Absolventenfeier im SoSe 1017

Bei der Absolventenfeier, am Mittwoch, den 24. Mai 2017 im Schloss der Universität Münster wurden die Examensabsolventinnen und -absolventen sowie Doktorinnen und Doktoren der Rechtswissenschaftlichen Fakultät des Wintersemesters 2016/17 geehrt.
Der Einladung des Dekans der Rechtswissenschaftlichen Fakultät folgten rund 400 Gäste und kamen am Nachmittag in der Aula des Schlosses zusammen. Der Dekan Prof. Dr. Janbernd Oebbecke begrüßte die Examensabsolventen und -absolventinnen, die frisch gebackenen Doktoren und Doktorinnen, ihre Gäste, die Redner sowie die Fachschaft, die das Dekanat bei der Organisation der ersten Absolventenfeier tatkräftig unterstützt hatte. Dass erstmals Examinierte und Doktorinnen und Doktoren gemeinsam geehrt werden, liegt daran, dass nun jedes Semester eine Absolventenfeier stattfinden soll, damit der Zeitpunkt des erfolgreichen Abschlusses nicht allzu weit in der Ferne liegt. Der Dekan richtete außerdem ein paar Worte an die Absolventinnen: Obwohl die Anzahl der weiblichen Absolventinnen sich mit den männlichen Absolventen die Waage hält, sehe es bei den Promotionen leider anders aus. Einen Grund hierfür gebe es nicht. Deswegen sollten vor allem die anwesenden Absolventinnen darüber nachdenken, die Promotion als möglichen nächsten Schritt ins Auge zu fassen. Nach ein paar organisatorischen Hinweisen übergab er das Wort an Dr. Jutta Laws, Vorsitzende des Justizprüfungsamtes Hamm sowie Vorsitzende Richterin und zugleich Güterichterin am OLG Hamm.

Dr. Laws gratulierte den Examinierten. Zwei Themen seien ihr am Morgen beim Zeitunglesen ins Auge gesprungen, die sie für ihr Grußwort nutzen wollte: Die Aufruhr darüber, dass die Englischklausur in den diesjährigen nordrhein-westfälischen Abiturprüfungen zu schwierig gewesen sein soll, vergegenwärtigte ihr, dass die erste juristische Prüfung eine der schwierigsten Hochschulabschlussprüfungen sei. Die Frage darauf, ob dies so sein müsse, beantwortete sie mit einem klaren „Ja“. . Nur so sei gewährleistet, dass die Absolventinnen und Absolventen ausreichend auf das spätere Berufsleben vorbereitet seien. Die Werbung für eine juristische Karrieremesse war für sie Anlass genug, Werbung für den Richterberuf zu werben. So gab sie einen Einblick in ihren persönlichen Karriereweg in der Justiz. Sie fing als Richterin am Amtsgericht an, wechselte dann zum Landgericht und sodann zum Oberlandesgericht. Mittlerweile ist sie dort Vorsitzende Richterin sowie Vorsitzende des Justizprüfungsamtes in Hamm – und nicht zu vergessen Mutter zweier mittlerweile erwachsener Söhne. Sie merkte an, dass ihre vorübergehende Teilzeitbeschäftigung ihrer Karriere nicht geschadet habe.

Sodann hieß Joy Dahmen, Vorsitzende der Fachschaft Jura, die Gäste herzlich willkommen. Sie gratulierte den Examinierten und wies darauf hin, dass alle Absolventen und Absolventinnen der Beweis dafür seien, dass das schwierige Examen zu schaffen ist, und sie damit Vorbilder für alle jüngeren Studierenden seien. Egal wie zufrieden sie persönlich mit ihren Noten seien, stolz können sie auf das Geleistete in jedem Fall sein. Sie riet ihnen, sich bei den anstehenden, möglicherweise sehr einschneidenden Entscheidungen nicht bloß vom Verstand, sondern zumindest auch vom Bauchgefühl leiten zu lassen.

Die Festrede hielt in diesem Jahr der Rechtsanwalt und Staatssekretär a.D. Herr Prof. Dr. Alexander Schink, in diesem Jahr Silberdoktor der Fakultät. Er berichtete über die Methoden der Beteiligung der Öffentlichkeit bei Vorhaben von Behörden am Beispiel des Planfeststellungsverfahrens für die Rheinbrücke, die meist befahrene Brücke in Europa. Er skizzierte den Zweck der Beteiligung: Zusammengefasst soll die Beteiligung bei den betroffenen Bürgern Akzeptanz für das Vorhaben schaffen – nach dem Motto „Kungelei gibt es in Köln, aber nicht anderswo“. So diene die Beteiligung insbesondere dazu, frühzeitig herauszufinden, welches Vorhaben in welchem Ausmaß welche Auswirkungen für die Bürger habe, um sodann die „richtige“ Entscheidung zu treffen. Denn eines sei laut Prof. Dr. Schink sicher: Der richtige Protest kommt erst dann, wenn die Bagger vorfahren.

Im Anschluss an die Festrede wurden zunächst die Examinierten des Wintersemesters 2016/17 durch Prof. Dr. Oebbecke, Joy Dahmen sowie Peter Dümpelmann von der Deutschen Anwalt- und Notar-Versicherung (DANV) geehrt. Insgesamt haben 237 Studierende aus Münster im Wintersemester 2016/17 die erste juristische Prüfung bestanden.

28 Examinierte erreichten die Gesamtnote „Gut“. Diese zeichnete Prof. Dr. Ingo Saenger in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des Freundeskreis Rechtswissenschaften e.V. – dem Förderverein der Rechtswissenschaftlichen Fakultät – zusätzlich aus und überreichte Urkunden und Büchergutscheine. Die drei Jahrgangsbesten waren im Wintersemester 2016/17 Simon Koch, Zara Janssen und Simon Becker. Simon Koch, der als Einziger ein „Sehr gut“ erreichte, bekam vom Freundeskreis zusätzlich einen Scheck in Höhe von 500 Euro. Der JurGrad-Preis für die drei besten Absolvent/-innen des gesamten Studienjahres 2016/2017 wird bei der nächsten Absolventenfeier im November 2017 verliehen.

Anschließend ehrte der Dekan die Doktorandinnen und Doktoranden des Wintersemesters 2016/17.

Musikalisch wurde das Programm von Frau Dahea Young von der Musikhochschule Münster am Flügel abgerundet. Im Anschluss an das offizielle Programm ließen die Gäste den Nachmittag im Schlossfoyer bei Sekt und Sonnenschein in gelassener Atmosphäre ausklingen.
Weitere Fotos der Absolventenfeier
