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Ringvorlesung Wissenschaft und Metaphysik

Im Wintersemester 2022/23 findet die interdisziplinäre Ringvorlesung Wissenschaft und Metaphysik statt. Diese wird von Michael te Vrugt organisiert und richtet sich an ein allgemeines Publikum.

WANN: Die Veranstaltungen finden jeweils donnerstags von 18:15 - 20:00 in hybrider Form statt.

WO: Der erste Vortrag am 20.10.2022 findet im Raum S10 im Schloss statt, alle weiteren Vorträge im Raum F5 im Fürstenberghaus.

Bitte melden Sie sich für die Online-Teilnahme hier an. Der Zoom-Link wird jeweils am Donnerstag per Email zugestellt.

Thema

Die Metaphysik als systematische Beschäftigung mit den „letzten Fragen“ etwa nach dem Sein, Gott oder der Seele ist seit der Antike eine der zentralen Disziplinen der Philosophie. Mit dem Siegeszug des naturwissenschaftlichen Denkens sieht die Metaphysik sich zunehmender Kritik ausgesetzt - sie gilt als spekulativ, als losgelöst von dem Beobachtbaren, und damit als unwissenschaftlich. Eine zunehmend verbreitete (allerdings auch schon in früheren Zeiten vertretene) Sicht auf das komplexe Verhältnis von Wissenschaft und Metaphysik ist jedoch, dass diese nicht in einem Konkurrenzverhältnis stehen, sondern sich gegenseitig ergänzen. Wissenschaftliche Erkenntnisse liefern neuen Input für metaphysische Debatten, und wissenschaftliche Theorien werden hinsichtlich ihrer metaphysischen Annahmen und Implikationen untersucht.

Die Ringvorlesung „Wissenschaft und Metaphysik“ des Zentrums für Wissenschaftstheorie nähert sich diesem spannenden und kontroversen Thema aus verschiedenen Perspektiven. In den Vorträgen gibt es einerseits allgemeine Reflexionen zur Beziehung von Wissenschaft und Metaphysik, andererseits werden metaphysische Probleme konkreter Einzelwissenschaften behandelt. Können Beobachtungen im Experiment Auswirkungen auf unser metaphysisches Weltbild haben? Was sagt uns die Relativitätstheorie über die Natur von Raum und Zeit? Welche Rolle spielt die Metaphysik in der Biologie? Und hat Gott einen Platz in all dem? Diesen und weiteren Fragen geht die Ringvorlesung „Wissenschaft und Metaphysik“ auf den Grund.

Vorträge

20.10.2022 Dr. Stefan Roski (Münster):
Erklärungen ohne Basis? Eine Verteidigung des explanatorischen Realismus

27.10.2022 Prof. Dr. Andreas Kilcher (Zürich):
Mystik und Esoterik zwischen Wissen und Nichtwissen (Vortrag über Zoom mit Stream in den Hörsaal)

17.11.2022 Prof. Dr. Marie I. Kaiser (Bielefeld):
Metaphysik der biologischen Praxis

01.12.2022 Dr. Paul M. Näger und Prof. Dr. Niko Strobach (Münster):
Die Teile und das Ganze - Logik und Wissenschaftsphilosophie im Dialog

08.12.2022 Prof. Dr. Dennis Lehmkuhl (Bonn):
Einstein gegen die Raumzeit

19.01.2023 Prof. Dr. Dr. Christian Tapp (Bochum):
Kann Gott noch eine Rolle in der Wissenschaft spielen? Und wenn ja, welche?

26.01.2023 Prof. Dr. Oliver Robert Scholz (Münster):
Die Wissenschaften und die Metaphysik - Zur Geschichte eines schwierigen Verhältnisses

Hier können sie das Programm herunterladen.

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Am 20.10.2022 eröffnete Dr. Stefan Roski (Münster) die Ringvorlesung mit einem Vortrag unter dem Titel "Erklärungen ohne Basis? Eine Verteidigung des explanatorischen Realismus".

In der Aufzeichnung sind sowohl der Vortrag als auch die anschließende Diskussion von Fragen aus dem Publikum enthalten.

Am 27.10.2022 hielt Prof. Dr. Andreas Kilcher (Zürich), zugeschaltet per Zoom, den zweiten Vortrag der Reihe: "Mystik und Esoterik zwischen Wissen und Nichtwissen".

In der Aufzeichnung sind sowohl der Vortrag als auch die anschließende Diskussion zahlreicher Publikumsfragen enthalten.

Ringvorlesungen des ZfW

Seit seiner Gründung im Sommersemester 2006 organisiert das Zentrum für Wissenschaftstheorie regelmäßig eine interdisziplinäre Ringvorlesung. Diese richtet sich über die Hochschulöffentlichkeit hinaus auch an das Stadtpublikum. Getragen werden die Ringvorlesungen von den Mitgliedern des ZfW, aus deren Reihen sich jedes Semester neue OrganisatorInnen zusammentun um ein wissenschaftstheoretisches Thema durch Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen zu beleuchten. Dabei sind weder der Status an der Universität noch die akademische Disziplin entscheidend, sodass sich immer wieder diverse Teams bilden, um die Wissenschaftstheorie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.