Laurentius de Voltolina; Liber ethicorum des Henricus de Alemannia
Berlin, SMPK Kupferstichkabinett, Min. 1233
© Bildarchiv Foto Marburg

Hier finden Sie Informationen zum Lehrangebot des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte III

Lehrveranstaltungen von Prof. Keupp im Wintersemester 2017/18

Informationen zur Anmeldung und Teilnahmebeschränkung entnehmen Sie bitte dem KVV.

Vorlesung: Einführungsvorlesung: Das Mittelalter; Fr. 10-12 Uhr

Proseminar: Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Stadtgeschichte(n). Lebensordnung und Alltagsleben in der deutschen Stadt des Mittelalters; Mi. 14-16 Uhr, Do. 14-16 Uhr
Nicht alleine Steine und Mauerwerk machen eine Stadt aus, so lehrt es die Enzyklopädie des Isidor von Sevilla, sondern die dort lebenden Menschen. Diesem sozialen Kosmos innerhalb des Mauerrings will sich das Proseminar widmen. Es widmet sich der Genese und Entwicklung der 'verschworenen' Gemeinschaft innerhalb des Mauerrings und durchleuchtet ihr engmaschige Beziehungsgeflecht aus familiären Banden, politischen Netzwerken, religiösen Zusammenschlüssen und geschäftlichen Verbindungen. Der Blick richtet sich dabei auf die konkreten Praktiken des Zusammenlebens: vom Bürgereid über den Mauerbau und die Müllbeseitigung bis zu den alltäglichen Lustbarkeiten. Die Betrachtung ausgewählter Sachverhalte auf Basis ihrer zeitgenössischen Quellenzeugnisse dient dabei der Einübung grundlegender Techniken und Methoden des fachwissenschaftlichen Arbeitens in der Epochendisziplin der Mittelalterlichen Geschichte.

Hauptseminar: König Richard I. Löwenherz; Do. 10-12 Uhr
Auf nahezu allen Schauplätzen des hochmittelalterlichen Europa hat er seine Spuren hinterlassen: Als Herrscher und Verteidiger des Angevinischen Reiches in England und Frankreich, als Eroberer Zyperns im östlichen Mittelmeerraum, als gescheiterter Kreuzfahrer in Palästina und als Gefangener in Österreich und Deutschland. Doch nicht die Mythen und Legenden, die Leben und Taten des englischen Königs umranken, stehen im Mittelpunkt des Hauptseminars. Vielmehr wird Richard I. als Zeitgenosse des ausgehenden 12. Jahrhunderts in den Blick genommen, der die Dynamiken und Entwicklungen seiner Epoche auf eine spezifische Weise verkörperte: Der Blick auf die mit Selbstgefälligkeit gepaarte ritterliche Attitüde des Königs, sein Changieren zwischen Großmut und Grausamkeit, seine militärischen Triumphe und politischen Rückschläge sollen schlaglichtartig die vielfältigen Spielregeln, Normen und sozialen Notwendigkeiten des Hochmittelalters erhellen.

Übung: Numismatische Summer School; Block 13.-15.10., 8-20 Uhr
Die numismatische Summer School in Münster wendet sich an BA- und MA-Studierende der historischen und archäologischen Fächer. Ziel des 3-tägigen Kurses ist die Vermittlung von Grundlagen der Numismatik von der Antike bis zur Gegenwart mit einem Schwerpunkt auf antiker, europäischer und islamischer Numismatik. Dabei werden auch übergreifende Fragen gestellt wie etwa danach, was Geld ist, wie es hergestellt wurde und wie die Bilder und Texte auf Münzen kulturgeschichtlich zu interpretieren sind. Die Summer School wird von Dozierenden der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Mitarbeitern des LWL Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte veranstaltet. Da überwiegend mit Originalen gearbeitet wird, ist die Teilnehmerzahl auf max. 20 Studierende begrenzt. Studierende erwerben ein Zertifikat und 5 Leistungspunkte bei erfolgreicher Absolvierung des Kurses. Teilnahmevoraussetzung: Grundkenntnisse des Lateinischen.