78. Jahrestagung der SBPC: Universität Münster nimmt an der jüngsten Ausgabe in Rio de Janeiro teil

Das Brasilien-Zentrum der Universität Münster war auf der 78. Jahrestagung der Brasilianischen Gesellschaft für den Fortschritt der Wissenschaft (SBPC) vertreten, die vom 26. Juli bis zum 1. August an der Bundesuniversität Fluminense (UFF) in Niterói (Bundesstaat Rio de Janeiro) stattfand. Die Veranstaltung ist das größte wissenschaftliche Treffen Brasiliens und stand unter dem zentralen Thema „Wissenschaft für alle: Souveränität, Entwicklung und Inklusion".

An der Veranstaltung nahm ein vielfältiges Publikum teil, darunter Akademiker*innen, Forscher*innen, Minister*innen, politische Entscheidungsträger*innen, Studierende sowie Vertreter*innen zahlreicher Institutionen. Mit über 23.000 Angemeldeten wird geschätzt, dass die Gesamtzahl der Teilnehmenden im Laufe der Woche 60.000 Personen überstieg.

Die Universität Münster wurde durch Cíntia Toth Gonçalves vertreten, Leiterin des Liaison Office des Brasilien-Zentrums, die Teil der Delegation des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses São Paulo (DWIH-SP) war.

© DWIH-SP

Mit einem umfassenden Programm präsentierte die Veranstaltung wissenschaftlicher Studien und Debatten über öffentliche Politik in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Innovation und wurde zudem von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens besucht, wie dem Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, der Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Innovation, Luciana Santos, sowie dem Bürgermeister von Niterói, Rodrigo Neves.

Eine besonders hervorzuhebende Podiumsdiskussion mit dem Titel „Akademische Freiheit und Wissenschaftskommunikation" brachte brasilianische und deutsche Fachexpert*innen zusammen, um über die Bedeutung der Wissenschaftskommunikation im Kampf gegen Desinformation zu diskutieren. An dem Panel beteiligten sich Professorin Ulrike Brandt-Bohne vom Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik), Luisa Massarani, Forscherin an der Stiftung Oswaldo Cruz (Fiocruz) und Koordinatorin des Nationalen Instituts für öffentliche Kommunikation in Wissenschaft und Technologie (INCT-CPCT), sowie Fabio Pannunzio, CEO des Portals Hora Jurídica und ehemaliger Reporter bei Sendern wie TV Globo und Bandeirantes. Während des Panels, das vom DWIH-SP und der SBPC organisiert und gefördert wurde, wurde betont, dass Wissenschaftskommunikation nicht als zweitrangige Tätigkeit betrachtet werden sollte, sondern als wesentlicher Bestandteil der Forschungsaufgabe.

© DWIH-SP

Die Debatte befasste sich mit dem Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft in beiden Ländern und hob die Notwendigkeit hervor, dass Forschende die Fähigkeit entwickeln, ihre Ergebnisse klar und präzise zu kommunizieren, um zu verhindern, dass Informationslücken durch wissenschaftsleugnende Diskurse oder die Verzerrung wissenschaftlicher Daten gefüllt werden. Die jährliche Teilnahme an der Veranstaltung bekräftigt das Engagement des Brasilien-Zentrums der Universität Münster, die akademischen Beziehungen zwischen Brasilien und Münster zu stärken und den Austausch von Perspektiven über die Zukunft der Wissenschaft und die Demokratisierung des Wissens zu fördern.