Demokratie lernen, Demokratie lehren: Demokratiekompetenz in der zweiten und dritten Phase der Lehrkräftebildung

LRSD Sven Lutzka (Bezirksregierung Münster, Dez. 46.01), LD Ulrich Speckenwirth (Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Münster), D. Michael Ridder, Svenja Bähner (Bezirksregierung Münster, Dez. 46.02), Kim Frohwein (Bezirksregierung Münster, Dez. 46.02) | Workshop

Die Bezirksregierung Münster gestaltet im Rahmen der Tage der Lehrkräftebildung einen Workshop zur Förderung von Demokratiekompetenz in der zweiten (Vorbereitungsdienst) und dritten Phase (Lehrkräftefortbildung) der Lehrkräfteausbildung. Ausgehend von der neuen Verankerung der Demokratiebildung in der Ordnung für den Vorbereitungsdienst werden im einführenden Teil rechtliche und konzeptionelle Rahmenbedingungen sowie ein theoretischer Bezugsrahmen skizziert. Daran schließen sich praxisorientierte Einblicke in Ausbildungsbausteine aus dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Münster an. Den Abschluss bilden Beiträge aus der Lehrkräftefortbildung, die zeigen, wie Demokratiebildung in der dritten Phase systematisch fortgeführt und phasenübergreifend vernetzt werden kann.

Termin: 20. Mai 2026, 18-19:30 Uhr

Veranstaltungsort: Hörsaal S 8 im Schloss (Schlossplatz 2)

Befreien und bändigen: die paradoxe Geschichte der Demokratiebildung und was sie uns heute sagen kann

Dr. Phillip Wagner (MLU Halle-Wittenberg) | Vortrag

Die Klassenzimmer stehen im Mittelpunkt der Auseinandersetzung um die Demokratie. Lange war klar: Die Schule soll jungen Menschen beibringen, wie die freiheitliche Grundordnung funktioniert und was demokratische Werte bedeuten. Zwar gab es immer verschiedene Meinungen darüber, wie das am besten gelingen kann. Grundsätzlich in Frage gestellt wurde dieses Ziel aber kaum. Das hat sich geändert. Vor allem konservative Intellektuelle und rechtspopulistische Politiker kritisieren heute, dass Schulen angeblich zu links geworden seien, und fordern stattdessen mehr „Neutralität“ im Unterricht. Dieser Streit um demokratische Unterrichtsinhalte ist nichts Neues. Bereits seit den Jugendprotesten um 1968 streiten Politik, Wissenschaft und Jugend um Bildung und Demokratie. Dieser Vortrag geht diesen Konflikten nach und zeigt damit, was hinter den aktuellen Auseinandersetzungen um Demokratie im Bildungsbereich steckt.

Termin: Mittwoch, 2. Juni 2026, 18-20 Uhr (c.t.)

Veranstaltungsort: Hörsaal S 8 im Schloss (Schlossplatz 2)

PAROLI!: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“

Forum-Theater nach Augusto Boal

Das STADTENSEMBLE bietet im Rahmen der Tage der Lehrkräftebildung ein besonderes, interaktives Theatererlebnis an: Forum-Theater nach Augusto Boal.

Wie können wir uns verhalten, wenn wir Unterdrückung und Diskriminierung wahrnehmen? Immer häufiger erleben wir Situationen, in denen es schwer ist, die richtigen Worte zu finden und in Dialog zu treten. Die Folgen sind Verstummen oder Eskalation – die Spaltung manifestiert sich. Unterdrückung wird sowohl auf subtile als auch auf immer offenkundigere Weise sichtbar und spürbar. Nicht selten fühlen wir uns hilflos, unsicher und sogar handlungsunfähig, diskriminierenden und verletzenden Situationen zu begegnen.

PAROLI! lädt ein, spielerisch und interaktiv mit Augusto Boals „Theater der Unterdrückten“ Kommunikations- und Handlungsspielräume zu entdecken und zu erweitern. Zivilcourage und Handlungsmöglichkeiten können unmittelbar im Experimentierraum des Theaters erprobt werden.

Termin: Donnerstag, 11. Juni 2026, 17-20 Uhr, Anmeldung erforderlich: (Link folgt)

Veranstaltungsort: Studiobühne der Universität Münster, Domplatz 23, 48143 Münster. Der Zugang zum Zuschauer*innenbereich ist barrierefrei.

Veranstalter: ZLB in Kooperation mit dem Centrum für Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis

Das Paroli-Ensemble: Carola v. Seckendorff, Gabriela Exner, David Kilinc, Jasmin Wartenberg, Sascha Brügger, Ulrich Bärenfänger, Jakob Reinhardt, Annette Michels

Wirklich nur ein Mythos? Demokratieerziehung, direktives Unterrichten und das Problem der Neutralität

Prof. Dr. Johannes Drerup (TU Dortmund) | Vortrag

Es kann in akademischen Debatten als konsensfähig gelten, dass die Leitprinzipien des Beutelsbacher Konsenses nicht als Ausdruck eines Neutralitätsgebots zu verstehen sind. Entsprechende Fehlinterpretationen von (angehenden) Lehrkräften sind genauso kritisiert worden wie politisch motivierte Versuche, Lehrkräfte mit Verweis auf ein vermeintliches Neutralitätsgebot einzuschüchtern, auch um so rechtsextreme Sichtweisen im Klassenzimmer salonfähig zu machen. Die berechtigte Kritik an einem Mythos `Neutralitätsgebot´ hilft jedoch wenig weiter, wenn es um eine genauere Bestimmung der normativen Grundlagen von Demokratieerziehung geht. Mit Bezug auf welche Fragen und Positionen sollten Lehrkräfte denn eigentlich nicht neutral bleiben und was folgt hieraus in pädagogischer Hinsicht und was nicht? Und steht die Kritik an einem Mythos Neutralitätsgebot nicht auch in Spannung zu anderen Desideraten liberaler Demokratieerziehung, wie der Vermeidung von Indoktrination und der kritischen Infragestellung des status quo? 

Termin: Dienstag, 23. Juni 2026, 18-20 Uhr (c.t.)

Veranstaltungsort: Hörsaal Audi Max im Englischen Seminar (Johannesstraße 12-20)