"Gerade macht es richtig Spaß"

LoyJoy entwickelt ein intelligentes System für den Kundendialog

"Gerade macht es richtig Spaß"

LoyJoy entwickelt ein intelligentes System für den Kundendialog

„Unternehmen kommunizieren noch wie in den 90ern“, sagt Ulf Loetschert. „Für die Kunden ist der Chat dagegen längst die Nummer 1 der Kommunikationsformen. Laut Bitkom chatten 90 Prozent der Deutschen, egal ob jung oder alt.“ LoyJoy, 2018 von Betriebswirt Ulf Loetschert und dem Wirtschaftsinformatiker Dr. Ulrich Wolffgang gegründet, greift diesen Trend auf und macht die Kundenkommunikation im Netz konsequent dialogisch und emotional – es geht um Kundenbindung (Loyality) und Spaß (Enjoyment).

„Unser Ziel ist es, die gesamte Kundenbeziehung über einen automatisierten Dialog zu führen“, sagt Ulf Loetschert. Die Idee, die digitale Kundenkommunikation zu optimieren, hatten er und Ulrich Wolffgang schon 2012. Damals allerdings fehlten noch die Möglichkeiten, die Künstliche Intelligenz (KI) und Messenger- oder Chatfunktionen heute bieten. Was die Kunden also aus ihrem Alltag kennen – Gespräche per Chat – überträgt LoyJoy für Unternehmen auf alle Kanäle, auf Website, App oder Social Media.

Das Ergebnis ist ein Backend-System ähnlich einem online-basierten CMS, auf dem Unternehmenskunden ihren Chatbot nach eigenen Wünschen und mit eigenen Inhalten füllen können. „Wir stellen das System, den Content macht der Kunde selbst.“ Je nach Geschäftsmodell können die Kunden mit LoyJoy dann Vertragsabschlüsse oder Tarifwechsel anbieten, Bestelloptionen, Gewinnspiele oder Terminvereinbarungen.

„Die neue Qualität ist das Dialogische“, so Ulf Loetschert. „Die Nutzer beantworten nicht nur Fragen, sie können auch selbst Fragen stellen und werden durch den Prozess geleitet.“ Damit das funktioniert, wird die KI im Hintergrund entsprechend trainiert, das System arbeitet mit selbstlernenden Algorithmen. Und damit das Ganze beim Kunden so positiv ankommt wie es gedacht ist, haben spielerische Elemente bei LoyJoy ihren festen Platz.

LoyJoy ist nicht die erste Idee, die Ulf Loetschert und Ulrich Wolffgang entwickelt haben. „Wir kennen uns schon viele Jahre, haben immer schon eigene Internetprojekte vorangetrieben und hatten schon lange Interesse an der Selbstständigkeit.“ Für LoyJoy haben sie ihre beruflichen Karrieren als Manager in einer Strategie-Beratung und als Software-Architekt im Bankenwesen aufgegeben. „LoyJoy trifft auf einen hohen Bedarf bei den Unternehmen und es entspricht dem Zeitgeist“, sind sie vom Potenzial ihres Produkts überzeugt. „Wir haben eine Identität als Unternehmen und ein Thema, das mit nichts vergleichbar ist. Darauf sind wir stolz.“ Das Feedback der ersten Kunden gibt den beiden Gründern Recht. „Die Saure-Gurken-Zeit haben wir hinter uns gebracht. Gerade macht es richtig Spaß.“

"Unser Ziel ist es, die gesamte Kundenbeziehung über einen automatisierten Dialog zu führen."
Ulf Loetschert, LoyJoy

Drei Fragen an LoyJoy

Was hilft beim Gründen bzw. was hat euch geholfen?
Natürlich die finanzielle Förderung durch das Stipendium. Daneben sind aber vor allem Menschen wichtig, die offen für Innovationen sind. Kunden, die Lust haben, mit einem Startup zu arbeiten. Als wir mit unserer ersten Version auf den Markt gegangen sind, haben wir gehofft, dass es jemand haben wollen würde. Jetzt sind wir in der Entwicklung stark getrieben durch Kundenanforderungen.

Was ist in der ersten Phase wichtig, wenn weder Unternehmen noch Produkt bekannt sind?
Eine Vision ist wichtig. Hartnäckig bleiben und sich nicht entmutigen lassen. Sich nicht von Fragen verunsichern lassen wie „Wenn es so toll ist, warum gibt es das nicht längst …?“ Uns hat sicherlich geholfen, dass wir schon einige Jahre Berufserfahrung hatten und ein entsprechendes Standing.

Welche Beratung oder welches Coaching habt ihr genutzt?
Der beste Coach ist für uns: Sehr genau hinhören, was Kunden sagen oder nicht sagen. Eine rechtliche Beratung ist allerdings auch wichtig …

Informationen zum Gründerteam

Gründerteam
• Ulf Loetschert
• Dr. Ulrich Wolffgang

Förderungen und Preise
• NRW Gründerstipendium 2019