Lehrveranstaltungen aus der Abteilung (Wintersemester 2017/18)

Prof. Dr. Werner Freitag
 080215 Proseminar: Städte und ländliche Siedlungen in Westfalen im Mittelalter
Mo 14-18 Uhr, Raum: Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte 
(Königsstr. 46), Beginn: 16.10.2017

Das Proseminar hat einen siedlungsgeschichtlichen Schwerpunkt: Auf der Basis von Überlegungen zu Zentralitätsbezügen, funktional-ökonomischen Differenzierungen, Naturräumen und zur Sakral- und Sozialtopographie werden ländliche und städtische Siedlungstypen vorgestellt. Themen sind die frühe Stadt, Pfarreien, Höfegruppen und Villikationen um 1000; sodann die Gründungsstädte und der Ausbau des Pfarrnetzes um 1200, ferner die „ausgebildeten“ Städte, „Minderstädte“ und Dorftypen des Spätmittelalters. Als Quellengrundlage dienen vor allem Grabungsbefunde, Flurnamenverzeichnisse, Urbare, Steuerregister/Schatzungen, Marktprivilegien sowie Stadtrechte. Ferner wird der Umgang mit Karten eingeübt.

Literatur: Carl Haase, Die Entstehung der westfälischen Städte, Münster 1960; Manfred Balzer, Grundzüge der Siedlungsgeschichte, in: Wilhelm Kohl, Westfälische Geschichte, Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Alten Reiches, Düsseldorf 1983, S. 231-272.

Verteilverfahren: Der Wahlgang findet statt von Montag, 10.07.2017, 10:00 Uhr, bis Donnerstag, 27.07.2017, 12:00 Uhr und von Montag 09.10.2017, 10:00 Uhr bis Donnerstag, 12.10.17, 12:00 Uhr an der Aufsicht der Bibliothek des Fürstenberghauses.

Prof. Dr. Werner Freitag
080239 Hauptseminar: Das preußische Westfalen (1609/1650-1803)
Fr 10-12 Uhr, Raum: Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte
(Königsstr. 46), Beginn: 20.10.2017

Neben den großen katholischen Fürstbistümern prägten im 17. und 18. Jahrhundert die zu Brandenburg-Preußen gehörenden Territorien die politische Landkarte Westfalens. Die Grafschaften Mark und Ravensberg fielen 1609/1614 an die Hohenzollern, 1650 kam im Gefolge des Westfälischen Friedens das Fürstbistum Minden hinzu. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts folgte noch die kleine Grafschaft Tecklenburg. Zentrale Frage des Seminars wird es sein, auf welche Weise die genannten westfälischen Territorien in den Territorienkomplex der Hohenzollern integriert wurden. In welchem Verhältnis standen Zentralstaat auf der einen, die Stände der Territorien auf der anderen Seite? Das Seminar wird ein besonderes Augenmerk auf den Ausbau der staatlichen Verwaltung im 18. Jahrhundert legen (Kriegs- und Domänenkammern). Weiterhin werden Merkantilpolitik, Kirchen- und Schulpolitik sowie die Sozialgeschichte der bürgerlichen und adligen Funktionseliten thematisiert.

Literatur: Werner Freitag, Konsensualer Zentralismus? Die Grafschaft Ravensberg von 1647 bis 1719, in: Manfred Groten u.a. (Hg.), Der Jülich-Klevische Erbstreit 1609. Seine Voraussetzungen und Folgen, Düsseldorf 2011, S. 225-240; Karl Spannagel, Minden und Ravensberg unter brandenburgisch-preußischer Herrschaft von 1648-1719, Hannover 1894; Hermann Tümpel (Hg.), Minden-Ravensberg unter der Herrschaft der Hohenzollern, Bielefeld/Leipzig 1909; Aloys Meister (Hg.), Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen, 2 Bde., Dortmund 1909.

Die Anmeldelisten liegen vom 17.7. - 27.7. sowie vom 25.9. - 6.10. jeweils von 10- 12 Uhr im Sekretariat (Raum 35) aus.

Prof. Dr. Werner Freitag
080295 Übung: Lateinische und niederdeutsche Quellen zur Geschichte der lutherischen Reformation und des Täuferreiches in Münster
Mi 16-18 Uhr,
Raum: Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte (Königsstr. 46), Beginn: 18.10.2017

Ziel der Übung ist es, die spezifische Reformationsgeschichte Münsters anhand der Quellen nachzuvollziehen. Dabei werden verschiedene Quellentypen erarbeitet und übersetzt: Predigten, Thesenreihen, Disputation, Forderungskataloge, Kirchen- und Zuchtordnung geben Auskunft über Stationen einer Stadtreformation. Für die Wege zum Täuferreich werden ebenfalls Bekenntnisschriften, sodann Chroniken und Ratsprotokolle eingesehen. Einblicke in das Täuferreich werden anhand von Statuten, Verhörprotokollen und Augenzeugenberichten gewonnen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf den Schriften Bernhard Rothmanns liegen, die Auskunft zum Sakraments, Ehe- und Gemeindeverständnis und zu den Endzeiterwartungen geben. Auch wird in der Übung auf die Schriften der Gegner des Täuferreiches eingegangen.

Literatur: Christian Peters, Vom Humanismus zum Täuferreich. Der Weg des Bernhard Rothmann, Göttingen 2017; Werner Freitag, Die Reformation in Westfalen. Regionale Vielfalt, Bekenntniskonflikt und Koexistenz, Münster 2016, S. 83-143; Robert Stupperich (Bearb.), Die Schriften Bernhard Rothmanns, Münster 1970.

Die Anmeldelisten liegen vom 17.7. - 27.7. sowie vom 25.9. - 6.10. jeweils von 10- 12 Uhr im Sekretariat (Raum 35) aus.

Prof. Dr. Werner Freitag / Jun. Prof. Dr. Michael Hecht / Prof. Dr. Peter Johanek / Dr. Angelika Lampen / Dr. Thomas Tippach
Kolloqium: Probleme vergleichender Städtegeschichte
Fr 1-17 Uhr, Raum: Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte (Königsstr. 46), Einzeltermine.


Jun. Prof. Dr. Michael Hecht 
gemeinsam mit Jun. Prof. Dr. Isabel Heinemann (Historisches Seminar) in Verbindung mit Michael Geuenich / Prof. Dr. Elisabeth Timm (Seminar für Volkskunde / Europäische Ethnologie)
088290 Kolloquium: Familie und Verwandtschaft. Historische und aktuelle Zugänge
Do 18-20 Uhr, Raum:
Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte (Königsstr. 46), Einzeltermine

Das Forschungskolloquium bringt verschiedene Fächer, die zu den Themen „Familie und Verwandtschaft“ arbeiten, im interdisziplinären Austausch zusammen. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.


Prof. a.D. Dr. Dr. h.c. Peter Johanek


Dr. Lena Krull
080222 Proseminar: Culture Wars: Staat und Kirche im 19. Jahrhundert
Di 10-12 und 14-16 Uhr, Raum: Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte (Königsstr. 46), Beginn: 17.10.2017

Lange Zeit ging man von einer schwindenden Rolle der Religion in der Moderne aus, deren Ursprung in der Aufklärung verortet wurde. Der „Entzauberung der Welt“ wurde unlängst eine Rückkehr der Religion gegenübergestellt. Die Lehrveranstaltung möchte der gesellschaftlichen Bedeutung der Religion anhand eines Kernthemas der Moderne nachgehen: dem Verhältnis von Staat und Kirche. Für dieses konfliktträchtige Verhältnis und die damit verbundenen Aushandlungsprozesse wurde in der Forschung der Begriff „culture wars“ geprägt. Ausgehend von der Säkularisation 1803 traten die katholische und die evangelischen Kirchen in Deutschland in ein ambivalentes Spannungsverhältnis zum Staat, welches in der Weimarer Verfassung im Sinne einer „fördernden Neutralität“ neu geregelt wurde – von einer Trennung von Staat und Kirche kann also nicht die Rede sein. Dieses Verhältnis anhand der zeitgenössischen Diskussionen sowie anhand konkreter Konfliktfelder (Ehe, Taufe, Bildungswesen, Kirchensteuer) und zentraler Ereignisse (Reformationsjubiläum, Kölner Wirren, Eisenacher Konferenz, Kulturkampf) nachvollzogen werden. Das Seminar ist explizit geschichtswissenschaftlich ausgerichtet und wird theologische Themen daher nur kursorisch behandeln.

Für den erfolgreichen Abschluss des Seminars sind die regelmäßige und aktive Teilnahme (inkl. wöchentlicher Hausaufgaben), die Übernahme eines Kurzreferats, das Bestehen der Abschlussklausur sowie das Verfassen einer Hausarbeit (10-15 Seiten) erforderlich.

Literatur: Olaf Blaschke (Hrsg.), Konfessionen im Konflikt. Deutschland zwischen 1800 und 1970: ein zweites konfessionelles Zeitalter, Göttingen 2002 (urn:nbn:de:bvb:12-bsb00049849-3); Christopher Clark/Wolfram Kaiser (Hrsg.), Culture Wars. Secular-Catholic Conflict in Nineteenth-Century Europe, Cambridge 2003; Benjamin Ziemann, Sozialgeschichte der Religion. Von der Reformation bis zur Gegenwart, Frankfurt/New York 2009.

Verteilverfahren: Der Wahlgang findet statt von Montag, 10.07.2017, 10:00 Uhr, bis Donnerstag, 27.07.2017, 12:00 Uhr und von Montag 09.10.2017, 10:00 Uhr bis Donnerstag, 12.10.17, 12:00 Uhr an der Aufsicht der Bibliothek des Fürstenberghauses.

Dr. Lena Krull / Dr. Oliver Schmidt (Westf. Salzwelten)
080267 Übung/Praxisseminar: Baden in Westfalen: Zeitzeugenprojekt zur Kinderkur in Bad Sassendorf
 Fr 10-14 Uhr (14-täglich!), Räume: siehe HIS-LSF, Beginn: 20.10.2017.

(Bad) Sassendorf profilierte sich als Bade- und späterer Kurort besonders über das „Kinderbaden“. Nach der ersten Gründung einer evangelischen Kinderheilanstalt 1877 folgten im 20. Jahrhundert weitere konfessionelle (katholisch, jüdisch) und berufsgenossenschaftliche Einrichtungen (Harpener Bergbau AG, Deutschnat. Handlungsgehilfenverband). Zielgruppe der Kureinrichtungen waren anfangs „skrofulöse“ Kinder, die an einer tuberkuloseähnlichen Krankheit litten, welche durch das Baden in Sole kuriert werden sollte. Das Behandlungsspektrum erweiterte sich zunehmend, konzentrierte sich aber auf Kinder aus unteren und mittleren sozialen Schichten. Das Badeerlebnis, die sozialen und kulturellen Praktiken in den Heimen, sind bisher noch weitgehend unerforscht.

In der Lehrveranstaltung soll diese Lücke durch Zeitzeugenbefragungen geschlossen werden, die sich besonders auf den Zeitraum ab 1950 konzentrieren. Methodisch erhalten die Studierenden eine theoretische Einführung in den Komplex der Oral History, die während des Semester im Feld erprobt werden soll. Das Projekt reiht sich ein in vergleichbare Studien zur Heimerziehung in der Nachkriegszeit; eine weitere wissenschaftliche Bearbeitung ist geplant.

Literatur: Matthias Frölich (Hg.), Quellen zur Geschichte der Heimerziehung in Westfalen 1945–1980 (Forschungen zur Regionalgeschichte 66), Paderborn u.a. 2011; Bernhard Jungnitz, „Verhindern, daß die heranwachsende Jugend der städtischen und Industriebevölkerung… dauernden Schaden an ihrer Gesundheit erleidet“. Kindererholungskuren auf den Nordseeinseln am Beispiel des Kreises Unna, in: Westfälische Forschungen 64 (2014), S. 159–189; Peter Kracht, Sassendorf. Vom Sälzerdorf zum Heilbad, Münster 2009; Julia Obertreis (Hg.), Oral History (Basistexte Geschichte 8), Stuttgart 2012.

Anmeldung: Aufgrund des Praxischarakters ist die Teilnehmerzahl auf 15 begrenzt, Anmeldungen bis zum 13.10.2017 per Mail an lena.krull@uni-muenster.de.

Dr. Lena Krull
080307 Übung: "Deutsche Nationaltracht“ und Pionierhalstuch: Kleidung und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert
Do 14-16 Uhr, Raum: G 209 (Georgskommende 14), Beginn: 12.10.2017.

Kleidung ist nicht nur Ausdruck von Moden oder persönlichen Vorlieben, sondern auch eng mit gesellschaftlichen und politischen Prozessen verwoben. Sie kann politischen Haltungen zeichenhaft Ausdruck verleihen, gesellschaftliche Stellung materialisieren und als Instrument obrigkeitlich-staatlichen Handelns eingesetzt werden. Eine so verstandene Geschichte der Kleidung des 19. und 20. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt der Übung. Ausgangspunkt ist die sog. „deutsche Nationaltracht“ der Befreiungskriege, eine bewusst nationale Kleidung unter Rückgriff auf Stilelemente des 16. Jahrhunderts. Unter Berücksichtigung frühneuzeitlicher Entwicklungen (Kleiderordnungen) sollen zudem Uniformen und die Etablierung des Anzugs in der Herrenmode, Korsett und Reformkleidung in der Damenmode thematisiert werden. Um 1900 kommt die Auseinandersetzung mit Konzeptionen von ‚Tracht‘ im Kontext der Heimatbewegung hinzu. Im 20. Jahrhundert wären die Bekleidungskultur des Wandervogels und anderer Jugendkulturen, Kleidung im Nationalsozialismus und in der DDR (Pionierhalstuch) weitere mögliche Bereiche.

In der Lehrveranstaltung soll es bewusst um eine geschichtswissenschaftliche Beschäftigung (oft in Anknüpfung an kulturanthropologische Fragen) und weniger um eine kostümgeschichtliche Auseinandersetzung mit dem Thema gehen. Ein Praxisseminar im gleichen Semester ergänzt die Veranstaltung thematisch und praktisch (die Veranstaltungen können auch einzeln besucht werden).

Literatur: Christel Köhle-Hezinger (Hrsg.), Der neuen Welt ein neuer Rock. Studien zu Kleidung, Körper und Mode an Beispielen aus Württemberg, Stuttgart 1993; Hans Medick, Eine Kultur des Ansehens. Kleidung und Kleiderfarben in Laichingen 1750–1820, in: Historische Anthropologie 2 (1994), S. 193–212; Jochen Ramming, Die uniformierte Gesellschaft. Zur Rolle vereinheitlichender Bekleidungsweisen am Beginn des 19. Jahrhunderts. Beamtenuniform – Rabbinertalar – Nationalkostüm, Würzburg 2009.

Eine Anmeldung im Vorfeld ist nicht erforderlich.

Dr. Lena Krull
080291 Übung: Berufe für Historikerinnen und Historiker
Mo 16-18 Uhr, Raum: F3, Beginn: 16.10.2017

„Was kannst Du denn später damit machen?“ Diese oder ähnliche Fragen zu ihrem Studienfach haben schon viele Geschichtsstudierende gehört. Abgesehen vom Berufsbild Lehrer*in gibt es den klassischen Beruf für Historiker*innen nicht. Sie können sich auf verschiedene Arbeitsfelder spezialisieren: Museum, Archiv, Verlagswesen, Öffentlichkeitsarbeit und viele mehr.
Was Sie erwartet:
Gäste aus verschiedenen, beispielhaften Berufsbereichen, deren individuelle Berufsbiografien im Gespräch erarbeitet werden.
Einblick in Einstiegsmöglichkeiten und Arbeitsalltag spezifischer, für Geisteswissenschaftler*innen allgemein geeigneter Berufsfelder.
Die Möglichkeit, sich mit Ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen und Kontakte zu knüpfen (z.B. für ein Praktikum).
Was die Übung nicht leisten kann und will:
Ihnen die individuelle Berufsorientierung abnehmen.
Alle denkbaren Berufsfelder für Historiker*innen vorstellen.

Literatur: Sabine Horn (Hrsg.), Geschichte und Öffentlichkeit. Orte – Medien – Institutionen, Göttingen 2009; Mareike Menne, Berufe für Historiker, Stuttgart 2010; Frank Kleinehagenbrock/Stefan Petersen (Hrsg.), Geschichte studiert – und dann? Berufsfelder für Historikerinnen und Historiker sowie Studierende anderer Geisteswissenschaften. Ein Leitfaden, Würzburg 2011 (online abrufbar unter: http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/volltexte/2012/6670/); Blog beruf:geschichte (https://beruf.hypotheses.org).

Eine Anmeldung im Vorfeld ist nicht erforderlich.


Dr. Karsten Igel
080297 Übung: Die Grundherrschaft als wirtschaftliche und herrschaftliche Basis des Osnabrücker Bischofs und Domkapitels
Fr. 14-16 Uhr (14-täglich! - An einem Freitag findet ein längerer Archiv-Ausflug statt, Termin wird in der ersten Sitzung vereinbart) sowie Sa. 20.01.18 10-16 Uhr, Raum:
Sitzungszimmer des Instituts für vergleichende Städtegeschichte (Königsstr. 46), Beginn: 20.10.2017

Ausgehend vom um 1200 verfassten Registers des Osnabrücker Dompropstes Lentfried und dem Tafelgutregister des Osnabrücker Bischofs Engelbert von Isenberg aus der Zeit um 1240 soll in der Übung die Bedeutung der Grundherrschaft für die zentralen geistlichen Institutionen des Bistums Osnabrück betrachtet werden. Im Vordergrund stehen dabei die Arbeit mit den Quellen in originaler und edierter Form, ihre Einordnung und die Möglichkeiten ihrer Interpretation sowie die dazu nutzbare Hilfsmittel. Im Rahmen der Übung wird voraussichtlich ein Termin im Niedersächsischen Landesarchiv Standort Osnabrück stattfinden, wofür ein ganzer Freitagnachmittag einzuplanen ist (Termin wird in der ersten Sitzung festgelegt), die Blocksitzung am 20. Januar soll zur intensiven Arbeit mit den Quellen genutzt werden.

Literatur: Weitere Hinweise sowie Literaturangaben folgen nach der Anmeldung bzw. in der ersten Sitzung, in der auch die weiteren Freitagstermine bekannt gegeben werden.

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt und eine vorherige Anmeldung an karsten.igel@uni-muenster.de daher erforderlich.


Dr. Peter Ilisch
080252 Übung: Die Schatzfunde des 10. bis beginnenden 12.Jahrhunderts rund um die Ostsee und ihre historische Auswertung
Mo 16-18 Uhr, Raum: F 104, Beginn: 16.10.2017.

Wirtschaftsgeschichtlich bestand Europa um die Jahrtausendwende aus zwei grundsätzlich unterschiedlichen Zonen, der der Gewichtsgeldwirtschaft und der der Münzgeldwirtschaft. Von letzterer wurden Silbermünzen in die Anrainer der Ostsee, Skandinavier wie Slawen exportiert. Nachvollziehen lässt sich dieses durch die nicht wenigen Schatzfunde aus diesen Gebieten, die neben Importen aus Zentralasien auch solche aus England und dem Deutschen Reich dokumentieren. Dieses Phänomen soll in doppelter Hinsicht untersucht werden: zum einen die Frage, in welchem Umfang welche Orte oder Regionen in Westeuropa an diesem Handel partizipierten und welche Aussagen sich für die Exportregionen gewinnen lassen, zum anderen sollen auch die Länder an der Ostsee und ihr geldgeschichtlicher Weg im Blickfeld sein.

Gewünscht wird ein bereits erfolgreich abgeschlossenes Proseminar zur mittelalterlichen Geschichte.

Literatur: Gert Hatz, Handel und Verkehr zwischen dem Deutschen Reich und Schweden in der späten Wikingerzeit. Die deutschen Münzen des 10. und 11. Jahrhunderts in Schweden, Stockholm 1974. Mateusz Bogucki, Peter Ilisch u. Stanislaw Suchodolski (Hrsg.): Frühmittelalterliche Münzfunde aus Polen. Inventar IV: Kleinpolen/Schlesien. Warschau 2013; dies., Frühmittelalterliche Münzfunde aus Polen. Inventar III: Masowien Podlachien Mittelpolen. Warschau 2015; dies., Frühmittelalterliche Münzfunde aus Polen. Inventar II: Pommern. Warschau 2016. Nikiolai Bauer, Die russischen Funde abendländischer Münzen des 11. und 12. Jahrhunderts. In: Zeitschrift für Numismatik. Bd. 39, Berlin 1929, S. 1–187.

Anmeldung per Mail an Peter.Ilisch@uni-muenster.de. Maximale Teilnehmerzahl 15.