

Nachhaltigkeit und Wissenschaftskommunikation: Studierende entwickeln Utopien einer nachhaltigen Hochschule
(03.03.2026) Wie können wir Nachhaltigkeit an Hochschulen und Wissenschaftskommunikation zusammen denken? Dieser Frage widmeten sich Bachelorstudierende des IfK im vergangenen Sommersemester 2025 in einem Medienpraxisseminar. Das Produkt: Eine Website in Form einer virtuellen Ausstellung, die Praktiken der Nachhaltigkeit an Hochschulen, aufgearbeitet in ganz unterschiedlichen digitalen, (audio-)visuellen Formaten der Wissenschaftskommunikation, zeigt – und das in einer sozial-ökologisch gerechten Zukunft.
Während des Seminars erarbeiteten die Studierenden sich sowohl die Grundlagen der Wissenschafts- und Hochschulkommunikation als auch Bereiche des Hochschulalltags, die es nachhaltig zu transformieren gilt. Zusätzlichen Input erhielten sie von Praktiker*innen des Hochschultransfers, der universitären Öffentlichkeitsarbeit und des Wissenschaftsjournalismus. Dann hieß es aber, selbst aktiv zu werden, die Vor- und Nachteile von Darstellungsmöglichkeiten zu eruieren, Skizzen zu zeichnen, Skripte zu schreiben, um schließlich die ausgewählten Nachhaltigkeitspraktiken – von der Pflege grüner Oasen auf dem Campus über den Ausbau von Fahrradmobilität bis hin zu einer barrierearmen und gendergerechten Campusgestaltung – (audio-)visuell, ansprechend und niedrigschwellig aufzubereiten. Herausgekommen sind Whiteboard Animationen; Videos, in denen Playmobilfiguren sich vor Legosteinen unterhalten; Podcasts als Klangerlebnis schützenswerter Campusgrünflächen; Infografiken, die den Weg zu einem barrierefreien Campus beschreiben sowie Graphic Novels, in denen Rezipierende selbst über die Zukunft der Hochschule und ihrer Akteur*innen entscheiden können.
Doch die Studierenden thematisierten Nachhaltigkeit nicht nur innerhalb ihrer Praxisbeispiele. Auch die Gestaltung der Formate selbst sollte weitestgehend nachhaltig sein, worin eine besondere Herausforderung lag. Statt auf intuitive Gestaltungstools zurückzugreifen, befassten die Studierenden sich mit Open Source Anwendungen und mussten dafür so einige neue Kompetenzen entwickeln.
Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Utopien einer nachhaltigen Hochschule war das Forschungsprojekt „Nachhaltigkeits-Governance, -Netzwerke und -Praktiken an Hochschulen – Eine vergleichende Analyse“, das vom BMFTR (vormals BMBF) finanziert wurde. Im Verbund „BreGoS – Bremen Goes Sustainable. Eine Hochschulregion auf dem Weg zur Nachhaltigkeit“ untersuchten Sigrid Kannengießer und Monika Dzialas aus mediensoziologischer Perspektive, welche Akteur*innen die Nachhaltigkeitstransformation der am Projekt beteiligten Hochschulen mitgestalten, wie sich diese vernetzen, welche Themen dabei verhandelt und welche Praktiken realisiert werden. Neben Fokusgruppen und medienethnographischen Beobachtungen wurden Interviews mit Akteur*innen unterschiedlicher Statusgruppen an Hochschulen geführt. Auszüge daraus haben die Studierenden im Medienpraxisseminar aufgegriffen und weitergedacht, um von der Kritik einer nicht-nachhaltigen Gegenwart Zukunftsszenarien zu entwickeln und Nachhaltigkeit als Auftrag darzustellen, für ein gerechtes Miteinander einzustehen.
