Universität Bern verleiht Hubert Wolf Ehrendoktorwürde

Bilder von der Verleihung der Ehrendoktorwürde

Prof. Wolf mit Dekanin Prof. Dr. Angela Berlis
© Manu Friederich (Universität Bern)
  • Begrüßung am 6. Dezember durch Dekanin Prof. Dr. Angela Berlis
    © privat
  • Gruppenbild aller Geehrten
    © Manu Friederich (Universität Bern)
  • Prof. Wolf mit Prof. Berlis
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  • Nach der Übergabe der Urkunde
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  • Prof. Wolf mit seinem Vater
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  • Prof. Wolf bei seinem Vortrag am 6. Dezember
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Die Theologische Fakultät der Universität Bern zeichnet Prof. Hubert Wolf am Samstag, 7. Dezember 2019, mit der Ehrendoktorwürde aus. Zur Begründung heißt es im vorab veröffentlichten Programm, Wolf habe Vergessenes aus der "Krypta" der Kirchengeschichte ins Licht gestellt, zur Neubewertung verdrängter Traditionen angeregt und durch die grundlegende Aufarbeitung von Inquisitionsakten "zur Rehabilitation von Opfern kirchlicher Zensur" beigetragen. Mit seinen kirchengeschichtlichen Forschungen leiste er auf diese Weise "einen bedeutsamen öffentlichen Beitrag zum derzeitigen Diskurs über die 'ecclesia semper reformanda'", die stets zu reformierende Kirche.

Prof. Wolfs Forschungsergebnisse basieren auf jahrzehntelangen Recherchen, vor allem in den Archiven des Vatikans. "Ich freue mich, dass die Theologische Fakultät in Bern mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde der historischen Arbeit an den Quellen Respekt zollt. Damit wird auch die Bedeutung unterstrichen, die der Geschichte als einem theologischen Erkenntnisort zukommt", erklärte der Kirchenhistoriker. Er betrachte seine Tätigkeit nicht zuletzt als "Aufklärungsarbeit", die kritische Anfragen an das Selbstverständnis der katholischen Kirche stelle.

Dialog mit der Öffentlichkeit

Großen Wert legt der Kirchenhistoriker deswegen auf den Dialog mit einer breiten Öffentlichkeit. Mit zahlreichen Vorträgen und Publikationen hat er zu aktuellen Debatten der Theologie Stellung bezogen; zuletzt erschienen im Verlag C.H. Beck die Bestseller "Krypta" (2015), "Konklave" (2017) und "Zölibat" (2019). Mit seinem Team hat Wolf außerdem umfangreiche Quellenbestände digitalisiert und kritisch kommentiert in Online-Datenbanken wie www.pacelli-edition.de für jedermann zugänglich gemacht.

"Wir sind damit bestens vorbereitet, wenn im kommenden März umfassende neue Bestände aus dem Pontifikat von Papst Pius XII., also aus den Jahren 1939 bis 1958, in den vatikanischen Archiven zugänglich werden", so Wolf. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Buchzensur durch Römische Inquisition und Indexkongregation, das Verhältnis der katholischen Kirche zu totalitären und autoritären Regimen des 20. Jahrhunderts sowie die Kirchen-, Theologie- und Frömmigkeitsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Der "Dies academicus" ist die Geburtstagsfeier der Universität Bern, er erinnert an deren Gründung im Jahr 1834. Regierungsrätin Christine Häsler, Erziehungsdirektorin des Kantons Bern, hält eine Rede als Vertreterin der Kantonsregierung. Als Gastreferent ist Thomas Zurbuchen eingeladen, Wissenschaftsdirektor der Raumfahrtbehörde NASA. Die Universität Bern verleiht im Rahmen der Feier insgesamt acht Ehrendoktortitel. Die Veranstaltung beginnt am Samstag, 7. Dezember 2019, um 10 Uhr im Casino Bern; sie ist öffentlich und kostenlos.

Gastvortrag zur „Erfindung des Katholizismus“ am 6. Dezember

Bereits am Freitag, 6. Dezember, hält Prof. Wolf in Bern einen Gastvortrag an der Theologischen Fakultät mit dem Titel "'Man hat eine neue gemacht.' Die 'Erfindung' des Katholizismus im 19. Jahrhundert und die Brisanz von Kirchengeschichte". Diese Veranstaltung beginnt um 18.15 Uhr in Raum 220 des Hauptgebäudes der Universität; um Anmeldung beim Dekanat der Fakultät wird gebeten.


Nachtrag: Die Universität Bern berichtet auf ihrer Homepage in Wort und Bild ausführlich über den Dies academicus.