmäßige Anwesenheit und die Bereitschaft zur Erledigung kleinerer Vorbereitungsaufgaben. Spanischkenntnisse sind hilfreich, aber keine Voraussetzung für den Besuch der Vorlesung.
Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt über LSF.
- Lehrende/r: Mara Behle
- Lehrende/r: Christian von Tschilschke
Eine Anmeldung in HISLSF dient der Organisation der Vorlesung und sollte nach Möglichkeit vorgenommen werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung sowie die Verbuchung Ihrer Leistungen in QISPOS ist jedoch auch ohne vorherige Anmeldung via HISLSF möglich.
In Abwandlung der von Engels 1888 und Löwith 1928 verfassten Studien mit dem Titel Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, soll in dieser Vorlesung gezeigt werden, dass auch das klassische bzw. heuhumanistische Bildungsverständnis auf der Höhe seiner Entfaltung (Hegel, Humboldt) bereits zur Kritik stand und – mit Adorno argumentiert – als bürgerliches Herrschaftsinstrument die Verfallsgeschichte der deutschen Bildung bis hin zur Shoa einleitet. Inwiefern der in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts vollzogene philosophische Paradigmenwechsel vom Idealismus zum Materialismus kaum Auswirkungen auf bildungspolitische Weichenstellungen im Sinne einer „allgemeinen Bildung für alle” (Klafki) hatte, soll ideengeschichtlich rekonstruiert und mit Blick auf das gegenwärtige Problemfeld öffentlicher Bildung diskutiert werden.
- Lehrende/r: Leon Lorenz
- Lehrende/r: David Püth
- Lehrende/r: Ursula Reitemeyer-Witt
Wie klingt Schwarz-Rot-Gold? Deutsch-deutsche Musikgeschichten nach 1945 SoSe 2022, Michael Custodis
Die Musikgeschichte in Deutschland nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur erweist sich nicht nur als stilistisch äußerst divers, sondern spiegelt in außergewöhnlicher Deutlichkeit auch die kulturpolitischen und zeitgeschichtlichen Beziehungen der beiden deutschen Staaten zueinander sowie das Selbstverständnis der Berliner Republik nach 1990. Entlang ausgewählter Stationen u.a. zu Hanns Eisler, Wilhelm Furtwängler, Karlheinz Stockhausen, Heimatfilmen, dem Lipsi, Klaus Renfft, Nina Hagen, Kraftwerk, den Scorpions, Rammstein, Helene Fischer und Hip-Hop begibt sich diese als Vorlesung konzipierte Lehrveranstaltung auf Spurensuche zu politischen und musikalischen Meilensteinen nach 1945.
- Lehrende/r: Michael Custodis
Das 20. Jahrhundert ist bereits Geschichte und uns dennoch weiterhin nah. Bereits während des 20. Jahrhunderts selbst als auch nun, im frühen 21. Jahrhundert, sind wir mit unterschiedlichen Versuchen von Historiker*innen konfrontiert, die unmittelbare Vergangenheit zu deuten und zu periodisieren. Zäsuren und Umbrüche wie „1914/1918“, „1933“, „1945“, „1968“ oder „1989“ werden diskutiert und mit entsprechenden Interpretamenten versehen. Dem „kurzen“ 20. Jahrhundert wird ein „langes“ gegenübergestellt, neben die „langen“ 1950er Jahre sind die „langen“ 1960er Jahre getreten. Ausgehend von der deutschen und europäischen Geschichte werden wir in der Übung unterschiedliche Deutungsmuster zur Geschichte des 20. Jahrhunderts kennenlernen und versuchen, sie in den zeithistorischen Kontext ihrer Entstehung einzuordnen. Ausgangspunkt sind sowohl Texte von Historiker*innen zur Konzeptionalisierung und Periodisierung des 20. Jahrhunderts als auch Auszüge aus großen Gesamtdarstellungen.
- Lehrende/r: Silke Mende
Der Aufbau eines Unternehmens wird eher den Studierenden der Betriebswirtschaftslehre zugetraut. Doch unter dem Begriff Entrepreneurship finden wir inzwischen eine Gründerkultur, die sich nicht viel mit Rechnungswesen, Statistik oder Lieferketten auseinandersetzt. Gerade Dienstleistungsunternehmen fällt es leicht, viele Tätigkeiten in diesen Bereichen auszulagern, um sich ganz auf ihre eigentliche Aufgabe zu konzentrieren: ein erfolgreiches Produkt zu entwickeln und zu vermarkten.
Die PR-Agentur ist ein klassisches Berufsfeld für Studierende der Kommunikationswissenschaft. Sie arbeiten dort vor allem in den Bereichen Redaktion und Beratung. Viele Menschen betätigen sich in diesen Feldern zudem als Selbstständige.
Woran es bei allem Engagement und viel Kreativität jedoch häufig mangelt, ist das Verständnis für die Kunden und die wirtschaftlichen Zusammenhänge in diesen kreativen Berufen. Das Seminar legt den Fokus auf die Leistungen und Strukturen einer PR-Agentur, bettet diese jedoch in eine für die Kommunikationswissenschaft ungewöhnlichere Aufgabenstellung ein, die interdisziplinäres Denken erfordert.
Vorrangiges Ziel des Seminars ist es, ein tiefes Verständnis der Tätigkeiten im Bereich Public Relations zu entwickeln. Darauf aufbauend erarbeiten wir anschließend eine Strategie für eine Agentur oder eine Selbstständigkeit, die sich an den Anforderungen des Marktes orientiert.
Prüfungsleistungen:
Während des Seminars wird nicht nur kontinuierlich an der übergreifenden Unternehmensstrategie, sondern auch an Teilstrategien aus den Bereichen Marketing (Produkt, Preis, Kommunikation, Vertrieb), Personal oder Produktion gearbeitet.
Als abschließende Prüfungsleistung gelten a) eine Abschlusspräsentation des erarbeiteten Geschäftsmodells in Form eines Investoren-Pitches sowie b) ein sieben bis zehnseitiger Projektbericht, in dem das Modell und seine Teile beschrieben und begründet werden.
Literaturhinweise:
- Creative Strategy and the Business of Design, Douglas Davis 2016
- Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer: Wie Sie und Ihr Unternehmen neue Dynamik gewinnen, Stefan Merath 2008
- Influencer Relations: Marketing und PR mit digitalen Meinungsführern, Annika Schach 2018
- Public Relations: Ein Leitfaden für Studium und Praxis, Olaf Hoffjann 2020
- Tell me!: Wie Sie mit Storytelling überzeugen, Thomas Pyczak 2020
- The Business of Expertise: How Entrepreneurial Experts Convert Insight to Impact + Wealth, David C. Baker 2017
Der Dozent:
Die Lehrveranstaltung wird von Christian Wopen durchgeführt. Christian Wopen ist Geschäftsleiter der PR-Agentur Sputnik aus Münster. Dort betreut er seit vielen Jahren dutzende Kunden vom Start-Up bis zum global tätigen Konzern. Sein Schwerpunkt liegt heute in der Strategieentwicklung für mittelständische b2b-Unter-nehmen sowie in den Agenturbereichen Personal und Marketing. Ursprünglich studierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Politische Wissenschaften. Er ist gelernter Redakteur (Tageszeitung) und war zuvor Moderator bei den IPTV-Spar-tenfernsehsendern GIGA 2 und ESL-TV. An der Deutschen Akademie für Public Relations GmbH (DAPR) ist Wopen Dozent, zuletzt zum Thema Client Relations Expert
- Lehrende/r: Christian Wopen
Auf 50 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Das Judentum Mittel- und Osteuropas schuf Orte und damit Möglichkeiten des Lernens und Lehrens, die sich im Spannungsfeld von Religiosität und (mit der Aufklärung) Verweltlichung bewegten. Dabei waren die Familie und die Gemeinde wichtige Bezugspunkte.
Ein zweites (auch schulpolitisches) Spannungsfeld ist geprägt durch die Interaktion mit der christlichen Mehrheitsgesellschaft. Dabei muss dieses Verhältnis immer auch im Kontext des Antisemitismus betrachtet werden. An Institutionen und Biografien orientiert, dabei bildungstheoretisch einordnend, gehen wir im Seminar diesen Entwicklungen nach.
- Lehrende/r: Frederik Plöger
Jenseits von Markt und Staat findet sich ein weites Spektrum von Organisationen, das Selbsthilfegruppen, Freizeit-, Sport- und Kulturvereine, lokale Umweltinitiativen und soziokulturelle Zentren ebenso einschließt wie international tätige Hilfsorganisationen oder die gewaltigen Wohlfahrtsverbände. Dieser Dritte Sektor wird in der allgemeinen Öffentlichkeit, von Politikern und Policy-Experten sowie von Firmen und Unternehmen zunehmend beachtet und unter dem Oberbegriff Zivilgesellschaft gefasst. Hierfür ist ein ganzes Bündel von Faktoren ausschlaggebend: So bieten diese Organisationen die Chance, marktwirtschaftliche Effizienz mit bürgerschaftlichem Engagement zu verbinden. Sie nehmen in vielen Bereichen, wie etwa in der Umweltpolitik oder der Entwicklungshilfe, zunehmend staatliche Aufgaben wahr. Auf der internationalen Bühne wird die Zivilgesellschaft als Hoffnungsträgerin einer neuen globalen Governance Struktur betrachtet. Schließlich bieten die Organisationen vor Ort, die vielen Vereine, Initiativen und Selbsthilfegruppen, Raum zur Selbstorganisation und affektiven Bindung. Kurzum: Sie sind auch Träger lokaler Identifikationsbildung.
Trotz ihres wichtigen Stellenwerts und des gesamten Bereichs jenseits von Markt und Staat ist bisher noch vergleichsweise wenig über die Zivilgesellschaft, ihre spezifische Funktionsweise und über die Muster ihrer Zusammenarbeit mit dem Staat sowie auch mit Firmen und Unternehmen bekannt. Der Kurs versucht hier Abhilfe zu schaffen. Konkret werden im Laufe des Semesters die folgenden Themen behandelt:
- Problemaufriss: Was ist Zivilgesellschaft? (Definitionen und Begriffserklärungen)
- Theoretische Zugänge zum Zivilgesellschaftskonzept
- Interne Strukturierung: Arbeitsschwerpunkte der deutschen Zivilgesellschaft
- Rechtsformen und institutionelle Einbindung der organisierten Zivilgesellschaft
- Blick über die Grenzen: Zivilgesellschaft im internationalen Vergleich
An den Scheinerwerb sind folgende Anforderungen geknüpft: Kurzreferat im Laufe des Semesters (Studienleistung), 90-minütige Klausur (Prüfungsleistung). Die Klausur kann, nach Absprache mit den Studierenden, auch an einem anderen Tag geschrieben werden.
Die Abschlussklausur findet am 11.07.2022, 10-12 Uhr, statt.
Die Nachschreibeklausur findet am N.N., statt.
- Lehrende/r: Matthias Freise
- Lehrende/r: Louisa Jechel
- Lehrende/r: Theresa Schweden
„Heimat hat Konjunktur,“ konstatierte Jens Jäger 2017 mit Blick auf die Geschichte des Begriffs im 19. und 20. Jahrhundert, aber auch mit Blick auf die politische Instrumentalisierung der Heimatidee heute. Diese Feststellung verleiht auch der Beschäftigung mit der im Deutschen Kaiserreich entstehenden Heimatbewegung neue Relevanz, die sich Themen wie Landschaft und Natur, Baukultur und Denkmalpflege oder ‚Volkskultur‘ und Sprache widmete und zumeist in Vereinen institutionalisiert wurde. Immer stärker orientierten sich die Verbände an konservativ-zivilisationskritischen oder chauvinistisch-völkischen Ideologien, was sich in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus fortsetzte, so dass nach 1945 zumindest eine teilweise Neuorientierung erforderlich wurde.
Ziel des forschungsorientierten Projektseminars ist es, die Geschichte der Heimatbewegung exemplarisch für die Region Lippe zu analysieren und in überregionale Entwicklungen einzuordnen. Die verpflichtende Tagesexkursion nach Lemgo ermöglicht den Blick auf das Zusammenspiel von Heimatmuseum, Heimatverein und Denkmalpflege in einer Kleinstadt um 1900. Dabei wird die Auseinandersetzung mit wenig oder noch gar nicht erforschten Quellenbeständen vor Ort angestrebt, welche besonders durch die Kooperation mit dem Lippischen Landesmuseum in Detmold gewährleistet wird. Eine Publikation der Beiträge (online oder in regionalen Zeitschriften) wird angestrebt.
Aufgrund des Praxischarakters ist die Teilnehmendenzahl auf 15 begrenzt,
- Lehrende/r: Lena Krull
Über 700 großformatige Seiten ist die Chronik stark, die der Drucker Johann Koelhoff der Jüngere von Januar bis August 1499 wohl in einem außerordentlichen Kraftakt mit seinem Team setzte, druckte und zugleich aufwändig bebilderte. Ehrgeiziges Ziel seines Großprojekts war, der Geschichte seiner Heimatstadt wie auch dem gesamten Nordwesten des römisch-deutschen Reichs ein Denkmal zu setzen – und nimmt man die Zahl der bislang heute erhaltenen Exemplare zum Gradmesser, so scheint ihm das auch gelungen zu sein: Bis heute ist sie in mehr als 209 Stücken bekannt, die weit über das Rheinland und die heutigen Grenzen Deutschlands hinaus von Neuseeland bis Kanada in 23 Ländern rund um den Globus aufbewahrt werden. Nichtsdestotrotz hat die Forschung die Chronik bislang oft eher skeptisch bewertet, ihre Inhalte als geistlose Kompilation fremder Werke getadelt, ihren Druck als unternehmerischen Misserfolg kritisiert, ihre Wirkung als gering eingeschätzt. Offen bleibt allerdings die Frage, wie stark in diesen kritischen Urteilen der nach wie vor lückenhafte, unzulängliche Forschungsstand eine Rolle spielt. Dazu zählt vor allem auch, dass das Werk bislang nur in einer völlig ungenügenden Edition vorliegt.
Ziel des Seminars/der Übung ist daher, auf der Basis der digital verfügbaren originalen Exemplare der Chronik eine neue Transkription zu erstellen. Erproben wollen wir dabei auch die Nutzung der digitalen Editions-Plattform Transkribus. Voraussetzung dafür ist eine Einführung in die Chronik selbst sowie in die Grundlagen der Inkunabelkunde und der Editionstechnik. Die eigentliche Transkriptionsarbeit soll durch Projektarbeit in Gruppen und in Kooperation mit parallelen Kursen an den Universitäten Köln und München erfolgen. Mittelfristig geplant ist, die Arbeitsergebnisse in Form einer digitalen Edition im Netz zu veröffentlichen.
- Lehrende/r: Alexia Ibrahim
- Lehrende/r: Carla Meyer-Schlenkrich
- Lehrende/r: Janna Stupperich
- Lehrende/r: Daniel te Vrugt
- Lehrende/r: Pia Jasmin Wontorra
Das Seminar bietet neben Grundlagen zur Theatersemiotik und Kommunikationstheorie Einblicke in die Praxis des Übersetzens. Wie gehe ich an die Übersetzung eines Bühnentextes heran? Was ist zu beachten im Vergleich zum Übersetzen von Prosa? Wir werden uns mit der Idee des Sprechakts vertraut machen und in gemeinsamen Lektüren Szenen auf ihre semantischen Spielräume und Subtexte untersuchen. Davon ausgehend sehen wir uns den Weg des Texts zur Inszenierung an. Die Wirkung gesprochener Sprache im Raum beschäftigt uns dabei ebenso wie die Fragen interkultureller Kommunikation, die sich in besonderer Schärfe beim Transfers von Witz und Humor stellen. Denn der übersetzte Text trifft auf ein Publikum, das im Rahmen anderer Codes rezipiert, versteht und reagiert.
Ein Theaterbesuch ist geplant.
Literaturangaben:
Primärliteratur:
- Juan Mayorga, El chico de la última fila.
- Jordi Galceran, El método Grönholm.
Sekundärliteratur:
- Erika Fischer-Lichte, Semiotik des Theaters. Band 1: Das System der theatralischen Zeichen. Tübingen 1983.
- Juan Mayorga, Silencio. (Rede anlässlich der Aufnahme in die Real Academia de la Lengua Española im Jahr 2018).
- Belén Santana, Humor – Lachen – Komik. Eine systematische Interkulturalitätsanalyse. Deutsch und Spanisch. Berlin 2012.
- Schulz von Thun, Miteinander Reden. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Band 1. Reinbek 1981.
Die Texte werden zur Verfügung gestellt.
- Lehrende/r: Stefanie Gerhold
Hier gibt es Informationen zur AG, Fälle und Lösungen.
- Lehrende/r: Oliver Lepsius
Vorlesungsbegleitende Arbeitsgemeinschaft im Deutschen und Europäischen Verfassungsrecht I
Schreibt euch ein, wenn ihr meiner AG zugewiesen seid.
Achtung: Diese AG beginnt eine Woche später - erster Termin: 2.11.2021. Der Termin wird nachgeholt.
Zeit: Dienstags 12 - 14 Uhr
Ort: Scharnhorststr. 100 (Raum Sch 100.301)
- Lehrende/r: Oliver Lepsius
Dieses ist die vorlesungsbegleitende Zoom - AG zum Deutschen und Europäischen Verfassungsrecht I.
- Lehrende/r: Nicholas Christoph Schildhauer
Dieses Seminar bietet anhand des Gegenstands Aussprachenormen zum einen eine Einführung in die Phonetik und Phonologie des Deutschen, die am Sprachgebrauch orientiert ist. Dabei erfahren Sie auch mehr über das Spannungsfeld gesprochener und geschriebener Sprache und das Konzept der Sprachnormen, das man sehr unterschiedlich definieren kann. Aus diachroner Perspektive erarbeiten Sie sich die Geschichtlichkeit von Aussprachenormen (und Normen überhaupt) und die unterschiedlichen Beziehungen, in denen Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Sprachgeschichte des Deutschen stehen.
Einstiegsliteratur:
Atlas zur Aussprache des deutschen Gebrauchsstandards (http://prowiki.ids-mannheim.de/bin/view/AADG/; abgerufen 21.6.2021)
Duden 4 (2016): Die Grammatik. 9. Aufl. Berlin: Dudenverlag. (Kapitel Phonem und Graphem)
Duden 6 (2015): Das Aussprachewörterbuch. Bearb. v. Stefan Kleiner, Ralf Knöbl und Max Mangold. 7. Aufl. Berlin: Dudenverlag. (Einleitung, Teil A und E)
Ganswindt, Brigitte (2019): Landschaftliches Hochdeutsch vom 17. bis 19. Jahrhundert. In: Herrgen, Joachim / Jürgen Erich Schmidt (Hrsg.): Sprache und Raum. Ein internationales Handbuch der Sprachvariation. Band 4: Deutsch. Unter Mitarbeit von Hanna Fischer und Brigitte Ganswindt. Berlin/Boston: De Gruyter Mouton (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. 30.4), 101-120.
- Lehrende/r: Antje Dammel
Nach der Zwischenprüfung beherrscht ihr zwar die Grundzüge der Falllösungstechnik. Das heißt aber nicht, dass sich diese nicht noch verfeinern und optimieren ließe. Genau das zu tun ist mit Blick auf die Examensklausuren auch dringend ratsam. Wie gehe ich eine fünfstündige Klausur an und wie baue ich sie auf? Wie erkenne ich, wo ich meine Schwerpunkte setzen muss? Wann verwende ich den Gutachtenstil, wann den Behauptungsstil und warum eigentlich nie den Urteilsstil? Wie stelle ich einen „Streitstand“ problemorientiert dar und argumentiere überzeugend, ohne den Korrektor mit dem Abarbeiten von Meinungen zu langweilen oder gar mit nichtssagenden Floskeln zu verärgern? Wie finde ich stichhaltige Argumente, wenn ich keine auswendig gelernt habe? Wo kann ich Zeit gewinnen, anstatt sie unnötig zu verschwenden?
Häufig unterschätzen Studierende bis zum Examen das Potential, das in einer durchdachten und auch im Detail sorgfältig geschulten Falllösungstechnik schlummert. Sie ist zwar kein Garant für gute Noten, wohl aber ein sehr gutes Fundament, auf dem ihr später eure Examensvorbereitung zielsicher aufbauen könnt. Eignet ihr sie euch an, könnt ihr damit im Idealfall eine Menge wertvoller (Lern-)Zeit sparen, die ihr für die schönen Dinge des Lebens gut gebrauchen könnt.
Ganz nebenbei wiederholt und vertieft ihr in der Methodik-AG eure Kenntnisse aus dem Grundstudium und bleibt so am Ball des Pflichtfachstoffs, während ihr euch in eure Schwerpunkte vertieft oder findet euch wieder im deutschen Recht ein, nachdem ihr eine Zeit im Ausland verbracht habt.- Lehrende/r: Tobias Köpcke
- Lehrende/r: Simon Pielhoff
- Lehrende/r: Sarah Popp
- Lehrende/r: Jakob Schneck
Das Seminar führt an exemplarischen Texten in die althochdeutsche Sprache und Literatur (ca.750–1050) ein. Behandelt werden sowohl geistliche als auch weltliche Texte wie z.B. die ›Merseburger Zaubersprüche‹ (Magie), das ›Hildebrandslied‹ (Heldenepos), das ›Ludwigslied‹ (Preislied), das ›Georgslied‹ (Legendichtung) u.a. Kenntnisse der althochdeutschen Sprache werden nicht vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Heike Bismark
Alexander der Große ist nicht nur eine herausragende, schillernde Figur der Geschichte, sondern auch der antiken und mittelalterlichen Literatur. Alexander erscheint hier als Welteneroberer und Forscher, als Werkzeug Gottes (instrumentum Dei), aber auch als Exempel für superbia und für die Vergänglichkeit menschlicher Macht (exemplum vanitatis). Um 1150/60 entsteht mit dem ›Alexanderroman‹ des Pfaffen Lambrecht der erste deutsche Antikenroman, der zugleich der erste deutsche Roman nach romanischer Vorlage ist und den Anfang der deutschen Großepik markiert. Der Roman ist in drei Handschriften und damit in drei verschiedenen Fassungen erhalten, die nach den Aufbewahrungsorten der Handschriften benannt sind: Der ›Vorauer Alexander‹, um 1160 entstanden, erzählt die Geschichte von Alexanders Jugend, seinen Heldentaten und seinem Sieg über den Perserkönig Darius. Der ›Straßburger Alexander‹ (nach 1185) erweitert die Handlung nicht nur um weitere Kriegszüge, sondern erzählt auch von den Wundern des Orients und den Reisen Alexanders an die Ränder der damals bekannten Welt. Er führt den Helden bis an die Pforten des Paradieses und endet schließlich mit Alexanders Tod. Der Ende des 13. Jhs. entstandene ›Basler Alexander‹ kürzt einerseits, berichtet andererseits aber von weiteren spektakulären Versuchen Alexanders, Grenzen zu überschreiten (z.B. durch eine Tiefseefahrt in einer Taucherglocke).
Der ›Eneasroman‹ Heinrichs von Veldeke (1170-1190), der als der erste höfische Roman in deutscher Sprache gilt, muss schon im Mittelalter „eine literarische Sensation“ (Bumke) gewesen sein. Gottfried von Straßburg rühmt dementsprechend in seinem ›Tristan‹ Veldeke als den Begründer der deutschen höfischen Literatur: er inpfete daz êrste ris / in tiutischer zungen („Er propfte das erste Reis in deutscher Sprache“, V. 4738f.). Der ›Eneasroman‹ behandelt einen der großen Stoffe der Weltliteratur: Erzählt wird die Geschichte des Helden Eneas, Sohn der Göttin Venus, der auf Weisung der antiken Götter aus dem zerstörten Troja flieht, nach längerer Irrfahrt schließlich in Italien landet und dort zum Stammvater der Römer (und damit letztlich auch der deutschen Kaiser) wird. Veldekes Vorlage ist der anonyme altfranzösische ›Roman d’Eneas‹ (um 1160), der wiederum auf Vergils ›Aeneis‹ (ca. 29-19 v. Chr.) beruht. Wie aus dem römischen Nationalepos durch die mittelalterlichen Bearbeiter ein höfischer (Minne-)Roman wird, soll eine der Leitfragen des Seminars sein.
Die Kenntnis beider Texte wird zu Semesterbeginn vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Heike Bismark
Die geschriebene Sprache folgt im Deutschen in vielen Fällen anderen Regeln und Normen als die gesprochene Sprache. Einen Ausschnitt aus diesen Regeln und Normen sollen Sie in diesem Kurs kennenlernen und praktisch einüben. Das fängt mit dem grammatischen Aufbau eines deutschen Satzes an und endet damit, dass Sie wissen sollten, wie man grammatisch richtige und sinnvolle Sätze zu einem Text zusammenfügt.
- Lehrende/r: Albina Haas
Der Parteienstreit zwischen den sogenannten „Klassizisten” oder „Traditionalisten” auf der einen und den „Neudeutschen” bzw. der „Fortschrittspartei”
auf der anderen Seite schlug hohe Wellen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der mitteleuropäischen Musik.
Die erste Gruppe setzte sich zusammen u.a. aus dem in Musikerkreisen schon damals hochgeschätzten jungen Johannes Brahms,
dem einflussreichen Geiger und Brahms-Förderer Joseph Joachim, dem (lange in Münster wirkenden) Komponisten und Dirigenten Julius Otto Grimm,
dem Dirigenten des Breslauer Orchestervereins Bernhard Scholz, sowie später dem Brahms und seine Musik bewundernden Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick.
Auf der Seite der „Neudeutschen” fanden sich zunächst der Musikkritiker und Journalis Franz Brendel, der 1844 die Nachfolge Robert Schumanns als Leiter
der Leipziger „Neuen Zeitschrift für Musik” antrat sowie die Komponisten Hector Berlioz, Franz Liszt, Richard Wagner und später Hugo Wolff,
schließlich wurde Anton Bruckner als symphonischer Gegenspieler Brahms’ ohne eigene Aktivität in diesen Parteienstreit mit hineingezogen.
Auffällig ist, dass die maßgeblichen Komponisten der „Neudeutschen” (Berlioz und Liszt) keine Deutschen waren und Richard Wagners Schwerpunkt trotz zweier
kaum bedeutender früher Sinfonien im Komponieren von Opern/Musikdramen bestand.
Gleichwohl ist Wagner durch seine phänomenale Art der Orchestersprache und sein Schrifttum eine entscheidende Gestalt in diesem Parteienstreit.
1860 erschien ein kurzes Manifest, in dem die vier Unterzeichner Brahms, Grimm, Joachim und Scholz ihren Unmut darüber bekunden,
dass die NZfM unter Franz Brendel in ihren Rezensionen und Artikeln eben die musikalische und musikästhetische Richtung bevorzuge und fördere,
die dem ästhetischen Empfinden der Unterzeichner zuwider war, nämlich die Programm-Sinfonien von Berlioz’ und insbesondere die Sinfonischen Dichtungen Franz Liszts.
Im Seminar soll diese Weichenstellung zu der großen Frage, wie es mit der Sinfonie nach Beethoven weitergehen könne, umfassend aufgearbeitet werden.
Johannes Brahms hat mehrfach in Münster konzertiert und am 25. Januar 1881 in Münster in einem Sinfoniekonzert im Theater u.a. seine zweite Sinfonie dirigiert
und als Pianist Robert Schumanns halbstündige C-Dur-Fantasie op.17 gespielt.
Es ist vorgesehen, dass die Studierenden Referate („Mitgestaltung einer Veranstaltungseinheit einer Veranstaltungsreihe”) halten,
in denen sie konzentriert bestimmte Aspekte ausarbeiten und zur Diskussion stellen.
Als Seminarleiter übernehme und ergänze ich entsprechend. Es sollen also nicht die kompletten Sitzungen mit Referaten zugebracht werden.
Wie immer geht es in meinen Seminaren um einen Einblick in die entsprechende Epoche anhand großer Komponisten und deren Schaffen.
Wir werden natürlich viel hören und zur Repertoire-Kenntnis beitragen, ohne die Diskussionen über Komponisten sinnlos wären.
Wer teilnehmen möchte, sollte bereit sein, Werke kennenzulernen und im Referat vorzustellen.
Literaturhinweise kommen, ein Seminar-Apparat mit den wichtigsten Titeln wird eingerichtet, Materialien werden wie üblich im Learnweb verfügbar sein.
Stand 10.06.2021 Markus Giljohann
- Lehrende/r: Markus Giljohann
Auf 25 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich! Seminarplatz über das myFH-Portal: www.fh-muenster.de/myfh
Das Seminar konkretisiert die Einführung in berufspädagogisches Denken auf einem bestimmten Aufgabengebiet von beruflichem Bildungspersonal. In der Entwicklung des deutschen Schul- und Bildungswesens ist die Beziehung zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung ein grundlegendes Thema. Von der Trennung zwischen Berufs- und Allgemeinbildung im Neuhumanismus (um 1800, Humboldt) über die scharfe Unterscheidung zwischen niederem und höherem Schulwesen (im 19. und 20. Jahrhundert) und die Ansätze der Berufsbildungstheorie (Kerschensteiner, Spranger, Litt) bis zu den Versuchen der Integration beruflicher und allgemeiner Bildung (Kollegschulversuch, Blankertz) und den Bemühungen um Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit der Bildungswege in jüngster Zeit reicht die Kette von Lösungsmodellen in Theorie und Praxis. Im Seminar sollen vor allem drei Fragenkomplexe behandelt werden: (1) Diskussion und Prüfung ausgewählter erziehungs- und bildungstheoretischer Antwortversuche. (2) Welche Zuordnungs- und Abgrenzungsmöglichkeiten gibt es für Schulformen, Bildungsgänge und Abschlüsse? (3) Wie können berufsfachliche und allgemeine Unterrichtfächer, Kompetenzen bzw. Lerninhalte der Bildungsgänge des Berufskollegs im Rahmen der Lernfelddidaktik in ein produktives Verhältnis gebracht werden?
Im Seminar werden methodische Grundlagen und Arbeitsweisen forschenden Lernens für das Studium der Bildungswissenschaften erarbeitet (Literaturrecherche, Gestaltung eines Referats mit Power-Point-Unterstützung; didaktische Strukturierung einer Seminarsitzung).
- Lehrende/r: Hans-Joachim von Olberg