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Mit der Erklärung der deutschen Bischöfe „Die Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts” vom 22.11.2016 ist nun auch von katholischer Seite die Grundlage für einen konfessionell-kooperativen Religionsunterricht in NRW gelegt worden. Im Laufe des Sommers 2017 haben deshalb die Bischöfe von Aachen, Essen, Münster und Paderborn mit den Präsides der evangelischen Landeskirchen im Rheinland und in Westfalen bilaterale Verträge über eine verstärkte Zusammenarbeit im Religionsunterricht geschlossen, im Schuljahr 2018/19 soll der konfessionell-kooperative Religionsunterricht in diesem Bundesland starten.
Wir wollen uns in diesem Modulforum Idee und Konzeption eines konfessionell- kooperativen Religionsunterrichts genauer anschauen und gemeinsam darüber diskutieren, welche Chancen und Perspektiven dieses Modell eröffnen kann. Dabei soll aber auch die Möglichkeit einer interreligiösen Kooperation im Sinne eines christlich-muslimischen oder auch trialogischen Religionsunterrichts geprüft und erörtert werden.
- Lehrende/r: Clauß Peter Sajak
- Lehrende/r: Dorothea Sattler
„Das Hörspiel ist weder eine literarische noch eine musikalische, sondern lediglich eine akustische Gattung unbestimmten Inhalts.“ – An dieser Definition (oder besser: Nicht-Definition) des Hörspiels, die Mauricio Kagel 1970 aufgestellt hat, zeigt sich bereits ein zentrales Interesse des sogenannten Neuen Hörspiels: Es ging diesem um das Aufbrechen traditioneller Gattungsvorstellungen und darum, Klangspektren produktiv in die Hörspielproduktion zu integrieren, die bisher aufgrund von strengen essentialistischen und normativen Vorstellungen ungenutzt geblieben waren: Musik, Geräusch, Originalton-Material, Stimmqualitäten und vieles mehr wurden nun zu legitimen Bestandteilen erklärt und innovativen Bearbeitungsverfahren unterzogen.
So lässt sich bei der Auseinandersetzung mit den ersten Produktionen des Neuen Hörspiels eine auffällige Interdependenz zwischen Experimentalität und Neudefinition erkennen. Die Hörstücke, die um 1970 entstanden sind, zeichnen sich entsprechend durch eine explizite Medien- und Selbstreflexivität aus, die in aller Breite thematisiert und inszeniert wird und mitunter den eigentlichen oder gar einzigen Inhalt darstellt.
Ausgehend vom Paradigma des klassischen literarischen Hörspiels und mit Betrachtungsschwerpunkt auf dem Collagehörspiel wird anhand von prägnanten und prägenden Hörstücken die Entwicklung des Neuen Hörspiels bis in die aktuelle Gegenwart nachverfolgt. Das Seminar vermittelt auf diese Weise sowohl einen Überblick über die neuere avantgardistische Hörspielgeschichte und ihre Protagonisten als auch eine vertiefte Kenntnis hinsichtlich der wissenschaftlichen Analyse und Interpretation von akustischen Texten und macht mit den nötigen Grundbegriffen der Beschreibung vertraut.
Das Seminar richtet sich in erster Linie an Studierende, die eine Studienleistung in Form einer Sitzungsgestaltung erbringen möchten.
Lektüreempfehlungen:
Reinhard Döhl: Das Neue Hörspiel. Geschichte und Typologie des Hörspiels. Darmstadt 1992.
Götz Schmedes: Medientext Hörspiel. Ansätze einer Hörspielsemiotik am Beispiel der Radioarbeiten von Alfred Behrens. Münster 2002.
Armin P. Frank: Das Hörspiel. Vergleichende Beschreibung und Analyse einer neuen Kunstform durchgeführt an amerikanischen, deutschen, englischen und französischen Texten. Heidelberg 1963.
Elke Huwiler: Erzähl-Ströme im Hörspiel. Zur Narratologie der elektroakustischen Kunst. Paderborn 2005.
Antje Vowinckel: Collagen im Hörspiel. Die Entwicklung einer radiophonen Kunst. Würzburg 1995.
Hans Emons: Montage – Collage – Musik. Leipzig 2009.
Martin Maurach: Das experimentelle Hörspiel. Eine gestalttheoretische Analyse. Wiesbaden 1995.
- Lehrende/r: Matthias Hänselmann
In der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts finden sich auffallend häufig eingeschobene Rückwendungen. Zumeist dienen sie der nachträglichen Erzählung eines Ereignisses, das vor Beginn der dargestellten Handlung, in Kindheit oder Familiengeschichte einer Figur, stattgefunden hat. Indem auf diese Weise ein kausaler Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart konstruiert wird, verbindet sich mit Form und Inhalt der Vorgeschichten ein Erklärungsanspruch für Unstimmigkeiten oder Irritationen in der erzählten Gegenwart. Tatsächlich erhalten die Protagonisten in manchen Fällen durch diese Nachträge einen wichtigen Verständnisschlüssel für ihre aktuellen Probleme. Logisch und ästhetisch interessanter wird es indes, wenn die Figuren die Vorgeschichten gar nicht deuten können und nur der Leser die entscheidenden Informationen zu verwerten vermag, und in manchen Texten gelingt sogar das nicht. Das Erzählmodell ‚Vorgeschichte‘ thematisiert folglich das prekäre Verhältnis von Wissen und Nicht-Wissen, und die von ihm strukturierten Texte ziehen aus diesem Spannungsfeld subversive ästhetische Effekte. Am Beispiel ausgewählter Texte von Tieck, Brentano, Stifter, Storm u.a. will das Seminar narratologische und rhetorische Eigenschaften der Erzählform analysieren, zugleich aber diese Analysen durch Seitenblicke in die komplexe Wissensgeschichte des frühen 19. Jahrhunderts anreichern. Schließlich ist die Entdeckung der ‚Tiefenzeit‘ in der Geologie, der Lichtgeschwindigkeit in der Physik, der Zeitlichkeit von Wahrnehmung und anderen Lebensprozessen das beherrschende Thema der Epoche und birgt ein großes Potential an Verunsicherung und Faszination.
Zu Ihrer Vorbereitung beachten Sie bitte die vor Zimmer 105 aushängende Literaturliste zu diesem Seminar; bitte kaufen Sie die Bücher und lesen Sie sie. Außerdem wird vor Semesterbeginn im Copyshop M&M ein Reader mit Semesterprogramm, Bibliographie und theoretischen Texten für Sie ausliegen; bitte erwerben Sie ihn rechtzeitig!
- Lehrende/r: Cornelia Blasberg
Das Seminar widmet sich den lyrischen Gattungen ›Ode‹ und ›Hymne‹ und fragt insbesondere nach Kriterien, mit denen eine solche Gattungsbestimmung überhaupt erst ermöglicht wird. Dafür werden zum einen literaturtheoretische Voraussetzungen erarbeitet, soll also die entsprechende Gattungstheorie vom 17. bis zum 21. Jahrhundert diskutiert werden; zum anderen soll an zahlreichen Gedichtbeispielen erörtert werden, inwiefern eine komplementäre oder auch abweichende Geschichte zweier lyrischer Gattungen geschrieben werden kann. Neben einschlägigen theoretischen Abhandlungen können Gedichte u. a. folgender Autoren diskutiert werden: Martin Opitz, Andreas Tscherning, Johann Christoph Gottsched, Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Friedrich Hölderlin, Novalis, August von Platen, Rudolf Borchardt, Stefan George, Johannes Bobrowski. Alle Texte werden im Laufe des Semesters zur Verfügung gestellt. Wer ansonsten umfangreich die Geschichte der Lyrik durchstöbern möchte, sei verwiesen auf: Heinrich Detering (Hg.): Reclams großes Buch der deutschen Gedichte: Vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, 4., durchges. und erg. Auflage, Stuttgart 2017 [2007].
- Lehrende/r: Lars Korten
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Diese Veranstaltung im fächerübergreifenden DaZ-Modul richtet sich in erster Linie an Lehramtsstudierende in den MEd-Studiengängen Philosophie/Praktische Philosophie und Praktische Philosophie. Sie soll künftige Philosophielehrerinnen und –lehrer für die sprachlichen Schwierigkeiten sensibilisieren, vor die sich Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache bei der Lektüre deutschsprachiger philosophischer Texte häufig gestellt sehen. |
- Lehrende/r: Birger Brinkmeier
Die verbale Referenz auf Personen gehört zu den zentralen menschlichen Aktivitäten in Alltagsgesprächen. In diesem Seminar werden wir uns mit linguistischen, kulturellen und sozialen Perspektiven der Referenz auf an- und abwesende Personen befassen. Um auf Personen zu referieren, stehen SprecherInnen (in allen Sprachen) stets eine Wahl an Referenzformen zur Verfügung (z.B. „du“, „Sie“, „Mama“, „Mutti“, „Sandra“, „Mamilein“, „meine nervige Mutter“ etc. bzw. „Michael Müller“, „er“, „der“, „mein Cousin Michael“, „mein SPD-Vetter“, „der Freund von Sarah“ etc.). Die jeweilige Wahl reflektiert u.a. wie gut wir die betreffende Person kennen, mit wem wir über die Person kommunizieren („Rezipien-tendesign“), welchen „stance“ wir in Bezug auf diese Person indizieren bzw. wie wir unsere Beziehung zu ihr kontextualisieren.
Auf der Basis empirischer Daten (mündliche Alltagsinteraktionen, institutionelle Gespräche aber auch medial vermittelte Whats-App-, SMS- und Chat-Interaktionen) werden wir unter-schiedliche Praktiken der Referenz auf an- und abwesende Personen (inklusive Selbst-referenzen) sowohl im Deutschen als auch in anderen europäischen und außereuropäischen Sprachen einer näheren Betrachtung unterziehen.
Teilnahmevoraussetzung:
• Kenntnisse der Gesprächsforschung und Teilnahme an einer Transkriptionsübung
• die Bereitschaft, eigenständige empirische Untersuchungen durchzuführen
• mündliche Mitarbeit
• Ausarbeitung der empirischen Untersuchung in Form einer schriftlichen Hausarbeit.
Ein Reader mit zentralen Texten wird zusammengestellt.
- Lehrende/r: Susanne Günthner
'Propoaganda' ist derzeit wieder in aller Munde: Praktisch jeder politische Akteur wirft der Gegenseite derzeit 'Propaganda' vor. Doch was ist eigentlich 'Propaganda'? Dieser Frage widmet sich das Seminar ausgehend von zunächst literatursoziologischen Fragestellungen zu Akteuren und Institutionen der (literarischen) Propaganda in den deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Darauf aufbauend soll jedoch auch gefragt werden, ob es möglicherweise bestimmte Verfahren, Poetiken und/oder eine Rhetorik der Propaganda gibt, die wir nicht nur in den beiden Diktaturen, sondern auch in der politischen Literatur der BRD im 20. Jahrhundert wiederfinden können. Abschließend soll ein Ausblick auf gegenwärtige literarische Texte, aber auch auf Äußerungen politischer Akteure gewagt werden, die unter 'Propagandaverdacht' stehen. Ziel des Seminars ist die Vermittlung einer vertieften Text- und Medienkompetenz, sowie von literatursoziologischen und -historischen Zugängen.
- Lehrende/r: Kerstin Wilhelms
Im Herbst 2018 jähren sich das Ende des Ersten Weltkriegs, die „Novemberrevolution” und die Gründung der ersten deutschen Republik zum 100. Mal. Der Erinnerungsboom an dieses Epochenereignis hat bereits eingesetzt. Neben Tagungen, Ausstellungen, Publikationen und Fernsehbeiträgen werden auch zahlreiche Online-Angebote an die Geschehnisse vor 100 Jahren erinnern. Die neuen Web-Formate entsprechen einem generellen Trend: Um den veränderten Rezeptions- und Kommunikationsgewohnheiten Rechnung zu tragen und junge Zielgruppen zu erreichen, nutzen auch Gedächtnisinstitutionen wie Museen und Archive zunehmend verschiedenste digitale und multimediale Möglichkeiten zur Darstellung und Vermittlung von Geschichte: Facebook, Twitter, Instagram und Wikipedia genauso wie Blogs, Podcasts, Erklärvideos, Interviews und „Digitorials”.
Aber welche Chancen bieten die neuen Formate tatsächlich? Wo liegen die Grenzen eines seriösen Einsatzes solcher Medien zur Vermittlung historischen Wissens? Die Übung möchte diese Fragen nicht nur theoretisch erörtern, sondern anhand ausgewählter Themenfelder der Weimarer Republik auch praktisch erproben. Einen Schwerpunkt werden audiovisuelle Medien bilden: kurze Video- und Audiopodcasts, aber auch Einzelfotografien und deren Verwendung in Facebook oder Instagram.
Nach drei Vorbereitungsterminen im LWL-Medienzentrum wird der Hauptteil der Veranstaltung ein Blockseminar in der Akademie Franz Hitze Haus sein. Dort werden auch mehrere externe Referenten das Thema aus kommunikations- und politikwissenschaftlicher Perspektive vergleichend beleuchten.
Zusätzlich wird am 16.1. eine Exkursion zur Eröffnung der multimedialen Ausstellung „Weimar im Westen” im Düsseldorfer Landtag angeboten.
Für Räumlichkeiten und die gute Verpflegung wird seitens des Franz Hitze Hauses ein Kostenbeitrag von 38 € p.P. erhoben.
- Lehrende/r: Markus Köster
Die Bedeutung des Sports geht heute weit über die reine körperliche Betätigung hinaus. Leistungen von Einzelsportlern und Mannschaften aber auch Erinnerungen an Örtlichkeiten, in denen diese vollbracht wurden, sind in manchen Fällen über Jahrzehnte im sog. kollektiven Gedächtnis präsent und teilweise Bestandteil einer regelrechten Erinnerungskultur. Bei bestehendem öffentlichen Interesse können bauliche Werke der Erinnerungskultur amtlich zu Baudenkmälern erklärt werden.
Erinnerungskulturen sind dabei die historisch und kulturell variablen Ausprägungen von kollektivem Gedächtnis und bezeichnen den Umgang des einzelnen und der Gesellschaft mit der Vergangenheit. Markant ist für eine Kultur des Erinnerns, daß kollektive Wahrnehmungen die subjektiven Wahrnehmungen prägen und durch eine ausgeprägte Erinnerungskultur andere Elemente der Vergangenheit dem Vergessen bzw. Abriß preisgegeben werden.
In dem Seminar sollen verschiedene Modelle von Erinnerungskulturen betrachtet und anhand ausgewählter Beispiele materieller und immaterieller Art untersucht werden.
Verpflichtender Bestandteil der Lehrveranstaltung ist eine Tagesexkursion nach Köln zum Deutschen Sport- und Olympiamuseum.
- Lehrende/r: Emanuel Hübner
Lehrkräfte sind in unserer medial-digitalisierten Welt aufgefordert, ihre Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, dass Raumdarstellungen über Sprache konstruiert werden und sich kulturelle Merkmale im Sprechen über Raum manifestieren. Die Bildungsstandards der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) weisen darüber hinaus Kommunikation als Kompetenzbereich explizit aus und umreißen diesen Kompetenzbereich mit der Fähigkeit, „geographische/geowissenschaftliche Sachverhalte zu verstehen, sich angemessen unter der Verwendung der Fachsprache auszudrücken und damit anderen verständlich zu machen”. Im Seminar sollen zunächst theoretische Grundlagen diskutiert werden, die dann anschließend in Handlungsmöglichkeiten im Rahmen einer sprachsensiblen Unterrichtsgestaltung umgesetzt werden.
- Lehrende/r: Sonja Schwarze
Zum Einstieg arbeitet die Lehrveranstaltung das Konzept der „Medialisierung“ auf und wendet dieses – gestützt auf einschlägige Beiträge aus der deutschen Sportkommunikationsforschung – die „Medialisierung des Sports“ an. Im zweiten Schritt werden die (aktuellen) Befunde zum Sportjournalismus in Deutschland diskutiert.
Vor diesem Hintergrund sollen ausgewählte Fälle von Leistungen des deutschen Sportjournalismus gesammelt und vorgestellt werden, um zum einen medien- und kommunikationsethischen Fragen und zum zweiten die Herausforderungen, die sich mit den Neuen Medien (Online-Journalismus, „Bürgerjournalismus“, Selbst-Präsentation / PR von Verbänden, Veranstaltern, Vereinen und SportlerInnen) diskutieren zu können. Problematisiert werden sollen die Auswirkungen des digitalen Medienwandels auf den Sportjournalismus.
Neben der gemeinsamen Lektüre von ausgewählten Texten zur „Medialisierung des Sports“ wird von den KursteilnehmerInnen zunächst ein Lektüreprotokoll zur aktuellen Forschung zum Thema „Sportjournalismus in Deutschland“ verfasst. In Kleingruppen wird dann ein Poster zu einem ausgewählten Fall zur Bedeutung der Neuen Medien im Sportjournalismus entwickelt, gestaltet und präsentiert. Abschließend wird ein Text erstellt, der den auf dem Poster beschriebenen Fall (auch im Vergleich von den anderen „Fällen“) interpretiert. Die TeilnehmerInnen, die 7 LP benötigen, verfassen (zusammen mit dem Text über das Poster) ein weiteres Lektüreprotokoll.
Literatur
Wird zu Beginn der LV bekannt gegeben
Prüfungsleistungen
Lektüreprotokoll im Oktober/November 2018 (1 LP)
Postererstellung und -vorstellung im Januar (Gruppenarbeit) (1 LP) ;
Beschreibung und Diskussion des Posters, plus Lektüreprotokoll 2 (individuelles Papier; ca. 8 Seiten) – Februar (5 LP)
- Lehrende/r: Jörg-Uwe Nieland
Im Seminar wird den vielfältigen Beziehungen zwischen der modernen Turn- und Sportbewegung einerseits und dem Christentum andererseits nachgegangen. Dies geschieht auf der Grundlage ausgewählter Texte sowohl in historischer und pädagogischer Sicht als auch im Hinblick auf ethische und religiöse Fragen. Nicht zuletzt geht es auch um die konfessionelle Sportbewegung in der Deutschen Jugendkraft (DJK) und im Eichenkreuz (CVJM/YMCA) sowie in der jüdischen Sportbewegung.
- Lehrende/r: Michael Krüger
Die Übung befasst sich mit der Beschreibung von morphologischen und syntaktischen Zweifelsfällen in der deutschen Gegenwartssprache, die selbst bei „kompetenten“ SprecherInnen des Deutschen häufig Normunsicherheiten hervorrufen. Ziel der Veranstaltung ist die Vertiefung von Grundkenntnissen, die zur Analyse morphologischer und syntaktischer Strukturen der deutschen Alltagssprache befähigen. Die Studierenden sollen dazu befähigt werden, sprachliche Zweifelsfälle adäquat beschreiben und im Rahmen aktueller sprachkritischer Diskurse reflektieren zu können. Das Schreiben einer linguistischen Hausarbeit, wie es für Studierende des Aufbaumoduls vorgesehen ist, ist ebenso Gegenstand der Übung.
- Lehrende/r: Katharina König
Auf 50 Studierende begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich!
Das deutsche Bildungssystem ist immer wieder durch vielfältige bildungspolitische Diskussionen und unterschiedliche schulstrukturelle Veränderungen geprägt: Dauer der Grundschulzeit, Verkürzung der Gymnasialbesuchszeit, zweigliedriges oder mehrgliederiges Schulsystem, Expansion des Privatschulsektors, Inklusion und die Rolle der Förderschulen und vieles Mehr. Die Frage lautet stets, wie das deutsche Schulsystem besser und effektiver werden kann.
Ausgehend von aktuellen demographischen, gesellschaftlichen, politischen, ethischen und schulpädagogischen Entwicklungen werden im Seminar die Veränderungen im deutschen Schulsystem analysiert. Dabei werden vor allem unterschiedliche Trends in den einzelnen Bundesländern verglichen und aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive hinterfragt. Zudem werden für eine umfassende und kritische Betrachtung der schulstrukturellen Entwicklungen auch verschiedene historische Aspekte, relevante Forschungsbefunde sowie internationale Perspektiven berücksichtigt.
- Lehrende/r: Corinna Habeck
Die Bereitstellung von Wohnraum, der für alle sozialen Schichten ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht, ist seit der Industrialisierung eine Herausforderung für die Stadtentwicklung und
Gegenstand gesellschaftlicher Konflikte. Das Seminar stellt unterschiedliche Wege vor, einen für alle bezahlbaren Wohnraum zu erhalten und zu schaffen, und stellt diese in den stadtgeographischen
und –politischen Kontext. Der inhaltliche Fokus beginnt u.a. bei der frühen Genossenschaftsbewegung und geht über die Wohnraumversorgungsstrategien der beiden deutschen Staaten während des Kalten
Krieges bis hin zu aktuellen Debatten und Instrumenten. So werden die aktuellen Konflikte um Gentrifizierung und Mietpreissteigerungen in wachsenden Städten sowie die alternativen Strategien und
sozialen Bewegungen gegen die dominierenden Formen der Wohnungsmarktpolitik anhand ausgewählter Beispiele charakterisiert.
- Lehrende/r: Eike Bülow
Das Sonett gilt als einzige Gedichtform, die über die Jahrhunderte hinweg eine verhältnismäßig feste Struktur behalten hat und sich entsprechend klar erfassen lässt. Entstanden um 1230 am Hof von Kaiser Friedrich II. in Sizilien und schon während des 15. Jahrhunderts auch im deutschen Sprachraum für lateinische Dichtung in Verwendung, wurde es erst 1556 durch den Augsburger Pfarrer Christoph Wirsung in die deutsche Sprache eingeführt. Im Barock stieg es zur beliebtesten lyrischen Form auf und entwickelte sich infolge der vehementen Ablehnung durch die anschließende Poetik der Aufklärung zu einer kontroversen Form par excellence, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder begeisterte Fürsprache, aber auch erbitterte Ablehnung erfuhr. Die Vielzahl formaler Experimente, die Breite der thematisierten Inhalte sowie die Produktivität der diskursiven Auseinandersetzung, die das Sonett hervorgebracht hat, machen dieses zu einem spannenden, schier unerschöpflichen Forschungsfeld.
Das Seminar vermittelt einen historischen Überblick sowohl über den praktischen Gebrauch des Sonetts als auch über dessen theoretische Bestimmung. Historische poetologische Texte werden zu diesem Zweck in gleicher Weise behandelt werden wie aktuelle Forschungsliteratur, wobei die analytisch-interpretative Auseinandersetzung mit Sonetttexten aus 450 Jahren im Mittelpunkt steht.
Die Teilnehmenden dieses Seminars werden eine (in der Regel ihre erste) Hausarbeit schreiben. In Verbindung mit der Übung (094337) ist das Seminar daher so angelegt, dass sie bereits im Verlauf des Seminars die Möglichkeit bekommen, Ideen, Pläne, eine Fragestellung und erste Konzepte für ihre Hausarbeit zu entwickeln sowie einen Einblick in die relevante Forschungsliteratur zu bekommen. Im Austausch und in steter Fortentwicklung erlernen sie auf diesem Wege die kritisch-reflektierte Entwicklung eigener Thesen und deren argumentativ schlüssige, wissenschaftlich fundierte Präsentation. Seminar und Übung können deshalb nur zusammen belegt werden.
Lektüreempfehlungen:
Erika Greber, Evi Zemanek (Hg.): Sonett-Künste. Mediale Transformationen einer klassischen Gattung. Dozwil 2012.
Sara Springfeld, Norbert Greiner, Silke Leopold (Hg.): Das Sonett und die Musik. Poetiken, Konjunkturen, Transformationen, Reflexionen. Heidelberg 2016.
Heinrich Welti: Geschichte des Sonettes in der Deutschen Dichtung. Leipzig: Veit 1884.
Andreas Böhn: Das zeitgenössische deutschsprachige Sonett. Vielfalt und Aktualität einer literarischen Form. Stuttgart: Metzler 1999.
Hans-Jürgen Schlütter: Sonett. Mit Beiträgen von Raimund Borgmeier und Heinz Willi Wittschier. Stuttgart 1979.
Walter Mönch: Das Sonett. Gestalt und Geschichte. Heidelberg 1955.
Thomas Borgstedt: Topik des Sonetts. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte. Tübingen 2009.
Friedhelm Kemp: Das europäische Sonett. 2 Bd. Göttingen: Wallstein 2002.
- Lehrende/r: Matthias Hänselmann
In der Vorlesung werden die sprachlichen Verhältnisse in Norddeutschland thematisiert. Neben den niederdeutschen Dialekten, die aus historischer, räumlicher und sozialer Perspektive ausführlich behandelt werden, und regionalsprachlichen sowie standardsprachlichen Sprachlagen werden auch Minderheitensprachen (Friesisch, Dänisch) sowie in Norddeutschland vorkommende Soziolekte und Sondersprachen thematisiert.
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
Die Stadt im Mittelalter stellt nicht nur einen "Klassiker" der deutschen Geschichtsforschung dar, sondern bildete schon in ihrer Zeit ein Experimentierfeld und Verdichtungsraum vielfältiger Entwicklungen im Bereich von Urbanistik, Recht, Politik, Verfassung, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Kirche, die ganz neue Bedingungen und Möglichkeiten des Zusammenlebens für ihre Bewohner schufen. Vielfältig sind auch die Typen von Städten, die nach ihrer Gründung (Antike, Neugründungen), ihren Stadtherren (Kaiser/König, Bischöfe, Adel), ihrer Funktion (Burg- und Residenzstädte, Fernhandels-, Hafen- und Messestädte, Ackerbürgerstädte) und ihren kulturellen Attributen (Klöster, Stifte, Kathedrale oder Universität und Schulen) unterschieden werden können. Da aufgrund ihrer globalen Verbreitung Städte sich nicht nur im mittelalterlichen Europa ausgebildet haben, sollen einzelne Vergleiche mit Stadtbildungen im außereuropäischen Bereichen angestellt werden, um ihnen einen eigenen Platz im Seminar einzuräumen und die europäische Entwicklung zu perspektiveren. Von der Bearbeitung des Themas ausgehend, werden Grundprobleme und -begriffe des Studiums der mittelalterlichen Geschichte sowie dessen Methoden, Techniken und Hilfsmittel behandelt. Für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind regelmäßige und aktive Teilnahme an den Sitzungen, die Übernahme eines Referats, das Bestehen einer Abschlussklausur sowie die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit obligatorisch.
Eine Exkursion nach Lübeck ist geplant.
- Lehrende/r: Nils Bock
In dieser Vorlesung werden Grundlagen der Syntax der deutschen Sprache vermittelt. Wir werden uns mit Wortarten, Satzgliedern, Phrasen sowie einfachen und komplexen Sätzen am Beispiel der deutschen Sprache befassen. Darüber hinaus werden verschiedene Syntaxmodelle und -theorien vorgestellt. Abschließend beschäftigen wir uns mit Fragen der Grammatik des gesprochenen Deutsch.
- Lehrende/r: Susanne Günthner
- Lehrende/r: Christian Fischer-Bakker
In diesem Seminar werden Sie darauf vorbereitet, Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder Fremdsprache (DaF) an Grundschulen, verschiedenen Schultypen der Sek. I sowie Berufskollegs zu erteilen. Die Unterrichtstätigkeit wird mit 15,- Euro pro Unterrichtsstunde vergütet und kann im Berufsfeldpraktikum angerechnet werden. Das Seminar ist in allen sprachwissenschaftlichen und sprachdidaktischen Modulen des BA-2-Fach, BA HRGe und BA G (ausgenommen Grundlagenmodule) anrechenbar.
Seminarinhalte kurz und knapp:
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Ein- und mehrsprachiger Spracherwerb
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Sprachwissenschaftliche Grundlagen
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Grundlagen der Sprachdiagnostik
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Didaktik des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache
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Sprachfördermöglichkeiten in Kleingruppen
Weitere Informationen zum Mercator-Projekt finden Sie auf der Projekthomepage.
Zur Anmeldung melden Sie sich per Mail bei der Seminarleiterin (porps@uni-muenster.de) mit folgenden Angaben: Name, Matrikel-Nr., Studiengang und –fächer, Semesterzahl, Emailadresse.
- Lehrende/r: Lisa Porps
Ist sie das Streben nach der totalen Einheit? Oder eine Art der Fürsorge, des Sich-um-den-anderen-Kümmerns? Ein Austausch zwischen den Liebenden? In der Debatte konkurrieren seit der Antike und bis heute drei verschiedene Modelle: das Verschmelzungsmodell, das seinen ältesten Ausdruck in Platons Symposion gefunden hat und in der neueren philosophischen Forschung z.B. von den analytischen Philosophen Nozick und Salomon vertreten wird; das heute weithin akzeptierte Fürsorgemodell, das auf Aristoteles zurückgeht und in der analytischen Philosophie besonders prominent von Frankfurt vertreten wird; und schließlich das Dialogmodell, das sich ebenfalls auf Aristoteles beruft und beispielsweise von Scruton und (im deutschen Sprachraum) Krebs unterstützt wird.
Im Seminar wollen wir die drei Modelle anhand von Texten ihrer Vertreter studieren und sie gegeneinander (und natürlich gegen unser eigenes Vorverständnis) abwägen. Dies soll schon während des Seminars immer wieder auch durch schriftliche Reflexionen erfolgen. Neben dem Willen zur Lektüre der Seminartexte sollten Teilnehmer also auch ein aktives Interesse daran haben, ihre Überlegungen schriftlich darzustellen.
- Lehrende/r: Sibille Mischer
Schaut man in die Publizistik der 1950er Jahre, dann war der Nationalsozialismus eine „gottlose Zeit“ – und das Gegenrezept war die Rechristianisierung. Schaut man hingegen in das politische, das religiöse, aber auch das weltanschauliche Feld der 1930er Jahre, dann tummeln sich dort die verschiedensten religiösen und religiös inspirierten Gruppen: Nicht nur die Kirchen und traditionellen „Religionsanbieter“, sondern auch Deutsche Christen und Bekennende Kirche, völkische Gruppierungen und verschiedene Ausformungen der NS-Bewegung selbst versprachen Lebensorientierung und Sinndeutung, die weit über das Jetzt hinausgingen. Im Gegensatz zur Nachkriegsdeutung also wollen wir die 1930er und 1940er Jahre als eine Phase hoher religiöser Energie und Deutungskämpfe untersuchen. Wo grenzten sich die traditionellen Religionen von der NS-Bewegung ab, wo gab es Überschneidungen, gemeinsame Ziele und ein Potenzial für die politische Mobilisierung? In einem ersten Schritt werden wir Konzepte von Religion, Weltanschauung und politischer Religion klären, um dann auf verschiedenen Ebenen das Interagieren der einzelnen Akteure und Akteursgruppen in den Blick zu nehmen.
- Lehrende/r: Thomas Großbölting
- Lehrende/r: Ruth Pope
Das Skateboarden ist eine seit jahrzehnten existierende Sport- und Jugendkultur, die sich immer wieder gewandelt hat und sich bis heute einer eindeutigen Festlegung verweigert. Die Wiege des Skateboardens steht in Kalifornien/USA, aber eine seiner deutschen und europäischen Keimzellen liegt in Münster, wo der Sportlehrer Eberhard "Titus" Dittmann zunächst sich und seine Schüler auf ein Rollbrett stellte, eine Zeitschrift gründete und schließlich u.a. eine Skateboard-Weltmeisterschaft organisierte. Das Seminar findet also auf "historischem Boden" statt. Es will den Ursprüngen und der Entwicklung des Skateboardens in den USA und insbesondere in Deutschland bzw. Münster nachgehen und seine besondere Kultur ("Skate and Create/Destroy") analysieren und hinterfragen.
- Lehrende/r: Kai Thomas Reinhart
Die Kultursemiotik geht davon aus, dass Filme (wie auch literarische Texte) als Produkte kultureller Verständigung fungieren und als kultureller Speicher das Selbstverständnis einer Kultur und damit Konzepte (z.B. Vorstellungen über ‚Realität‘) verarbeiten sowie (zentrale) Problemstellungen und Themen, die eine Kultur beschäftigen, aufgreifen und verhandeln. Offengelegt ist dadurch ein kontextualer Analysezugang: Man vermag es, Aussagen über Text-Kontext-Relationen zu generieren. Vor allem wird dabei ersichtlich, inwiefern filmische Texte Themen, Diskurse, Probleme, Ansichten und Vorstellungen ihrer Entstehungszeit thematisieren und reflektieren.
Das Seminar erarbeitet Kategorien und Instrumentarien der Kultursemiotik und schafft einen exemplarischen Überblick über die deutsche Filmgeschichte von den Anfängen bis heute, u.a. mit den Etappen des expressionistischen Films, des Nachkriegsfilms, des DDR-Films, des Neuen Deutschen Films und des Gegenwartfilms.
- Lehrende/r: Stephan Brössel