Diplom für Christliche Sozialwissenschaften

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es eine Zusammenarbeit zwischen dem (theologischen) Fach Christliche Sozialwissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften an der Universität Münster. Nach Gründung des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften (ICS) durch Prof. Dr. Dr. Joseph Höffner wurde Anfang der 1950er Jahre das Zusatzstudium „Christliche Sozialwissenschaften“ für Hörer aller Fakultäten eingeführt. Unter dem Institutsdirektor Prof. Dr. Dr. Franz Furger wurde dieses Angebot als wirtschaftsethische Zusatzqualifikation durch eine Kooperationsvereinbarung (1987) zwischen dem ICS und dem Fachbereich IV als „zweigleisiges“ Modell abgesichert: Für Studierende der Wirtschaftswissenschaften wurde ein Zusatzfach Wirtschaftsethik angeboten, für Studierende der Katholischen Theologie stand der Erwerb von Grundkenntnissen der Wirtschaftswissenschaften in Verbindung mit einem intensiven Studium der Christlichen Sozialwissenschaften im Zentrum des Angebots. Dieses Modell wurde auch von Prof. Dr. Dr. Karl Gabriel und Prof. Dr. Heimbach-Steins beibehalten.


  • Curriculum

    Regelungen für das „ICS-Diplom“ (gültig ab dem Studienjahr 2014/2015)

    Das am ICS verankerte sozial- und wirtschaftsethische Studienangebot "Diplom für Christliche Sozialwissenschaften" wird in den letzten Semestern erfreulicher Weise sehr gut angenommen.

    Um die Organisation des Angebots und die Begleitung der Studierenden zu optimieren, werden deshalb zum Wintersemester 2014/15 folgende Neuregelungen eingeführt:

    • Das Zusatzstudium beginnt jeweils zum Wintersemester.
    • Pro Jahr können insgesamt 12 Studierende (aus den Studiengängen der Katholischen Theologie und der Wirtschaftswissenschaften; Einzelfallentscheidungen für Studierende aus anderen Fachrichtungen sind grundsätzlich möglich) zugelassen werden.
    • Es wird davon ausgegangen, dass die im Curriculum festgelegten Studienleistungen in der Regel in einem Zeitraum von mindestens vier bis maximal sechs Studiensemestern erbracht werden.
    • Interessierte bewerben sich schriftlich am Institut für Christliche Sozialwissenschaften (z. H. der Direktorin Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins) bis zum 1. September eines jeden Jahres. Bescheide über die Zulassung werden spätestens Anfang Oktober übermittelt.

    Folgende Voraussetzungen müssen nachgewiesen werden:

    1. Sie haben mindestens das erste Fachsemester eines grundständigen theologischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Studiengangs erfolgreich abgeschlossen.
    2. Sie haben eine besondere Motivation, eine sozial- und wirtschaftsethische Zusatzqualifikation zu erwerben, die Sie in einem Motivationsschreiben (max. 2 Seiten) darlegen.

    Im Falle, dass die Zahl der Bewerbungen die Zahl der verfügbaren Plätze übersteigt, werden Studierende, die bereits im zweiten oder dritten Semester studieren, auf der Basis des Motivationsschreibens bevorzugt zugelassen. In jedem Fall wird auf ausgewogene Fächerzugehörigkeit (Theologie / Wirtschaftswissenschaften) geachtet. Ein Rechtsanspruch auf Zulassung besteht nicht.

    Studienanforderungen und Studienverlaufsplan

    Für das „Diplom für Christliche Sozialwissenschaften" werden zu gleichen Teilen Anteile aus den Christlichen Sozialwissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften im Umfang von jeweils mindestens 12 SWS sowie ein interdisziplinäres Hauptseminar von 2 SWS studiert.

    Beide Anteile sind in einen Pflicht- und einen Wahlpflichtbereich unterteilt, in dem 8 SWS im Pflichtbereich und 4 SWS im Wahlpflichtbereich studiert werden. Die folgende Tabelle zeigt die angebotenen Vorlesungen und Seminare:

    Sozialethisch-theologische Anteile
    Pflichtbereich (insgesamt 8 SWS):
    Wirtschaftswissenschaftliche Anteile
    Pflichtbereich (insgesamt 8 SWS):
    • Vorlesung „Christliche Sozialethik I: Systematische Grundlagen und gesellschaftliche Kontextualisierungen
      (2 SWS, Heimbach-Steins)
    • Vorlesung „Christliche Sozialethik II: Gesellschaft verantworten - gesellschaftstheoretische Voraussetzungen, sozialphilosophische Grundlagen, sozialethische Konkretionen
      (2 SWS, Heimbach-Steins)
    • Vorlesung „Grundlagen der Wirtschaftsethik unter dem Anspruch ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit“ (2 SWS, Heimbach-Steins)
    • mindestens eine weitere Vorlesung aus dem Lehrangebot der Christlichen Sozialwissenschaften (2 SWS)
    Modul Ökonomische Grundlagen für das Lehramt
    (4 SWS):
    • Grundlagen der Volkswirtschaftslehre (Müller) (4 SWS)
    Modul Grundlagen betriebswirtschaftlichen Handelns (4 SWS)

    • Vorlesung: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre (Dilger) (2 SWS)
    • Vorlesung: Betriebliches Rechnungswesen
      (D. Krafft/Dilger) (2 SWS)
    Interdisziplinärer Pflichtanteil (insgesamt 2 SWS): Interdisziplinärer Pflichtanteil (insgesamt 2 SWS):
    Interdisziplinäres Hauptseminar zur Wirtschaftsethik (2 SWS, Aufderheide/Heimbach-Steins/Müller)
    Wahlpflichtbereich (insgesamt mindestens 4 SWS): Wahlpflichtbereich (insgesamt mindestens 4 SWS):
    • Zwei (Haupt-)Seminare à 2 SWS zu verschiedenen Themen aus dem Lehrangebot der Christlichen Sozialwissenschaften, darunter mindestens ein Hauptseminar.
    • Vorlesung (mit integrierter Übung): Geschichte der ökonomischen Theorie
      (van Suntum) (2 SWS)
    • Modul „Ökonomische Politikanalyse“ (Apolte) (6SWS)
      - Vorlesung „Ökonomische Politikanalyse“ (4SWS) 
      - Ömische Politikanalyse“ (2SWS)

    • Modul Makroökonomik (van Suntum, Apolte) (3 SWS) (nicht zu verwechseln mit dem Modul "Makroökonomische Grundlagen")
      - Vorlesung Konjunktur und Beschäftigung (2 SWS)
      - Übung zur Konjunkturanalyse (1 SWS)
    • Vorlesung Wirtschafts- und Unternehmensethik (Müller) (4 SWS)

    Studienanforderungen und Studienverlaufsplan nach der alten Ordnung (WS 2010/11)

    Für das „Diplom für Christliche Sozialwissenschaften" werden zu gleichen Teilen Anteile aus den Christlichen Sozialwissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften im Umfang von jeweils mindestens 12 SWS studiert.

    Beide Anteile sind in einen Pflicht- und einen Wahlpflichtbereich unterteilt, in dem 6 SWS im Pflichtbereich und 6 SWS im Wahlpflichtbereich studiert werden. Die folgende Tabelle zeigt die angebotenen Vorlesungen und Seminare:

    Sozialethisch-theologische Anteile
    Pflichtbereich (insgesamt 6 SWS):
    Wirtschaftswissenschaftliche Anteile
    Pflichtbereich (insgesamt 6 SWS):
    • Vorlesung „Christliche Sozialethik I: Systematische Grundlagen und gesellschaftliche Kontextualisierungen
      (2 SWS, Heimbach-Steins)
    • Vorlesung „Christliche Sozialethik II: Gesellschaft verantworten - gesellschaftstheoretische Voraussetzungen, sozialphilosophische Grundlagen, sozialethische Konkretionen
      (2 SWS, Heimbach-Steins)
    • Vorlesung „Grundlagen der Wirtschaftsethik unter dem Anspruch ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit“ (2 SWS, Heimbach-Steins)

    Modul Ökonomische Grundlagen für das Lehramt
    (2 SWS):

    • Grundlagen der Volkswirtschaftslehre (Müller) (2 SWS)
    Modul Grundlagen betriebswirtschaftlichen Handelns (4 SWS)

    • Vorlesung: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre (Dilger) (2 SWS)
    • Vorlesung: Betriebliches Rechnungswesen
      (D. Krafft/Dilger) (2 SWS)
    Wahlpflichtbereich (insgesamt mindestens 6 SWS): Wahlpflichtbereich (insgesamt mindestens 6 SWS):
    • mindestens eine weitere Vorlesung aus dem Lehrangebot der Christlichen Sozialwissenschaften (2 SWS)
    • Zwei (Haupt-)Seminare à 2 SWS zu verschiedenen Themen aus dem Lehrangebot der Christlichen Sozialwissenschaften, darunter mindestens ein Hauptseminar.
    • Interdisziplinäres Hauptseminar zur Wirtschaftsethik (2 SWS, Heimbach-Steins/AufderHeide)
    • Interdisziplinäres Hauptseminar zur Sozialpolitik (2 SWS, Heimbach-Steins/N.N.)
    • Vorlesung (mit integrierter Übung): Geschichte der ökonomischen Theorie
      (van Suntum) (2 SWS)
    • Modul „Ökonomische Politikanalyse“ (Apolte) (6SWS)
      - Vorlesung „Ökonomische Politikanalyse“ (4 SWS) 
      - Ömische Politikanalyse“ (2SWS)

    • Modul Makroökonomik (van Suntum, Apolte) (3 SWS) (nicht zu verwechseln mit dem Modul "Makroökonomische Grundlagen")
      - Vorlesung Konjunktur und Beschäftigung (2 SWS)
      - Übung zur Konjunkturanalyse (1 SWS)
    • Vorlesung Wirtschafts- und Unternehmensethik (Müller) (4 SWS)
    • Modul: Umweltökonomik (5 SWS, Hartwig/Müller)

    Die akuellen Veranstaltungen zum Bereich des wirtschaftswissenschaftlichen Anteils finden Sie hier.

  • Leistungsnachweise und Prüfungen

    Anteil Christliche Sozialwissenschaften:


    Vorlesungen:

    Zu zwei der vier Vorlesungen sind Leistungsnachweise aufgrund einer Klausur
    oder mündlichen Prüfung zu erwerben.

    Seminare:
    In jedem Seminar ist ein Leistungsnachweis auf der Grundlage einer Hausarbeit oder eines Referates + Ausarbeitung zu erwerben.

    Anteil Wirtschaftswissenschaften:

    Pflichtbereich:
    • Modulprüfungen

    Wahlpflichtbereich:
    • Seminar(e): Leistungsnachweis auf der Grundlage einer Hausarbeit oder eines
    Referates + Ausarbeitung zu erwerben.
    • Module: mindestens eine weitere Modulprüfung


    Weitere Leistungen,

    die für das „Diplom für Christliche Sozialwissenschaften“ zu erbringen sind:

    • Praktikum (mind. 3 Wochen) in einer sozialen Einrichtung, einem Betrieb oder einer (gesellschafts-)politischen Institution (mit Bericht) nach Absprache mit Prof. Dr. Heimbach-Steins
    • Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit zu einem Thema aus den ChristlichenSozialwissenschaften im Umfang einer Bachelor-Arbeit (Bachelor-Arbeiten, die im Fach Christliche Sozialwissenschaften – oder in den Wirtschaftswissenschaften zu einem wirtschaftsethischen Thema – geschrieben werden, können in Absprache mit Prof. Heimbach-Steins angerechnet werden. Für Abschlussarbeiten im Rahmen von Masterstudiengängen und für Diplomarbeiten gilt die Regelung analog.)
    • Mündliche Abschlussprüfung (20 Minuten) aus dem Stoffgebiet der wiss. Arbeit und der zuvor nicht abgeprüften Vorlesungen (nach Absprache mit Prof. Heimbach-Steins).
  • Anmeldung

    Alle Studierenden, die das „Diplom für Christliche Sozialwissenschaften“ erwerben
    bzw. das Zusatzfach Wirtschaftsethik studieren möchten, sind gebeten, sich zu Beginn
    des Zusatzstudiums im ICS (Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins) anzumelden
    (dies dient der Erleichterung der Kommunikation, auch innerhalb der Studierendengruppe).

    Für die Klausuren in den Wirtschaftswissenschaften melden sich die Studierenden an
    den jeweiligen Lehrstühlen an (manuell; nicht über QISPOS). Die Verbuchung der
    Leistungsnachweise erfolgt über traditionelle Leistungsscheine.

    Sofern für das Zusatzstudium relevante Leistungen bereits im Rahmen des regulären
    Studiums erworben worden sind, werden diese angerechnet. Zuständig für die Anrechenbarkeitsprüfung sind: Prof. Heimbach-Steins für die Lehrveranstaltungen aus
    den Christlichen Sozialwissenschaften (Institut für Christliche Sozialwissenschaften)
    und Prof. Christian Müller (Institut für Ökonomische Bildung) für die wirtschaftswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen.

    Zum Nachweis des Studienabschlusses und zur Ausstellung des Zertifikats „Diplom
    für Christliche Sozialwissenschaften“ legen Studierende der Katholischen Theologie
    folgende Unterlagen vor (bei Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins):

    • tabellarischer Lebenslauf
    • Aufstellung der Vorlesungen und Seminare aus dem Pflicht- und Wahlpflichtbereich
    • Leistungsnachweise zu den absolvierten Veranstaltungen
    • Ein Exemplar der wissenschaftlichen Arbeit
    • Bericht und Bescheinigung über das Praktikum


    Kontakt:

    Prof. Dr. Marianne Heimbach-Steins
    Institut für Christliche Sozialwissenschaften
    Hüfferstraße 27
    48149 Münster
    Telefon: 0251/83-32640
    Telefax: 0251/83-30041
    e-mail: ics@uni-muenster.de
    http://www.uni-muenster.de/FB2/ics/