Die Lehrveranstaltung dient der inhaltlichen Vorbereitung auf die im September/Oktober 2026 geplante Exkursion nach Griechenland unter Leitung von Dr. Nikolaos Vakonakis. In interdisziplinärer Perspektive (Liturgiewissenschaft, Exegese des NT, Religions- und Kulturgeschichte des frühen Christentums) werden mit Korinth, Epidauros, Olympia und Delphi zentrale Orte der Exkursion in den Blick genommen und mit den Texten des Neuen Testaments und des frühen Christentums in Beziehung gesetzt. Teilnehmende lernen anhand von exemplarischen Orten, Artefakten und Texten, die religiöse, kulturelle und politische Vielfalt des antiken Griechenlands als prägenden Kontext des frühen Christentums wahrzunehmen und mit der Entstehungs- und Entfaltungsgeschichte des Christentums kritisch in Beziehung zu setzen.
- Lehrende/r: Matthias Geigenfeind
- Lehrende/r: Wolfgang Grünstäudl
- Lehrende/r: Clemens Leonhard
- Lehrende/r: Julia Pape
- Lehrende/r: Nikolaos Vakonakis
- Lehrende/r: Adrian Wypadlo
Biblische Texte bedürfen der Auslegung, um in ihrer jeweiligen Gegenwart verstanden zu werden. Diese Auslegung geschieht nicht nur in wissenschaftlichen Kommentaren, sondern in ganz unterschiedlichen Medien. Besonders aussagekräftig sind dabei bildliche Ausdrucksformen, die in der europäischen Kultur eine lange und vielgestaltige Rezeptionsgeschichte geprägt haben. Bilder „übersetzen“ biblische Texte nicht einfach, sondern entfalten eigene theologische Aussagen – mit Farben, Linien, Formen und Räumen. Das Seminar nimmt diese Wechselbeziehung in den Blick: Was geschieht, wenn biblische Texte in den Raum der bildenden Kunst überführt werden? Welche Perspektiven, Interpretationen und Deutungsangebote entstehen dabei? Und wie verändern diese visuellen Auslegungen unser Verständnis der Texte? Im Seminar werden zum einen methodische Grundlagen zum Umgang mit biblischen Texten und mit bildender Kunst gelegt: Ausgewählte Textstellen aus beiden Testamenten werden exegetisch erschlossen und mit Fragen zu Kultur, Religion und Rezeption in der Kunst verknüpft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den kunsthistorischen Rezeptionen biblischer Motive in Museen der Region. An zwei Exkursionstagen (13. und 27. Juni 2026), deren Ziele mit dem Semesterticket erreichbar sind, werden wir Museen besuchen und bildliche Darstellungen analysieren, die biblische Szenen, Figuren oder Themen aufgreifen. Dabei sollen exemplarische Verbindungen zwischen Text und Bild sichtbar werden, ebenso wie historische und theologische Deutungsspielräume. Das Seminar richtet sich an Studierende, die Interesse daran haben, biblische Texte nicht nur exegetisch, sondern intermedial zu lesen und ihre Wirkungsgeschichte im Medium der Kunst zu erkunden. Ziel ist es, Analysen aus Exegese und Bildinterpretation miteinander zu verknüpfen und neue Perspektiven auf die „Lebendigkeit“ biblischer Überlieferung zu gewinnen.
- Lehrende/r: Matthias Geigenfeind
- Lehrende/r: Ludger Hiepel
- Lehrende/r: Nikola Moustakis
Europäische Gesellschaften werden häufig als „säkular“ charakterisiert. Die Niederlande und ihre urbanen Zentren wie Amsterdam oder Utrecht gelten als Land, in dem Säkularisierung als am weitesten fortgeschritten wahrgenommen wird. Religiöse Indifferenz wird intensiver. Gleichzeitig aber verschwindet „Religion“ keinesfalls. Bezüge zu Religion spielen in politischen Debatten global eine sich verstärkende Rolle. Menschen eignen sich „Spiritualität“ in neuen Formen an und geben religiösen Symbolen neue Bedeutungen. Vermeintlich als „profan“ oder „säkular“ geltende Praktiken gewinnen plötzlich in kreativen Weisen etwas „Heiliges“, „Heilsames“, unergründlich Tiefes. Formen von Postsäkularität entstehen. Sie werfen die Frage auf, ob wir wirklich in einer notwendig und rein „säkularisierenden“ Gesellschaft leben oder nicht vielmehr in einem inter-space aus Abbrüchen religiöser Zugehörigkeit im traditionellen Gewand und Anbrüchen von anderen Glaubens- und Lebensstilen in mutierten Formen. In der Exkursion nach Amsterdam und Utrecht betreten wir diesen Zwischenraum aus Säkularität und Postsäkularität. Wir suchen nach Symptomen von Glaubensverlust in klassischen Weisen und ebenso nach Kreativitätszonen, in denen sich neue Formen, Interpretationen und Konfigurationen von postsäkularem Leben zeigen. Wir kommen mit Personen an Orten über deren (post)säkulare Erfahrungen und Praktiken ins Gespräch. Wo und wie zeigt sich Glaubenskreativität. Wo und wie werden Andersformen von Glauben und Leben erfunden und praktiziert? Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Diakonat und Pastorale Dienste des Bistums Münster statt (Christoph Schultes). Termine: o Vortreffen: 19. Februar 2026, 16 - 17 Uhr, via Zoom o Anmeldung bis 28.02.2026 über Sekretariat IRpP (irpp.fb2@uni-muenster.de) o Nachtreffen, 19. Mai 2026, 18 - 20 Uhr, Raum RK 40.13 (Robert-Koch-Str. 40) o Maximale Teilnehmer*innenzahl: 16 Plätze o Unterkunft in Selbstversorgerhaus in Bedwijk an der niederländischen Küste, Anreise mit Kleinbussen/PKW des Bistums Münster o Weitere Infos im Dezember 2025 auf Insta und per Aushang
- Lehrende/r: Christian Kern