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Willkommen auf der FAQ-Seite des SãMBio Doppelabschluss-Programmes

Auf dieser Seite findest du die am häufigsten gestellten Fragen und Informationen bezüglich deines Auslandsaufenthaltes. Die Programmsprecher und zwei ehemalige Teilnehmer informieren über die Organisation, die Vorbereitung und den Alltag in Brasilien sowie in der Stadt São Paulo.

  • Prof. Dr. Carsten Wrenger

  • Prof. Dr. Eva Liebau

  • Veselina

  • Nicolas

  • Wie sieht das Leben in São Paulo aus?

  • Was ist das SãMBio Doppelabschluss-Programm?

    Das SãMBio Doppelabschlussprogramm ist ein vom DAAD unterstütztes Programm für Masterstudierende des Fachbereichs Biologie der Universität Münster (WWU) und des Instituto de Ciências Biomédicas der Universidade de São Paulo (USP). Das Besondere am Programm ist die Möglichkeit einen Doppelabschluss zu erhalten. Gemäß der akademischen Vereinbarung erhaltet ihr, wenn ihr am SãMBio-Programm teilnehmt und mindestens 30 ECTS an der Partneruniversität erwerbt, nach Beendigung eures MSc-Programms einen Abschluss von beiden Universitäten.

  • Wie ist das SãMBio Doppelabschluss-Programm entstanden?

    Die Programmsprecher und Initiatoren des SãMBio-Programms Prof. Eva Liebau und Prof. Carsten Wrenger kennen sich schon seit vielen Jahren. Als Doktorand und Postdoc arbeiteten sie gemeinsam in einer Arbeitsgruppe in Hamburg. Später wurde Eva Liebau als Professorin an die Universität Münster (WWU) berufen und Carsten Wrenger wurde Professor an der Universidade de São Paulo (USP) in Brasilien. Beide blieben jedoch stets in Kontakt und es entstand die Idee eine bilaterale Zusammenarbeit zwischen den Universitäten aufzubauen, um auch Studierenden die Möglichkeit zum kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zu geben. So entstand 2014 das erste Programm zwischen der Universität Münster und der Universität São Paulo. Das vom DAAD geförderte UNIBRAL-Programm INFECTBIO-USP-WWU lief von 2014 bis 2017. 2017 endete die Förderung des Programms und die Professoren beschlossen ein Folgeprojekt zu gründen: das SãMBio-Doppelabschlussprogramm. Jetzt umfasst die akademische Vereinbarung einen Doppelabschluss für Studierende, die am SãMBio-Programm teilnehmen und ihr MSc-Programm erfolgreich abschließen. Das SãMBio-Programm ist das zweite etablierte MSc-Doppelabschlussprogramm in der Geschichte der USP.

  • Was sind die Ziele des SãMBio Doppelabschluss-Programms?

    Das Doppelabschlussprogramm soll den Austausch von Studierenden zwischen Deutschland und Brasilien in beide Richtungen ermöglichen. Wenn ihr euch für Tropenmedizin oder Infektionsbiologie interessiert, erhaltet ihr zu Beginn eurer akademischen Laufbahn die einmalige Möglichkeit, Krankheiten wie Malaria, Chagas oder Helminthiasis in einem Land zu erforschen, in dem diese Krankheiten endemisch sind. Ihr habt die Chance, mit großartigen Wissenschaftlern/ Wissenschaftlerinnen und Ärzten/ Ärztinnen zusammenzuarbeiten und Patienten zu treffen, deren Leben von Tropenkrankheiten betroffen sind.

  • Was sind die Voraussetzungen für die Teilnahme?

    Bewerben können sich Studierende aller MSc-Studiengänge (MSc Biowissenschaften, MSc Biotechnologie, MSc Molekulare Biomedizin). Die beste Zeit für eine Bewerbung ist unmittelbar nachdem ihr euch in das MSc-Programm an der WWU eingeschrieben habt. Die Teilnehmer/innen des SãMBio-Programms werden dann nach verschiedenen Kriterien ausgewählt. Wichtiger als eure BSc Note sind internationale Erfahrung, das Motivationsschreiben und die Interviews. Es ist ein großer Vorteil, wenn ihr bereits internationale Erfahrungen gesammelt und im Ausland gearbeitet oder studiert habt. Ihr müsst nicht bereits in Lateinamerika gewesen sein, sondern vor allem die Auslandserfahrung zählt. Darüber hinaus sind gute Englischkenntnisse wichtig, da Englisch die Arbeitssprache im Labor in Brasilien sein wird. Portugiesischkenntnisse helfen euch auf jeden Fall im Alltag. Ihr müsst jedoch nicht Portugiesisch sprechen können um für das Programm ausgewählt zu werden. Am Ende hat das Einzelgespräch wohl den größten Einfluss auf den Auswahlprozess.

  • Wie bereite ich mich auf den Auslandsaufenthalt vor?

    Teil des SãMBio-Programms ist der WWU-USP-Vorbereitungskurs, der für alle Teilnehmer/innen des Programms obligatorisch ist und einem Fortgeschrittenenmodul entspricht. Der Kurs wird von Prof. Eva Liebaus Arbeitsgruppe durchgeführt. Er bietet die Gelegenheit sich kennenzulernen und sich gemeinsam um den Visumantrag, die Wohnungssuche oder die Flugbuchungen zu kümmern. Während des Kurses erhaltet ihr Informationen über die brasilianische Kultur und das Studium an der USP und könnt jede Frage zum Auslandsaufenthalt stellen.

  • Welche Forschungsbereiche werden angeboten?

    Es gibt eine Vielzahl von Forschungsgebieten, die angeboten werden. Jede/r Teilnehmer/in hat die freie Wahl, in welcher Arbeitsgruppe er oder sie arbeiten möchte. Am Instituto de Ciências Biomédicas gibt es rund 150 Professoren, die 7 verschiedenen Abteilungen angehören. Die sieben Abteilungen sind Anatomie, Zell- und Entwicklungsbiologie, Immunologie, Mikrobiologie, Parasitologie, Pharmakologie und Physiologie sowie Biophysik. Die Forschung am Institut konzentriert sich auf biomedizinische Fragestellungen, die individuellen Forschungsinteressen der Professoren sind jedoch sehr unterschiedlich. Es ist also für jeden etwas dabei. Weitere Informationen findet ihr auf der Homepage des ICBs.

  • Kann ich in mehreren Arbeitsgruppen Einblicke erhalten?

    Ja, es ist möglich an der Partneruniversität in verschiedene Arbeitsgruppen und Forschungsbereiche Einblicke zu erhalten und an aktuellen Forschungsthemen mitzuwirken. Das Instituto de Ciências Biomédicas der USP besteht aus sieben Abteilungen, die dir eine große Auswahl an Möglichkeiten bieten. Du kannst dich für jede Arbeitsgruppe der unterschiedlichen Abteilungen entscheiden sowie deine Aufenthaltszeit in den Arbeitsgruppen eigenständig einteilen. Mach es zum Beispiel wie Nic oder Veselina und teile deinen Aufenthalt auf, um Einblicke in mehrere Forschungsbereiche zu erhalten. Es gilt lediglich zu beachten, dass die insgesamte Arbeitslast an der Partneruniversität 30 ECTS entspricht.
    Eine Übersicht der verschiedenen Departments am ICB der USP findest du hier.

  • Was ist die Unit for Drug Discovery?

    Die Unit for Drug Discovery wird von Prof. Dr. Carsten Wrenger geleitet und gehört zum Department of Parasitology am Instituto de Ciências Biomédicas der USP. Beforscht werden die 3 Felder Malaria, MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) und Kernfaktoren in Kollaboration mit dem Zentrum für Angewandte Nanotechnologie CAN des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP in Hamburg. Parallel bemüht sich die Kooperation um einen stetigen Austausch und die Betreuung von Studierenden. Die Unit for Drug Discovery ist seit vielen Jahren an der Erforschung von Malaria unter Aspekten der Zellbiolige, Biochemie sowie Molekularbiologie beteiligt und ist auf die Entdeckung neuer Wirkstoffe sowie Medikamente zur Behandlung fokussiert.
    Die Forschungstätigkeiten sind hierbei nicht nur auf das eigene Labor limitiert, sondern schließen auch die Nutzung der Infrastrukturen des Departments ein. Hierzu zählen sowohl Labore mit dem Biosafety Level 1 und 2 als auch 3. Diese Infrastrukturen werden für alle Studierenden, die in den entsprechenden Arbeitsgruppen mitwirken, zugänglich gemacht.

  • Was ist die Exkursion nach Acre?

    Der Bundesstaat Acre ist der westlichste Bundesstaat von Brasilien und liegt südlich vom Amazonas an der peruanischen Grenze. Jährlich wird ein praktischer Kurs zur molekularen Malaria-Diagnostik in diesem endemischen Gebiet angeboten. Hierzu fliegt ihr nach Cruzeiro do Sul und besucht die dortige Federal University of Acre. In der Kurswoche arbeitet ihr mit Studierenden der Federal University of Acre zusammen und wendet standardisierte Diagnostik-Verfahren wie z.B. PCR und ELISA-Assays an, um gesammelte Malaria-Proben zu untersuchen. Auch wird euch viel über die Flora und Fauna der Region beigebracht.
    Ein Highlight ist die Fahrt auf dem Rio Môa bis zur peruanischen Grenze. Am Feldlager angekommen, können wissenschaftliche Exkursionen zusammen mit dem Militär und einem einheimischen Guide im tropischen Regenwald unternommen werden.

  • Wie ist das Uni-Leben und die Stadt São Paulo?

    Die multikulturell geprägte Stadt São Paulo ist mit über 12 Millionen Einwohnern die größte in Brasilien und gilt als Finanzzentrum des Landes. In den verschiedenen Vierteln der Stadt bieten sich unzählige Möglichkeiten das hektische Stadtleben und die Kultur Brasiliens zu erfahren. So gibt es unzählige Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Discos und Bars mit Live-Musik zu entdecken. Möchte man es doch mal entspannter angehen lassen, kann man auf dem großen, grünen Uni-Campus oder in einem der Stadtparks die Seele baumeln lassen.
    Während der Uni-Alltag, bestehend aus Labor, Mittagessen in der Mensa, Sport und Verabredungen am Abend vergleichbar zum hiesigen ist, trifft man außerhalb der Uni nur selten auf andere Studierende. Die USP bietet zudem ein enormes Sportangebot an, sodass für jeden etwas dabei ist.
    Bislang haben die Teilnehmer/ Teilnehmerinnen immer in unmittelbarer Nähe des Uni-Campus gewohnt, sodass das Institut stets in kürzester Zeit zu Fuß erreichbar war.

  • Warum Brasilien?

    Das gigantische Land Brasilien bietet mehr, als dass man es in Worte fassen könnte. Neben Regenwäldern, Hügeln, Savannen und unendlicher Küste gibt es dort auch eine lebhafte und interessante Kultur, die einfach dazu einlädt die einzigartige Küche auszuprobieren, die schwunghafte Musik zu genießen und Gespräche mit interessanten Menschen zu führen. Denn diese sind immer offen, warmherzig und heißen dich stets willkommen.
    Aber auch die Arbeit in einem internationalen Forschungslabor im Ausland ist sehr aufregend. So hast du an der USP die Möglichkeit an biomedizinischen Fragestellungen mitzuwirken, die in ihrer Form einzigartig sind und nicht in Münster oder Deutschland vorkommen. In Brasilien erlebst du, nicht zuletzt auch durch die Exkursion nach Acre, wie stark in diesem Land die Forschung mit ihrer Anwendung verknüpft ist.