EXC 2060 B3-45 - Demokratische Legitimität strategischer Prozessführung in der Religionspolitik

Projektstatus
laufend
Mittelgeber
DFG - Exzellenzcluster
Förderkennzeichen
EXC 2060/1
  • Beschreibung

    Dieses Projekt befasst sich aus demokratietheoretischer Perspektive mit der Legitimität strategischer Prozessführung in der Religionspolitik. Strategische Prozessführung (strategic litigation) beschreibt eine politische Praxis, in der Klagekollektive eine gerichtliche Entscheidung suchen und damit politische Zielen verfolgen, die über den konkreten Fall hinausgehen. Ziel kann es zum Beispiel sein, öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen, rechtliche Missstände zu problematisieren oder alternative Interpretationen von Rechtsnormen zu präsentieren. In den letzten Jahren wurde begonnen, die Praxis strategischer Prozessführung auch normativ zu diskutieren: Ergeben sich etwa Probleme der Gewaltenteilung oder handelt es sich um einen normalen Modus politischer Beteiligung?
    Das Projekt soll zur normativen Diskussion über strategische Prozessführung in zwei Hinsichten beitragen. Erstens wird eine systematische demokratietheoretische Perspektive auf die Legitimität strategischer Prozessführung entwickelt, die es ermöglichen soll, widerstreitende Interpretationen normativ einzuordnen. Zweitens wird der Fokus auf die spezifischen normativen Herausforderungen strategischer Prozessführung in der Religionspolitik gelegt. Treten hier andere normative Fragen auf als beispielsweise mit Blick auf Klimaklagen? Welche Rolle spielt das Verhältnis von Mehrheiten und Minderheiten in der strategischen Prozessführung in der Religionspolitik? Das Projekt verbindet dadurch die Einsichten der Diskussion zu Religion in der Politischen Theorie mit der aktuellen demokratietheoretischen Forschung zur Legitimität politischer Institutionen und Verfahren.


  • Personen