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Deutsch und Niederländisch werden typologisch zu den eher seltenen Verbzweitsprachen gerechnet. Gemeinsam mit einer parallel arbeitenden Seminargruppe an der Radboud-Universität Nijmegen (MA Language and Communication) untersuchen wir dieses syntaktische Phänomen und beschäftigen uns mit sprachvergleichenden Forschungsarbeiten zum Deutschen, Niederländischen und Englischen (SVO) aus synchroner und diachroner Perspektive. Dabei werden wir herausarbeiten, welche Auswirkungen die Syntax von Verbzweitsprachen im Vergleich zu SVO-Sprachen auf Informationsstruktur, Diskursaufbau, Spracherwerb und (rezeptive) Mehrsprachigkeit hat. Um diese Auswirkungen auch empirisch zu untersuchen, erheben wir in Kooperation mit der Seminargruppe aus Nijmegen Sprachproduktionsdaten und entwickeln auf der Grundlage des gemeinsamen Lektürekatalogs Fragestellungen und Analysekriterien. Am Ende des Seminars tauschen wir uns in einem studentischen Workshop über die Ergebnisse aus, zu dem die Seminargruppe aus Nijmegen nach Münster reist (Termin: 26/27 Juni 2020). Während der Datenerhebungs- und aufbereitungsphasen entfallen dafür im entsprechenden Umfang wöchentliche Seminarsitzungen. Die Bereitschaft, englische Texte zu lesen und auf Englisch zu kommunizieren wird vorausgesetzt.
- Lehrende/r: Christine Dimroth
Dieser Kurs richtet sich an Studierende, die bereits Grundkenntnisse der grammatischen Strukturen der deutschen Sprache erworben haben und sich in Situationen des alltäglichen Lebens verständlich ausdrücken können. Darauf aufbauend soll die Kommunikationsfähigkeit in Situationen des Alltags verbessert werden. Wesentlich für deren Erwerb ist ein Wechsel von strukturorientierten Übungen und deren situative Anwendung. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Lesen sprachlich einfacher Texte und dem Schreiben kleinerer Texte, deren Sprache, Form und Struktur den Texten in authentischen Situationen nahekommen soll.
- Lehrende/r: Eva Maria Dammers
- Lehrende/r: Pepe Droste
Als die 1971 gestartete westdeutsche Psychiatrie-Enquete-Kommission 1973 einen ersten Zwischenbericht vorlegte, brandmarkte dieser die „inhumanen Lebensverhältnisse“ in den alten „Anstalten“ als „brutale Realität“ und forderte „Sofortmaßnahmen“ zu deren Überwindung. Geprägt und in den Diskurs eingeführt hatte den Begriff der „brutalen Realität“ das Kommissionsmitglied Eberhard Kluge (1920-1993). Kluge hatte 1970 die Leitung des Westfälischen Landeskrankenhauses (heute: LWL-Klinik) Warstein übernommen und dort auch den Pfleger und Amateurfotografen Karl Klucken (1927-2010) kennengelernt. Das Zusammentreffen von Kluge und Klucken mündete in eine lokale Foto-Aktion, deren Ziel es war, die „brutale Realität“ im Bild festzuhalten (vergitterte Fenster, Bettensäle, heruntergekommene Toiletten etc.). Aus der Aktion gingen 122 Schwarz-weiß-Aufnahmen hervor. Diese bieten eine einzigartige fotodokumentarische Visualisierung sowohl der Missstände in der damaligen deutschen Anstaltspsychiatrie als auch einer wichtigen Etappe zu deren Überwindung. Zudem repräsentiert die Dokumentation eine Form der zeitgenössischen Psychiatriekritik, die nicht primär ‚von außen‘ kam, sondern praktisch in selbstkritischer Form ‚von innen‘ aus der „totalen Institution“ selbst. Schließlich veranschaulicht das Warsteiner Foto-Setting, wie und warum sich bestimmte Motive in das ‚Bildgedächtnis‘ der Psychiatrie eingeschrieben haben.
Gründe genug, einer breiteren Öffentlichkeit erstmals eine repräsentative Auswahl dieser psychiatrischen Fotografien aus der Region zu zeigen. Die Ausstellung soll aus dem vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte gemeinsam mit der Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der WWU veranstalteten Seminar hervorgehen. Die Übung möchte Studierenden die Gelegenheit bieten, sich kritisch mit visuellen Quellen in ihrer originalen Überlieferungsform zu befassen, unter Anleitung der Lehrenden weitgehend eigenständig die Ausstellungskonzeption und -texte zu gestalten und damit gleichzeitig auch einen innovativen Beitrag zur Sicherung des fotografischen Erbes der Psychiatrie zu leisten. Die Ausstellung soll in der mobilen Wissenschaftsbox der Arbeitsstelle Forschungstransfer („Expedition Münsterland“) gezeigt und am 13. September 2020, dem „Tag des offenen Denkmals“, auf dem Gelände der LWL-Klinik Lengerich eröffnet werden
- Lehrende/r: Franz-Werner Kersting
- Lehrende/r: Nicola Willenberg
Otto von Bismarcks Lebenserinnerungen, deren ersten beiden Bände 1898 erschienen sind, nehmen seit jeher einen besonderen Rang in der politischen Memoirenliteratur ein. Der Versuch einer Lebensbilanz geriet dem demissionierten Reichskanzler zur Streitschrift, ja zur Abrechnung, in der sich der Rückblick auf ein jahrzehntelanges politisches Wirken u.a. mit einer pointierten Polemik gegen die Politik der nachbismarckschen Ära verband. Neben der quellenkritischen Lektüre der ‚Gedanken und Erinnerungen’ ist beabsichtigt, am Beispiel des Lebens und politischen Wirkens Otto v. Bismarcks Grundlinien der preußisch-deutschen Innen- und Außenpolitik von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis an die Wende zum 20. Jahrhundert herauszuarbeiten.
- Lehrende/r: Rüdiger Schmidt
Der Ausdruck „Ethics of Care“ oder „Care-Ethik“ ist mehrdeutig. Erstens: In der deutschen Sprache hat in jüngerer Zeit die Rede von „Care-Arbeit“ Einzug gehalten; damit lassen sich Tätigkeiten wie das Erbringen von Pflege und anderen sozialen Dienstleistungen, Betreuung- und Fürsorgearbeit zusammenfassen. „Care-Ethik“ könnte nun als diejenige angewandte Ethik zu verstehen sein, die sich mit diesen Bereichen befasst. Wir werden sehen, dass diese Bereiche zwar aus der Perspektive der Care-Ethik eine besondere Rolle spielen, dass sich der Ausdruck aber nicht primär darauf bezieht. Beispielsweise kann in der Pflegeethik der Care-Ethik besonderes Augenmerk gelten; doch können auch andere Ansätze verfolgt werden. Zweitens: Ein anderes Verständnis lässt sich vor allem historisch erschließen. Ein Blick in die Stanford Encyclopedia of Philosophy zeigt, dass es dort keinen eigenen Eintrag zu „Ethics of Care“ gibt. Stattdessen wird der Ausdruck unter dem Lemma „Feminist Ethics“ erläutert. Hier wird deutlich, dass mit „Care Ethics“ ein spezifisch weibliches Verständnis von Ethik, eine besondere Herangehensweise an ethisch relevante Fragen gemeint sein kann, die – so die Behauptung – bei Frauen besonders ausgeprägt sei oder sogar nur bei Frauen vorkomme. Die Bedeutung dieser Strömung innerhalb der feministischen Ethik lässt sich am besten ermessen, indem sie im Rahmen einer historischen Kontextualisierung als Antwort auf zu einer bestimmten Zeit vorherrschende Strömungen innerhalb der (angewandten) Ethik verstanden wird, als Kritik an X und Gegenbewegung zu X. Exemplarisch ist der Text von Carol Gilligan (1982) „In a Different Voice: Psychological Theory and Women's Development“ zu nennen, in welchem sie sich, grob gesagt, mit entwicklungspsychologischen Unterschieden der Moralentwicklung von Frauen und Männern auseinandersetzt und u.a. – contra Lawrence Kohlberg – die These vertritt, dass es eine spezifisch ‚weibliche Moral‘ bzw. spezifisch weibliche ethische Wahrnehmung und Entscheidungsfindung gebe, die andere Merkmale aufweise als diejenige von Männern. Dieser Text kann historisch als Gründungstext der Care-Ethik verstanden werden. Wir werden im Seminar sehen, dass Gilligans Text und die zugrundeliegenden Studien an verschiedenen Problemen kranken, die ihre eigene Glaubwürdigkeit zu unterminieren geeignet sind. Wir können auch – gestützt auf empirische Studien bis in die Gegenwart – begründet bezweifeln, dass Männer und Frauen in puncto Ethik so ‚unterschiedlich gestrickt‘ sind, wie Gilligan, ihre Adepten und andere das behauptet haben und womöglich nach wie vor behaupten. Drittens: Spannender ist deshalb die Frage, was es mit dem X auf sich hat, zu dem Care-Ethik nach eigenem Verständnis eine Alternative bieten möchte. Woran übt Care-Ethik Kritik? Welche anderen Ansätze gibt es in der Ethik und warum sollten diese eine Ablösung oder Ergänzung durch Care-Ethik erfahren? Ist die care-ethische Kritik, etwa der Vorwurf zu starker Ausrichtung auf Autonomie und rationale Entscheidungsfindung, die Vernachlässigung von Emotionen in der Ethik, überhaupt berechtigt? –
Diese Fragen zeigen bereits, dass in diesem Seminar zunächst eine – zwar knappe, aber doch systematische – Einführung in die Grundlagen der (normativen und angewandten) Ethik erfolgen muss, damit überhaupt der Hintergrund deutlich wird, von dem die Care-Ethik sich dem eigenen Anspruch nach wie eine Kontrastfolie abheben möchte.
- Lehrende/r: Katja Stoppenbrink
Computerspiele sind im Laufe der letzten Jahrzehnte wichtiger Bestandteil des Alltags von Jugendlichen wie Erwachsenen geworden; fast die Hälfte der Deutschen spielt regelmäßig am PC, Handy und/oder Konsole. Ein nicht geringer Teil der Spiele hat ein historisches Setting oder thematisiert direkt historische Ereignisse, weshalb angenommen werden kann, dass das Medium die Vorstellungen der Spielenden von Geschichte beeinflusst. Im ersten Teil der Übung werden theoretische Ansätze zur Beschreibung und Analyse der Darstellung von Geschichte in Computerspielen aus Perspektive der Geschichtsdidaktik und Geschichtswissenschaft sowie der Game Studies vorgestellt. Im zweiten Teil der Übung analysieren wir auf Basis dieser Ansätze konkrete Spiele und diskutieren darauf aufbauend mögliche Konsequenzen für das historische Lernen. Der letzte Teil der Übung widmet sich der Geschichte des Mediums selbst und nimmt die Entwicklung der Computerspiele aus technik- und kulturgeschichtlicher Perspektive in den Blick.
Im Anschluss an die Übung ist für den 26. August 2020 eine Exkursion zum Gamescom-Congress nach Köln geplant. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie in der ersten Sitzung.
- Lehrende/r: Christian Winklhöfer
‚Aufarbeitung der Vergangenheit‘ – Geht das überhaupt? Die Übung wird zum einen - aufbauend u.a. auf den Thesen Norbert Freis zur Vergangenheitspolitik - versuchen, Aufarbeitungs-, aber auch Verdrändungsstrategien in beiden deutschen Staaten aufzudecken. Auch eine Thematisierung geschichtpolitischer Fragen (u.a. 'Geschichte als politisches Argument') ist in Anbetracht des deutsch-deutschen Systemkonflikts geboten. Aufbauend auf diesen Ergebnissen soll hinterfragt werden, welcher Stellenwert diese 'zweite Geschichte des NS' in heutigen Geschichtsschulbüchern beigemessen wird. Denn: Auch die Frage nach dem Umgang mit diesem schwierigen Erbe in BRD und DDR erscheint vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und politischer Veränderungsprozesse äußerst aktuell.
- Lehrende/r: Maximilian Twickler
Dinggedichte sind Gedichte, die sich nicht als Ausdruck eines erlebenden „Ichs“ lesen lassen. Im Vordergrund eines Dinggedichts stehen vielmehr „leblose und lebendige Objekte, Kunstgegenstände oder auch Situationen und Vorgänge“ (W.G. Müller). Dinggedichte beschreiben also – aber sie tun das mithilfe lyrischer Sprache und mithilfe lyrischer Formen, sodass das „Ding“, um das es geht, ästhetisch erfahrbar wird. ‚Klassiker‘ des Dinggedichts sind Auf eine Lampe von Eduard Mörike, Der römische Brunnen von Conrad Ferdinand Meyer sowie Der Panther und Das Karussell von Rainer Maria Rilke. Von diesen Gedichten wird im Seminar ausgegangen, um von dort aus zu den benachbarten Genres Bildgedicht, Figurengedicht oder auch Konkrete Poesie überzugehen. Sie alle vereint der Versuch, Gegenstände etc. im abstrakten Medium Sprache ‚abzubilden‘. Dem intermedialen Bezug auf das Bild kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, was nicht zuletzt Julia Nüschs Illustration von Rilkes Der Panther für Kinder von fünf bis acht Jahren zeigt. Spätestens hier wird auch deutlich, dass gerade Kinder mit Dinggedichten eine intensive Sprach- und Formerfahrung machen können.
Die einzelnen Gedichte werden in einem Reader zugänglich gemacht.
Zur Einführung: Wolfgang G. Müller: Dinggedicht. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Hrsg. von Klaus Weimar u.a. Berlin 1997. Bd.1, S. 366-367; Dieter Hoffmann: Ding-Bild und Ding-Gedicht. Mainz 2008; Dieter Burdorf: Einführung in die Lyrikanalyse. 3., aktual. u. erw. Aufl. Stuttgart 2015; „Und dann und wann ein weißer Elefant“. Alles Lyrik – historisch, didaktisch, medial. Hrsg. von Kurt Franz u. Franz-Josef Payrhuber. Baltmannsweiler 2012. Rainer Maria Rilke u. Julia Nüsch: Der Panther. Berlin 2018.
- Lehrende/r: Jürgen Gunia
- Lehrende/r: Marvin Hölscher
- Lehrende/r: Laura Kindler
- Lehrende/r: Jonas Timmerhues
Die nieder- bzw. plattdeutsche Sprache befindet sich heute auf dem Rückzug und ihre Dialektareale sind – je nach Region – teils massiv vom Dialektschwund betroffen. Der Gebrauch des Niederdeutschen beschränkt sich größtenteils auf die Kommunikation sozialer Nähe, z.B. im engsten Familienkreis und meist nur unter den älteren Generationen. Die Bundesländer, in denen Niederdeutsch gesprochen wird, verpflichten sich seit 1998 in der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen, diese Sprache zu schützen und zu fördern, um den befürchteten Sprachentod abzuwenden.
Das Seminar verschafft einen sprachsystematischen Überblick und liefert einen diachronen Querschnitt über die sich in den Jahrhunderten verändernden Funktionen und Bereiche der medialen Mündlichkeit und medialen Schriftlichkeit. Zentral ist dabei die Arbeit in den Texten: von den christlichen Gebrauchstexten des Altsächsischen über das Mittelniederdeutsche als gesprochene lingua franca des hansischen Nord- und Ostseeraums und geschriebene Kanzleisprache, die das Lateinische mehr und mehr verdrängt, bis zur Aufgabe der niederdeutschen Sprachdomänen zunächst in der Schriftlichkeit und später in der Mündlichkeit seit der frühen Neuzeit bis heute.
Im Ausblick des Seminars werden jüngere und aktuelle Studien zu Spracheinstellungen zum Niederdeutschen besprochen sowie sprachpolitische und -pflegerische Maßnahmen, u.a. in der Schuldidaktik, diskutiert.
- Lehrende/r: Gero Gehrke
- Lehrende/r: Anne Berkemeier
Als „Demokratiewunder“ haben die Historiker Arnd Bauerkämper, Konrad Jar-ausch und Markus Payk die Entwicklung in der Bundesrepublik nach 1945 in ihrem gleichnamigen Sammelband bezeichnet, in dem sie sich, so der Unterti-tel, mit der „Rolle der transatlantischen Mittler und der kulturellen Öffnung Westdeutschlands“ beschäftigen. Und tatsächlich ist der Unterschied riesig zwischen der von Krieg und Niederlage traumatisierten, tief vom Nationalsozi-alismus geprägten und politisch orientierungslosen deutschen Gesellschaft 1945 und ihrer Situation einer stabilen, sich weiter liberalisierenden Demo-kratie nur zwei Jahrzehnte später. Doch handelt es sich bei dieser Entwicklung tatsächlich um ein „Wunder“? Oder lassen sich hierfür Erklärungen finden? Welche Rolle spielten etwa die westlichen Alliierten und der Kontakt mit ihnen und ihrer Kultur, welche die neue weltpolitische Lage des Kalten Kriegs und welche der rasante wirtschaft-liche Aufschwung? Was überzeugte die Deutschen an der neuen Staatsform? Wie lernten sie „gute“ Demokratinnen und Demokraten zu werden und was bedeutet das überhaupt? Bei der gemeinsamen Lektüre von Quellen und wis-senschaftlichen Texten wollen wir uns in diesem Seminar mit den Anfängen dieses Lernprozesses in den Jahren zwischen 1945 und 1957 beschäftigen und so gemeinsam überlegen, was Demokratie gelingen lässt. Gleichzeitig dient das Seminar dazu, in Methoden historischen Arbeitens einzuführen.
- Lehrende/r: Veronika Jüttemann
Staatliche Macht konstituiert sich in Formen des Rechts und begründet so erst ihren Legitimitätsanspruch. Mit dem umfassenden Anspruch auf politische Teilhabe, der Erkämpfung von subjektiven Rechten – vor allem der Menschenrechte – und dem Verlangen nach Rechtsgleichheit, -sicherheit und Freiheitssicherung waren die Untertanen vor rund zweihundert Jahren angetreten, das Prinzip der Volkssouveränität durchzusetzen, um sich schließlich als Staatsbürger ihrer neu gewonnenen politischen Autonomie zu vergewissern und veränderte Dimensionen der Rechtsgeltung zu institutionalisieren. Das Seminar thematisiert einleitend den konstitutionellen Diskurs um die amerikanische und französische Verfassung im 18. Jahrhundert, um sich dann der Verfassungsgeschichte und –kultur der deutschen Staaten zuzuwenden.
- Lehrende/r: Rüdiger Schmidt
Das Motiv des Doppelgängers, das sich seit der Antike durch die Literatur zieht (vgl. Narziss und Echo in Ovids Metamorphosen), wird seit der Romantik zunehmend im Zusammenhang mit Ich-Findung und Ich-Spaltung thematisiert, der Diskurs des Unheimlichen und später des Unbewussten werden vielfach in Doppelgänger-Erzählungen verhandelt. Klassische Beispiele der romantischen Literatur sind Erzählungen E.T.A. Hoffmanns wie Prinzessin Brambilla oder Die Abenteuer der Silversternacht oder Nikolaj Gogol’s wie Vij (Der Wij) oder Nos (Die Nase). Auch Fedor Dostoevskij gestaltete das Motiv noch einmal eindrücklich in seinem Dvojnik (Der Doppelgänger). Adaptionen des Motivs im 20. Jh. wie Vladimir Nabokovs in russischer und englischer Sprache verfasster Roman Otcajanie / Despair (Verzweiflung) oder Richard Weiners Prázdná zidle (Der leere Stuhl) greifen auf diese Vorläufer zurück und modifizieren die Thematik. In dem komparatistisch angelegten Seminar soll den Abwandlungen und Veränderungen des Doppelgängermotivs in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jh.s mit Ausblicken auf die russische und tschechische nachgegangen werden. Außerdem wird der Niederschlag des Phänomens in theoretischen Ansätzen etwa bei Bachtin, aber auch bei Freud und Lacan behandelt.
Alle im Seminar behandelten russischen und tschechischen Texte liegen in Übersetzung vor.
Es ist geplant, die erste Sitzung (je nach technischen Gegebenheiten) als Videokonferenz oder Chat durchzuführen. Dabei sollen auch die weiteren Arbeitsformen besprochen werden. Denkbar ist neben regelmäßigen Online-Formaten auch – in der Hoffnung auf die Ermöglichung der Präsenzlehre im Laufe des Frühsommers – die Vereinbarung von Blockterminen in der zweiten Semesterhälfte, die durch eine Lektürephase vorzubereiten wären.
- Lehrende/r: Irina Wutsdorff
Die sog. „Flüchtlingskrise” wurde als „größte Herausforderung seit der deutschen Einheit” (Heiko Maas) beschrieben und steht nach wie vor oben auf der politischen Agenda. Zur öffentlichen und politischen Diskussion, ob die Flüchtlinge „Deutschland” nutzen oder schaden, wurde 2016 durch die Bundesregierung ein Integrationsgesetz auf den Weg gebracht, welches eine direkte Reaktion auf diese „Krise” darstellt.
Das Ziel dieses Standardkurses besteht darin, einmal grundsätzlich zu klären, worin diese Krise eigentlich besteht, was ökonomische und politische Fluchtursachen sind, wie die maßgeblichen Akteure des Politikfeldes darauf reagieren und welche politikwissenschaftlichen Schlüsse aus den vielschichtigen Diskursen über das deutsche Asylsystem gezogen werden können.
Studienleistung
- Regelmäßige, aktive Teilnahme
- Max. 20-min. wiss. Referat, welches deutlich über die Reproduktion der Pflichtlektüre hinaus geht
- Zusendung der Referatsmaterialien (Präsentation und Handout) als pdf an Dozenten für das Learnweb
Prüfungsleistung
- Die Prüfungsleistung wird durch eine 90-minütige Abschlussklausur am Freitag, den 17. Juli 2020 in Raum SCH 100.2 erbracht. Der Termin gilt für beide Kurse.
Einführende Literatur
Huisken, Freerk (2016): abgehauen. eingelagert aufgefischt durchsortiert abgewehrt eingebaut. neue deutsche flüchtlingspolitik. Hamburg.
Luft, Stefan/Schimany, Peter (Hrsg.) (2014): 20 Jahre Asylkompromiss. Bilanz und Perspektiven. Bielefeld.
Die 90-minütige Nachschreibeklausur findet am ................., ......... Uhr bis ................ Uhr statt.
- Lehrende/r: Hendrik Meyer
Das Seminar wird in ausgewählte theoretische Perspektiven und Themenfelder der Migrationsforschung einführen. Dabei werden wir einzelne Konzepte wie Integration, Exklusion/Inklusion und Migrationsregime in den Blick nehmen sowie Studien heranziehen, die sozio-kulturelle Prozesse in Verbindung mit der Frage der Migration diskutieren. Einen Schwerpunkt des Seminars wird hierbei die Verbindung zwischen Migrati-on, Politik und Religion bilden, die unter anderem anhand der „Deutschen Islamkonferenz“ thematisiert wird.
- Lehrende/r: Errol Babacan
Das Thema des Proseminars sind die vielfältigen Beziehungen zwischen Deutschland bzw. deutschen Staaten und Lateinamerika. Neben politischen und wirtschaftlichen Beziehungen und Begegnungen wird in erster Linie die Geschichte deutscher Auswanderer, Wissenschaftler und Unternehmer in Lateinamerika behandelt werden. Zeitlich wird der Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert liegen, doch auch die Kolonialzeit wird in den Blick genommen. Ziel dieses Seminars ist es, in das geschichtswissenschaftliche Arbeiten einzuführen und mit grundlegenden Fragestellungen, Themenfeldern, Arbeitsweisen und Quellen der neuzeitlichen Geschichte vertraut zu machen.
- Lehrende/r: Hinnerk Onken
Seminar: Einführung in das Studium der Islamischen Theologie I (Do, 8-10 Uhr, SoSe 2020)
Die zweiteilige Veranstaltung vermittelt Techniken der Recherche, des Umgangs mit Quellen und Literatur, einen Einblick in Präsentationstechniken von erbrachten Ergebnissen sowie in das Verfassen wissenschaftlicher Texte und werden mit den Regeln guter wissenschaftlichen Praxis vertraut gemacht. Mithin werden inhaltliche Einführungen in Studieninhalte der Islamischen Theologie gegeben sowie fachwissenschaftliche Hilfsmittel vorgestellt und erprobt. Außerdem werden die Teilnehmer mit verschiedenen Formen von Studien- und Prüfungsleistungen bekannt gemacht. Die Studierenden lernen außerdem die Anwendung der Regeln zur Transliteration bzw. Transkription arabischer Texte nach den Regeln der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG). Diese Veranstaltung dient der grundlegenden Orientierung in den Studiengängen der Islamischen Theologie und Religionslehre. In einem Segment wird eine Einführung zum Prozess der Berufsorientierung und des Kompetenzerwerbs gegeben.
!!! Zur Termingestaltung aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung !!!
Bitte melden Sie sich im elektronischen Vorlesungsverzeichnis für diese Veranstaltung an. Das Seminar wird ohne physische Präsenzveranstaltung teilfinden, sondern in einem virtuellen Raum. Eine Teilnahme wird durch Computer und Webcam, Smartphone bzw. Telefon ermöglicht. Die Zugangsdaten und weitere Hinweise erhalten Sie im Vorfeld des Seminars via E-Mail zugeschickt. Die erste Sitzung ist verpflichtend, um die weitere Termingestaltung besprechen zu können.
Die Lehrveranstaltung wird außerdem durch die Nutzung des Learnweb gestutzt. Details werden in der ersten Sitzung am 23.04.2020 bekanntgegeben.
Literatur
Folgende Literaturanschaffung wird anempfohlen:
El Omari, Dina; Roters, Daniel: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (= Studienreihe Islamische Theologie; 6), Freiburg i. Br. 2009.
Umschrift nach DMG
Machen Sie sich bereits im Vorfeld der Veranstaltung mit den DMG-Regeln vertraut:
El Omari; Roters: wissenschaftliches Arbeiten, Kapitel IV., bzw.
https://www.aai.uni-hamburg.de/voror/medien/umschrift-des-arabischen-reichmuthschielke.pdf
sowie die ursprüngliche Schrift der DMG im Bereich Studium/Hilfsmittel auf unserer Internetseite.
Weiter Literaturempfehlungen
Eco, Umberto: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt, 13. überarb. Aufl., Heidelberg 2005.
Theißen, Manuel René: Wissenschaftliches Arbeiten. Erfolgreich bei Bachelor- und Masterarbeit, 17. Aufl., München 2017.
Weitere Titel werden im Laufe der Veranstaltung vorgestellt.
- Lehrende/r: Daniel Roters
- Lehrende/r: Christian Fischer-Bakker
- Lehrende/r: Felicitas Payk
- Lehrende/r: Antje Dammel
Der Sachunterricht der Grundschule soll Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, an einer zunehmend digital geprägten Gesellschaft erfolgreich teilzuhaben (GFD, 2018, KMK, 2016). Dazu können digitale Medien eingesetzt werden, allerdings wurde in der internationalen Vergleichsstudie ICILS aufgezeigt, dass die Nutzung digitaler Medien in deutschen Schulen im internationalen Vergleich am unregelmäßigsten stattfindet (Fraillon et al., 2014). Eine Erklärung für diese unregelmäßige Nutzung liefert die Einstellung von Lehrkräften hinsichtlich des Potenzials digitaler Medien für den Unterricht (Lorenz et al., 2019). Die Einstellung von Lehrkräften spielt daher eine zentrale Rolle bei der Förderung von Medienkompetenz und dem Einsatz digitaler Medien für das Lernen. Aus diesem Grund werden die Lehrkräfteeinstellungen hinsichtlich des Einsatzes digitaler Medien im Sachunterricht im Seminar fokussiert. Auf Basis theoretischer Grundlagen zum Thema „Förderung von Medienkompetenz in der Grundschule” leiten die Studierenden Forschungsfragen ab und planen eine eigene Untersuchung. Anschließend wird die Untersuchung durchgeführt und gemeinsam ausgewertet.
- Lehrende/r: Linda Düperthal
- Lehrende/r: Verena Köhn
Politische Willensbildung und Entscheidungsfindung vollzog sich in der Frühen Neuzeit in Kooperation zwischen Fürsten und politisch-sozialen Eliten. Der Ort dafür waren Ständeversammlungen, die in Europa in unterschiedlicher Weise in Erscheinung traten: Als Parlament in England bzw. Großbritannien, als Reichstag im römisch-deutschen Reich, als Generalstaaten in den Niederlanden, als Sejm in Polen und als Tagsatzung in der Eidgenossenschaft. Im Seminar wollen wir vergleichend klären, wie diese Versammlungen jeweils funktionieren, wie das Verfahren der Entscheidungsfindung aussah, welche Verbindlichkeit die Beschlüsse besaßen und wie sie von den Zeitgenossen gesehen und bewertet wurden. Eine wichtige Frage wird auch sein, inwiefern sich diese Ständeversammlungen von modernen Parlamenten unterschieden und ob diese Ständeversammlungen in der Vorgeschichte der Demokratie eine Rolle spielten.
- Lehrende/r: André Johannes Krischer
In dieser Übung werden wir uns mit den Grundlagen der Grammatik der deutschen Sprache beschäftigen. Die Übung richtet sich an Studierende, die am Anfang ihres Germanistikstudiums stehen und sich grundlegend in die Grammatik der Deutschen Sprache einarbeiten möchten. Grundlagentext der Übung ist: Imo, Wolfgang (2016): Grammatik. Eine Einführung. Stuttgart: Metzler.
- Lehrende/r: Elisa Wessels
Geburtstage, Hochzeiten, Reisen oder Todesfälle: Diese und andere Gelegenheiten sind seit der Antike Anlässe, der Freude durch ein Gedicht Ausdruck zu verleihen. Deshalb muss sich das Gelegenheitsgedicht nicht selten den Vorwurf einer unprofessionellen Machart und anspruchslosen Erscheinungsform gefallen lassen: Ein Text bloß aus und für den Augenblick – ohne ästhetischen Anspruch. Bei näherer Betrachtung ist jedoch das Gegenteil der Fall: Der Ursprung der Gelegenheitsdichtung beruht auf rhetorischen, poetologischen, soziokulturellen und performativen Voraussetzungen, die erst den Eindruck von Leichtigkeit und „Gelegenheit” kunstvoll erschaffen. Wie genau, das soll im Seminar untersucht werden. Dabei gilt es z.B. folgende Fragen zu beantworten: Worin unterscheidet sich ein Gelegenheitsgedicht thematisch und formal von anderen Gedichten? Welche historischen Entwicklungen innerhalb der deutschen Literatur sind dabei zu erkennen? Und nicht zuletzt: Wie verändern (digitale) Medien Form und Inhalt von Gelegenheitspoesie? Ist z.B. Poetry Slam Gelegenheitsdichtung?
Die systematische und historische Untersuchung wird sich dabei mit Gelegenheitsgedichten von der Aufklärung bis zur Gegenwart beschäftigen.
- Lehrende/r: Lars Korten
- Lehrende/r: Vera Mütherig
- Lehrende/r: Christina Segeler
Im Seminar beschäftigen wir uns mit der Fragestellung, wie wissenschaftliche Erkenntnisse zu dialogischen und grammatischen Strukturen der gesprochenen deutschen Alltagssprache für den DaF-Unterricht nutzbar gemacht werden können. Dazu werden zunächst einige Phänomene des gesprochenen Deutsch und erste Didaktisierungsansätze erarbeitet. Im Anschluss sollen die Studierenden eigene Lehreinheiten konzipieren.
- Lehrende/r: Silvia Vogelsang
- Lehrende/r: Nils Bahlo
- Lehrende/r: Laura Reimer
Ziel des Kurses ist es, die grundlegenden grammatikalischen Strukturen
und Phänomene der deutschen Sprache für das Niveau B2 zu erarbeiten und
deren Verwendung in alltags- und studienrelevanten Situationen
einzuüben. Der Kurs bietet den TeilnehmerInnen somit die Möglichkeit,
sprachliche Mittel für eine erfolgreiche (mündliche und schriftliche)
Kommunikation in unterschiedlichen Bereichen zu erlernen. Zu den
wichtigsten Themen gehören: Syntax, Nominalisierung, Konjunktiv. Je nach
Bedürfnis der KursteilnehmerInnen werden am Anfang des Kurses
Schwerpunkte festgelegt
- Lehrende/r: Lothar Bunn
- Lehrende/r: Silvia Vogelsang