

Abschlussarbeiten
Die Arbeitseinheit Morina bietet regelmäßig Abschlussarbeiten zu verschiedenen Themen in Bereich der Klinischen Psychologie, Psychotherapie und Gesundheitspsychologie an. Die Themen sind jeweils in den aktuellen Forschungsschwerpunkten und -projekten angesiedelt.
Aktuelle Ausschreibungen
1) Ab sofort werden in der AE-Morina Betreuungsplätze für bis zu drei Abschlussarbeiten (Bachelor- oder Master) zu folgendem Thema angeboten:
Selbstrepräsentation im Gedächtnis- Eine Metaanalyse
Das “Selbst” scheint eine zentrale Bedeutung in der menschlichen Informationsverarbeitung einzunehmen. Ein Beispiel hierfür ist der sogenannte Selbstreferenzeffekt: Werden neue Materialien gelernt, indem ein Bezug zur eigenen Person hergestellt wird, geht das im Vergleich zu anderen Lernaufgaben meist mit einer deutlich stärkeren Erinnerung für diese Materialien einher. Zu diesem Phänomen besteht seit den 1970er Jahren eine reichhaltige Forschungstradition mit Bedeutung weit über die kognitive Psychologie hinaus: So wurde der Selbsrefertenzeffekt unter anderem in der Sozial-, der interkulturellen, und der klinischen Psychologie eingehend untersucht.
Da in den letzten Jahrzehnten keine umfassende Überblicksarbeit erschienen ist, die diese vielfältigen Befunde integriert, haben wir uns dies in einem übergeordneten Projekt zum Ziel gesetzt.
In diesem Rahmen bieten wir ab sofort sowohl Plätze für Bachelor- als auch für Masterarbeiten an.
Die Abschlussarbeiten sind in eine laufende, umfangreiche Meta-Analyse zum Thema eingegliedert und bauen auf früheren systematischen Suchen und Auswertungen auf. Sie umfassen die Beschäftigung mit der Literatur, die Extraktion einschlägiger Studien und die Berechnung von Effektstärken.
Ziel jeder Abschlussarbeit ist die Untersuchung einer ausgewählten thematischen Fragestellung, für die gezielt eine Teilmenge der Literatur ausgewertet werden soll. Diese Fragestellung kann nach Absprache aus einer Vielzahl von Möglichkeiten frei gewählt werden: Denkbar wäre etwa die Beschäftigung mit technischen oder methodischen Variablen (z.B. Design, Untersuchungsbedingungen, Erfassung von Gedächtnisleistung), theoretischen Konstrukten (z.B. Selbstkonzept, episodisches Erinnern, psychologische Distanz), mit interindividuellen, interkulturellen und anderen Gruppenunterschieden (z.B. interdependentes und independentes Selbstbild) oder von Zusammenhängen mit Psychopathologie, Gesundheit und Wohlergehen (z.B. Depresssionsbias, Gedächtnisdefizite). Es besteht auch die Möglichkeit, in Absprache eine eigene Fragestellung zum Thema zu entwickeln.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Dr. Julia Englert (jenglert@uni-muenster.de).
2) Ab sofort kann in der AE-Morina eine Masterarbeit zu folgendem Thema verfasst werden:
Soziale Vergleichsinterventionen zur Förderung klimafreundlichen Verhaltens – Eine Metaanalyse
Soziale Vergleiche—also Vergleiche mit anderen Menschen—haben einen maßgeblichen Einfluss auf umweltrelevante Verhaltensweisen. Mehrere Studien haben die Wirksamkeit sozialer Vergleiche und sozialer Normen zur Reduktion von Energieverbrauch, Konsumverhalten und anderen umweltrelevanten Verhaltensweisen untersucht. Doch fehlt ein umfassender Überblick über die Effektstärke und die Werkmechanismen dieser Interventionen. Ziel dieses Projektes ist es, im Rahmen eines systematischen Reviews und einer Metaanalyse die Wirksamkeit solcher Interventionen zu quantifizieren und mögliche moderierende Faktoren zu identifizieren. Die Arbeit umfasst eine umfassende Literaturrecherche in einschlägigen Datenbanken, die Extraktion und Qualitätsbewertung relevanter Studien sowie die Berechnung von Effektstärken.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an M.Sc.-Psych. Emelie Pauli (epauli@uni-muenster.de) und Prof. Nexhmedin Morina (morina@uni-muenster.de), die die Abschlussarbeit intensiv betreuen werden. Bitte schicken Sie aber in jedem Fall zusätzlich auch den ausgefüllten Fragebogen (siehe unten) an die allgemeine E-Mail-Adresse für Abschlussarbeiten in der AE Morina (thesis.aemorina@uni-muenster.de).
Ein Beispiel für eine ähnliche, jedoch deutlich umfangreichere Metaanalyse von uns finden Sie hier:
Hoppen et al., 2025: https://doi.org/10.1038/s41562-025-02209-2
3) Ab sofort kann in der AE-Morina eine Masterarbeit zu folgendem Thema verfasst werden:
Auswirkungen von Vergleichen mit vergangenen unangenehmen Erfahrungen auf Individuen mit sozialer Angst
Vergleiche mit einem früheren Selbst können das eigene Selbstbild verändern. In dieser präregistrierten experimentellen Laborstudie (vor Ort in der Fliednerstraße) untersuchen wir, ob und wie sich dieser Effekt bei sozialer Angst durch Erinnerungen an peinliche Erlebnisse gezielt untersuchen lässt. Die Masterarbeit bietet Ihnen die Möglichkeit, experimentelle Forschung aktiv mitzugestalten, mit besonderem Fokus auf Rekrutierung und Datenerhebung in einer subklinischen Stichprobe mit erhöhter sozialer Angst. Sorgfalt, Engagement und Freude an wissenschaftlicher Arbeit sind dafür unverzichtbar. Die intensive Betreuung übernehmen Dr. Thomas Meyer und Prof. Nexhmedin Morina. Bei Interesse freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme an Dr. Thomas Meyer (t.meyer@uni-muenster.de) und auf ein persönliches Gespräch. Bitte schicken Sie aber in jedem Fall zusätzlich auch den ausgefüllten Fragebogen (siehe unten) an die allgemeine E-Mail-Adresse für Abschlussarbeiten in der AE Morina (thesis.aemorina@uni-muenster.de).
4) Ab sofort kann in der AE-Morina eine Masterarbeit zu folgendem Thema verfasst werden:
Bipolare Affektveränderung nach Vergleichen und deren Zusammenhang mit Depression, PTBS und Angst
Vergleichsprozesse, wie soziale, temporale, kontrafaktische und kriterienbezogene Vergleiche, beeinflussen nachweislich den Affekt und das Wohlbefinden. In unserer Forschung messen wir den Vergleichsaffekt auf einer bipolaren Skala von -3 bis +3. Insbesondere nach negativen Vergleichen (z. B. „Jetzt geht es mir schlechter als früher“) berichten die meisten VPn eine negative Affektveränderung im Bereich von -3 bis 0. Überraschenderweise gibt es jedoch einzelne VPn, die trotz negativer Vergleiche positive Affektveränderungen angeben. Die Masterarbeit soll untersuchen, wie die Inclusion oder Exclusion von VPn, die eine unerwartete Affektveränderung (z. B. positive Veränderungen trotz negativer Vergleiche) berichten, die Zusammenhänge zwischen Vergleichsprozessen und Wohlbefindensvariablen beeinflusst. Dabei sollen insbesondere die Variablen Depression, PTBS und soziale Angst berücksichtigt werden.
Die Untersuchung erfolgt anhand von bestehenden Datensätzen, die bereits Vergleichsprozesse, Affektveränderungen und Wohlbefindensvariablen umfassen. Die Datenanalyse wird darauf abzielen, die Robustheit der Zusammenhänge zu überprüfen, wenn VPn mit unerwarteten Affektveränderungen einbezogen bzw. ausgeschlossen werden. Bitte beachten, dass hierfür erstmal die psychometrische Literatur über bipolare Erfassung von Affektwerten gesichtet werden soll, dass richtet sich die Ausschreibung nicht nur an klinisch, sondern auch methodisch Interessierte. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Dr. Pascal Schlechter (p_schl20@uni-muenster.de) und Prof. Nexhmedin Morina (morina@uni-muenster.de), die die Masterarbeit intensiv betreuen werden. Bitte schicken Sie aber in jedem Fall zusätzlich auch den ausgefüllten Fragebogen (siehe unten) an die allgemeine E-Mail-Adresse für Abschlussarbeiten in der AE Morina (thesis.aemorina@uni-muenster.de).
Näheres über dieses Thema finden Sie hier:
Morina & Schlechter, 2023: 10.1016/j.jad.2022.11.012
Schlechter & Morina, 2024: 10.1016/j.beth.2023.09.003
Allgemeiner Ablauf zur Vergabe
Wenn Sie sich für eine Abschlussarbeit interessieren, füllen Sie bitte unseren Fragebogen für Abschlussarbeiten aus und schicken diesen als pdf-Datei per E-Mail an thesis.aemorina@uni-muenster.de (Koordinatorin: Dr. Julia Englert).
Allgemeine Informationen zum Schreiben der Abschlussarbeit
Weiteres zum Ablauf, dem Verfassen eines Exposés (Richtlinien für das Exposé, Richtlinien für das Exposé bei Metaanalysen), der Teilnahme am wöchentlichen Forschungskolloquium und weitere Informationen finden Sie in unserem Betreuungskonzept.
Abschlussarbeiten im Rahmen von Projekten an externen Institutionen
Als MitarbeiterInnen des Instituts für Psychologie betreuen wir auch Abschlussarbeiten mit, die vorwiegend an externen Institutionen angesiedelt sind, wenn diese thematisch mit unseren Forschungsaktivitäten zusammenhängen. Wenden Sie sich zur Koordination der Betreuung bitte an thesis.aemorina@uni-muenster.de (Koordinatorin: Dr. Julia Englert).
Bitte prüfen Sie vorab für Ihren externen Betreuer in der für Sie zutreffenden Prüfungsordnung die Anforderungen an die GutachterInnen der Abschlussarbeit (z.B. Abschluss). Bei weiteren Fragen diesbezüglich wenden Sie sich bitte an das Prüfungsamt Psychologie.
Wenn eine Kooperation stattfindet, füllen Sie bitte die Vereinbarung für eine externe Betreuung aus. Das Exposé wird in dem Fall in die Vereinbarung integriert.
Hinweise zur Betreuung von Abschlussarbeiten
Sämtliche Bewerbungen werden zentral gesammelt und allen Mitarbeitenden unserer AE zugänglich gemacht. Sollte jemand Kapazität für eine Betreuung haben, wird sie*er sich mit einem Themenvorschlag direkt bei Ihnen melden. Anfragen an einzelne AE-Mitglieder sind nur für konkrete Themen vorgesehen, die auf unserer Webseite ausgeschrieben sind.
Beachten Sie, dass diese Sammlung keine Warteliste im eigentlichen Sinne darstellt – die Passung zwischen Bewerbung und Themenstellung ist wichtiger als der Bewerbungszeitpunkt. Bitte bedenken Sie auch, dass unser Team nur über begrenzte Kapazitäten zur Betreuung verfügt. Das gilt insbesondere für Bachelorarbeiten, da die Zahl der Anfragen meist die Zahl der Plätze deutlich übersteigt. Oft können wir erst mit geringem zeitlichen Vorlauf entscheiden, wie viele Themen wir anbieten und an wen wir einen Platz für eine Abschlussarbeit vergeben können. Manche Betreuungsmöglichkeiten ergeben sich kurzfristig, andere entstehen mit größerem Vorlauf — eine verlässliche Planung ist deshalb leider nicht immer möglich.
Wir können Ihnen also nicht garantieren, dass wir uns auf jede Bewerbung mit einem Themenvorschlag zurückmelden können. Wenn Sie keine entsprechende Rückmeldung erhalten, sollten Sie immer damit rechnen, dass wir, dass wir Ihnen keinen Betreuungsplatz anbieten können. Wir möchten Sie daher ausdrücklich ermutigen, sich parallel auch in anderen Abteilungen zu bewerben. Sollten Sie anderweitig eine Zusage erhalten, können Sie Ihre Bewerbung bei uns jederzeit unkompliziert zurückziehen.
Datenschutz bei Forschungsarbeiten
Informationen zur forschungsethisch empfehlenswerten Wissenschaftspraxis finden Sie in den ethischen Richtlinien der DGPs und des BDP. Darüber hinaus haben wir Hinweise zur konkreten Umsetzung dieser ethischen Gesichtspunkte bei Forschungsarbeiten in der AE Morina zusammengefasst (Datenschutz bei Forschungsarbeiten). Dieses Dokument enthält auch die Verpflichtungserklärung zur Wahrung des Datengeheimnisses für Ihre Abschlussarbeiten.