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Veranstaltungen zum 100-jährigen Jubliäum des IfK

(06.05.2019) Mit gleich drei Veranstaltungen wird am Samstag, dem 11. Mai 2019, das 100-jährige Jubiläum des IfK im Rahmen der 64. Jahrestagung der DGPuK gefeiert.

Die Festveranstaltung zur 100-Jahr-Feier des Instituts für Kommunikationswissenschaft findet am Samstag, dem 11. Mai, von 17:00–19:00 Uhr in der Aula im Schloss statt. Bereits ab 16:15 Uhr gibt es beim Get-Together die Möglichkeit, die Poster zur 100-jährigen Geschichte des Instituts zu betrachten, die eine Studierendengruppe aus einem Forschungsseminar von Thomas Birkner und Andreas Scheu erstellt hat.

Um 17:00 Uhr spricht der Rektor der Universität, Johannes Wessels, ein Grußwort. Danach hält Siegfried Weischenberg (Professor 1982-2000, ehemaliger Geschäftsführender Direktor) die Festtagsrede zum Thema „Die Kommunikationswissenschaft als Kampfsport: Anmerkungen zur Gegenwart und Geschichte des Fachs – aus persönlicher und geographischer Distanz“.

In der anschließenden Talkrunde stehen die Erfahrungen von vier ehemaligen Mitgliedern des Instituts im Fokus: Winfried Schulz (Professor von 1977–1983), Siegfried J. Schmidt (Professor 1997–2006, ehemaliger Geschäftsführender Direktor), Marianne Ravenstein (Akademische Direktorin 1989–2012) und Eva Baumann (Akademische Rätin 2007–2010) berichten über die Zeit, in der sie am IfK geforscht und gelehrt haben. Das Gespräch wird von Wiebke Loosen (Hochschulassistentin 1996–2000) moderiert und vom jBM Saxophonquartett musikalisch begleitet. Den Abschluss zu den Feierlichkeiten, DGPuK-Tagung und 100-jähriges Jubiläum, bildet die Jubiläumsparty komm:100 ab 19 Uhr im Schlossgarten Café.

Mit den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Instituts für Kommunikationswissenschaft wird die Geschichte des Instituts gewürdigt.

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Institut für Kommunikationswissenschaft wird 100 

Hier finden Sie einen WDR-Beitrag zum 100. Jubiläum des Instituts für Kommunikationswissenschaft Münster.

  •  Zur Institutsgeschichte

    Das Institut ist damit nach Leipzig das deutschlandweit zweitälteste Institut. Es hat mehrfach seinen Standort gewechselt und wurde mehrfach umbenannt: Am Anfang war es nur ein Zeitungsarchiv, das Aloys Meister 1915 aufbaute. Erst vier Jahre später kann man vom Startpunkt des Instituts sprechen: das Lektorat für Zeitungskunde.

    1. Lektorat für Zeitungskunde (1919)
    2. Neugründung als Institut für Zeitungswesen (1927)
    3. Institut für Zeitungswissenschaft (1935) – Einstellung des Lehr- und Forschungsbetriebs während des Kriegs
    4. Institut für Publizistik (1949)
    5. Institut für Kommunikationswissenschaft (1998)

    Die Umbenennungen zeigen die schrittweise Verwissenschaftlichung (Zeitungskunde – Zeitungswesen – Zeitungswissenschaft) sowie die Anpassung an neue Medienentwicklungen (Zeitung – Publizistik – Kommunikation).

    Bekannt und bedeutend wurde das Institut erst in der Nachkriegszeit unter der Leitung des Historikers und Journalisten Walter Hagemann (1946 bis 1959) und dann des Soziologen und Verlegers Hendricus Prakke (1960 bis 1969). Es folgte die lange Ära des Rundfunkhistorikers Winfried B. Lerg (1969 bis 1994) als Institutsleiter. Erst danach wurde die Leitung demokratisch im Vorstand gewählt und auf zwei Jahre beschränkt – beginnend mit Siegfried Weischenberg (1994 bis 1996). 1999 kam mit Miriam Meckel die erste Frau (und damals jüngste Professorin Deutschlands) an die Spitze des Instituts. Heute ist eine geschlechterparitätische Besetzung der Professuren Realität geworden. Das Institut erlebte mehrere Tiefs in seiner Geschichtet: Schon bald nach dem Beginn verwaiste das Lektorat für Zeitungskunde wegen finanziellen Mangels. Während der Nazi-Herrschaft wurde der Lehr- und Forschungsbetrieb in der Kriegszeit komplett eingestellt.

    Ende der 1950er Jahre sollte das Fach Publizistik anderen Fächern zugeschlagen werden, was Lerg und zwei weitere Kommilitonen mit einem Memorandum erfolgreich abwehrten. In den 1970er Jahren wurde das Institut allerdings stetig ausgebaut und ist heute mit etwa 120 Mitarbeiter*innen eines der größten kommunikationswissenschaftlichen Institute im deutschsprachigen Raum. Wissenschaftlich spektakulär war das Funkkolleg Medien und Kommunikation, entwickelt und durchgeführt in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk: Klaus Merten, Siegfried J. Schmidtund Siegfried Weischenberg stießen damit eine intensive Debatte über den Konstruktivismus im Fach an.

    Mit der Bologna-Reform wurde der Magisterstudiengang abgelöst: Seit 2006 kann man Kommunikationswissenschaft im Bachelor, ab 2009 auch im Master studieren. 2011 kam der Masterstudiengang Strategische Kommunikation hinzu. Davon profitieren etwa 750 Studierende. Die Entwicklung des Instituts reagiert auf neue Medienentwicklungen, universitäre Strukturveränderungen und gesellschaftliche Problemlagen. Ausdruck dessen sind die Schaffung von zwei Juniorprofessuren, die Etablierung des DFG-geförderten interdisziplinären Graduiertenkollegs zu „Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt“, die Einrichtung des GameLab für die Durchführung labor-experimenteller Studien oder die Gründung eines „Zentrums zur Erforschung digitalisierter Öffentlichkeiten“.

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