Herzlich willkommen auf der Homepage der Arbeitsstelle Feministische Theologie und Genderforschung!

Feministische bzw. geschlechtersensible Theologie ist eine Querschnittsdisziplin der Theologie. Sie reflektiert die Relevanz der (Zwei-) Geschlechtlichkeit für die biblische, historische, systematische und praktische Theologie sowie für die Strukturen, in denen Theologie betrieben wird. Dabei ist sie methodisch und inhaltlich in der Theologie als auch in der Geschlechterforschung verankert, und in beider Interesse fördert sie die Geschlechtersensibilität und -gerechtigkeit in Theologie und Kirche.

Feministische bzw. geschlechtersensible Theologie hat in Münster Tradition. Seit Ende der 1970er Jahre gibt es an der Fakultät feministisch-theologische Forschung und Lehre. Die Arbeitsstelle in Münster ist neben der Arbeitsstelle für Theologische Genderforschung mit kirchengeschichtlichem Schwerpunkt in Bonn die einzige universitäre katholisch-theologische Institution in Deutschland, die die Geschlechter-Perspektive quer durch die theologischen Disziplinen vertritt und über eine entsprechend umfassende Bibliothek verfügt, die in Kooperation mit der Diözesanbibliothek Münster laufend weitergeführt wird.

Aktuelle Meldungen

Gendertraining. Ein Kompetenzerwerb für Schule, Kirche und Leben

Gendertraning Bodenbild
Bodenbild des Gendertrainings
© Daniel Bugiel

Vom 11.11.-13.11.2016 fand an der Katholischen Bildungsstätte Haus Ohrbeck zum sechsten Man das Seminar „Gendertraining. Ein Kompetenzerwerb für Schule, Kirche und Leben“ statt. Die Dozierenden Daniel Bugiel (Arbeitsstelle Feministische Theologie und Genderforschung) und Franziska Birke-Bugiel (Katholische Bildungsstätte Haus Ohrbeck) beschäftigten sich gemeinsam mit 18 Studierenden inhaltlich intensiv und auf methodisch vielfältige Art und Weise mit der Kategorie Gender und ihrer Bedeutung für die Theologie. Dabei analysierten sie, wie und warum unser Wahrnehmen, Handeln und Denken in Geschlechterbilder eingelassen und verstrickt ist. Ein besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass die im Seminar zusammen erarbeitete Genderkompetenz als praxisbezogene Reflexions- und Handlungskompetenz alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu befähigt, in ihrem wissenschaftlichen, privaten oder beruflichen Feld die Bedeutung der Kategorie Gender wahrzunehmen und selbst geschlechterbewusst zu handeln. Weitere Fotos

Daniel Bugiel: "Der Leib Christi und die männliche Moderne"

Artikel in Wendel, Nutt: "Reading the Body of Christ"
Buchcover
Buchcover "Reading The Body Of Christ"
© Schoeningh

"Die Leib-Christi-Metaphorik ist in Christologie und Ekklesiologie besonders wirkmächtig – bis heute. Das zeigt sich an den einflussreichen Körperbildern und vielschichtigen Konstruktionen von Geschlecht, die mit dem „Leib Christi“ verbunden werden.

Expert*innen aus den USA, Großbritannien und Deutschland gehen den Funktionen und Implikationen der Leib-Christi-Metapher auf die Spur, und sie sensibilisieren dafür, sowohl deren Potenziale als auch Probleme wahrzunehmen. In den christlich-theologischen und religionswissenschaftlichen Analysen, u. a. der Theologien Karl Rahners, Joseph Ratzingers, Hans Urs von Balthasars und Jon Sobrinos, wird dabei auch immer wieder die Frage aufgeworfen, wie tragfähig die Leib-Christi-Metapher heute noch sein kann."
(Quelle: Ferdinand Schoeningh-Verlag)

Der Artikel "Der Leib Christi und die männliche Moderne" beschäftigt sich mit dem Primat des Empfangens vor dem Machen Joseph Ratzingers.

Weitere Informationen zum Buch

Marie-Theres Wacker: "Baruch and the Letter of Jeremiah"

Neuerscheinung April 2016
Buchcover
Buchcover "Baruch and the Letter of Jeremiah"

"Baruch and the Letter of Jeremiah are among the so-called deuterocanonical books of the Bible, part of the larger Catholic biblical canon. Except for a short article in the Women's Bible Commentary, no detailed or comprehensive feminist commentary on these books is available so far. Marie-Theres Wacker reads both books with an approach that is sensitive to gender and identity issues. The book of Baruch—with its reflections on guilt of the fathers, with its transformation of wisdom into the Book of God's commandments, and with its strong symbol of mother and queen Jerusalem—offers a new and creative digest of Torah, writings, and prophets but seems to address primarily learned men. The so-called Letter of Jeremiah is an impressive document that unmasks pseudo-deities but at the same draws sharp lines between the group's identity and the "others," using women of the "others" as boundary markers."

Weitere Informationen zum Buch

"Anderes Männerbild nötig"

"Männer auf der Flucht" - bitte differenzieren!
"Männer auf der Flucht" - Männerfrühstück der Friedenskirchengemeinde (Quelle: Westfälische Nachrichten)

"Am Wochenende besprachen 20 Männer das Thema „Männer auf der Flucht“, begleitet von Moderator Uwe Hartmeier vom Institut für Kirche und Gesellschaft, dem Referenten Daniel Bugiel, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arbeitsstelle Feministische Theologie und Genderforschung, sowie Pfarrer Hartmut Hawerkamp, Synodalbeauftragter für Männerarbeit des Evangelischen Kirchenkreises Münster. Er bereitet die Treffen mit einem Team vor.

Kern von Bugiels Anliegen ist der Aufruf, differenziert hinzuschauen. So etwa auf die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht. Die Staatsangehörigkeiten der bislang Tatverdächtigen seien nicht ganz so, wie sie hängengeblieben seien, sagte Bugiel: „Neun sind Algerier, acht Marokkaner, fünf Iraner, vier Syrer, zwei Deutsche, einer ist Iraker, einer Serbe, einer US-Amerikaner.“ Weiterlesen

„Nicht mit mir – Männer gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus“

Logo Nicht Mit Mir
Logo der Kampagne "Nicht mit mir! Männer gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus"

"Wir möchten den Frauen, die in der Silvesternacht in Köln und anderswo zu Opfern sexualisierter Gewalt gemacht wurden, unser Mitgefühl und unsere Solidarität aussprechen. Diese Vorfälle haben uns tief erschreckt und wütend gemacht. Sexualisierte Gewalt – gegen Menschen egal welchen Geschlechts – ist ein Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung. Sexualisierte Gewalt darf nirgendwo auf der Welt Platz haben. Wir fordern bestmögliche Unterstützung für alle von (sexualisierter) Gewalt Betroffenen. Wir unterstützen die Forderungen von frauenpolitischen Organisationen, dass gesetzliche Schutzlücken (Nötigung, Vergewaltigung, Beleidigung) schnellstens beseitigt werden. Der Grundgedanke der Istanbul-Konvention „Nein heißt Nein“ muss auch in deutsches Recht umgesetzt werden. Er muss ausnahmslos für alle Menschen, an jedem Ort und unter allen Bedingungen gelten." Weiterlesen

Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Unterzeichnen finden Sie auf der Homepage der Kampagne "Nicht mit mir!".

Vulnerabilität als Topos theologischer Männerforschung

Tagung des Arbeitskreises Theologische Männerforschung
Flyer zur Tagung des Arbeitskreises Theologische Männerforschung 2016
Flyer zur Tagung des Arbeitskreises Theologische Männerforschung 2016

Der Begriff der Vulnerabilität entwickelt sich mehr und mehr zu einem theologischen Leitbegriff, in dem sich zentrale anthropologische und theologische Topoi verdichten. Der Blick auf Männlichkeiten jedoch offenbart eine zerreißende Ambivalenz: Denn einerseits fordert der binäre Geschlechter-Code von Männern dem Mythos des Unverwundbaren zu entsprechen, andererseits scheint Verwundbarkeit ein Existenzial menschlichen Lebens überhaupt zu sein.

Die wissenschaftliche Tagung „Verletzter Gott – verletzter Mensch – verletzter Mann“ fokussiert Verwundbarkeit als Chiffre theologischer Anthropologie und reflektiert anhand dieses Beispiels die Verhältnisbestimmung von theologischer Männerforschung und „profanen“ Gender Studies sowie den Topos der (Un-) Verletztbarkeit als Produkt und Anforderung des binären Codes.

Nähere Informationen finden Sie auf dem Flyer Theologische Männerforschung 2016.