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Das „Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft“ definiert Balladen als „[f]iktionale Texte geringen Umfangs in Versen, worin ein konflikthaftes Ereignis erzählt wird.“ Zugleich soll die Ballade die Gattung sein, die alle anderen (Prosa, Lyrik, Drama) zugleich enthält. Im Rahmen des Seminars werden wir neben einem einleitenden Überblick über die Forschungslage einen chronologischen Durchgang durch die Gattung wagen, in dem nicht nur Klassiker wie Goethes „Erlkönig“ und Schillers „Lied von der Glocke“, sondern auch unbekanntere und spätere Texte wie etwa Erich Kästners „Handstand auf der Loreley“ gelesen werden. Immer wieder soll dabei der Blick auf die den Balladen zugrundeliegenden poetologischen Überlegungen gelenkt werden, auch wird Raum sein, über grundlegende literaturwissenschaftliche Begriffe, wie etwa den der Gattung, zu diskutieren.
Bitte vor Seminarbeginn besorgen: Hartmut Laufhütte (Hrsg.): Deutsche Balladen, Stuttgart: Reclam 1986 (etwa: 13 €).
- Lehrende/r: Joana van de Löcht
Die Berichterstattung über den Islam und Muslime lässt sich kritisch als stereotyp, undifferenziert, negativ und pauschalisierend zusammenfassen. Wie aber wird die Islamberichterstattung in Deutschland von Muslimen rezipiert? Wo zeigen sich Unterschiede zur Rezeption von Menschen ohne Bezug zum Islam? Und welche Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt lassen sich befürchten?
An diesen Fragestellungen setzt das Seminar an. Konkret werden qualitative Gruppendiskussion durchgeführt und ausgewertet, um zu untersuchen, wie Menschen mit und ohne Bezug zum Islam die Berichterstattung deuten und interpretieren. Auf diese Weise sollen Grenzziehungen in den Medien zwischen Deutschen und Muslimen aus Sicht der Diskussionsteilnehmer*innen identifiziert werden. Die Forschung leistet somit einen wichtigen Beitrag, um kommunikative und gesellschaftliche Konsequenzen einer negativ gerahmten Berichterstattung über den Islam einzuordnen. Die Seminar-Teilnehmer*innen durchlaufen den gesamten Forschungsprozess von der Formulierung einer differenzierten Fragestellung über die Erarbeitung des Forschungsstands und die Durchführung einer Gruppendiskussion bis hin zur Auswertung.
Leistungsnachweis:
Von den Teilnehmer*innen wird neben aktiver Mitarbeit und vorbereitender Lektüre die Durchführung und Auswertung einer Gruppendiskussion erwartet. Als Prüfungsleistung verfassen die Teilnehmer*innen einen Forschungsbericht.
- Lehrende/r: Stephan Niemand
Obgleich sich viele der aktuell relevanten politischen Strömungen in ihren Anfängen auf den Liberalismus zurückführen lassen, scheint dieser, was seine genuinen politischen Organisationsformen angeht, im Verlaufe der Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland eine sehr wechselvolle Geschichte gehabt zu haben. Spaltungen und Flügelbildungen, die starke Rolle individueller Persönlichkeiten und die lange und nicht immer unproblematische Rolle als „Steigbügelhalter” anderer politischer Richtungen, zuletzt auch die nicht immer konfliktfreie Beziehung zum aufkommenden Rechtsradikalismus, haben diese Entwicklung geprägt. Dieses Seminar soll neben dem Offensichtlichen auch das nicht so Offensichtliche in den verschiedenen Ausprägungen des politischen Liberalismus in Deutschland behandeln und somit den Blick mehr in die Breite gehen lassen.
Das Seminar findet als Blockveranstaltung statt, entweder als Präsenzseminar, oder, wenn es die pandemische Situation erfordert, als Online-Seminar. Eine Prüfungsleistung wird erworben durch die Kombination von Referat und Hausarbeit, für die Studienleistung genügt das Referat. Es werden Referatsgruppen von bis zu drei Studierenden gebildet. Dafür ist eine eigenständige, zweite Anmeldung mit Themenwahl beim Dozenten bis zum 14.5.2021 absolut erforderlich (per Email: vandenboom.dirk@gmail.com). Im Falle eines Präsenzseminars findet keine Vorbesprechung statt, Absprachen erfolgen per Email. Im Falle eine Webinars wird im Learnweb ein alternativer Prozess kommuniziert, bitte in jedem Falle dort den aktuellen Stand nachlesen, darüber hinaus Emails überprüfen.
Themenplan (basierend auf einer Präsenzveranstaltung, aber in der Abfolge auch gültig für ein Online-Seminar):
Freitag
13.00 - 13.30: Einführung
13.30 - 15.00: Thema 1: Grundlagen des Liberalismus
(zentrale Vordenker in Deutschland und im Ausland, historische Entwicklungslinien, zentrale Aussagen, politische Bedeutung bei der Entwicklung des deutschen Nationalstaates, frühe Organisations- und Aktionsformen, Einfluss auf andere politische Strömungen [z. B. den Sozialismus])
15.00 - 15.30: Pause
15.30 - 17.00: Thema 2: Oranisationsformen des Liberalismus in der Weimarer Republik
(die wichtigen liberalen Parteien und die verschiedenen liberalen Strömungen, politische Wirkung in der ersten deutschen Republik, zentrale politische Forderungen und Konfliktlinien, die Rolle des Liberalismus vor und während der Machtergreifung, Liberale in Emigration und Exil)
Samstag
09.00 - 10.30: Thema 3: Die Neuorganisation des politischen Liberalismus in der jungen Bundesrepublik
(Gründung der FDP, das Verhältnis der FDP zu alten nationalsozialistischen Kadern, zentrale Forderungen und Politiken während der ersten Regierungen Adenauers, Vorfeldorganisationen (v. a. die Friedrich-Naumann-Stiftung) und Medien der FDP, der Weg zur sozialliberalen Wende)
10.30 - 11.00: Pause
11.00 - 12.30: Thema 4: Der Sozialliberalismus I
(Der Einfluss Dahrendorfs, das Verhältnis zur Sozialdemokratie, die Rolle der FDP-Jugendorganisation, die Entwicklung hin zur ‚Wende‘, Abspaltungsprozesse von der FDP [bitte Abgrenzung von Thema 5!], die Rolle von Sozialliberalen in der aktuellen FDP)
12.30 - 13.30: Pause
13.30 - 15.00: Thema 5: Der Sozialliberalismus II
(kleine sozialliberale Parteien: die Liberalen Demokraten (LD), die Sozialliberalen (SL) und die paneuropäische Partei Volt, Entwicklung, Wirkmächtigkeit, Einordnung und Ausblick auf eine Rolle des Sozialliberalismus außerhalb der FDP)
15.00 - 15.30: Pause
15.30 - 17.00: Thema 6: Marktradikaler Liberalismus I
(die Rolle von Otto Graf Lambsdorff in der FDP, der radikal-liberale und marktradikale Flügel der FDP heute [v. a. Frank Schäffler u. a.], zentrale Aussagen, Einschätzung und Einhegung des marktradikalen Liberalismus in der politischen Praxis)
Sonntag
09.00 - 10.30: Thema 7: Marktradikaler Liberalismus II
(marktradikale bzw. anarcho-liberale Organisationen außerhalb der FDP, Hayek-Gesellschaft, Partei der Vernunft (PdV), der Kreis um die Zeitschrift ‚eigentümlich frei‘ usw.)
10.30 - 11.00: Pause
11.00 - 12.30: Thema 8: Das Verhältnis des Liberalismus nach rechts
(Rolle von Liberalen bei der Gründung der AfD und ihr Schicksal, Wahrnehmung der AfD innerhalb der FDP, das Thüringen-Debakel und seine parteiinterne Aufarbeitung in der FDP, aktuelle Positionierung in den letzten Wahlkämpfen im Westen wie im Osten)
12.30 - 13.30: Pause
13.30 - 15.00: Abschlussbesprechung
- Lehrende/r: Dirk van den Boom
Wie (un)gewöhnlich ist die Grammatik des Deutschen im Vergleich der Sprachen der Welt? Was Sie jetzt noch für selbstverständlich halten, z.B. dass ein Höflichkeitspronomen wie Sie genügt, um Respekt zu markieren, oder dass man ja/nein-Fragen stellt, indem man das finite Verb in die Erststellung rückt, wird sich in dieser Vorlesung relativieren. Wir vergleichen ausgewählte grammatische Eigenschaften und Entwicklungen des Deutschen mit ihren Entsprechungen in den Sprachen der Welt, wie sie die Sprachtypologie herausgearbeitet hat.
Sprachtypologie erforscht anhand repräsentativer Samples oft hunderter genetisch nicht verwandter Sprachen, wie grammatische Phänomene in den Sprachen der Welt verteilt sind, welche Ausprägungen selten und welche frequent sind. Ergebnisse sind z.B. im World Atlas of Linguistic Structures (http://wals.info/) aufbereitet. Ein wichtiges Ziel der Sprachtypologie ist es, sog. Universalien aufzudecken: Strukturmerkmale und Faktoren, die für menschliche Sprache generell greifen. Ein solcher Faktor ist z.B. die Belebtheitshierarchie, die auch im Deutschen grammatischen Wandel z.B. in der Stellung attributiver Genitive steuert.
Das Neuhochdeutsche gehört zu einer Gruppe von Sprachen, die sich in Europa konzentrieren (daher auch Standard Average European, SAE) und gemeinsame Merkmale entwickelt haben, die in den Sprachen der Welt relativ selten sind. Ein solches SAE-Merkmal sind z.B. flektierende Relativpronomen wie in die Katze/der Hund, die/der die Wurst gefressen hat. Hier fragt sich, inwieweit dies gleichermaßen für die Diachronie des Deutschen und seine Dialekte gilt. Wer sich mit Frühneuhochdeutsch auskennt und/oder dialektkompetent ist, kann dies relativieren: Im Fnhd. gab es neben Pronomen noch die Relativpartikel so, und in vielen Dialekten gilt heute unflektiertes wo.
Sie eignen sich in dieser Vorlesung Grundkenntnisse der Sprachtypologie an und beziehen deren Daten und Konzepte auf ausgewählte Fälle von Sprachwandel und Sprachvariation im Deutschen.
- Lehrende/r: Antje Dammel
Als „Demokratiewunder” haben die Historiker Arnd Bauerkämper, Konrad Jarausch und Markus Payk die Entwicklung in der Bundesrepublik nach 1945 in ihrem gleichnamigen Sammelband bezeichnet. Und tatsächlich ist der Unterschied riesig zwischen der von Krieg und Niederlage traumatisierten, tief vom Nationalsozialismus geprägten und politisch orientierungslosen deutschen Gesellschaft 1945 und ihrer Situation einer stabilen, sich weiter liberalisierenden Demokratie nur zwei Jahrzehnte später. Doch handelt es sich bei dieser Entwicklung tatsächlich um ein „Wunder”? Oder lassen sich hierfür Erklärungen finden?
Während wir uns im ersten Teil dieser Seminarreihe mit der Gründung der Demokratie in der Bundesrepublik und ersten demokratischen Lernprozessen bis 1957 beschäftigt haben, soll es in diesem Semester um die fortschreitende Demokratisierung Westdeutschlands bis 1967 gehen. Politische Ereignisse wie die Spiegel-Affaire oder den Streit um die Notstandsgesetze nehmen wir dabei genauso in den Blick wie Reformen etwa im Bildungswesen, die beginnende Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, neue Jugendkulturen und die Rolle des Fernsehens, das in den 60er Jahren Einzug in immer mehr Haushalte hielt. Bei der gemeinsamen Lektüre von Quellen und wissenschaftlichen Texten wollen wir so gemeinsam überlegen, was Demokratie gelingen lässt. Eine Teilnahme am ersten Teil der Seminarreihe ist keine Voraussetzung, um sich für dieses Seminar anzumelden.
Das Seminar wird online über Zoom und Learnweb stattfinden.
- Lehrende/r: Veronika Jüttemann
Gegenwärtige Familienpolitiken und die konfliktreichen Diskurse über Reproduktion in den europäischen Gesellschaften sind nur zu verstehen, wenn man eine historische Perspektive anlegt, welche von den internationalen Konjunkturen der Eugenik über die europäische Zwischenkriegszeit bis zu den Auswirkungen der nationalsozialistischen Rassenpolitik nach 1945 reicht. Hier setzt das Hauptseminar an und fragt in interdisziplinärer und transnationaler Perspektive nach der Geschichte der Familien- und Reproduktionspolitiken im 20. und frühen 21. Jahrhundert. So wollen wir Antworten geben auf die Frage, nicht nur wie gegenwärtig die Rechte von Frauen, Individuen und Familien im Bereich der Reproduktion verhandelt werden, sondern auch warum dies so ist. Wir betrachten die ehemals nationalsozialistisch besetzten oder verbündeten Länder als einen von ethnischen Neuordnungsversuchen gekennzeichneten Raum mit charakteristischen regionalen Spezifika. Heuristisch unterscheiden wir in Regionen, die als Kernräume der deutschen (Besatzungs)Herrschaft firmierten (Polen, Deutsches Reich), als „germanisch“ galten (Niederlande, Norwegen) sowie solche, die befreundet / verbündet / abhängig waren (Spanien, Italien, Frankreich).
- Lehrende/r: Leonie Isabel Figge
- Lehrende/r: Isabel Heinemann
Kurs I Mo. 16-18 Uhr
Kurs II Di. 16-18 Uhr
Die 2015 ausgerufene „Flüchtlingskrise“ wurde als „größte Herausforderung seit der deutschen Einheit“ (Heiko Maas) beschrieben. Auch wenn sich die mediale Aufmerksamkeit deutlich relativiert hat, bleibt das Thema Asyl- und Flüchtlingspolitik angesichts der weltweit rund 80 Mio. Menschen, die laut UNHCR „unfreiwillig“ migrieren, weit oben auf der politischen Agenda.
Statt aber zu Fragen, ob die Geflüchteten dem „Standort Deutschland“ eher nutzen oder schaden, ist es das Ziel dieses Standardkurses, einmal grundsätzlich zu klären, worin diese Krise eigentlich besteht: Wessen Krise ist eigentlich gemeint? Was sind die ökonomischen und politischen Fluchtursachen? Wie reagieren die maßgeblichen Akteure des Politikfeldes darauf? Und schließlich: Welche politikwissenschaftlichen Schlüsse können aus den vielschichtigen Diskursen über das deutsche Asylsystem gezogen werden können?
Studienleistung
- regelmäßige, aktive Teilnahme
- max. 20-min. wiss. Vortrag, der deutlich über die Reproduktion der Pflichtlektüre hinaus geht
Prüfungsleistung
- Die Prüfungsleistung wird durch eine 90-minütige Abschlussklausur am Freitag, den 23. Juli 2021 erbracht. Der Termin gilt für beide Kurse.
Einführende Literatur
Huisken, Freerk (2016): abgehauen. eingelagert aufgefischt durchsortiert abgewehrt eingebaut. neue deutsche flüchtlingspolitik. Hamburg.
Luft, Stefan/Schimany, Peter (Hrsg.) (2014): 20 Jahre Asylkompromiss. Bilanz und Perspektiven. Bielefeld.
Learnweb
Die Pflichtlektüre wird in einem für beide Termine gemeinsam genutzten Learnweb-Kurs zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wird das Learnweb genutzt, um Präsentationsfolien, Handouts und weitere aktuelle bzw. thematisch passende Materialien zur Verfügung zu stellen.
- Lehrende/r: Hendrik Meyer
Zwischen 1024 und 1125 entstammten vier römisch-deutsche Könige bzw. Kaiser der Familie der Salier. In dieses Jahrhundert fallen politische Entwicklungen, welche die Geschichte Europas weit über den „deutschen“ Raum hinaus prägen sollten: vom Investiturstreit bis hin zum Ersten Kreuzzug. In den Folgen des Konflikts der beiden Universalgewalten, Papsttum und Kaisertum, sehen manche Historiker sogar eine „Entzauberung der mittelalterlichen Welt“. Die Einheit von Kirche und Reich zerbrach. Im Seminar sollen die grundlegenden Vorgänge und zentrale Ereignisse des salischen Jahrhunderts betrachtet werden.
Der zugehörige propädeutische Teil des Seminars gibt einen Einblick in die Arbeitsweisen, Hilfsmittel und Methoden des Fachs.
- Lehrende/r: Guido Michael Berndt
Die politische Organisation Deutschlands nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft war eines der zentralen Verhandlungsfelder des Wiener Kongresses. Im Mittelpunkt stand hierbei die Frage einer bundesstaatlichen oder staatenbündischen Ausgestaltung der föderativen Ordnung. Die am 8. Juni 1815 verabschiedete Bundesakte schuf schließlich eine in erster Linie auf die Verteidigung nach außen und die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung im inneren ausgerichtete Allianz deutscher Fürsten und freier Städte. Im Seminar sollen zum einen die unterschiedlichen Interessen der europäischen Mächte und der deutschen Staaten auf dem Wiener Kongress untersucht werden, zum anderen richtet sich das Interesse auf die Politik des Deutschen Bundes, vor allem auf das Verhältnis zur entstehenden deutschen Nationalbewegung.
- Lehrende/r: Thomas Tippach
- Lehrende/r: Katerina Stathi
- Lehrende/r: Felicitas Payk
Die berühmteste Liebesgeschichte des Mittelalters, die Geschichte von Tristan und Isolde, ist im Hoch- und Spätmittelalter von verschiedenen europäischen Autoren in Frankreich, England, Deutschland, Skandinavien und Italien erzählt worden. Während die fragmentarische Fassung Gottfrieds von Straßburg (›Tristan‹, um 1210) zu den bekanntesten deutschen Romanen des Mittelalters gehört, ist der zwei bis vier Jahrzehnte früher entstandene ›Tristrant‹ Eilharts von Oberg (1170/1190) heute relativ unbekannt. Dabei stellt er die älteste deutsche und zugleich einzig vollständige Versfassung des Tristanromans dar und bildet direkt oder indirekt die Vorlage für zahlreiche spätere Werke, wie zum Beispiel den Prosaroman ›Tristrant und Isalde‹ eines anonymen Bearbeiters, den Anton Sorg 1484 erstmals in Augsburg herausgibt und der sich zu einem großen Bucherfolg entwickeln wird. Da die handschriftliche Überlieferung des Gottfriedschen Romans im 15. Jh. abbricht, ist der Tristanstoff im 16., 17. und 18. Jh. also nur in der Version Eilharts bekannt.
- Lehrende/r: Heike Bismark
Die zugleich systematisch und historisch angelegte Vorlesung führt in die zentralen Gegenstandsbereiche sowie die Methoden und Theorien der germanistischen Literaturwissenschaft ein. Anhand ausgewählter Werke wird eine Geschichte der deutschen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart skizziert. Entlang dieser Geschichte werden folgende Themenbereiche behandelt: Literarizität und Poetizität, Aspekte der Fachgeschichte, hermeneutische und post-hermeneutische Interpretationstheorien, Fiktionalität, Autorschaft, Probleme der Gattungspoetik, Literaturgeschichte und Literaturgeschichtsschreibung. Ausblickhaft werden außerdem Ansätze der Kultur- und Medienwissenschaft sowie der Komparatistik in die Betrachtung einbezogen. Am Ende des Semesters wird eine Klausur geschrieben.
- Lehrende/r: Silvia Reuvekamp
- Lehrende/r: Kai Sina
Dieses Seminar führt in die Vorgeschichte des Deutschen ein. Sie erschließen sich, in welche Sprachfamilien das Deutsche eingeordnet werden kann, wie sich das Deutsche auf verschiedenen sprachlichen Ebenen wie Phonologie, Morphologie und Syntax entwickelt hat und welche sprachlichen Merkmale und kulturellen Rahmenbedingungen für seine Sprachstufen Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch und Frühneuhochdeutsch charakteristisch sind. Kurz: Nach diesem Seminar haben Sie grundlegend Prozesse des Sprachwandels auf verschiedenen sprachlichen Ebenen kennengelernt und verstehen Eigenschaften des Gegenwartsdeutschen besser aus ihrer Entwicklung heraus.
Weil die Einführung in die älteren Sprachstufen eine große Herausforderung ist, bei der man kaum an schulisches Vorwissen anknüpfen kann, gibt es zu dem Seminar ein freiwilliges begleitendes Tutorium. Das Tutorium findet mittwochs von 18-19.45 Uhr digital statt und wird von Liv Büchler (liv.buechler@uni-muenster.de) geleitet. Bei Interesse melden Sie sich gerne bei Liv Büchler. Wir hoffen, dass Ihnen das zusätzliche Angebot hilft, einen guten Zugang zu den älteren Sprachstufen zu finden.
- Lehrende/r: Antje Dammel
Dieses Seminar führt in die Vorgeschichte des Deutschen ein. Sie erschließen sich, in welche Sprachfamilien das Deutsche eingeordnet werden kann, wie sich das Deutsche auf verschiedenen sprachlichen Ebenen wie Phonologie, Morphologie und Syntax entwickelt hat und welche sprachlichen Merkmale und kulturellen Rahmenbedingungen für seine Sprachstufen Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch und Frühneuhochdeutsch charakteristisch sind. Kurz: Nach diesem Seminar haben Sie grundlegend Prozesse des Sprachwandels auf verschiedenen sprachlichen Ebenen kennengelernt und verstehen Eigenschaften des Gegenwartsdeutschen besser aus ihrer Entwicklung heraus.
Weil die Einführung in die älteren Sprachstufen eine große Herausforderung ist, bei der man kaum an schulisches Vorwissen anknüpfen kann, gibt es zu dem Seminar ein freiwilliges begleitendes Tutorium. Das Tutorium findet mittwochs von 18-19.45 Uhr digital statt und wird von Liv Büchler (liv.buechler@uni-muenster.de) geleitet. Bei Interesse melden Sie sich gerne bei Liv Büchler. Wir hoffen, dass Ihnen das zusätzliche Angebot hilft, einen guten Zugang zu den älteren Sprachstufen zu finden.
- Lehrende/r: Antje Dammel
- Lehrende/r: Sharon Lohse
- Lehrende/r: Nils Bahlo
Die Übung „Germanistik im Beruf” führt in Berufsfelder ein, die für Germanist*innen relevant sind. Zugleich ist die Übung ein Intensivkurs im berufspraktischen Schreiben, durch das die verhandelten Inhalte reflektiert und angeeignet werden: Ein professioneller Online-Redakteur begleitet das Verfassen von Textformaten wie Bericht, Portrait oder Interview. Veröffentlicht werden die Texte auf dem Germanistik-im-Beruf-Blog und - wenn möglich - auch in den Westfälischen Nachrichten (siehe https://gibblog.de/).
Das Thema im Sommersemester 2021 lautet „Bibliotheken und Archive”.
Bibliotheken und Archive gehören neben Museen, Schulen und Universitäten zu den Institutionen, die das Gedächtnis einer Kultur verwalten, aber auch bearbeiten. Es handelt sich also um ein Berufsfeld, mit dem eine sich als Kulturwissenschaft verstehende Germanistik notwendigerweise immer schon zu tun hat. Als Workshop-Gäste eingeladen sind dabei Vertreterinnen besonders fachnaher Institutionen: Dr. Ariane Ludwig (Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar) sowie Dr. Viola Voß (Bibliotheksdienste der ULB Münster). „Special Guest” in der Übung ist Laura Marie Pohlmann, die als studentische Hilfskraft in der Bibliothek des Germanistischen Instituts und als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Literaturarchiv Marbach gearbeitet hat und im Augenblick an der Universität Osnabrück eine Doktorarbeit zum Thema "Das Quellenrepertorium als Archivpublikation" schreibt. Frau Pohlmann wird als Vorbereitung für den Workshop einen ersten praxisbezogenen Einblick ins Thema geben.
Ariane Ludwig und Viola Voß sind bei einem Workshop zu Gast, der notwendiger Bestandteil der Übung „Germanistik im Beruf” ist. Bitte den Termin des Workshops unbedingt vormerken: 21.05. 2021, 14-18 Uhr.
- Lehrende/r: Jürgen Gunia
- Lehrende/r: Carsten Vogel
- Lehrende/r: Anna Greilich
- Lehrende/r: Anna Greilich
- Lehrende/r: Silvia Vogelsang
- Lehrende/r: Silvia Vogelsang
Ziel des Kurses ist es, die grundlegenden grammatikalischen Strukturen und Phänomene der deutschen Sprache zu erarbeiten und deren Verwendung in alltagsrelevanten Situationen einzuüben. Der Kurs bietet den TeilnehmerInnen somit die Möglichkeit, sprachliche Mittel für eine erfolgreiche (mündliche und schriftliche) Kommunikation in unterschiedlichen Bereichen zu erlernen. Zu den wichtigsten Themen gehören: Deklination, Konjugation, Satzbau. Je nach Bedürfnis der KursteilnehmerInnen werden am Anfang des Kurses Schwerpunkte festgelegt.
- Lehrende/r: Katharina Grenningloh
- Lehrende/r: Sabine Frilling
Bei der Produktion kohärenter Diskurse passen SprecherInnen die Struktur von Sätzen und Äußerungen an verschiedene Aspekte des Redekontexts an. Sie berücksichtigen die im sprachlichen und außersprachlichen Kontext verfügbare Information und das Vorwissen der Rezipienten und stellen Bezüge zwischen Textsegmenten her. Im Seminar werden wir uns fragen, welche sprachen Mittel das Deutsche für diese Funktion einsetzt, mit welchen Methoden Informationsstruktur und Diskurskohärenz sinnvoll erforscht werden können und wie sich das benötigte grammatische und pragmatische Wissen im Spracherwerb entwickelt. Im zweiten Teil des Seminars werden wir uns insbesondere mit den Modal- und Fokuspartikeln des Deutschen beschäftigen, die sich mit Hilffe informationsstruktureller Kriterien analysieren lassen. Die Studierenden sollen im Rahmen des Seminars eigene empirische Projekte entwickeln. Dabei wird die mündliche und schriftliche Darstellung sprachwissenschaftlicher Forschung geübt, indem Entwürfe von Referaten/Hausarbeiten in verschiedenen Bearbeitungsstadien regelmäßig in Beratergruppen diskutiert werden. Die Sitzungen werden auch nach Pfingsten über Zoom stattfinden.
- Lehrende/r: Christine Dimroth
- Lehrende/r: Lars Kappelhoff
Der Synodale Weg, den die Deutsche Bischofskonferenz zusammen mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken seit 2019 gestaltet, widmet sich in einem von vier Foren der Frage, zu welchen Diensten und Ämtern Frauen in der Kirche berufen sind. Welche Möglichkeiten stehen Frauen auf der Grundlage des geltenden Kirchenrechts offen? Welche Perspektiven ergeben sich durch eine Sichtung der biblischen Schriften sowie der Traditionsgeschichte? Welche Verbindlichkeit haben die bisher vorliegenden lehramtlichen Äußerungen?
In der ersten Hälfte des Semesters finden wöchentlich Sitzungen statt, in denen auf der Basis grundlegender Literatur Einblicke in die theologischen Argumentationen erarbeitet werden. Anschließend bereiten Gruppen von Studierenden zu unterschiedlichen Themenbereichen eigenständig Kurzpräsentationen vor, die bei einem abschließenden Studientag (geöffnet für die gesamte Fakultät) am 8. Juli 2021 (10 - 18 Uhr) eingebracht werden.
- Lehrende/r: Thomas Neumann
- Lehrende/r: Dorothea Sattler
- Lehrende/r: Thomas Schüller
In dem Seminar beschäftigen wir uns mit der Struktur von sog. Herkunftssprachen im Vergleich zum Deutschen. Nach einer Einführung in mehrsprachigen Spracherwerb, Sprachverwandtschaft und in Methoden des Sprachvergleichs widmen wir uns den syntaktischen, morphologischen, phonologischen und graphetischen Eigenschaften ausgewählter Herkunftssprachen kontrastiv zum Deutschen. Abschließend diskutieren wir Möglichkeiten des Einbezugs von Herkunftssprachen in den regulären Deutschunterricht. Der Studiennachweis erfolgt über die Bearbeitung von wöchentlichen Aufgaben im Learnweb sowie über die vertiefte Beschäftigung mit einer Herkunftssprache nach Wahl in Kleingruppen (Gruppenreferat und -ausarbeitung).
- Lehrende/r: Helena Olfert
Der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche schlägt hohe Wellen und
wirft die grundsätzliche Frage nach dem Verhältnis von Sexualität und
Katholizismus auf. Dieser Frage soll in dem Hauptseminar nachgegangen
werden, indem untersucht werden soll, wie sich die katholische
Morallehre im Hinblick auf Sexualität im 19. und 20. Jahrhundert
entwickelt hat, wie Katholikinnen und Katholiken darauf reagierten und
wie das ungelöste Problem einer zeitgemäßen Auseinandersetzung mit
Fragen der Sexualität den allgemeinen Säkularisierungstrend befördert
hat. Eine besondere Rolle wird die Diskussion um die künstliche
Empfängnisverhütung in den 1960er Jahren spielen, aber auch die Kritik
am Zölibat sowie die öffentliche Auseinandersetzung mit dem
Missbrauchsskandal der letzten Jahre sollen thematisiert werden. Darüber
hinaus werden auch spezifische Formen der kirchlichen
Vermittlungspraktik in den Blick geraten wie Beichte,
Ehevorbereitungskurse etc., um so Strukturen kirchlicher „Pastoralmacht“
(M. Foucault) herauszuarbeiten.
- Lehrende/r: Klaus Große Kracht
Als „Denkerin der Stunde“ bezeichnet der Philosoph Richard J. Bernstein die Intellektuelle Hannah Arendt in einer vielbeachteten Studie von 2018, und in der Ankündigung einer 2020 veranstalteten Ausstellung zum Werk und Leben Arendts im Deutschen Historischen Museum hieß es, ihre „Meinungen und Urteile“ zu Problemen wie Totalitarismus und Antisemitismus, Feminismus und Rassismus seien noch für unsere Gegenwart „voller Sprengkraft“. Das Seminar möchte zweierlei: zunächst Arendts Denken aus historischer Perspektive rekonstruieren und dabei vor allem ihre Stellung als transatlantische Intellektuelle im Schnittpunkt von deutscher Denktradition und US-amerikanischer Öffentlichkeit darstellen, um sodann und auf dieser Grundlage Anschlussmöglichkeiten an gegenwärtige Debatten und Diskurse zu erörtern. Ein besonderes Augenmerk wird bei alldem auf der Verfasstheit und Publizität ihrer Texte liegen: Nicht allein was Arendt sagt, sondern auch wo (an welchen Publikationsorten) und wie (in welcher Form, in welchem Stil) ist für ihre öffentliche Wahrnehmung von entscheidender Relevanz, und zwar bis heute.
Zur Einführung empfiehlt sich die bei Reclam erschienene kurze Werkbiografie von Annette Vowinckel. Zur aktuellen Diskussion vgl. Richard J. Bernstein: Denkerin der Stunde. Über Hannah Arendt, Berlin 2000, sowie Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert, hg. von Monika Boll, Dorlis Blume und Raphael Gross, München 2020.
- Lehrende/r: Kai Sina
„Die Slawen“ sind ein Produkt der Sprachwissenschaft, von dem sich kaum genau sagen lässt, was sie - jenseits der Verwandtschaft ihrer Sprachen – verbunden hat bzw. verbindet. Seit der „Wiederentdeckung“ des Slawentums in Aufklärung und Romantik war es in erster Linie die identitätsstiftende und geschichtspolitische Funktion der Erinnerung an eine postulierte Gemeinschaft, die die moderne Vorstellung von „den Slawen“ belebt und getragen hat. Sowohl die nach politisch-nationaler Eigenständigkeit strebenden slawischen Völker als auch das imperialistische Zarenreich (und in seiner Nachfolge die Sowjetunion) haben sich im 19.-20. Jahrhundert der Beschwörung einer gemeinsamen „Urheimat“ und eines urdemokratisch-autochthonen Charakters der slawischen Frühgeschichte bedient. Gleichzeitig kam die Vorstellung von einem besonderen „Slawentum“ der westlichen, insbesondere der deutschen Außensicht in ihrer Überzeugung von einer romanisch-germanischen Kulturüberlegenheit entgegen. Das Hauptseminar wird dem entsprechenden „Slawendiskurs“ des späten 18. bis 20. Jahrunderts anhand ausgewählter Texte und herausgehender Protagonisten nachgehen.
- Lehrende/r: Eduard Mühle