Geistliche und weltliche Gerichte

Vortrag über niedersächsisches Bauernrecht zwischen Staat und Kirche

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Prof. Dr. Peter Oestmann

© Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften

Über das Verhältnis von geistlichen und weltlichen Gerichten spricht Rechtshistoriker Prof. Dr. Peter Oestmann am Dienstag, 12. Juni, in der öffentlichen Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“. Eine strikte Trennung zwischen beiden Gerichten gab es in der Frühen Neuzeit nicht, wie Prof. Oestmann am Beispiel Niedersachsens zeigen wird. „Das 17. und 18. Jahrhundert war die Zeit des Mischrechts schlechthin“, erläutert der Jurist. „Grautöne regierten allenthalben.“

So haben laut Prof. Oestmann geistliche Gerichte mit größter Selbstverständlichkeit auch weltliche Zivilstreitigkeiten geregelt, und ihre Urteile sind auch in solchen Fällen akzeptiert worden. Anhand von historischen Fällen zeigt sein Vortrag, worum die Parteien im Grenzbereich beider Gerichtsbarkeiten kämpften, beispielsweise um Eigentum und Nutzungsrechte an Haus und Grund.

Religion, Recht und Politik in der Rechtsgeschichte

Prof. Dr. Peter Oestmann ist Hauptantragsteller des Exzellenzclusters. Der Rechtshistoriker leitet das Projekt C8 Verfahren zur Durchsetzung weltlichen und kirchlichen Rechts in geistlichen Territorien. Die Forschungsergebnisse aus dem Projekt hat der Wissenschaftler gerade unter dem Titel „Geistliche und weltliche Gerichte im Alten Reich“ veröffentlicht.

Der Vortrag im Fürstenberghaus trägt den Titel „Niedersächsisches Bauernrecht zwischen Staat und Kirche“. Bei der Ringvorlesung „Religion, Recht, Politik“ handelt es sich um eine Kooperation des Exzellenzclusters mit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Im Mittelpunkt der Reihe steht das spannungsreiche Verhältnis von Religion, Recht und Politik in der Rechtsgeschichte. Die Beiträge konzentrieren sich auf die europäische Geschichte und nehmen diese in einer Langzeitperspektive in den Blick – von der Spätantike bis in den Vormärz. Die öffentlichen Vorträge finden dienstags von 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22 statt. (bhe/vvm)


Ringvorlesung „Religion, Recht, Politik“

Sommersemester 2012
dienstags 18.15 bis 19.45 Uhr
Hörsaal F2 im Fürstenberghaus
Domplatz 20-22
48143 Münster