Ein Gewinn für die Forschung zu Digitalisierung und Vertrauen

Prof. Dr. Bernd Blöbaum, Sprecher des Graduiertenkollegs "Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt"
© Roland Berg

Vertrauen, insbesondere der Verlust von Vertrauen, ist in den vergangenen Jahren zu einem öffentlich sehr intensiv diskutierten Thema geworden. In Wirtschaft, Politik, Medien und Wissenschaft wird eine zunehmende Skepsis gegenüber etablierten gesellschaftlichen Institutionen und Akteuren festgestellt. Die Digitalisierung hat dazu geführt, dass Misstrauen gegenüber Personen und Organisationen stärker öffentlich zum Ausdruck gebracht wird als zuvor. Zugleich eröffnen sich mit digitalen Kommunikationsformen neue Chancen der Vertrauensbildung.

Das Graduiertenkolleg „Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt“ hat – finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) – diesen Prozess seit 2012 begleitet. Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in den Bereichen Wirtschaft, Sport, Wissenschaft und Medien untersucht, wie sich Vertrauen unter digitalen Bedingungen herstellen, entwickeln und aufrechterhalten lässt. Die Forschungsprojekte behandelten theoretische und konzeptionelle Grundlagen der Vertrauens- und Misstrauensforschung ebenso wie konkrete Anwendungsfelder der Vertrauenskommunikation und methodische Probleme der Forschung. Neben den zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen und Konferenzbeiträgen hat das Kolleg auch intensiv daran gearbeitet, die Erkenntnisse außerhalb der wissenschaftlichen Fachgemeinschaften zu kommunizieren. Ergebnisse wurden in einer Ausstellung ebenso präsentiert wie in Schulen, Akademien und bei Workshops. Rundfunk, Printmedien und digitale Medien haben über die Forschung berichtet. Dissertationspreise und Auszeichnungen dokumentieren die fachliche Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen. Die interdisziplinäre Arbeit im Kolleg – hier arbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kommunikationswissenschaft, Psychologie, Sportwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftsinformatik zusammen – war immer eine große Herausforderung; sie hat jedoch wesentlich dazu beigetragen, disziplinäre Perspektiven zu erweitern und eine win-win-Situation zu schaffen.

Ein großer Dank gilt der DFG, der Universität Münster und den beteiligten Fachbereichen und Instituten für die vielfältige Unterstützung , ebenso den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die das Forschungsprogramm entwickelt und über viele Jahre gestaltet haben, sowie den Personen, die verlässlich für die wissenschaftlichen Koordination, Öffentlichkeitsarbeit und Administration gesorgt haben. Vor allem aber geht ein großer Dank an die Kollegiatinnen und Kollegiaten, die mit ihren Dissertationsprojekten die Forschung zu Vertrauen und Digitalisierung enorm bereichert haben.

Prof. Dr. Bernd Blöbaum
(Sprecher des Graduiertenkollegs)

Bildergalerie: Stationen des Graduiertenkollegs von 2012 bis 2021

Fotos

Auftakt: Am 6. Juni 2012 wurde das seit dem 1. April 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkolleg "Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt" im Schloss von Münster feierlich eröffnet.
© Susanne Lüdeling
  • Vertrauen in der Journalismusforschung: Im Februar 2014 war das Graduiertenkolleg Mitveranstalter der Tagung der DGPuK Fachgruppe Journalismus/Journalismusforschung in Münster.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Ringvorlesungen: Regelmäßige öffentliche Vorlesungen wie die „Münsteraner Gespräche zu Vertrauen und Kommunikation“ boten über die gesamte Laufzeit des Kollegs Einblicke in das interdisziplinäre Forschungsthema des Graduiertenkollegs und regten zu einem Diskurs zu Vertrauensfragen ein.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Wissenstransfer: Im Wissenschaftsjahr 2014 mit dem Thema „Die digitale Gesellschaft“ machte die MS Wissenschaft auch in Münsters Stadthafen Station. Kollegiatinnen und Kollegiaten steuerten für die Ausstellung ein Touchscreen bei, über den Besucherinnen und Besucher eine computergestützte Abfrage bedienen konnten. Das Programm fragte auf spielerische Weise das Vertrauen in digitale Alltagskommunikation ab.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Insgesamt sechs Mal veranstaltete das Graduiertenkolleg das Format „Late Autumn School“. Hierfür kamen renommierte Vertrauensforscherinnen und -forscher aus dem In- und Ausland als Gäste nach Münster. Hier: Keynote Speaker 2018 Prof. Harrison McKnight.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Keynote Speech von Dr. Lisa van der Werff bei der Late Autumn School im Jahr 2019.
    © Bettina Distel
  • Interdisziplinäres Zusammenwirken: Vertrauensforschung ist ein fächerübergreifendes Forschungsfeld. Vom Austausch profitierten die Kollegiatinnen und Kollegiaten bei vielfältigen Gelegenheiten, hier z.B. bei Workshops im Rahmen der Late Autumn School 2015.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Workshop der Doktorandinnen und Doktoranden 2018 im Seminarhaus Landhaus Rothenberge der Universitätsgesellschaft Münster in Wettringen.
    © Anne Mollen
  • Pause während einer selbstorganisierten "Schreibwerkstatt" im Kollegalltag.
    © Verena Koenig
  • Regelmäßige Meldungen auf der Projekt-Webseite sowie Postings in den sozialen Medien lieferten Einblicke in die Forschung und das Zusammenwirken am Graduiertenkolleg.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Agent-Based-Modeling (ABM): Insgesamt sechs Mal veranstaltete das Graduiertenkolleg in Kooperation mit der Universität Hamburg international besuchte Workshops zur Forschungsmethodik der computergestützten Modellbildung. Hier zu sehen ist der ehemalige Kollegiat Dr. Daniel Westmattelmann, der das Verfahren für seine Forschung zum Anti-Doping-Verhalten im Spitzensport verwendet hat.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Erster Sammelband erschienen: Das Graduiertenkolleg "Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt" veröffentlichte im Jahr 2016 unter der Herausgeberschaft von Kollegsprecher Bernd Blöbaum den interdisziplinären Sammelband "Trust and Communication in a Digitized World – Models and Concepts of Trust Research". Die Publikation enthält 14 Aufsätze von Kollegangehörigen zu Konzepten und Modellen der Vertrauensforschung.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Kollegtagung 2016: Misstrauen in die Medien, Vertrauen in die Wissenschaft und Vertrauensbeziehungen in der internationalen Politik - diese Themen standen im Fokus der Kollegtagung im September 2016.
    © Foto Fotolia / Gestaltung GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Zweite Förderperiode bewilligt: Nachdem die DFG die zweite Förderlaufzeit von April 2016 bis März 2021 bewilligt hat, startete eine neue Kohorte von Kollegiatinnen und Kollegiaten mit weiteren vielfältigen Promotionsprojekten, begleitet von den Antragstellerinnen und Antragstellern.
    © Peter Leßmann
  • Print, Web, Podcasts, Radio und Fernsehen: Forschung und Personen aus dem Graduiertenkolleg waren regelmäßig in Medien und Öffentlichkeit präsent.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Gesellschaftlicher Dialog: Die gut besuchte Podiumsdiskussion "Zwischen Fake News und Lügenpresse - Medien in der Kritik" mit Gästen aus Journalismus und Politik lieferte im November 2017 Einschätzungen insbesondere zur Rolle sozialer Medien für das Vertrauen in den Journalismus und für das Meinungsklima.
    © Maria Zimmermann
  • Umzug an den Domplatz: Zum Jahresstart 2018 zog das Graduiertenkolleg von der Geiststraße wieder zurück an den Domplatz. Hier hatte es bereits in der Anfangsphase die Büroräume.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Die 20. Disputation aus den Reihen des Graduiertenkollegs „Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt“ erfolgte im Juli 2018. Psychologin Dr. Maria Zimmermann wurde betreut durch die Antragstellerinnen (v.l.) Prof. Dr. Ulrike Röttger, Prof. Dr. Regina Jucks und Dr. Benjamin Brummernhenrich.
    © Verena Koenig
  • Ausgezeichnet: Für herausragende Promotionsabschlüsse erhielten mehrere Kollegiatinnen und Kollegiaten Preise.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Tagungsteilnahmen: Der Förderung des wissenschaftlichen Austauschs auf internationaler Ebene kam im Graduiertenkolleg eine hohe Bedeutung zu. Kollegiatinnen und Kollegiaten reisten zu großen internationalen Tagungen, präsentierten ihre Forschungsergebnisse und knüpften wertvolle Kontakte. Hier: Kollegiatin Maike Bruckes und Kollegiat Richard Hossiep bei der Academy of Management (AOM) 2018 in Chicago.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Aktuelle und ehemalige Kollegiatinnen und Kollegiaten aus der Kommunikationswissenschaft bei der Jahrestagung der International Communication Association (ICA) 2019 in Washington.
    © Christian Wiencierz
  • Neue Forschungswege: Kollegiat Robin Janzik ist hier im GameLab des Instituts für Kommunikationswissenschaft mit einer Virtual Reality-Brille zu sehen. In seiner Dissertation geht es um die Akzeptanz und das Vertrauen in diese neue Technologie.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Digitales Kolleg: Bedingt durch Corona stellte das Graduiertenkolleg den Betrieb im März 2020 auf digital um. Sitzungen, Veranstaltungen, Austausche fanden fortan per Videokonferenz statt.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • 100 Jahre DFG: Kollegiatinnen und Kollegiaten gratulieren der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Jahr 2020 in den Kampagnen-T-Shirts zum 100-jährigen Bestehen.
    © GRK Vertrauen und Kommunikation
  • Zweiter Sammelband erschienen: Das Graduiertenkolleg "Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt" veröffentlichte im Juli 2021 unter der Herausgeberschaft von Kollegsprecher Bernd Blöbaum den zweiten interdisziplinären Sammelband "Trust and Communication: Implications of Trust Research“ mit Schwerpunkt auf empirischen Ergebnissen im Forschungsfeld Vertrauen und Kommunikation.
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