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Viel hört man in letzter Zeit von transnationaler Geschichte und Globalgeschichte. Was ist das überhaupt? Worin liegt der Vorteil der transnationalen Geschichtsschreibung gegenüber dem komparativen Zugang? Firmiert Globalgeschichte als Theorie oder als Methode? Beschreibt sie die Geschichte der Globalisierung oder bedeutet sie mehr als das? Fest steht, dass beide Ansätze eine Hochkonjunktur erleben. Doch was können transnationale und Globalgeschichte zum besseren Verständnis des 19. und 20. Jahrhunderts beitragen? Das Hauptseminar erörtert das Potential und den Gewinn dieser Perspektiven etwa anhand von Religion und Säkularisierung im langen 19. Jahrhundert, aber auch anhand anderer Themenkomplexe, um den methodologischen Nationalismus zu überwinden und den Blick über den kleindeutschen Untertassenrand zu weiten.
Bedingung für Teilnahme und Leistungsnachweis: Regelmäßige Diskussionsbeiträge dank wirklicher Lektüre von Texten, Mitarbeit in einer Themengruppe samt Präsentation eines Problemfeldes, anschließend wissenschaftliche Hausarbeit bzw. mdl. Prüfung. Es wird erwartet, dass zur ersten Sitzung am 17. Oktober die einführende Monographie von S. Conrad, Globalgeschichte (2013), bereits gelesen ist, damit wir sogleich in die Diskussion einsteigen können.
- Lehrende/r: Olaf Blaschke
Die nationale wie internationale Forschung zum Nationalsozialismus scheint unüberschaubar. Gleichzeitig sind präzises Wissen und eine klare Einordnung dieser für die deutsche und europäische Geschichte so zentralen Epoche auch zukünftig unabdingbar. Die Vorlesung versteht sich folglich als eine Expedition in den Literaturdschungel und will einen Überblick bieten über historische und aktuelle Forschungen. Dabei sollen aktuelle Themen und Trends ebenso diskutiert werden wie historiographische Kontroversen. Methodisch geht es v.a. um Zugänge der Gesellschaftsgeschichte des NS, wobei auch Geschlechter-, Kultur-, Wissens-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte betrachtet werden. Zweiter Weltkrieg, Massenvernichtung und Holocaust, aber auch NS-Besatzungs- und Sozialpolitik werden hierbei als transnationale Phänomene verstanden, die ausgehend von Deutschland weite Teile Europas und der Welt betrafen. Neben dem „Deutschen Reich“ richtet sich der Fokus daher auf annektierte, besetzte, kollaborierende und sympathisierende Staaten. Folglich wird gerade auch die internationale Historiographie von Bedeutung sein, aber auch die Frage der Vermittlung einzelner Segmente der NS-Geschichte im Museum, im Fernsehen und in Digital Humanities-Formaten. Vor allem will die Vorlesung dazu einladen, eigene Fragen an die NS-Zeit zu entwickeln und zu eigener Lektüre anregen. Zur Vorbereitung: Dietmar Süß: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“. Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich, München 2017.
- Lehrende/r: Isabel Heinemann
In diesem Seminar werden Sie darauf vorbereitet, Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder Fremdsprache (DaF) an Grundschulen, verschiedenen Schultypen der Sek. I sowie Berufskollegs zu erteilen. Die Unterrichtstätigkeit wird mit 15,- Euro pro Unterrichtsstunde vergütet und kann im Berufsfeldpraktikum angerechnet werden. Das Seminar ist in allen sprachwissenschaftlichen und sprachdidaktischen Modulen des BA-2-Fach, BA HRGe und BA G (ausgenommen Grundlagenmodule) anrechenbar.
Seminarinhalte kurz und knapp:
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Ein- und mehrsprachiger Spracherwerb
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Sprachwissenschaftliche Grundlagen
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Grundlagen der Sprachdiagnostik
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Didaktik des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache
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Sprachfördermöglichkeiten in Kleingruppen
Weitere Informationen zum Mercator-Projekt finden Sie auf der Projekthomepage.
Zur Anmeldung melden Sie sich per Mail bei der Seminarleiterin (porps@uni-muenster.de) mit folgenden Angaben: Name, Matrikel-Nr., Studiengang und –fächer, Semesterzahl, Emailadresse.
- Lehrende/r: Lisa Porps
Die Valenztheorie bildet eine der einflussreichsten Grammatiktheorien des 20. Jahrhunderts. Die meisten aktuellen Grammatik des Deutschen (Duden, Eisenberg, Helbig & Buscha u.a.) basieren auf der Valenzgrammatik. Sie ist sowohl im Schul- als auch im universitären Unterricht verbreitet und bildet die Grundlage von Unterrichtskonzepten im Fremdsprachenunterricht.
Im Seminar sollten die Grundlagen der Valenzgrammatik (Entstehung/Grundlagen der Theorie, zentrale Positionen, methodische Aspekte u.a.) erarbeitet werden. Zentrale Aspekte (u.a. die Idee, dass Satzbaupläne vom Verb und seiner Eigenschaft, Satzglieder an sich zu binden, ausgehen) werden vorrangig am Beispiel der Verbvalenz besprochen. Es wird auch auf Valenzeigenschaften von Adjektiven und Substantiven eingegangen.
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
Die mittelalterliche Gesellschaft und Herrschaft kannte noch keine geschriebene Verfassung. Dennoch gab es ausgehandelte Verfahrensweisen zur Gestaltung der politischen Ordnung, gelehrte Texte mit Aussagen über kluges Regieren und rechtlich bindende Vereinbarungen über zentrale Akte des Herrschaftshandelns. Aus eingespielten Rechtsgewohnheiten entstand allmählich eine politische Verfasstheit, die als Rechtsordnung gelten kann, wenn auch noch nicht als förmliche Verfassung. Eines der wichtigsten Zeugnisse für diese Entwicklung in der europäischen Geschichte des Mittelalters war die sogenannte Goldene Bulle (originaler Titel: Kaiserliches Rechtsbuch), die 1356 durch Kaiser Karl IV. und die Reichsfürsten im römisch-deutschen Reich erlassen wurde. Das Seminar behandelt die rechtlichen und politischen Kontexte, die zur Entstehung der Goldenen Bulle geführt haben, analysiert ihre Inhalte und Folgen und fragt nach der Genese politischer Verfasstheit im Mittelalter.
Im Methodenteil des Seminars werden die Arbeitstechniken, Hilfsmittel und methodischen Anforderungen an das Studium und die Erforschung der mittelalterliche Geschichte vorgestellt und exemplarisch eingeübt.
- Lehrende/r: Martin Kintzinger
Inwiefern können Hochschulen als Organisationen bezeichnet werden? Welche Idealbilder gibt es in der Wissenschaft? Was bedeutet „gute Arbeit“ in der Forschung und in Wissensberufen? Diesen Fragen wird das Seminar im Kontext der Arbeits- und Organisationssoziologie nachgehen. Dazu wird nach einer Einfüh-rung in die soziologischen Felder „Arbeit“ und „Organisationen“ im Seminar erarbeitet, welche Strukturen und Hierarchien in der deutschen Hochschullandschaft auftreten, wie Idealbilder über Wissenschaft-ler*innen entstehen und welche Auswirkungen diese auf die Beschäftigten an Hochschulen haben können. Außerdem werden vor diesem Hintergrund hochschul- und organisationspolitische Gleichstellungsansätze diskutiert. Leistungen können in Form von Referaten inklusive Ausarbeitung sowie Hausarbeiten erbracht werden. Die Themenvergabe erfolgt im Seminar.
- Lehrende/r: Valerie Dahl
Auf 50 Studierende begrenzte Veranstaltung, Anmeldung erforderlich!
Das Seminar ermöglicht die vertiefte Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialzeit und die Reflexion ihrer sozialen, kulturellen und epistemologischen Nachwirkungen in der Erziehungswissenschaft.
Im ersten Teil werden wir uns zunächst lektürebasiert mit den Grundzügen postkolonialer Theoriebildung und Kritik beschäftigen.
Anhand ausgewählter historischer Quellenmaterialien sowie Studien zur Kolonialpädagogik werden wir im zweiten Teil des Seminars der Frage nachgehen, welche Verstrickungen sich von Pädagogik und Kolonialismus rekonstruieren lassen. Wie waren Universitäten, Kultur- und Bildungseinrichtungen und ihre Lehrkräfte daran beteiligt? Inwiefern war der deutsche Kolonialismus auch ein pädagogisches Projekt?
Im dritten und letzten Teil des Seminars werden wir uns mit Kontinuitäten und Diskontinuitäten dieser historischen Prozesse befassen: Gibt es postkoloniale Spuren, die sich bis in die Pädagogik und Erziehungswissenschaft der Gegenwart ziehen? Welche Herausforderungen sind damit verbunden, und welche Möglichkeiten entstehen aus einer postkolonialen Kritik in der EW?
- Lehrende/r: Christina Gericke
Die Übung behandelt die Entwicklung verschiedener Formen von widerständigem und von oppositionellem Verhalten Einzelner sowie von Gruppen bzw. Bewegungen in der DDR in Relation zur Entwicklung der Verfassungen der DDR und der Politik des SED-Regimes insbesondere in den 1950er, 1970er und 1980er Jahren. Sie verfolgt ihre jeweiligen Entstehungen, Entwicklungen und Zielsetzungen, ihre Erscheinungen und Organisationen, ihre Probleme und Bedeutungen sowie ihre Bekämpfungen durch die SED-Führungen und beleuchtet die damit verbundenen Forschungsdiskussionen. Ein Schwerpunkt der Übung liegt in der näheren Betrachtung ihrer verschiedentlichen Formen und Entwicklungen im Jahre 1989 - der Flüchtlingswellen, der Art und Ziele der verschiedenen Gruppierungen der sogenannten Bürgerrechtsbewegung, der Entwicklung der Forderungen der Leipziger Montagsdemonstrationen – sowie deren Bedeutungen im Kontext der Entwicklung und Gestaltung des Prozesses der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990.
- Lehrende/r: Rolf Ahmann
- Lehrende/r: Fabian Derks
- Lehrende/r: Sebastian Lübken
Caritas, Diakonisches Werk, Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland: Die Freie Wohlfahrtspflege ist mit ihren Verbänden, Einrichtungen und Diensten eine der traditionsreichsten und zugleich wichtigsten Institutionen der deutschen Gesellschaft und spielt in zahlreichen Politikfeldern eine herausgehobene Rolle im Agenda Setting, der Politikformulierung und der Politikimplementation. Dabei gehören sie nicht nur zu den größten Arbeitgebern in Deutschland, sondern sind traditionell auch Träger umfangreichen bürgerschaftlichen Engagements, z.B. in der Geflüchtetenhilfe, den Bahnhofsmissionen, der Hospizarbeit, der Gewaltprävention und vielen weiteren Angeboten des deutschen Wohlfahrtsstaates. Allerdings geraten sie gerade bei der Bindung von Ehrenamtlichen wie andere Großverbände auch (Gewerkschaften, Parteien, Kirchen) zunehmend in schwieriges Fahrwasser und müssen neue Strategien für die Mitgliedergewinnung entwickeln.
In diesem Masterseminar lernen die Studierenden zunächst die Rolle der deutschen Wohlfahrtsverbände als Akteure der Sozialpolitik kennen und verschaffen sich einen profunden Überblick über ihre Tätigkeitsfelder.
Hauptanliegen des Kurses ist jedoch die Durchführung eines Forschungsprojektes in Kooperation mit dem Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO).
Seit ihrer Gründung versteht sich die AWO als ein Verband, der die Interessen seiner Mitglieder organisiert und an Politik und Gesellschaft artikuliert. Um die Bevölkerung möglichst repräsentativ abzubilden, versucht die AWO seit Jahren auch wieder jüngere Mitglieder zu gewinnen. Bei Analyse der Mitgliederdaten zeigt sich, dass es einigen Kreisverbänden besser und anderen schlechter gelingt junge Menschen für die AWO zu gewinnen. Woran liegt das?
Die zentrale Frage für den Verband ist, welche Faktoren eine erfolgreiche Werbung junger Mitglieder vor Ort beeinflussen. Ziel der studentischen Forschung soll es sein, geeignete Methoden zu entwickeln, um dieser Frage nachzugehen. Der AWO Bundesverband unterstützt das Vorhaben durch alle notwendigen Informationen und die Vermittlung geeigneter Interviewpartner.
Um den praktischen Nutzen sicherzustellen, wird am Semesterende auf Grundlage der Forschungsergebnisse ein Workshop stattfinden, um gemeinsam mit den Studierenden und dem AWO Bundesverband geeignete Strategien für die Gewinnung junger Mitglieder zu entwickeln. Im Zentrum soll dabei die Frage stehen: „Wie muss sich die AWO verändern, damit ich Mitglied werde?”
Die Studierenden können dabei Einblicke in die Arbeit eines Spitzenverbandes gewinnen und echte Impulse für die Verbandsentwicklung der AWO setzen. Der Verband steht darüber hinaus für eine praktische Beratung von Studierenden zur Verfügung, die sich beruflich in Wohlfahrtsverbänden orientieren möchten.
Das Seminar folgt dem Modell des Forschenden Lernens. Die Studierenden entwickeln gemeinsam mit dem Seminarleiter und dem AWO Bundesverband ein Forschungsdesign und führen die Forschung im Laufe des Wintersemesters durch. Die Ergebnisse werden dann gemeinsam aufbereitet und präsentiert.
Studien- und Prüfungsleistung
Die Studienleistung wird mit der Teilnahme an der Feldforschung erbracht. Die Prüfungsleistung kann gemäß den Vorgaben der jeweiligen Prüfungsordnung als Hausarbeit erbracht werden.
Einführende Literatur
- Backhaus-Maul, Holger (2019): Zentrifugalkräfte in der Freien Wohlfahrtspflege: Wohlfahrtsverbände als traditionsreiche und ressourcenstarke Akteure. In: Freise, Matthias und Zimmer, Annette (Hrsg.): Zivilgesellschaft und Wohlfahrtsstaat im Wandel. Akteure, Strategien und Politikfelder. Wiesebaden: Springer VS, S. 83-100.
- Boeßenecker, Karl-Heinz und Vilain, Michael (2013): Spitzenverbände in der Freien Wohlfahrtspflege. Eine Einführung in Organisationsstrukturen und Handlungsfelder sozialwirtschaftlicher Akteure in Deutschland. Weinheim: Beltz Juventa.
- Freise, Matthias (2018): Forschendes Lernen in der politikwissenschaftlichen Hochschullehre. Frankfurt am Main: Wochenschau Verlag.
- Lehrende/r: Matthias Freise
- Lehrende/r: Heike Bismark
- Lehrende/r: Sophie Ellsäßer
Seit der Wiederentdeckung der „Germania“ des Tacitus in der Zeit des Humanismus dienten die „Germanen“ als Projektionsfläche für unterschiedliche Identitätskonstruktionen, vornehmlich innerhalb des römisch-deutschen Reiches. Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bildete die sogenannte germanische Völkerwanderung einen unhinterfragten Grundbaustein des deutschen Geschichtsbildes, das in Abgrenzung zum römischen Reich, aber auch gegenüber modernen romanischen Staaten und Völkern konstruiert wurde. Mit den Forschungen von Reinhard Wenskus, Herwig Wolfram, Walther Pohl und der übrigen Wiener Schule, aber auch durch die angelsächsische Forschung, deren gemeinsame Bemühungen sich nicht zuletzt in der Reihe „The Transformation of the Roman World“ niedergeschlagen haben, sind die Annahmen der älteren, sogenannten Germanischen Altertumswissenschaft zunehmend ins Wanken geraten. In der Übung sehen wir uns unterschiedliche frühmittelalterliche Quellentexte in synoptischen Ausgaben an und analysieren ihre Aussagen vor dem Deutungshorizont unterschiedlicher wissenschaftlicher Ansätze.
- Lehrende/r: Wolfram Drews
Im Nationalsozialismus wurde die „erbgesunde, arische Familie“ als Basis der neuen „Volksgemeinschaft“ glorifiziert und kam in den Genuss zahlreicher finanzieller Förderungen wie Ehestandsdarlehen, Steuererleichterungen, manchmal sogar staatlich finanzierte Ferienfahrten. Zudem profitierten deutsche Familien von den Waren und Gütern, welche die Bevölkerung der besetzten Gebiete, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, und schließlich die ermordeten Juden erwirtschaftet hatten. Aus rassischen oder sozialen Gründen „unerwünschte Familien“ hingegen wurden zu Opfern der deutschen Rassen-, Expansions- und Vernichtungspolitik: durch Euthanasie, Vertreibungen und schließlich Massenmord. Die Übung will – gestützt auf intensive Lektüre von internationaler Forschungsliteratur und die Beschäftigung mit verschiedensten Quellengattungen – ausloten, wie Familien lebten im Nationalsozialismus zwischen Inklusion und Exklusion, wie sich Geschlechterrollen und intergenerationelle Beziehungen im Krieg änderten und inwiefern die Familie Verfolgten wie auch NutznießerInnen des Regimes Spielräume bot für Resilienz.
Zur Einführung empfohlen: Lisa Pine: Family and Private Life, in: Baranowski, Shelley / Nolzen, Armin / Szejnmann, Claus-Christian (Hg.): A Companion to Nazi Germany. Oxford 2018, S. 351-366.
- Lehrende/r: Isabel Heinemann
Das Konzil von Clermont 1095 und die Rede Urbans II. gilt als Startschuss für die Zeit der Kreuzzüge. Ein besonderes Phänomen dieser Zeit ist, beginnend mit der Gründung des Templerordens in Jahre 1118, die Herausbildung geistlicher Ritterorden. In diesen verbanden sich die mönchischen Gelübde Keuschheit, Armut und Gehorsam mit dem "Heidenkampf". Der Deutsche Orden, als einer der drei großen Ritterorden, bildete sich ebenfalls aus einer Hospitalgemeinschaft, allerdings erst wenige Jahre nach dem Dritten Kreuzzug. Dem Ruf des Herzog Konrad von Masowien folgend, gelangte der Orden 1225/26 ins Baltikum. Wo er sich vor allem an der Missionierung der heidnischen Pruzzen/Preußen beteiligen sollte. In kurzer Zeit gelang es den Brüdern eine weitgehend eigenständige Herrschaft zu etablieren, was zwangsläufig auch zu immer stärkeren Differenzen mit dem piastischen und jagiellonischen Herrscherhaus in Polen führte.
In dieser Übung soll die Geschichte des Deutschen Ordens im mittelalterlichen Polen bis 1525 anhand ausgewählter Quellen untersucht werden. Dabei wird der Fokus nicht allein auf dessen militärisch-politischer Rolle liegen. Vielmehr soll auch seine Spiritualität sowie kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung näher beleuchtet werden.
- Lehrende/r: Martin Koschny
Die Kognitive Linguistik geht von der Grundannahme aus, dass sprachliche Strukturen auf allgemeinen kognitiven Prinzipien beruhen und durch diese erklärt werden können. Prominent sind dabei die Bereiche der Kognitiven Grammatik und der Kognitiven Semantik. In diesem Seminar lernen Sie die Grundlagen der Kognitiven Linguistik kennen und vertiefen wesentliche Bereiche dieses Ansatzes (Kognitive Grammatik nach Langacker, Konstruktionsgrammatik, Konzeptuelle Metapherntheorie und Konzeptuelles Blending, Kategorisierung, Frames u.a.). Dabei werden Sie die Konzepte anhand der einschlägigen Literatur erarbeiten und am Deutschen anwenden. Sie lernen auch, wie zentrale Fragestellungen der Kognitiven Linguistik empirisch untersucht werden können. Die praktische Umsetzung erfolgt in individuellen Projekten, die in der schriftlichen Hausarbeit ausgearbeitet werden.
Lernziele/Kompetenzen:
Nach diesem Seminar:
- können Sie die Grundkonzepte der Kognitiven Linguistik erläutern, anwenden und kritisch beurteilen.
- können Sie relevante sprachliche Phänomene des Deutschen mit den Grundkonzepten der Kognitiven Linguistik analysieren.
- können Sie eine eigene Studie planen, durchführen und in angemessener Fachsprache und Form darstellen.
- Lehrende/r: Katerina Stathi
In diesem Seminar erhalten Sie einen Überblick über die älteren Sprachstufen des Deutschen (Althochdeutsch 750-1050, Mittelhochdeutsch 1050-1350, Frühneuhochdeutsch 1350-1650) sowie über die Grundzüge der Entwicklung der deutschen Sprache vom Indogermanischen an. Dabei lernen Sie die wesentlichen strukturellen Merkmale jeder Sprachstufe kennen. Sie erfahren, welche wesentlichen Veränderungen die Entwicklung des Deutschen auf jeder Sprachstufe geprägt haben. Neben strukturellen Eigenschaften werden auch die soziokulturellen Rahmenbedingungen jeder Sprachstufe thematisiert und typische Texte analysiert. Zugleich bekommen Sie einen Einblick in die wesentlichen Sprachwandelmechanismen, die auch in anderen Sprachen sowie im heutigen Deutsch weiter wirksam sind.
Lernziele/Kompetenzen
Nach diesem Seminar:
- können Sie ältere Texte aufgrund struktureller Merkmale einer Sprachstufe zuordnen und ihre sprachlichen Formen ansatzweise bestimmen.
- können Sie wesentliche Veränderungen in der deutschen Sprache identifizieren, zeitlich einordnen und erläutern.
- können Sie die wesentlichen Sprachwandelmechanismen erläutern und ihre Wirkung an konkreten sprachlichen Formen illustrieren.
- Lehrende/r: Katerina Stathi
Das Seminar setzt sich mit der Geschichte und Systematik deutschsprachiger Anthologien auseinander. Es rücken vor allem Lyrikanthologien des 19. und 20. Jahrhunderts in den Blick. Lange wurde die Anthologie vor allem aus sozialgeschichtlicher Perspektive betrachtet. Ihre Funktionen als Speicher- und Vermittlungsmedium standen im Vordergrund. Neben diesen Aspekten fragt das Seminar danach, wie die Anthologie als eigenständige Textsorte analysiert werden kann. Wie sind Auswahl und Anordnung der Texte beschaffen? Welche Muster sind zu erkennen? Welche intertextuellen Relationen gehen die Texte einer Anthologie untereinander ein? Inwiefern stellt eine Anthologie Textkohärenz her? Was verraten die Paratexte (Vorworte der Herausgeber etc.)?
Zur Vorbereitung auf das Seminar empfiehlt sich der Beitrag zum Lemma ,Anthologie‘ im Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Dort finden sie Hinweise auf Textbeispiele und Forschungsliteratur.
- Lehrende/r: Philipp Pabst
Das Phänomen der „Judenfeindschaft gilt als das älteste soziale, kulturelle, religiöse, politische Vorurteil der Menschheit“ (Wolfgang Benz). Auch nach dem Zusammenbruch des NS-Systems ist es in der deutschen Gesellschaft virulent geblieben. In dem Proseminar soll theoretisches und praktisches Wissen zum Antisemitismus in Deutschland nach 1945 erarbeitet werden. Wir werden terminologische Fragen und Theorien der Antisemitismusforschung beleuchten sowie Hauptentwicklungen anhand empirischer Studien ermitteln. Dabei sollen alte und neue Erscheinungsformen von der unmittelbaren Nachkriegszeit in der BRD und DDR bis zur Gegenwart erkannt und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Ausgehend von Quellen wie u. a. Filme, Theaterstücke, Literatur und politische Reden werden bedeutende Ereignisse und Kontroversen untersucht und entscheidende Akteurinnen und Akteure ausgemacht. Sowohl Perspektiven der nichtjüdischen als auch der jüdischen Bevölkerung werden dabei stets berücksichtigt. Ebenso sollen Überlegungen und Ergebnisse der Intersektionalitätsforschung miteinbezogen werden.
- Lehrende/r: Kerstin Dembsky
Viele halten Brecht für einen der größten deutschsprachigen Lyriker überhaupt. Obwohl nach dem Ende des Sozialismus viele die große „Brecht-Müdigkeit“ konstatierten, blieb der Lyriker Brecht präsent – hier schien er eher unverdächtig, Poet statt politisches Wesen. Ob man ihm, dem Nonkonformisten, dem Antibürger, dem mit allen Wassern der Metrik gewaschenen Lyriker, dem „radikaldemokratischen Medientheoretiker“ (Reinhold Jaretzky) mit dieser Lesart gerecht wurde? Im Seminar wollen wir Gedichte aus unterschiedlichen Werkphasen lesen. Und weil Brecht breitbeinig auf dem Fundament der europäischen Lyrikgeschichte steht, wird das Seminar zugleich eine Einführung in die Lyrikanalyse und -geschichte bieten. Die dazugehörige Übung ist als intensive Vorbereitung auf die Hausarbeit konzipiert, Schreibübungen inklusive.
Bitte kaufen und zur ersten Sitzung lesen: Reinhold Jaretzky: Bertolt Brecht (= Rowohlt Monographien), 8,99€; Dieter Burdorf: Einführung in die Gedichtanalyse, 3. Aufl. Stuttgart 2015; Dieter Burdorf: Geschichte der deutschen Lyrik. Einführung und Interpretationen, Stuttgart 2015. Zu Beginn des Seminars wird außerdem ein Reader zur Verfügung gestellt.
- Lehrende/r: Mirjam Springer
Joseph Beuys (1921–1986) gehört zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. Wie kein anderer wurde er mit seinen Werken – und auch mit seinen Worten – zum Bürgerschreck der 60er Jahre, provozierte mit Erweiterungen des Kunstbegriffs und beeinflusst Entwicklungsströme europäischer Kunst bis heute. Seine berühmten Kunstaktionen haben ihm den Ruf eines Schamanen eingetragen; er hat sich aber auch immer wieder mit theologischen Themen beschäftigt. Manche Theologen (von Mennekes bis Meisner) haben ihn als einen theologischen Denker gewürdigt.
Das Seminar führt in das künstlerische Schaffen von Joseph Beuys ein und geht insbesondere theologischen Spuren in seinem Werk nach.
- Lehrende/r: Carolin Hemsing
- Lehrende/r: Reinhard Hoeps
In dem Seminar werden wir uns mit mit Methoden und Ergebnissen der empirischen Forschung zur Sprachentwicklung mehrsprachiger Kinder im Grundschulalter und zum Erwerb des Deutschen als Zweitspracherwerb bei Quereinsteigern beschäftigen. Durch die Auseinandersetzung mit dieser Forschung wollen wir uns eine informierte und reflektierte Haltung zum Thema Mehrsprachigkeit in der (Grund-)Schule erarbeiten.
- Lehrende/r: Christine Dimroth
Auf 50 Teilnehmer begrenzte Veranstaltung, Anmeldung erforderlich!
In diesem Seminar lernen Sie den Herkunftssprachenunterricht (HSU) in Nordrhein Westfalen kennen. Ziel des Seminars ist es, den HSU aus der Perspektive der Wissenssoziologie zu betrachten, welches zugleich einen Blick in das Selbstverständnis des deutschen Bildungssystems erlaubt.
Das Seminar basiert auf meiner derzeitigen Forschungsarbeit zum Herkunftssprachenunterricht und ermöglicht Einblicke in diese durch gemeinsame Interpretationssitzungen. Darüber hinaus lebt das Seminar von Ihren seminarbegleitenden Schreibprozessen und -erfahrungen. Ich begrüße daher eine kritisch fragende und neugierig forschende Studienhaltung.
- Lehrende/r: Aslı Can Ayten
Der Krieg gehört als soziales Phänomen zu den Konstanten der menschlichen Geschichte. Als in nahezu allen historischen Momenten anzutreffendes kollektives Konfliktmodell, bei dem es zu organisierter, gezielter Gewaltanwendung kommt, hat der Krieg auch in verschiedensten Formen seine Spuren in der Kultur hinterlassen. Er ist Thema erzählender Texte sowie Gesänge und hat seinen Niederschlag in einem reichhaltigen Repertoire an Bildern hinterlassen. Welche Bedeutung künstlerische Präsentationen und Repräsentationen des Krieges haben und hatten, zeigt schon der Umstand, dass einer der für die kulturelle Formung des Abendlandes paradigmatischen Texte, Homers Illias, die Erzählung eines Krieges ist.
In dem Seminar wollen wir uns gemeinsam Kriegserzählungen aus verschiedenen Momenten der deutschen Geschichte anschauen und der Frage nachgehen, mit welchen Mitteln der Krieg erzählt werden kann. Auf welche Weise wird versucht, diese extreme Erfahrung massenhaften Sterbens und erlittener sowie ausgeübter Gewalt in Worte zu fassen? Welche sprachlichen Bilder werden herangezogen und welchen Sinn verleihen diese Texte dem Krieg? Wer erzählt vom Krieg? Wie verändern sich solche Erzählungen, wenn der/die Erzählende nicht mehr selbst Teil des Kriegsgeschehen gewesen ist? Und was geschieht mit diesen Erzählungen in Zeiten asymmetrischer Kriegsführung, wenn also nicht mehr nur Staaten Kriege führen? Diesen Fragestellungen will das Seminar anhand ausgewählter Texte nachgehen, wobei der Schwerpunkt auf Texten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie auf Gegenwartsromanen liegen wird.
Die Literaturliste wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
Bitte beachten Sie: Im Seminar werden wir mitunter brutale Textpassagen zu lesen haben und uns mit der dezidierten literarischen Präsentation von Gewalt auseinandersetzen müssen.
- Lehrende/r: Manuel Förderer
Das um 1200 entstandene, anonym überlieferte Nibelungenlied bildet die literarisierte Form eines alten, wohl mündlich tradierten heldenepischen Stoffs. Es erzählt strophisch in 39 'Aventiuren' vom Schicksal der Nibelungen, von Heldentaten, Liebe, Verrat, Rache, Treue in machtpolitischen und kämpferischen Auseinandersetzungen. Die Handlung endet mit dem Untergang der Nibelungen, der seit den ersten Strophen des Textes als drohende Gewissheit das Ende präsent hält. Im Zuge seiner intensiven Rezeption, die mit der sog. Klage (bald nach 1200) unmittelbar einsetzt, avancierte das Nibelungenlied als Werk 'germanischer' Heldenepik bisweilen zum deutschen Nationalepos, ist damit politisch, aber auch künstlerisch verarbeitet worden, so zum Beispiel in Richard Wagners Der Ring des Nibelungen (1869).
Im Seminar erfolgt eine Lektüre des Nibelungenliedes, die den Text nach thematischen Gesichtspunkten erschließt und mit der Forschung – deren lange Geschichte und Kontroversen selbst der Diskussion bedürfen – in Dialog tritt. Nach einer einführenden Beschäftigung mit dem Stoff und seiner Überlieferung wird das Nibelungenlied unter anderem hinsichtlich folgender Themen betrachtet: Konstitution und Gefährdung von Herrschaft, Entwürfe von Weiblichkeit und Männlichkeit, Bindungen und Spannungen interfiguraler Beziehungen, Entstehung und Bewältigung sozialer Konflikte, Geltung und Verletzung rechtlicher Normen, Legitimation von Gewalt und Gegengewalt. Der Blick auf Formen und Geschichte der Rezeption des Nibelungenliedes vom Mittelalter bis zur Gegenwart beschließt das Seminar.
Textgrundlage (bitte anschaffen):
Das Nibelungenlied. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach der Handschrift B hrsg. von Ursula Schulze. Ins Neuhochdeutsche übersetzt und kommentiert von Siegfried Grosse. Stuttgart: Reclam 2011 (RUB. 18914).
Zur Einführung wird empfohlen:
Müller, Jan-Dirk: Das Nibelungenlied. 4., neu bearb. und erw. Aufl. Berlin: ESV 2015 (Klassiker-Lektüren. 5).
- Lehrende/r: Fridtjof Bigalke
Das Seminar vertieft Themenbereiche, die im Zusammenhanag mit dem Erwerb des Deutschen als Zweitsprache in der Schule stehen. In der Hauptsache folgt die thematische Gliederung der Vorlesung, die im Ramen des DaZ-Moduls absolviert wird.
Jedoch wird der Schwerpunkt auf den Themen "Lesen und Schreiben im Unterricht" und dem "Unterrichtsdiskurs" liegen. Diese Themenschwerpunkte werfen Fragen auf, die in der Seminararbeit anhand konkreter Daten gemeinsam analysiert und diskutiert werden sollen; beispielsweise Fragen wie "Welche spezifischen Texte kommen im Deutschunterricht vor?" und "Welche Fähigkeiten und Kompetenzen verlangen diese dem ein- und zweisprachigen Schüler ab?"
Die Teilnehmer sollen durch die Seminararbeit letztlich in der Lage sein, Lehrer-Schüler-Interaktionen zu analysieren und Lese- und Schreibkompetenzen von Schülern zu beurteilen sowie diese im Hinblick auf die Rolle der Mehrsprachigkeit zu betrachten. Die Leistungserbringung besteht entsprechend auch darin, eine schriftliche Analyse authentischen Materials anzufertigen und die Analyse in einen theoretischen Rahmen einzubetten.
- Lehrende/r: Yazgül Simsek
Auf 50 Teilnehmer begrenzte Veranstaltung, Anmeldung erforderlich!
In diesem Seminar lernen Sie den Herkunftssprachenunterricht (HSU) in Nordrhein Westfalen kennen. Ziel des Seminars ist es,den HSU aus der Perspektive der Wissenssoziologie zu betrachten, welches zugleich einen Blick in das Selbstverständnis desdeutschen Bildungssystems erlaubt.Das Seminar basiert auf meiner derzeitigen Forschungsarbeit zum Herkunftssprachenunterricht und ermöglicht Einblicke in diesedurch gemeinsame Interpretationssitzungen. Darüber hinaus lebt das Seminar von Ihren seminarbegleitenden Schreibprozessenund -erfahrungen. Ich begrüße daher eine kritisch fragende und neugierig forschende Studienhaltung.
- Lehrende/r: Aslı Can Ayten
Das Seminar gibt einen Überblick über die vielfältigen Kontakte und Austauschformen zwischen Deutschland und Lateinamerika im 20. Jahrhundert. Migration, kulturelle Auslandsarbeit, Auslandsnationalsozialismus, Weltkriege, sozialistische Solidarität, Handel, Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit sind nur einige der Themen, die das Verhältnis beider Akteure charakterisierten. Das Seminar soll sich vor allem mit unterschiedlichen deutschen Perspektiven auf Lateinamerika beschäftigen, die nicht zuletzt aufgrund der verschiedenen deutschen Staaten im 20. Jahrhundert zustande kamen. Daneben soll aber auch immer der lateinamerikanische Standpunkt und letztlich die Frage nach Machtverhältnisse im Mittelpunkt stehen. Außerdem führt das Seminar in Techniken wissenschaftlichen Arbeitens und die Theorie und Geschichte der Geschichtswissenschaft ein.
- Lehrende/r: Frederik Schulze
Die Dialektologie gehört zu den besonders traditionsreichen Disziplinen innerhalb der Linguistik. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert sind systematische wissenschaftliche Arbeiten zu den Dialekten des Deutschen entstanden, die sich mit der Korrelation von Sprache und Raum befasst haben. In den gut 200 Jahren ihrer Geschichte hat sich die Dialektologie sowohl hinsichtlich ihres Gegenstandes (Dialekte, Regionalsprachen, regionale Standardsprachen) als auch ihrer Methoden immer wieder verändert.
Im Seminar soll es um theoretische/wissenschaftsgeschichtliche und besonders um methodische Fragestellungen rund um die Dialektologie gehen. Teilnehmer/Teilnehmerinnen werden wichtige Forschungsergebnisse traditioneller und moderner Dialektologie kennen lernen und Methoden der Datenerhebung und -auswertung selbst anwenden können.
- Lehrende/r: Helmut Spiekermann
Veranstaltungsnummer: Kurs I 066016
Kurs II 066015
Veranstaltungszeit: Kurs I Dienstag, 14-16 Uhr
Kurs II Mittwoch, 10-12 Uhr
Veranstaltungsort: Kurs I) Raum SCH 100.124
Kurs II) Raum SCH 100.125
Veranstaltungsbeginn: Kurs I) 02.04.2019
Kurs II) 03.04.2019
Thematische Schwerpunkte
Die sog. „Flüchtlingskrise” wurde als „größte Herausforderung seit der deutschen Einheit” (Heiko Maas) beschrieben und steht nach wie vor weit oben auf der politischen Agenda. Zur öffentlichen und politischen Diskussion, ob die Flüchtlinge „Deutschland” eher nutzen oder schaden, wurde durch die Bundesregierung ein Integrationsgesetz auf den Weg gebracht, welches eine direkte Reaktion auf diese „Krise” darstellte.
Das Ziel dieses Standardkurses besteht darin, einmal grundsätzlich zu klären, worin diese Krise eigentlich besteht, was ökonomische und politische Fluchtursachen sind, wer die maßgeblichen Akteure des Politikfeldes sind und welche politikwissenschaftlichen Schlüsse aus den vielschichtigen Diskursen über das deutsche Asylsystem gezogen werden können.
Als Studienleistung wird neben der regelmäßigen und aktiven Teilnahme die Übernahme eines max. 20-min. wiss. Referates erwartet, welches deutlich über die Reproduktion der Pflichtlektüre hinausgeht. Die Prüfungsleistung wird durch eine 90-minütige Abschlussklausur am Mittwoch, den 03. Juli 2019 (10-12 Uhr in Raum SCH3) erbracht. Der Termin gilt für beide Kurse.
Die 90-minütige Abschlussklausur wird am 03.07.2019 von 10:00 - 12:00 Uhr geschrieben.
Die 90-minütige Nachschreibeklausur wird am 21.08.2019, 10:00 - 12:00 Uhr geschrieben.
- Lehrende/r: Hendrik Meyer
Jeder von uns kommuniziert täglich mit Sprache. Jede Gesellschaft, egal wie klein oder isoliert, verfügt über ein ausgefeiltes und hochkomplexes Sprachsystem. In unserem Alltag nehmen wir Sprache als etwas Selbstverständliches hin und machen uns in der Regel kaum Gedanken darüber. Beginnt man aber, über Sprache nachzudenken, wird man schnell merken, wie viele Dinge es zu entdecken gibt. Haben Sie sich zum Beispiel jemals gefragt, was alle Sprachen gemeinsam haben? Oder was sie voneinander unterscheidet? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, aus welchen Bausteinen Sprache besteht? Oder ob Sprache ein organisiertes System ist?
Diesen und anderen Fragen werden wir uns in dieser Einführung in die Sprachwissenschaft widmen. Nach einer allgemeinen Einführung in die Disziplin werden wir uns mit den Kernbereichen der Sprachwissenschaft beschäftigen. Am Beispiel des Deutschen werden folgende Aspekte von Sprache behandelt:
- die sprachlichen Laute und ihre Funktion (Phonetik und Phonologie)
- Wörter und Wortteile (Lexikologie und Morphologie)
- Sätze und ihre Struktur (Syntax)
- die Bedeutung von Wörtern und Sätzen (Semantik und Pragmatik)
Lernziele/Kompetenzen:
Nach dieser Vorlesung:
- können Sie die Grundbegriffe und wesentlichen Analysekategorien der Sprachwissenschaft benennen, definieren und erläutern.
- können Sie die Grundbegriffe und Analysekategorien auf sprachliche Daten anwenden.
- können Sie sprachliche Phänomene unterschiedlicher Komplexität analysieren.
- können Sie sprachliche Phänomene in angemessener Fachsprache beschreiben.
Die Vorlesung wird durch ein Tutorium (2 SWS) begleitet, in dem die Seminarinhalte mit Hilfe von Übungen wiederholt und vertieft werden. Der Besuch des Tutoriums wird dringend empfohlen.
- Lehrende/r: Katerina Stathi