Quellen- und Methodenvielfalt

Mittelalterliche Geschichte III

Die Vielfalt der Quellen und Zugriffsweisen steht im Zentrum moderner Mittelalterforschung. Die WWU bildet mit ihren Mittelalterprofessuren ein breites Spektrum an Zugängen zur Epoche ab. Am Lehrstuhl III werden unter anderem die Semantiken gesellschaftlicher und politischer Ordnung, die Praktiken des sozialen Miteinanders und die Materialität hoch- und spätmittelalterlicher Überlieferung thematisiert. Voraussetzung für den Zugang zur fernen Vergangenheit des 11. bis 15. Jahrhunderts ist eine profunde Beherrschung der hilfswissenschaftlichen Arbeitstechniken und Methoden. Sie bilden einen zusätzlichen Ausbildungsschwerpunkt der Professur.

Tagung

AK Mediävistik in NRW

Prof. Dr. Jan Keupp nahm beim 11. Treffen des Arbeitskreises Mediävistik in NRW am Podiumsgespräch zur "Bedeutung der Historischen Grundwissenschaften für Geschichtswissenschaft und Archive" teil. Ausgehend vom Grundsatzpapier des VHD diskutierten die Teilnehmer angesichts des drohenden Kompetenzverlustes im Bereich der Historischen Hilfswissenschaften über Lösungen in der universitären Lehre (Summer-Schools) und ihr Verhältnis zu den Digital Humanities.

Projekt

Neues Projekt im SFB 1150 "Kulturen des Entscheidens"

B01: Dilatorisches Handeln als Herrschaftstechnik im Hoch- und Spätmittelalter

Das Projekt versteht das Nicht-Entscheiden in der Praxis monarchischer Herrschaft des Hoch- und Spätmittelalters als kulturell voraussetzungsvollen Mechanismus und zielt darauf ab, das Set jener sozialen Skripte zu identifizieren, die eine Untätigkeit des Herrschers in zeitspezifischer Weise sanktionierten. In diachroner Vergleichsperspektive widmen sich zwei Unterprojekte dem Reichsregiment des vermeintlich entschlussfreudigen Staufers Friedrichs I. Barbarossa (Unterprojekt A; Bearbeiter: Konstantin Maier) und seines bisweilen als „Erzschlafmütze“ titulierten Amtsnachfolgers Friedrichs III (Unterprojekt B; Bearbeiterin: Maximiliane Berger). Gefragt wird nach den Techniken und Taktiken dilatorischen Handelns bei der Erzeugung, Etikettierung und Auflösung von Entscheidungssituationen.

Projekt

Dissertationsvorhaben: Schriftpraxis und Alltagswelt im Kloster Frenswegen (1394-1544)

Das Dissertationsprojekt von Herrn David Gniffke M.A. hat wohlwollende Zustimmung und eine Stipendienzusage seitens des Cusanuswerks erhalten.

Lehre

Mediävistik auf dem Ameisenpfad. Blog zum Oberseminar

Das Blog widmet sich den Möglichkeiten, die Akteur-Netzwerk-Theorie als Instrument der Vergangenheitsrekonstruktion fruchtbar zu machen. Es setzt die im Oberseminar begonnene Diskussion fort und macht sie zugleich für eine Fachöffentlichkeit rezipierbar.

Projekt

Projekt im Exzellenzcluster „Religion und Politik“

D2-13: „Höhere Gewalt“ und öffentliches Handeln. Politik im Zeichen der Pest

Das Projekt thematisiert den zeitgenössischen Umgang mit der Pest und fokussiert auf die Polarität zwischen kollektiven und individuellen Strategien der Krisenbewältigung. Es stellt insbesondere die obrigkeitlichen Reaktionen, die ein Verhandeln mit der 'höheren Gewalt' Gottes intendierten, der ärztlich-naturphilosophischen Expertise gegenüber, die sich auf individuelle Krankheitsprävention konzentrierte. Beobachtet werden Verschiebungen im Diskursfeld, die Gott als Dialogpartner sukzessive aus dem Pestgeschehen ausklammerten.

Projekt

Wissenschaftliches Netzwerk

Neue alte Sachlichkeit

Das Netzwerk versammelt insgesamt dreizehn junge Forscherinnen und Forscher ebenso wie bereits arrivierte Professorinnen und Professoren, die in unterschiedlichsten disziplinären Kontexten mit Realien des Mittelalters arbeiten. In vier Treffen, die wie das Netzwerkteam in Deutschland und Österreich angesiedelt sein werden, sollen Fallbeispiele für den kulturgeschichtlichen Umgang mit Realien geschaffen werden. Ziel ist die Erstellung eines Studienhandbuches zum Umgang mit mittelalterlichen Realien für die Ausbildung von Mediävistinnen und Mediävisten.

Preis

Stauferpreis 2012

Für die Habilitationsschrift "Die Wahl des Gewandes. Mode, Macht und Möglichkeiten in Gesellschaft und Politik des Mittelalters" wurde Jan Keupp vom Kuratorium der Stauferstiftung mit dem Wissenschaftlichen Stauferpreis 2012 ausgezeichnet.

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