
Corinna Eißing (geb. Fleischer)
Wohin hat mich der LEB Master beruflich geführt?
Nach dem Master habe ich mir erst einmal Freiraum gegönnt und eine Ausbildung als Hochseilgartentrainerin gemacht und dort gearbeitet, sowie 3 Monate in einem Kloster mitgelebt und mitgearbeitet. Diese Zeit war für mich nach der intensiven Schreibtischarbeit der Masterarbeit sehr wohltuend und belebend.
Nach einem Jahr habe ich dann meine Stelle als Schulpsychologin in der Regionalen Schulberatungsstelle in Gelsenkirchen begonnen. Von dort bin ich nach knapp zwei Jahren in die Beratungsstelle nach Warendorf gewechselt. Neben Beratung von Eltern, Lehrkräften und Schulsozialarbeitenden habe ich Fortbildungen gegeben, Supervisionsgruppen geleitet und Schulentwicklungsprozesse begleitet.
In der gesamten Zeit war ich in Teilzeit angestellt, so dass ich ehrenamtlich und freiberuflich erlebnispädagogisch und theaterpädagogisch tätig war. In der systemischen Beraterausbildung konnte ich hilfreiche Methoden und eine gute Auftragsklärung lernen.
Seit 2022 arbeite ich nun in der stationären Kinder- und Jugendhilfe im KIWO in Dülmen als Erlebnispädagogin. Ich biete für die Kinder und Jugendlichen erlebnispädagogische Aktionen an (Klettern, Slackline, Kajaktouren, Natur/Walderfahrungen…) und gebe in Workshops Impulse an meine Kolleg:innen weiter oder gestalte Teamtage für unsere pädagogischen Teams.
Auch wenn ich nicht als Psychologin angestellt bin, wird mein Wissen und meine Perspektive dort sehr geschätzt und prägt auch meinen Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, sowie die Haltung mit der ich meine Angebote plane und umsetze.
Was hat mir der LEB Master rückblickend für meinen Berufsweg gebracht?
Der LEB Master war sehr wertvoll für mich, weil hier wissenschaftliche Erkenntnisse direkt mit der Praxis verknüpft wurden – ob die sozial-emotionale Entwicklung von Kleinkindern oder Konfliktmanagement im Elterngespräch. Die Unterstützung durch die Lehrenden und Seminarkonzeption waren hilfreich, um diesen Transfer einzuüben, den es aus meiner Sicht in jedem praktisch psychologischen Arbeitsfeld braucht.
Ganz häufig nutze ich außerdem die Impulse zur Flipchartgestaltung, die wir in einem Praxisworkshop gelernt haben – die Teilnehmenden melden immer wieder zurück, dass sie sich durch die liebevolle Gestaltung der Flipcharts wertgeschätzt fühlen.
Außerdem haben mich die freiwilligen Blockseminare inspiriert und motiviert, weil sie mir Einblicke in die Praxis von Beratung, Coaching und Schulpsychologie ermöglicht haben.
Nicht zuletzt war es für meinen Weg auch wichtig, genug Freiraum neben den Pflichten im Master zu haben, um meine anderen Interessen zu verfolgen und dadurch mehr herauszufinden, wer ich bin und was mir wichtig ist. Dafür bin ich sehr dankbar.
Mein Tipp für Studierende
Frage dich nicht (nur): „Was kann ich?“ sondern „Wann strahle ich?“ und gehe dem nach. Auch wenn die Impulse nicht direkt eine rote Linie ergeben, probier dich aus und sammle Erfahrungen. Dabei wirst du merken, was dir liegt, dich erfüllt und zum Strahlen bringt. Dein erster Job nach dem Studium muss auch nicht direkt dein Traumjob sein – vieles ergibt sich Schritt für Schritt und ist nicht so einfach planbar.
Lass dich nicht vom Notendruck oder der Klarheit anderer verunsichern. Du darfst deinen Weg gehen.
