Antrittsvorlesung von Professor Peter 't hart

Am vergangenen Montag stellte sich Professor Dr. Peter ˈt Hart in seiner Antrittsvorlesung zum Thema „Correcting the Message – Using Chemistry to Modulate RNA Biology“ offiziell den Fachbereich vor. Zahlreiche Gäste aus dem Fachbereich folgten seinem spannenden Vortrag und diskutierten im Plenum, sowie bei einem anschließenden Umtrunk die vorgestellte Forschung.
Nach seinem Studium promovierte Peter ˈt Hart 2016 an der Universität Utrecht. In seiner Promotion forschte er an Methoden zur Identifizierung und zum Wirkmechanismus von sogenannten Lipid II-bindenden Peptiden, welche potenziell eine antibiotische Wirkung aufweisen können. Anschließend entwickelte er als Alexander von Humboldt-Fellow am Max-Planck-Institut für Molekulare Physiologie in Dortmund makrozyklische Inhibitoren für epigenetische, also die Aktivität von Genen beeinflussende, Protein-Protein-Wechselwirkungen. 2018 startete Peter ˈt Hart seine eigenständige wissenschaftliche Forschung als Nachwuchsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Molekulare Physiologie und engagierte sich an der technischen Universität Dortmund in der Lehre zur Bioorganischen Chemie.
Seit 2025 verstärkt er den Schwerpunkt „Chemie der Biomoleküle“ am Fachbereich Chemie und Pharmazie der Universität Münster. „Ich möchte dem Fachbereich, dem Dekanat und insbesondere dem Team am Institut für Biochemie für den herzlichen Empfang danken und freue mich darauf, weiterhin mit ihnen zusammenzuarbeiten“, betont Peter ˈt Hart. Sein besonderes Interesse gilt der Untersuchung von RNA-Protein-Wechselwirkungen. Dabei untersucht seine Forschungsgruppe die zugrundeliegenden Mechanismen, identifiziert und entwickelt aber auch Liganden für RNA-bindende Proteine, unter anderem im Hinblick auf eine mögliche therapeutische Anwendung. Die sogenannte messenger-Ribonukleinsäure (m-RNA) dient in der Zelle dazu, gezielt Informationen des im Zellkern befindlichen Erbguts in das Zytoplasma zu transportieren. Dort werden die Informationen anschließend in die für das Funktionieren der Zelle notwendigen Proteine übersetzt. Um schneller auf Veränderungen in den Umweltbedingungen reagieren zu können, ist die Zelle in der Lage, diese m-RNA vor dem verlassen des Zellkerns so anzupassen, dass passgenau das Protein mit der gerade benötigten Funktion hergestellt werden kann. Dieser Prozess wird Spleißen genannt und wird ebenfalls durch Proteine gesteuert, sogenannte „Splicing-Faktoren“. Eine Fehlfunktion kann hierbei die Zellfunktion beeinträchtigen und im ungünstigen Fall zum Entstehen von Krebszellen führen (Onkogenese). Ein besonderer Fokus von Peter ˈt Hart liegt daher auf der Untersuchung der Bindungsmechanismen der regulierenden „Splicing-Faktoren“, um darauf aufbauend neue Therapieansätze zur Behandlung von Krebs zu entwickeln.