Ein Vorbild für das Miteinander von Juden und Christen?

Prof. Dr. Regina Grundmann über den Mythos der Freundschaft von Mendelssohn und Lessing

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Prof. Dr. Regina Grundmann

Foto: Julia Holtkötter

Welche Bedeutung die Freundschaft des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn mit Gotthold Ephraim Lessing für das jüdisch-christliche Zusammenleben in Deutschland hatte, erläutert die Judaistin Prof. Dr. Regina Grundmann heute in der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“. „Diese Freundschaft sollte sinnbildlich für die deutsch-jüdische Moderne werden, zum Muster eines idealen Verhältnisses zwischen Juden und Christen“, so Grundmann. Ihr Vortrag „Die Freundschaft zwischen Mendelssohn und Lessing – ein Vorbild für das Miteinander von Juden und Christen im deutschen Bildungsbürgertum?“ beginnt heute um 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22.

Grundmann geht in der Ringvorlesung auf die Frage ein, wie die öffentlich anschaubar gemachten Bilder der deutsch-jüdischen Freundschaft zwischen „dem Juden“ Mendelssohn und „dem Christen“ Lessing und ihren Verdiensten für die jüdische und die deutsche Aufklärung mit der davon abweichenden Realität zusammenpassen. Ebenso spricht die Judaistin darüber, wieso der Mendelssohn-Lessing-Mythos für das deutsch-jüdische Bildungsbürgertum des 19. Jahrhunderts eine zentrale identitätsstiftende Funktion einnehmen konnte.

In der öffentlichen Ringvorlesung „Integration religiöser Vielfalt von der Antike bis zur Gegenwart“ kommen 15 prominente Experten zu Wort, darunter der Frankfurter Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani. Sie beleuchten aktuelle Fragen ebenso wie historische Beispiele von der Antike über das vormoderne China und Indien bis zum mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa. Es sprechen Historiker, Soziologen, Juristen, Judaisten, Theologen, Religionswissenschaftler und Ethnologen. (han)


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