© Undocumented Migration Project

Hostile Terrain

Kooperationsprojekt
Partner: Englisches Seminar (Prof. Dr. Mark U Stein, Annika Reketat)
16. bis 30. November 2020.

Weltweit möchten Migrant*innen Landesgrenzen überqueren und nicht selten überleben sie dies nicht; mit dieser Problematik beschäftigt sich das partizipative Kunstinstallationsprojekt "Hostile Terrain 94" für das Unterstützung durch Freiwillige gesucht wird. Das Projekt wird organisiert durch das Undocumented Migration Project (UMP), einem non-profit Kollektiv für Forschung, Kunst, Didaktik und Medien aus den USA, und in der Zeit vom 16. bis 30. November 2020 vom Englischen Seminar in Kooperation mit dem Kulturbüro an der WWU realisiert. Ziel des Projektes ist es, Aufmerksamkeit für die Folgen der US-grenzpolitischen Strategie "Prevention through Deterrence" ("Prävention durch Abschreckung") zu schaffen. Durch diese sahen sich seit 1994 jedes Jahr tausende Migrant*innen gezwungen, das "Hostile Terrain" der Sonora-Wüste zu durchqueren. Für viele wurde diese zur tödlichen Falle. Im Laufe dieses und kommenden Jahres findet das Kunstprojekt in über 100 Locations weltweit statt.

Kernstück des Projekts ist eine Installation bestehend aus ca. 3.200 "toe tags" (Fußzetteln, die zur Identifizierung von verstorbenen Menschen in der Pathologie dienen), die von Freiwilligen handschriftlich ausgefüllt werden. Dabei steht jeder Fußzettel für eine*n Flüchtende*n, die zwischen 1994 und 2019, beim Versuch die Sonora-Wüste zu durchqueren, ihr Leben verloren. Die Zettel werden, den Geodaten des Leichenfunds entsprechend, auf eine Karte der Sonora-Wüste montiert.

Für das Kunstprojekt werden Freiwillige gesucht, die mit uns diese Fußzettel ausfüllen und somit einen Beitrag leisten möchten, um an die Opfer einer Grenzpolitik zu erinnern, die Menschen vorsätzlich Gefahren aussetzt. Es sind "toe-tag sessions" über Zoom in Planung, zu denen alle Interessierten eingeladen sind, um mehr über das Projekt und die Hintergründe zu erfahren und gemeinsam Fußzettel auszufüllen. Außerdem wird die Möglichkeit einer Ausfüll-Session unter freiem Himmel geprüft. Natürlich können die Freiwilligen die Fußzettel auch außerhalb der Sessions alleine oder mit Freund*innen, Familie, und Bekannten ausfüllen.
Zurzeit wird an der Logistik gearbeitet, d.h. wie die Freiwilligen die Fußzettel möglichst unkompliziert bekommen und an das Projektteam zurückgeben können, nachdem sie ausgefüllt wurden.

Der Großteil der "toe tags" muss vor Beginn der Ausstellung ausgefüllt sein, weswegen Interessierte schon jetzt die Möglichkeit haben, Teil dieses weltweiten Projekts zu werden. Sie können sich bei Annika Reketat (a_reke04@uni-muenster.de) melden, um genauere Informationen zu Zoom-, open-air und privaten "toe-tag sessions" zu erhalten.

Mehr Informationen gibt es zudem auf der Website des Undocumented Migration Project [en] und der Website des Englischen Seminars [en].

Vortragsreihe "Contingent Belonging"

Begleitend zu dem Projekt "Hostile Terrain" wird eine Vortragsreihe stattfinden. Aufgrund der Corona-Pandemie ist noch nicht klar, wann, wo beziehungsweise wie die Vorträge gehalten werden. Zu den Vortragenden gehören: Prof. Dr. Mitja Banerjee, Mainz, Dr. Ina Batzke, Augsburg, Prof. Dr. Ursula Frohne, Münster, Prof. Dr. Silke Hensel, Münster, und Prof. Dr. Jürgen Oltmer, Osnabrück.