Refuge-Team Treffen am Institut für Landschaftsökologie, Universität Münster. Von links nach rechts: Paolo Giordani (Genua), Lena Neuenkamp (Bielefeld), Theresa Klein-Raufhake (Münster), María Teresa Domínguez Núñez (Sevilla), Ute Hamer (Münster), Lourdes Morillas Viñuales (Sevilla)
© Ute Hamer

Forschungstreffen im Refuge Projekt: Fortschritte und neue Impulse

Im Mai 2026 trafen sich Wissenschaftler*innen der Universitäten Sevilla, Genua, Münster und Bielefeld zum zweiten Mal persönlich - diesmal in Münster - um die Fortschritte des Refuge-Projekts zu besprechen und neue Forschungsideen zu entwickeln. Nach dem erfolgreichen Auftakt des Ulysseus-Konsortiums im November 2025 in Sevilla wurden die gemeinsamen Aktivitäten fortgeführt (Homepage:  https://sites.google.com/view/refugeforests-de/projekt). Im Anschluss an die Bioblitz-Aktion in Sevilla, einer Citizen-Science-Aktivität, bei der mehr als 300 Bürger:inenn und Schüler:innen aktiv in die Forschung einbezogen wurden, ist eine weitere Aktion Ende Juni in Münster geplant. Das Besondere in Münster: Masterstudierende der Landschaftsökologie führen diese Aktion durch - unter Leitung von Nadja Pernat. Bereits in der Vorbereitungsphase begeisterte eine Video-Botschaft aus Genua von Paolo Giordani, dem Flechtenspezialisten des Teams, die Studierenden in Münster.

Ein besonderes Highlight des Meetings war die Exkursion durch urbane und peri-urbane Wälder im Stadtgebiet Münster, die den internationalen Expert*innen einen Einblick in standortökologische Eigenschaften temperater Eichenwälder bot. Die Bodenökologin im Team, Ute Hamer, erklärte insbesondere an welche Anforderungen Organismen angepasst sein müssen, die an Standorten mit Stauwassereinfluss leben. Hier können die Böden im Sommer extrem trocken sein, im Winter dagegen sehr feucht und sauerstoffarm. Passend dazu zeigte Lorenz Ruhl erste Ergebnisse seiner Masterarbeit über Asseln und Tausendfüßler, also Tiergruppen, die besonders eng an die Bedingungen des Bodens gebunden sind. Nach der Freilandaktivität wurde in den nächsten zwei Tage intensiv an einem Review Artikel gearbeitet und gemeinsam Ideen für ein weiteres Forschungsprojekt entwickelt.

Das Refuge Projekt bleibt somit auf einem spannenden Weg, neue Erkenntnisse über urbane und peri-urbane Wälder als Rückzugsorte für zahlreiche Organismen zu gewinnen und innovative Strategien für deren Schutz und Förderung zu entwickeln.