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Die 1980er Jahre waren ein Jahrzehnt westdeutscher Ruhe vor dem Sturm der deutsch-deutschen Vereinigung. Unterhalb der politischen Sekurität der Kohl-Ära und der rustikalen Ästhetik bürgerlicher Wohnkultur machten sich jedoch deutliche kulturelle und gesellschaftliche Transformationsprozesse bemerkbar: von der Aids-Krise bis zur ‚neuen deutschen Welle‘, vom politischen Aufstieg der Grünen hin zu den Diskussionen um die Postmoderne und den ‚Historikerstreit‘. Die 1980er Jahre waren im Hinblick auf Jugendkultur, Sexualität und Geschichtskultur alles andere als eine ‚bleierne Zeit‘. In dem Hauptseminar, das als Blockveranstaltung durchgeführt wird, werden wir uns mit der Alltagsgeschichte dieses Jahrzehnts mit Hilfe von Oral-History Methoden beschäftigen. Die Bereitschaft zur Führung von Interviews mit Zeitzeug:innen ist daher Voraussetzung zum Besuch des Seminars.
- Lehrende/r: Klaus Große Kracht
- Lehrende/r: Ruth Pope
Dieser Kurs ist für Studierende des Masterstudiengangs "Geospatial
Technologies", die keine Vorkenntnisse im Deutschen haben. In dem Kurs
lernen Sie erste Grundlagen der deutschen Sprache kennen. Ziel ist eine
Basis-Kommunikationsfähigkeit in Alltag und Studium. Im Kurs üben Sie
einfache Satzstrukturen und elementares Vokabular. // This course is
designed for students of the International Master in Geospatial
Technologies who have no previous knowledge of German. Students will
learn the first basics of the German language. The goal is a basic
ability to communicate in everyday life and at university. In the course
you will practise simple sentence structures and elementary vocabulary
- Lehrende/r: Theresa Viefhaus
NIVEAU A1.2 - ONLINE-KURS: DEUTSCH FÜR FORTGESCHRITTENE ANFÄNGER*INNEN, GRUPPE B / ONLINE COURSE: GERMAN FOR ADVANCED BEGINNERS, GROUP B
(Kursnummer 204043 )
Inhalt
Ziel der Veranstaltung ist die Festigung und der Ausbau von bereits vorhandenen Grundkenntnissen der deutschen Sprache anhand von sprachpraktischen Übungen, z.B. Texte, Interviews hören, Gespräche über verschiedene Themen führen, vor Publikum sprechen, Gebrauchstexte schreiben.
Zeit und Ort
Beginn: 29.04.2021
Do 14:15- 15:45
Fr 14:15-15:45
Voraussetzungen
C-Test nicht erforderlich
Leistungsnachweis
regelmäßige Teilnahme und Klausur
Literatur
Gearbeitet wird mit dem Lehrwerk „Motive, Kompaktkurs DaF A1“ des Hueber Verlags. Das Arbeits- und Kursbuch sollte von den TeilnehmerInnen angeschafft werden.
Lehrkraft
Gabriele Simon
- Lehrende/r: Gabriele Simon
Eine gute Aussprache ist eine wichtige Voraussetzung für eine
erfolgreiche Kommunikation. Im Mittelpunkt des Aussprachetrainings
stehen daher die besonderen Ausspracheschwierigkeiten von Deutschlernern
beim Erwerb des Deutschen. Es werden phonetische Regeln vermittelt, die
dann in Hör- und Sprechübungen ihre Anwendung finden. Übungen im
„Freien Sprechen“ sowie das Lesen und Vortragen von Texten bilden dabei
den zentralen Aspekt des Sprechtrainings Der Kursbesuch hilft den
Teilnehmenden:
- die deutschen IPA (Internationales Phonetisches Alphabet) Symbole, die
in Wörterbüchern zu benutzen, verstehen und anzuwenden;
- die Beziehung zwischen der Aussprache und dem deutschen Schriftsystem
zu verstehen;
- die grundlegenden artikulatorischen Merkmale der deutschen Sprachlaute
zu verstehen, beschreiben und anzuwenden;
- rhythmische Gruppen, Intonations- und Betonungsmuster zu verstehen und
zu produzieren;
- die allgemeine Hör- und Sprechfähigkeit zu verbessern
- Lehrende/r: Ulrich Wannagat
Learnwebkurs der Arbeitsgemeinschaft zum Deutschen und Europäischen Verfassungsrecht I im Sommersemester 2023; Eilers Mittwoch 8-10 AUB 215
- Lehrende/r: Maren Eilers
Das Seminar gibt einen Überblick über die ökonomischen, politischen, rechtlichen und technischen Besonderheiten des deutschen Mediensystems. Ferner wird schlaglichtartig zu spezifischen Mediensystemen in anderen Ländern der Erde Bezug genommen. Diese Grundlagenkenntnisse sollen dazu befähigen, Entwicklungen innerhalb der Medienöffentlichkeit(en) kompetent zu analysieren und einzuordnen.
Im ersten Teil des Seminars werden Grundlagen des deutschen Mediensystems entlang spezifischer Themenbereiche erarbeitet und anhand gegenwärtiger Herausforderungen reflektiert. Dazu gehören u.a.:
- Auswirkungen der Ökonomisierung und Digitalisierung auf Geschäftsmodelle (z.B. Plattformisierung des Journalismus)
- Regulierung von Sozialen Medien ohne Gefährdung der Meinungsfreiheit
- Kennzeichnung von Werbung in Sozialen Medien
- Datenmacht der IT-Konzerne
Im zweiten Teil des Seminars werden ergänzend Besonderheiten und Entwicklungen ausgewählter internationaler Mediensysteme thematisiert, wie zum Beispiel Aspekte der Zensur im Iran oder der Wandel nordafrikanischer Mediensysteme während des Arabischen Frühlings.
Leistungsnachweis: Von den Teilnehmer*innen wird neben aktiver Mitarbeit und vorbereitender Lektüre die Bearbeitung kleinerer Übungsaufgaben gefordert.
Prüfungsleistung: Klausur
- Lehrende/r: Stephan Niemand
Das Seminar gibt einen Überblick über die ökonomischen, politischen, rechtlichen und technischen Besonderheiten des deutschen Mediensystems. Ferner wird schlaglichtartig zu spezifischen Mediensystemen in anderen Ländern der Erde Bezug genommen. Diese Grundlagenkenntnisse sollen dazu befähigen, Entwicklungen innerhalb der Medienöffentlichkeit(en) kompetent zu analysieren und einzuordnen.
Im ersten Teil des Seminars werden Grundlagen des deutschen Mediensystems entlang spezifischer Themenbereiche erarbeitet und anhand gegenwärtiger Herausforderungen reflektiert. Dazu gehören u.a.:
- Auswirkungen der Ökonomisierung und Digitalisierung auf Geschäftsmodelle (z.B. Plattformisierung des Journalismus)
- Regulierung von Sozialen Medien ohne Gefährdung der Meinungsfreiheit
- Kennzeichnung von Werbung in Sozialen Medien
- Datenmacht der IT-Konzerne
Im zweiten Teil des Seminars werden ergänzend Besonderheiten und Entwicklungen ausgewählter internationaler Mediensysteme thematisiert, wie zum Beispiel Aspekte der Zensur im Iran oder der Wandel nordafrikanischer Mediensysteme während des Arabischen Frühlings.
Leistungsnachweis: Von den Teilnehmer*innen wird neben aktiver Mitarbeit und vorbereitender Lektüre die Bearbeitung kleinerer Übungsaufgaben gefordert.
Prüfungsleistung: Klausur
- Lehrende/r: Stephan Niemand
Der Schwerpunkt dieses Sprachkurses für Deutsch als Fremdsprache liegt im Bereich Konversation und Phonetik und richtet sich an Deutschlernende mit einem sprachlichem Kompetenzniveau von mindestens A2/B1. Die unten skizzierten Lernziele sollen in diesem Kurs nicht (nur) durch herkömmliche Methoden erreicht werden, sondern vor allem durch solche, die aus dem Bereich der Theaterpädagogik stammen.
Ziel dieses Kurses ist die Verbesserung und Weiterentwicklung von mündlichen Kompetenzen im Deutschen: im Gespräch mit anderen üben wir zum Beispiel das Äußern von Ideen und Meinungen sowie das Argumentieren und Abwägen. In Vorbereitung eines kleinen Bühnenprojekts fokussieren wir schließlich vor allem die Aspekte Ausdrucksfähigkeit, Intonation und Aussprache. All diese Übungsbereiche werden inhaltlich eingebettet, indem wir uns mit (alltags)kulturellen Unterschieden zwischen Deutschland und anderen Ländern beschäftigen: wir tauschen uns über Erfahrungen mit kultur- und länderspezifischen Vorurteilen, Zuschreibungen und Stereotypisierungen aus und thematisieren, wie diese in öffentlichen Medien reproduziert werden. In diesem Kontext wollen wir auch einen Blick auf deutsche Sprichwörter und idiomatische Redewendungen werfen und sie mit denen aus anderen Sprachen vergleichen: wir untersuchen, ob und wo sich hier kulturelle Zuschreibungen finden lassen und schauen im direkten Sprachvergleich, wo es Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt. Hierzu machen wir uns vor allem auch unsere verschiedenen Muttersprachen und andere, uns bekannte Sprachen zunutze. Aus unseren gesammelten Erfahrungen, Gedanken und Erkenntnissen soll schließlich eine sprachlich erfahrbare „Kulturcollage“ mit kleinen Episoden und Szenen oder vielleicht sogar eine Geschichte entstehen.
- Lehrende/r: Svenja Völkert
Rassismus stellt eine zentrale Herausforderung für das Zusammenleben in Einwanderungsgesellschaften dar. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder deutlich, dass Rassismus auch in Deutschland ein heftiges und nicht zu unterschätzendes gesellschaftliches Problem ist: die Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) von den Jahren 2000 bis 2007, der antisemitisch motivierte Anschlag auf die Synagoge in Halle (Saale) im Jahr 2019 oder der Anschlag in Hanau im Jahr 2020 geben hierfür traurige Beispiele. Allein für das Jahr 2021 erfasst das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt 9.236 „fremdenfeindliche” Straftaten. Zudem wurden 2.782 rassistische Straftaten erfasst, die gemeinhin unter dem Begriff ‚Hasskriminalität‘ subsumiert werden. Zivilgesellschaftliche- und Nichtregierungsorganisation gehen allerdings von einer viel höheren Dunkelziffer aus, da Betroffene die Angriffe oft nicht zur Anzeige bringen oder Taten nicht diesen Motiven zugeordnet und somit nicht registriert werden. Rassistisch motivierte Gewalt richtet sich aber nicht ausschließlich gegen die Einwanderungsgesellschaft selbst, sondern auch gegen jene, die sich politisch gegen Rassismus einsetzen, wie die Ermordung von Walter Lübcke im Jahr 2019 zeigt.
Ziel des Seminars ist es, Rassismus als Herausforderungen für die Einwanderungsgesellschaft besser zu verstehen und Handlungsansätze für eine Anti-Rassismuspolitik zu diskutieren. Dabei werden verschiedene Themen behandelt, wie die Ursachen von Rassismus, seine Erscheinungsformen und probate Gegenmaßnahmen. Das Seminar ist in eine Tagung für junge Wissenschaftler*innen eingebettet, die am 28. Und 29. Mai 2023 in der Akademie Franz-Hitze-Haus stattfindet. Auf der Tagung werden junge Expert*innen, die auf den Themengebieten Rassismus und Einwanderungsgesellschaft arbeiten und gerade dabei sind, ihre Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten zu verfassen, ihre Ergebnisse auf der Tagung einem breiten Fachpublikum vorzustellen und diskutieren. Die Beiträge werden in 15-minütigen Vorträgen präsentiert und anschließend von ausgewiesenen Migrationsexpert*innen kommentiert. Die Aufgabe des Seminars ist es, parallel zur Veranstaltung einen Tagungsbericht zu verfassen, der anschließend auf der Homepage des Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) veröffentlicht werden soll. Hierzu finden zum Blockseminar eine Vor- und Nachbesprechung statt, auf der zunächst die Aufgabe des Seminars erläutert (Vorbesprechung) und anschließend der vom Seminar zu verfassende Tagungsbericht besprochen wird (Nachbesprechung). Die Kosten für Teilnahme und Verpflegung der teilnehmenden Studierenden im Franz Hitze Haus werden vom Veranstalter übernommen.
Da eine Teilnahmebeschränkung von 20 Personen besteht, wird um eine (verbindliche) Anmeldung bis zum 30.04.23 an hunger@uni-muenster.de gebeten.
Die Studienleistung besteht aus dem (gemeinsamen) Verfassen des Tagungsberichtes, als Prüfungsleistung kann eine Hausarbeit zum Seminarthema angefertigt werden. Abgabetermin ist der 30.09.23.
- Lehrende/r: Uwe Hunger
Unsere Alltagssprache ist vielfach von einem Nebeneinander von (vermeintlicher) Standardsprache und Dialekt geprägt. Daneben gibt es auch zahlreiche Zwischenformen, die gewissermaßen eine Mischung aus Dialekt und Standard sind. Der Wechsel zwischen diesen Sprachformen erscheint auf den ersten Blick häufig chaotisch, ist aber bei näherem Hinsehen systematisch und erfüllt im konkreten Gespräch Funktionen wie z.B. die Kennzeichnung von Redewiedergaben. Will man diese Wechsel (engl. Code-Switching) untersuchen, steht man zunächst vor dem Problem, die verschiedenen Sprachformen zu identifizieren. Im Seminar diskutieren wir kritisch verschiedene Ansätze zur Lösung dieses Problems und analysieren detailliert Ausschnitte aus norddeutschen Alltagsgesprächen. Für diese Detailanalyse greifen wir auf die ethnomethodologische Gesprächsanalyse zurück, in deren Grundprinzipien (darunter auch die Transkription nach GAT2) eingeführt wird.
Die Bereitschaft zur Erhebung und Transkription von Daten wird vorausgesetzt.
Our everyday language is often characterised by a coexistence of (supposed) standard language and dialect. In addition, there are also numerous intermediate forms that are, so to speak, a mixture of dialect and standard. The alternation between these forms of language often appears chaotic at first glance, but on closer inspection it is systematic and fulfils functions in concrete conversation, e.g. the marking of reported speech. If one wants to study this code-switching, one is first confronted with the problem of identifying the different varieties of language. In the seminar, we critically discuss various approaches to solving this problem and analyse in detail extracts from everyday conversations in northern Germany. For this detailed analysis, we draw on ethnomethodological conversation analysis, the basic principles of which (including transcription according to GAT2) will be introduced.
The willingness to collect and transcribe data is assumed.
- Lehrende/r: Timo Schürmann
Über 700 großformatige Seiten ist die Chronik stark, die der Drucker Johann Koelhoff der Jüngere von Januar bis August 1499 wohl in einem außerordentlichen Kraftakt mit seinem Team setzte, druckte und zugleich aufwändig bebilderte. Ehrgeiziges Ziel seines Großprojekts war, der Geschichte seiner Heimatstadt wie auch dem gesamten Nordwesten des römisch-deutschen Reichs ein Denkmal zu setzen – und nimmt man die Zahl der bislang heute erhaltenen Exemplare zum Gradmesser, so scheint ihm das auch gelungen zu sein: Bis heute ist sie in mehr als 209 Stücken bekannt, die weit über das Rheinland und die heutigen Grenzen Deutschlands hinaus von Neuseeland bis Kanada in 23 Ländern rund um den Globus aufbewahrt werden. Nichtsdestotrotz hat die Forschung die Chronik bislang oft eher skeptisch bewertet, ihre Inhalte als geistlose Kompilation fremder Werke getadelt, ihren Druck als unternehmerischen Misserfolg kritisiert, ihre Wirkung als gering eingeschätzt. Offen bleibt allerdings die Frage, wie stark in diesen kritischen Urteilen der nach wie vor lückenhafte, unzulängliche Forschungsstand eine Rolle spielt. Dazu zählt vor allem auch, dass das Werk bislang nur in einer völlig ungenügenden Edition vorliegt.
Ein über mehrere Semester und an mehreren Universitätsstandorten angelegtes Lehr- und Forschungsprojekt will die Inkunabel daher digital erschließen. Während im vergangenen Sommer an drei Standorten in Köln, München und Münster die Voraussetzungen für die Transkription des Chroniktexts geschaffen wurden, wollen wir in diesem Semester mit der inhaltlichen Erschließung und Kommentierung ausgewählter Episoden starten. Mittelfristig ist geplant, die Ergebnisse unserer Arbeit in Form einer digitalen Edition im Netz zu veröffentlichen. Teil des Semesterprogramms wird eine Exkursion nach Köln an zentrale Schauplätze der Koelhoffschen Chronik sowie in die USB Köln sein, die sechs Exemplare des Werks verwahrt.
- Lehrende/r: Ralf Bureck
- Lehrende/r: Alexia Ibrahim
- Lehrende/r: Theresa Krosse
- Lehrende/r: Carla Meyer-Schlenkrich
- Lehrende/r: Pia Jasmin Wontorra
Projektmanagement hat die Aufgabe ein Projekt innerhalb der zur Verfügung stehenden zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen erfolgreich zum Ziel zu führen Dazu muss ein Projekt organisiert, geplant und gesteuert werden. Viele Veränderungsprozesse werden in Schule und Verein immer öfter als Projekte organisiert. Ein erfolgreiches Projektmanagement setzt dabei zahlreiche Kompetenzen der Projektleitung voraus, die im Studium allerdings nur selten in konkreten Situationen erworben werden können: Führungsstärke, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Gestaltungsfähigkeit, Flexibilität, Entscheidungsfreudigkeit, die Fähigkeit Aufgaben sinnvoll zu delegieren usw.
Im Seminar geht es darum, diese benötigten Schlüsselkompetenzen anhand eines konkreten Projektes zu erwerben und in einem geschützten Bereich anzuwenden. Bei diesem Projekt handelt es sich um die Durchführung von motorischen Testungen an münsteraner Grundschulen in Kooperation mit dem Sportamt der Stadt Münster.
Kinder und Jugendliche haben sich in der Corona-Pandemie weniger bewegt und haben deutlich mehr Zeit vor dem Bildschirm verbracht, das haben verschiedene Studien belegt. Die Folgen dieses Bewegungsmangels sind motorische und psychosoziale Defizite, eine ungenügende Fitness oder Übergewicht sowie damit assoziierte Risikofaktoren (z.B. Fehlernährung und Konsum psychoaktiver Substanzen) für die Entstehung koronarer, metabolischer und orthopädischer Erkrankungen. Mithilfe des Deutschen Motoriktests soll daher die motorische Leistungsfähigkeit aller Kinder der 2. und 4. Klassen der Münsteraner Grundschulen überprüft werden.
Im Seminar wird zunächst das Projekt in allen Einzelschritten gemeinsam geplant. In einer Projektphase werden die Tests dann durchgeführt. Dabei kommen alle Teilnehmer*innen sowohl in die Rolle der Projektmanager*innen als auch in die des Projektteams wechseln. Die Testungen finden in der Zeit vom 14.08. bis 01.09. (ca. 8-13 Uhr) statt. Innerhalb dieser Zeit werden an max. 15 Vormittagen in gleichen Teams die Testungen durchgeführt. Die Studierenden übernehmen im Rahmen des Studienprojektes an einer dieser Schulen die Testleitung und Koordinieren ihr Team wähend der Testung und Werten die Ergenbisse mit Hilfe einer Auswertungssoftware für diese Schule aus. Als studienprojekt schlüpft man somit abwechselnd in die Rolle des Teams und der Teamleitung und lernt somit beide Seiten des Projektmanagements in der Praxis kennen.
Im ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen gelegt und das Testverfahren erläutert sowie erprobt. Im dazugehörigen Studienprojekt werden konkrete Testungen an den münsteraner Grundschulen (2. und 4. Klasse) durchgeführt. Die Stunden für das Studienprojekt werden ausschließlich über die Testungen absolviert. Es werden keine zus. Projekte durchgeführt. Mit den Testungen an den Grundschulen wird das verpflichtende Studienprojekt (2 LP = 60 Stunden) somit absolviert.
Die Testungen können auch im Zeitraum 04.09 bis 22.09. absolviert werden. In diesem Fall bitte die Gruppe 2 anwählen.
- Lehrende/r: Neil van Bentem
Mit "Die Rückkehr der Religionen - Fundamentalismus und der "Kampf der Kulturen" hat Martin Riesebrodt noch vor dem 11. September 2001 ein Werk vorgelegt, das nicht nur die mit dem Fundamentalismus einhergehenden sozialen Probleme herausstellte, sondern auch zugleich eine kritische Auseinandersetzung mit den politikwissenschaftlichen Einschätzungen Samuel Huntingtons darstellte. Huntingtons Buch "Clash of Civilizations" - im Deutschen ist dies ungeschickt mit "Kampf der Kulturen" übersetzt worden - hatte Kontroversen zufolge, die international in Zeitungen wie an Universitäten in verschiedenen Fächern diskutiert wurden. Riesebrodt betonte im Gegensatz zu Huntington eher die innerkulturellen Konflikte, lieferte aber auch einen kulturübergreifenden Religionsbegriff und setzte sich mit Säkularisierungsthesen auseinander. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der bis dahin oft vernachlässigten Rolle von Frauen in fundamentalistisch-patriarchalischen Bewegungen. Sein Werk wollen wir zum Ausgangspunkt nehmen und fragen: Inwiefern kann uns ein religionssoziologischer Fundamentalismusbegriff weiterhelfen? Ist Riesebrodts These überzeugend? Welche konkurrierenden Ansichten scheinen plausibel, wenn es um die Einordnung von Fundamentalismus und Säkularisierung geht? Wird Geopolitik tatsächlich überschätzt? Ist Fundamentalismus gar ein Resultat des Nihilismus?
- Lehrende/r: Manuel Pachurka
Dieser Kurs richtet sich an Studierende, die bereits Grundkenntnisse der
grammatischen Strukturen der deutschen Sprache erworben haben und sich
in Situationen des alltäglichen Lebens verständlich ausdrücken können.
Darauf aufbauend soll die Kommunikationsfähigkeit in Situationen des
Alltags verbessert werden. Wesentlich für deren Erwerb ist ein Wechsel
von strukturorientierten Übungen und deren situative Anwendung. Dabei
liegt der Schwerpunkt auf dem Lesen sprachlich einfacher Texte und dem
Schreiben kleinerer Texte, deren Sprache, Form und Struktur den Texten
in authentischen Situationen nahekommen soll. // This course is designed
for students who have already acquired a basic knowledge of the
grammatical structures of the German language and can express themselves
clearly in everyday situations. Based on this, the aim is to improve
the ability to communicate in everyday situations. To best achieve this,
both structure-based exercises and their situational application will
be practised. The focus is on reading simple texts and writing short
texts whose language, form and structure should be similar texts used in
authentic situations.
- Lehrende/r: Alicia Battenfeld
ZUSAMMENFASSUNG
Die deutsche Demokratie ist weit entfernt von einer diversen Repräsentation, sowohl nach deskriptivem als auch substanziellem Verständnis. Angesichts nur langsam steigender Anteile von Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte in den Parlamenten auf der nationalen und subnationalen Ebene intensivieren sich die öffentlichen Debatten und politischen Bemühungen zu mehr Diversität. Daran kann auch die Debatte um zu wenige Ostdeutsche in Führungspositionen anknüpfen. In diesem Seminar werden theoretische und empirisch-analytische Ansätze der Gender-, Migrations-, Intersektionalitäts- und Parteienforschung aufeinander bezogen. Die Leitfragen sind: Welche demokratietheoretische Relevanz haben politische Diversitätsfragen? Wo genau entstehen Gaps und welche politischen Folgen haben sie? Wie stellt sich deren innerparteiliche Problemanerkennung dar? Wo sollten die politischen Parteien mit welchen Maßnahmen ansetzen, um den Kern der strukturellen Minderpräsenz marginalisierten Gruppen lösungsorientiert zu bearbeiten? Zuerst werden wir uns mit theoretischen Konzepten politischer Repräsentation beschäftigen, anschließend mit Erklärungsansätzen für die Unterpräsenz. Empirisch werden wir innerparteiliche Sozialstrukturen in Deutschland herausarbeiten, die für Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte und anderen Gruppen wie Ostdeutsche Ausschließungsfaktoren darstellen können. Das Ziel dieses Seminars ist, das Problembewusstsein und die Lösungskompetenzen bei der Diversifizierung politischer Repräsentation zu stärken.
Studienleistung: drei Thesenpapiere, Prüfungsleistung: Hausarbeit (5.000 bis 6.000 Wörter, Abgabe bis spätestens 31.8.23)
Ausgewählte Literatur
Der Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland (2023): Ostdeutsche in Führungspositionen. Bundeskonzept zur Steigerung des Anteils von Ostdeutschen in Führungspositionen der Bundesverwaltung, Berlin.
Evans, Elizabeth (2016): Diversity Matters: Intersectionality and Women’s Representation in the USA and UK, in: Parliamentary Affairs, 69. Jg., H. 3, S. 569-585.
Foroutan, Naika/Hensel, Jana (2020): Die Gesellschaft der Anderen, Berlin.
Mügge, Liza M./Erzeel, Silvia (2016): Double Jeopardy or Multiple Advantage? Intersectionality and Political Representation, in: Parliamentary Affairs, 69. Jg., H. 3, S. 499-511.
Phillips, Anne (1995): The Politics of Presence. The Political Representation of Gender, Ethnicity, and Race, Oxford.
Pitkin, Hanna F. (1967): The Concept of Representation, Los Angeles/Berkeley.
- Lehrende/r: Benjamin Höhne
In der Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen stellt der Zweite Weltkrieg eine Zäsur dar, die das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen über 1945 hinaus überschattet. Die Übung nimmt den Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu den Umbrüchen 1989/90 in den Blick und rückt damit das Verhältnis zwischen der Volksrepublik Polen und den beiden deutschen Staaten in den Mittelpunkt. Zwar waren die DDR und Polen als staatssozialistische Regime und Bündnispartner gewissermaßen zur Freundschaft verpflichtet. Dennoch gestaltete sich ihr Verhältnis nicht konfliktfrei. Zwischen der BRD und der Volksrepublik dominierten nach 1945 zunächst unbewältigte Spannungen und ungeklärte Fragen wie die polnische Westgrenze, bis die Neue Ostpolitik Willy Brandts einen Aufbruch für einen fortschreitenden, allerdings keinesfalls reibungslosen politischen Verständigungsprozess markierte. Im Zuge der Systemumbrüche 1989/90 war die deutsch-polnische Vergangenheit wiederum Thema und beeinflusste das politische Handeln und die gesellschaftliche Haltung in Deutschland und Polen beispielsweise in Bezug auf die deutsche Wiedervereinigung.
Die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen nach 1945 wird in der Übung anhand von Karikaturen untersucht. Neben der Einordnung in den politischen und gesellschaftlichen Kontext steht v. a. die ‚Entschlüsselung‘ und Interpretation der Karikaturen selbst im Vordergrund. So wird auch die Anwendung der geschichtswissenschaftlichen Quellenkritik auf visuelle Quellen eingeübt und hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen reflektiert.
- Lehrende/r: Anne Sophie Kluger
Die 2015 ausgerufene „Flüchtlingskrise” wurde als „größte Herausforderung seit der deutschen Einheit” (Heiko Maas) beschrieben. Auch wenn die mediale Aufmerksamkeit stark variiert, bleibt das Thema Asyl- und Flüchtlingspolitik – nicht zuletzt durch den Ukrainekrieg und angesichts der weltweit fast 90 Mio. Menschen, die laut UNHCR „unfreiwillig” migrieren – weit oben auf der politischen Agenda.
Statt aber zu Fragen, ob die Geflüchteten dem „Standort Deutschland” eher nutzen oder schaden, ist es das Ziel dieses Standardkurses, grundsätzlich zu klären, worin diese „Flüchtlingskrise” eigentlich besteht: Was sind die ökonomischen und politischen Fluchtursachen? Wie reagieren die maßgeblichen Akteure des Politikfeldes darauf? Und schließlich: Welche politikwissenschaftlichen Schlüsse können aus den vielschichtigen Diskursen über das deutsche Asylsystem gezogen werden?
Studienleistung
- regelmäßige, aktive Teilnahme
- max. 20-min. wiss. Vortrag, der deutlich über die Reproduktion der Pflichtlektüre hinaus geht
Prüfungsleistung
- Die Prüfungsleistung wird durch eine 90-minütige Abschlussklausur erbracht. Die Klausur findet für beide Kurse am Freitag, den 07. Juli 2022 von 8-10 Uhr im SCH 100.2 statt.
Einführende Literatur
Huisken, Freerk (2016): abgehauen. eingelagert aufgefischt durchsortiert abgewehrt eingebaut. neue deutsche flüchtlingspolitik. Hamburg.
Luft, Stefan/Schimany, Peter (Hrsg.) (2014): 20 Jahre Asylkompromiss. Bilanz und Perspektiven. Bielefeld.
Learnweb
Die Pflichtlektüre wird in einem für beide Termine gemeinsam genutzten Learnweb-Kurs zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wird das Learnweb genutzt, um Präsentationsfolien, Handouts und weitere aktuelle bzw. thematisch passende Materialien zur Verfügung zu stellen.
- Lehrende/r: Hendrik Meyer
Der Standardkurs führt in die Grundlagen deutscher Außen- und Sicherheitspolitik vor dem Hintergrund der Veränderungen ein, welche die russische Aggression gegen die Ukraine für die europäische und globale Sicherheitsordnung bewirkt. Den erforderlichen begrifflichen Klärungen und systematischen Einordnungen schließt sich die Betrachtung des außen- und sicherheitspolitischen Entscheidungsapparates an, bevor dann auf die historisch gewachsenen Konstanten und Handlungsmaximen deutscher auswärtiger Politik wie auch auf deren Veränderungen vor dem Hintergrund von Wiedervereinigung und neuer globaler Herausforderungen eingegangen wird.
Die Analyse der Praxis deutscher Außen- und Sicherheitspolitik geschieht unter Bezug auf sieben zentrale Handlungsfelder: Zunächst wird die deutsche Politik im Rahmen der drei traditionell wichtigsten außenpolitischen Bezugssysteme Deutschlands - EU, NATO/transatlantische Beziehungen und Vereinte Nationen – untersucht, um dann das Engagement im Rahmen von Entwicklung und ziviler Krisenprävention sowie die Problematik neuer Anforderungen an die deutschen Streitkräfte im Kontext der Landes- und Bündnisverteidigung zu analysieren. Am Beispiel der Beziehungen zu China soll auch herausgearbeitet werden, ob und inwieweit die wachsende Bedeutung neuer Interessen und (problematischer) Partner Modifikationen der eingespielten Handlungsmuster deutscher auswärtiger Politik erforderlich macht.
Den Abschluss bilden perspektivische Überlegungen zur künftigen Rolle Deutschlands als einer potenziellen Führungsmacht in einem vom Krieg betroffenen Europa, als Partner in den transatlantischen Beziehungen sowie als Akteur in der globalisierten Welt.
Der Kurs findet als Blockseminar statt. Dazu findet am Donnerstag, 6. April 2023 von 13.00 c.t. bis ca. 14.30 Uhr in Hörsaal SCH 100.4 eine Einführungsveranstaltung statt, in der nach der Vorstellung des Seminars auch die Referatsthemen verteilt werden. Das eigentliche Seminar wird dann am 30. Juni 2023 von 14.00 c.t. bis 18.00 Uhr sowie am 1. und 2. Juli 2022 jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr jeweils in Raum SCH 100.301 durchgeführt.
Als Prüfungsleistung ist im Regelfall neben einem Referat eine Hausarbeit von ca. 15 Seiten Umfang vorgesehen, die bis Ende des Sommersemesters 2022 vorgelegt werden muss.
- Lehrende/r: Sven Bernhard Gareis
Jeder von uns kommuniziert täglich mit Sprache. Jede Gesellschaft, egal wie klein oder isoliert, verfügt über ein ausgefeiltes und hochkomplexes Sprachsystem. In unserem Alltag nehmen wir Sprache als etwas Selbstverständliches hin und machen uns in der Regel kaum Gedanken darüber. Beginnt man aber, über Sprache nachzudenken, wird man schnell merken, wie viele Dinge es zu entdecken gibt. Haben Sie sich zum Beispiel jemals gefragt, was alle Sprachen gemeinsam haben? Oder was sie voneinander unterscheidet? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, aus welchen Bausteinen Sprache besteht? Oder ob Sprache ein organisiertes System ist?
Diesen und anderen Fragen werden wir uns in dieser Einführung in die Sprachwissenschaft widmen. Nach einer allgemeinen Einführung in die Disziplin werden wir uns mit den Kernbereichen der Sprachwissenschaft beschäftigen. Am Beispiel des Deutschen werden folgende Aspekte von Sprache behandelt:
- die sprachlichen Laute und ihre Funktion (Phonetik und Phonologie)
- Wörter und Wortteile (Lexikologie und Morphologie)
- Sätze und ihre Struktur (Syntax)
- die Bedeutung von Wörtern und Sätzen (Semantik und Pragmatik)
- Sprache und Schrift (Graphematik)
Lernziele:
Diese Vorlesung bietet eine Einführung in eine der wichtigsten Eigenschaften des Menschen: natürliche Sprache. Nach dieser Lehrveranstaltung:
- können Sie die Grundbegriffe und wesentlichen Analysekategorien der Sprachwissenschaft benennen, definieren und erläutern.
- können Sie die Grundbegriffe und Analysekategorien auf sprachliche Daten anwenden.
- können Sie sprachliche Phänomene unterschiedlicher Komplexität analysieren.
- können Sie sprachliche Phänomene in angemessener Fachsprache beschreiben.
Die Vorlesung wird durch ein Tutorium (2 SWS) begleitet, in dem die Seminarinhalte mit Hilfe von Übungen wiederholt und vertieft werden. Der Besuch des Tutoriums wird dringend empfohlen.
Prüfungsleistung: Klausur
- Lehrende/r: Katerina Stathi
Das Konzil von Clermont 1095 und die Rede Urbans II. gilt als Startschuss für die Kreuzzüge.
Die Bildung geistlicher Ritterorden, beginnend mit der Gründung des Templerordens in den 1120er Jahren im Heiligen Land, war eine der bedeutenderen Entwicklungen dieser Zeit. In diesen verbanden sich die mönchischen Gelübde Keuschheit, Armut und Gehorsam mit dem „Heidenkampf“. Der Deutsche Orden, als einer der drei großen Ritterorden, bildete sich ebenfalls aus einer Hospitalgemeinschaft, allerdings erst wenige Jahre nach dem Dritten Kreuzzug (1189-1192). Dem Ruf des Herzogs Konrad von Masowien (1225/26) folgend, gelangte der Orden folglich über Ungarn ins Baltikum. Wo er sich vor allem an der Missionierung der heidnischen Pruzzen/Preußen beteiligen sollte. In kurzer Zeit gelang es den Brüdern eine weitgehend eigenständige Herrschaft zu etablieren, was zwangsläufig auch zu immer stärkeren Differenzen mit dem piastischen und jagiellonischen Herrscherhaus in Polen führte.
Das Proseminar wird am Beispiel der Geschichte des Deutschen Ordens im mittelalterlichen Polen Einblicke in die Grundstrukturen mittelalterlicher Geschichte eröffnen und exemplarisch in die Arbeitsweisen, Methoden und Hilfsmittel der Mediävistik einführen. Es werden ausgewählte Quellen sowie zentrale Texte der einschlägigen Sekundärliteratur analysiert und in gemeinsamer Seminararbeit 'zum Sprechen gebracht'. Dazu sind alle im Learnweb bereitgestellten Quellentexte und Sekundärtitel von allen TeilnehmerInnen zur jeweiligen Sitzung vorzubereiten. Intensive Mitarbeit ist mithin neben den im Modulhandbuch ausgewiesenen weiteren Anforderungen (Referat, Klausur, Hausarbeit) unerlässliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme.
- Lehrende/r: Martin Koschny
Kursbeschreibung
Warum heißt es ich lege – du legst aber ich gebe – du gibst?
Warum heißt es ich baue – du baust aber ich laufe – du läufst?
Warum heißt es ich blinke – ich blinkte aber ich trinke – ich trank?
Warum heißt es Hund – Hunde aber Grund - Gründe?
Warum heißt es heben aber Hefe?
In diesem Seminar werden wir uns mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen. Im Vordergrund steht die Betrachtung solcher vermeintlicher "Unregelmäßigkeiten" im Deutschen, die auf die historische Entwicklung der Sprache zurückzuführen sind. Sie erhalten einen Überblick über die älteren Sprachstufen des Deutschen (Althochdeutsch 750-1050, Mittelhochdeutsch 1050-1350, Frühneuhochdeutsch 1350-1650) sowie über die Grundzüge der Entwicklung der deutschen Sprache vom Indogermanischen an.
Was Sie lernen
- die wichtigsten strukturellen Merkmale jeder Sprachstufe
- die wichtigsten Veränderungen des Deutschen auf jeder Sprachstufe
- die soziokulturellen Rahmenbedingungen jeder Sprachstufe
- für jede Sprachstufe typische Texte
- die wesentlichen Sprachwandelmechanismen, die auch in anderen Sprachen sowie im heutigen Deutsch weiter wirksam sind
Was Sie nach dem Seminar können (Lernziele/Kompetenzen)
- Sie können ältere Texte aufgrund struktureller Merkmale einer Sprachstufe zuordnen und ihre sprachlichen Formen ansatzweise bestimmen.
- Sie können wesentliche Veränderungen in der deutschen Sprache identifizieren, zeitlich einordnen und erläutern.
- Sie können „Unregelmäßigkeiten” im Gegenwartsdeutschen erklären.
- Sie können die wesentlichen Sprachwandelmechanismen erläutern und ihre Wirkung an konkreten sprachlichen Formen illustrieren.
- Sie können sprachliche Formen älterer Sprachstufen analysieren und ihre Entwicklung herleiten.
Prüfungsleistung: Klausur
- Lehrende/r: Katerina Stathi
Im Zentrum des Seminars stehen die historischen Sprachstufen des Deutschen sowie zentrale Sprachwandelprozesse, die die deutsche Sprache im Laufe der Sprachgeschichte durchlaufen hat. Wir beschäftigen uns sowohl mit den nicht überlieferten Vorstufen des Deutschen als auch mit den sprachlichen Merkmalen des Althochdeutschen, Mittelhochdeutschen und Frühneuhochdeutschen. Mit dem Ziel, Ihre gegenwartssprachliche Perspektive mit historischer Sprachbetrachtung zu verknüpfen, setzen wir uns mit theoretischen Grundlagen des Sprachwandels, Wandelprozessen insbesondere auf den Ebenen Phonologie, Morphologie und Syntax im Sprachsystem sowie Fragen der Periodisierung und Sprachverwandtschaft auseinander und reflektieren methodische Herausforderungen bei der Arbeit mit historischen Sprachdaten.
- Lehrende/r: Ilka Lemke
Im Zentrum des Seminars stehen die historischen Sprachstufen des Deutschen sowie zentrale Sprachwandelprozesse, die die deutsche Sprache im Laufe der Sprachgeschichte durchlaufen hat. Wir beschäftigen uns sowohl mit den nicht überlieferten Vorstufen des Deutschen als auch mit den sprachlichen Merkmalen des Althochdeutschen, Mittelhochdeutschen und Frühneuhochdeutschen. Mit dem Ziel, Ihre gegenwartssprachliche Perspektive mit historischer Sprachbetrachtung zu verknüpfen, setzen wir uns mit theoretischen Grundlagen des Sprachwandels, Wandelprozessen insbesondere auf den Ebenen Phonologie, Morphologie und Syntax im Sprachsystem sowie Fragen der Periodisierung und Sprachverwandtschaft auseinander und reflektieren methodische Herausforderungen bei der Arbeit mit historischen Sprachdaten.
- Lehrende/r: Ilka Lemke
Von den 1880er Jahren bis 1919 besaß das Deutsche Reich Kolonien in Afrika, Asien und im Pazifik. Im Zuge der kolonialen Expansion kamen deutsche Händler, Siedlerinnen und Siedler, christliche Missionarinnen und Missionen, Militär- und Marinepersonal sowie Kolonialbeamte mit verschiedenen Völkern und Kulturen in Kontakt. Das dabei erworbene Wissen bildete dichte Netzwerke mit multidirektionalem Wissenstransfer zwischen dem Deutschen Reich und verschiedenen Kolonien. Koloniale Objekte, koloniales Wissen und kolonialpolitische Forderungen fanden ihren Weg dabei nicht nur in die Museen, Parlamente oder städtischen Gesellschaften der Kolonialmetropolen wie Berlin oder Hamburg, sondern auch in die Provinz und auch ins Münsterland. Nach 1919 verlagerten sich diese Strukturen und (Dis)Positionen zunehmend in erinnerungskulturelle Dimensionen. In der Lehrveranstaltung werden wir verschiedene Interaktionsebenen zwischen dem Deutschen Reich und den Kolonien anhand konkreter Fallbeispiele untersuchen. Wir werden fragen, wie solche Objekte, Diskurse oder Wissensbestände zu einer kolonialistischen Erinnerungskultur beitrugen, nachdem das Deutsche Reich längst alle Kolonien 'verloren‘ hatte.
- Lehrende/r: Philipp Erdmann
- Lehrende/r: Felicity Jensz
Das Seminar führt anhand exemplarischer Lektüren in die deutsche Literatur des Mittelalters ein und vermittelt neben einem literaturgeschichtlichen Überblick Grundlagen mittelalterlichen Erzählens aus einer kulturhistorischen Perspektive. Einen Schwerpunkt des Seminars bildet die gemeinsame Lektüre des Artusromans ‚Iwein‘ Hartmanns von Aue. Das Seminar wird durch einen Learnweb-Kurs begleitet, in dem weitere Textauszüge und Forschungstexte zur Vor- und Nachbereitung der Sitzungen zur Verfügung gestellt werden. Die Zugangsdaten zum Learnweb-Kurs werden in der ersten gemeinsamen Sitzung mitgeteilt.
Benötigt wird eine Ausgabe des mittelhochdeutschen Textes mit einer Übersetzung ins Neuhochdeutsche, welche zum Semesterbeginn (gebraucht) angeschafft werden sollte.
Empfohlene Textgrundlage:
Hartmann von Aue: Iwein. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch. Hrsg. u. übers. von Rüdiger Krohn. Komm. von Mireille Schnyder. Durchges. Ausg. Stuttgart: Reclam 2012 (= Reclams Universal-Bibliothek, 19011).
- Lehrende/r: Susanne Spreckelmeier
Die Vorlesung will in einen Bereich der deutschen Literatur des Mittelalters einführen, der in Lehre und Forschung lange Zeit nur unzureichend berücksichtigt worden ist: die Bibeldichtung. Es handelt sich um eine Gattung, die das Jesus- und Marienleben in der Volkssprache wiedererzählt und dabei Bezüge herstellt zu den zeitgenössischen Formen der Literatur (Liebeslyrik, höfischer Roman). Von großem Interesse ist die Frage nach dem Selbstverständnis dieser Texte. Sie ordnen sich zwangsläufig der biblischen Autorität unter, beanspruchen aber gleichzeitig einen zutiefst eigenen Zugang zu den biblischen Geschichten.
Literatur: Ein Learnwebkurs wird rechtzeitig eingerichtet. Die in der Vorlesung besprochenen Texte werden dort zur Verfügung gestellt.
- Lehrende/r: Gabriel Sebastian Kreilkamp
- Lehrende/r: Sophia Niermann
- Lehrende/r: Bruno Quast
- Lehrende/r: Thomas Ungerer
- Lehrende/r: David Vienken
Im Seminar werden einführend morphologische Grundbegriffe vertieft, unterschiedlicheWortbildungstypen des Deutschen analysiert und Problemfelder der Wortbildung sowie Kategorisierungsschwierigkeiten diskutiert. Im zweiten Teil stehen Fragen der Ortho-Graphie, des Wortbildungswandels sowie morphologische Besonderheiten im Sprachgebrauch und in unterschiedlichen Anwendungsfeldern (Werbung, Verwaltungssprache etc.) im Vordergrund.
- Lehrende/r: Ilka Lemke
Die 1950er Jahre waren in der Bundesrepublik eine Zeit beschleunigter Auseinandersetzung zwischen Tradition und Modernisierung: In enormem Entwicklungstempo begann die Epoche der Rekonstruktion und des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit entstanden in der BRD eine große Anzahl von Unterhaltungsfilmen, die dem allgegenwärtigen Bedürfnis nach Entspannung und Orientierungshilfe entgegenkamen. Der Umgang mit der damals jüngsten deutschen Vergangenheit hingegen – mit Krieg, NS-Diktatur und Holocaust – wurde überwiegend durch Schweigen und Verdrängen bestimmt.
Das Kino der Adenauer-Ära griff dabei einerseits die narrativen Muster und Traditionen der Heimat- und Bergfilme der 1920er und 1930er Jahre wieder auf, andererseits aber versuchte es eine moderne Gesellschaft zu präsentieren (etwa durch den neuen Typ der ‚modernen‘ und berufstätigen Frau). Die noch stark spürbaren Wunden, psychische und physische Belastungen der Menschen durch den Krieg und die NS-Zeit wurden im Nachkriegsfilm zwar selten explizit thematisiert; nicht selten aber werden das latente Vorhandensein traumatischer Vorgeschichte(n) unter einer sichtbaren Oberfläche (aus Opferperspektive) ebenso wie die andauernde und belastende Anwesenheit von Tätern der NS-Zeit angedeutet.
So lassen sich im deutschen, dominant auf Eskapismus ausgerichteten Film der Nachkriegszeit – neben wenigen (zumeist noch in Schwarzweiß gedrehten) ‚Problem‘- und Gegenwartsfilmen, die sich um eine selbstkritische Aufarbeitung der deutschen Schuld oder des Nachkriegsalltags bemühen – drei dominante Genres ausmachen: Heimatfilme, Musik- bzw. Schlagerfilme sowie Kriegs- und Antikriegsfilme. Nicht nur für den Heimatfilm der 1950er Jahre sind dabei ein lokales Setting und seine Semantik konstituierend: die traditionelle heimatliche Natur etwa des Schwarzwalds oder der Lüneburger Heide steht einem zumeist hektischen und moralisch fragwürdigen Fortschrittsraum der Stadt entgegen.
Filmanalytisch untersucht werden sollen vor diesem Hintergrund insbesondere die folgenden Aspekte: Familienstrukturen und Liebeskonzeptionen, Generationenkonflikte, Moralnormen und Wertesystem(e), Raumsemantiken, der Umgang mit der deutschen Vergangenheit, Darstellung und Funktionen medialen und technischen Fortschritts – aber auch Genrefragen, Erzähl- und Darstellungsverfahren allgemein sowie bildkompositorische Aspekte der Kameraarbeit. Das Seminar will dabei versuchen, auf der Basis einer breiten Sichtung von Filmen unterschiedlicher Genres und der Diskussion jüngerer Forschungsbeiträge zu einer Neubewertung des (noch heute nicht selten als ‚Opas Kino‘ verschrieenen) bundesdeutschen Films der 1950er-Jahre zu gelangen.
Behandelt werden u.a. die folgenden Filme (das endgültige Programm wird in der ersten Sitzung gemeinsam festgelegt):
SCHWARZWALDMÄDEL (BRD 1950)
DIE SÜNDERIN (BRD 1950)
TOXI (BRD 1952)
DER 20. JULI (BRD 1955)
LIEBE, TANZ UND 1000 SCHLAGER (BRD 1955)
DIE HALBSTARKEN (BRD 1956)
LIANE, DAS MÄDCHEN AUS DEM URWALD (BRD 1956)
JONAS (BRD 1957)
DER WILDERER VOM SILBERWALD (BRD 1957)
DER GLÄSERNE TURM (BRD 1957)
ANDERS ALS DU UND ICH (§ 175) (BRD 1957)
ITALIENREISE, LIEBE INBEGRIFFEN (BRD 1958)
WIR WUNDERKINDER (BRD 1958)
NATÜRLICH DIE AUTOFAHRER (BRD 1959)
DIE BRÜCKE (BRD 1959)
ROSEN FÜR DEN STAATSANWALT (BRD 1959)
DER FROSCH MIT DER MASKE (BRD/DK 1959)
Zur vorbereitenden Lektüre (bitte vor Seminarbeginn lesen!):
*Helmut Korte/Werner Faulstich: „Der Film zwischen 1945 und 1960: Ein Überblick“, in: Dies. (Hg.): Fischer Filmgeschichte, Bd. 3: Auf der Suche nach Werten (1945-1960), Frankfurt a.M. 1990, S. 11-33.
*Heide Schlüpmann: „‘Wir Wunderkinder‘. Tradition und Regression im bundesdeutschen Film der Fünfziger Jahre“, in: Frauen und Film 35 (1983): Die Fünfziger Jahre, S. 4-11.
*Irmgard Wilharm: „Filmwirtschaft, Filmpolitik und der ‚Publikumsgeschmack‘ im Westdeutschland der Nachkriegszeit“, in: Geschichte und Gesellschaft 28.2 (2002): Kontinuität und Wandel in der Politik der frühen Bundesrepublik, S. 267-290.
- Lehrende/r: Andreas Blödorn
Entlehnungen von Lexemen aus anderen Sprachen sind seit Beginn der schriftlichen Überlieferung des Deutschen in großer Zahl bezeugt. Sie stellen deshalb keineswegs ein Phänomen dar, das erst im Zusammenhang mit Globalisierungstendenzen und mit der Ausbreitung des Englischen zu beobachten wäre. In diesem Seminar wird es nach der gemeinsamen Erarbeitung einiger Grundlagen zur Lexikologie des Deutschen darum gehen, einen Überblick über die Geschichte des Fremdworts im Deutschen zu gewinnen. Dabei sollen verschiedene Gebersprachen und verschiedene Epochen der deutschen Sprachgeschichte betrachtet werden.
- Lehrende/r: Christian Fischer-Bakker
Die Frankfurter Schule steht bis heute fast als Synonym für Kritische Theorie in den deutschen Sozialwissenschaften. In den 1960er und 70er Jahren erlebten die Vertreter – es waren alles Männer – des Instituts für Sozialforschung eine mediale Aufmerksamkeit, welche der Sozialwissenschaft bis heute kaum mehr zu Teil wird. Dies macht die Arbeiten der Frankfurter Schule einerseits zu einem bedeutenden Zeitdokument, anderseits sind viele der Texte bis heute hoch aktuell. Die studentischen Proteste ab Mitte der 1960er Jahre wandten sich auch gegen die Kommerzialisierung des Hochschulbetriebs. Aus Sicht des heutigen BA/MA- Systems wird die immense Bedeutung der Arbeiten der Frankfurter Schule für die Studierendenschaft umso deutlicher.
Entlang von drei bedeutenden Vertretern – Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse – soll die Bedeutung der Frankfurter Schule und deren Wirken für die heutige Sozialforschung rekonstruiert werden. Der Kurs richtet sich an Studierende in der Frühphase ihres Studiums, die Interesse an der Kritischen Theorie haben. Der Kurs wird sich der Theorie sowie der Textlektüre widmen. Dies schließt die Lektüre von Originaltexten mit ein.
Am Kurs kann aus Interesse teilgenommen werden, aber es können selbstverständlich auch Leistungspunkte erworben werden. Als Studienleistung muss neben der Anwesenheit ein Referat gehalten werden. Eine Prüfungsleistung erfordert zusätzlich eine Hausarbeit.
Hinweise: Die Teilnahme am Kurs setzt die Bereitschaft voraus, sich aktiv in die Veranstaltung einzubringen und auch in Lern- und Arbeitsgruppen mitzuarbeiten. Hierzu gehört auch die körperliche Anwesenheit. Die Referatsvergabe findet zu Beginn des Kurses statt und im LearnWeb wird die Möglichkeit geboten, vorab Interesse zu bekunden. Politikwissenschaft ist ein Lesestudium! Für die Teilnahme am Kurs wird die Bereitschaft zum Lesen der notwendigen Texte vorausgesetzt. Informationen, Materialien und der Ablauf der Veranstaltung werden über das LearnWeb bereitgestellt. Bitte schaut euch die Unterlagen in Ruhe an und informiert euch hier vorab, ob euch das Format und der Inhalt ansprechen.
- Lehrende/r: Ulrich Hamenstädt