© Julia Bracht

Dr. Julia Ullrich (geb. Bracht)

Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Landkreis Osnabrück

Wohin hat mich der LEB Master beruflich geführt?

Ich habe direkt im Anschluss an meinen Master mein Promotionsstudium in Münster begonnen und war von Juni 2018 bis März 2024 als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AE Holodynski (Entwicklungspsychologische Voraussetzungen für Erziehung und Unterricht) angestellt.

In meiner Promotionszeit ist viel passiert. Zum einen habe ich mit einem tollen Team eine Spielintervention zur Förderung motorischer und selbstregulatorischer Kompetenzen im Vorschulalter entwickelt und in Kitas erprobt. Darüber hinaus habe ich viele spannende Workshops am Zentrum für Hochschullehre, am Graduate Centre und an verschiedenen Institutionen in RStudio besucht und auch an ein paar Konferenzen teilgenommen. Daraus sind ganz wundervolle Kontakte vor allem mit anderen Doktorandinnen entstanden, mit denen ich bis heute in Austausch stehe.

Von Mai 2024 bis Oktober 2025 habe ich im Landkreis Osnabrück beim Kinder- und Jugendgesundheitsdienst in der Fachstelle Diagnostik und Beratung gearbeitet. Das war ebenfalls ein sehr lehrreicher und zu meinem Studium wirklich passender Abschnitt, den ich durchaus auch noch länger verfolgt hätte. Aber manchmal tun sich neue Wege auf, während man läuft 😊. Neben der Promotion habe ich eine Ausbildung zur Yogalehrerin gemacht und mich seitdem fortlaufend insbesondere im Bereich Yogatherapie weitergebildet. So kam es, dass ich mich beruflich nochmal sehr verändert habe, als sich die Gelegenheit bot: Seit November 2025 arbeite ich in der LWL Klinik in Lengerich als Psychologin und Yogatherapeutin. Dort kann ich sehr kreativ und selbstständig den Bereich Yogatherapie gestalten, leite eine Gruppentherapie (Depressionsbewältigung) und bin eng eingebunden in ein interdisziplinäres Team.

Was hat mir der LEB Master rückblickend für meinen Berufsweg gebracht?

Der LEB-Master war die optimale Vorbereitung für meine Promotion und für die Fachstelle Diagnostik und Beratung, weil er sich durch seine entwicklungspsychologisch-pädagogische Schwerpunktsetzung genau an der Schnittstelle bewegt, an der ich promovieren und arbeiten durfte. Im Rahmen des Masters haben wir ein kleines Projekt in der Kita sowie einen Eltern-Workshop zu sozio-emotionaler Entwicklung im Vorschulalter umgesetzt und wir haben selbständig einen Workshop für Lehramtsstudierende geplant und durchgeführt (das konnte ich in meinem Praktikum in der Zentralen Studienberatung (ZSB) auch nochmal vertiefen). Auf all das konnte ich im Rahmen meines Dissertationsprojektes und auch in der Hochschullehre („Entwicklung der sozialen und emotionalen Kompetenz im Kindes- und Jugendalter“, ebenfalls für Lehramtsstudierende) zurückgreifen.

Für mich persönlich war auch die Veranstaltung zur Wissenschaftskommunikation sehr spannend und so ist es mir auch jetzt immer ein Anliegen, wissenschaftsbasiert zu arbeiten und auch mein Yogaangebot wissenschaftlich fundiert auszurichten und zu vermitteln. Durch den LEB Master habe ich zudem meine Begeisterung für den systemischen Ansatz entdeckt und erlebe diesen auch jetzt in der Klinik als sehr zentral.

Zu guter Letzt habe ich in meiner Lehre und den Workshops in der ZSB viele Flipcharts gestaltet und mich dank des LEB Masters nicht nur kompetent darin gefühlt, sondern auch noch Freude dabei gehabt. 😉

Mein Tipp für Studierende

Für mich war die Promotion eine sehr wertvolle Zeit, um mir Zeit und Raum zum Wachsen und Weiterlernen zu geben, weil ich nach dem Master unbedingt (erstmal) noch in der Wissenschaft bleiben wollte. Das ist auch mein Rat: Lass dir Raum und Zeit, dich zu entwickeln und finde für dich heraus, was du abseits gesellschaftlicher und familiärer Erwartungen wirklich möchtest. Und: Traue dich, das auch zu äußern. Von meiner Traumstelle als Yogatherapeutin habe ich nur erfahren, weil ich immer wieder gesagt habe, dass ich “am liebsten irgendwann Psychologie und Yoga verbinden möchte”.

Außerdem kann ich ganz praktisch für das Schreiben sämtlicher Abschlussarbeiten und bestimmt auch zum Lernen die ‚Pomodoro‘-Technik empfehlen, am besten in Kombination mit einer Schreibgruppe.