Eine Krönung spricht Bände

Prof. Dr. Silke Hensel über Herrschaftsansprüche im nachkolonialen Mexiko

News Ringvorlesung Hensel

Krönungsmesse für Agustín de Iturbide in einer zeitgenössischen Abbildung (Anonym, 1822, in: Soler Frost: De la patria criolla a la nación mexicana, México 2001, S.124).

Dreihundert Jahre währte die spanische Kolonialherrschaft in Mexiko. 1821 erklärte sich das lateinamerikanische Land für unabhängig. „Damit war jedoch nur ein erster Schritt getan“, weiß Prof. Dr. Silke Hensel. „Die Dekolonisierung ging mit einem fundamentalen Wandel der politischen Ordnung einher.“ Am Dienstag, dem 8. Dezember, hält die Historikerin einen öffentlichen Vortrag über „Einsetzungsriten zur Begründung einer neuen politischen Ordnung. Mexiko im Übergang vom Ancien Régime zur Unabhängigkeit“. Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ an der WWU Münster beginnt um 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz 20-22.

Die neue politische Ordnung des Landes habe erst in einem längeren Prozess ausgehandelt werden müssen, so Prof. Hensel. Bevor Mexiko sich als Republik konstituierte, kam es zur Gründung des Ersten Mexikanischen Imperiums. Der Verantwortliche für die Unabhängigkeitserklärung, Agustín de Iturbide, wurde im Juli 1822 zum Kaiser gekrönt. Die Feierlichkeiten stehen im Mittelpunkt des Vortrags, da in ihnen die Konflikte der Zeit zum Ausdruck kamen. Es ging dabei um die Frage von Souveränität und Herrschaftslegitimation, die gesellschaftliche Rolle der katholischen Kirche und Religion sowie die ethnische Differenzierung der Gesellschaft. (bhe)


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